"Polizeibeamte! Vergeßt nicht"
Widerständiges und resistentes Verhalten Frankfurter Polizeibeamter im Nationalsozialismus
- 154 Seiten
- 6 Lesestunden
Die Deutsche Polizei spielte eine zentrale Rolle bei den Verbrechen der Shoah und war verantwortlich für die Verfolgung und Ermordung von Menschen, die nicht zur "Volksgemeinschaft" gehörten. Dennoch gab es innerhalb dieser Täterorganisation auch Personen, die Verfolgten und Diskriminierten halfen und ihnen oft das Leben retteten. Diese Arbeit untersucht sechs Fälle aus der Frankfurter Polizei und schließt an bestehende Studien zu widerständigen Polizisten im Nationalsozialismus an. Dabei werden sowohl die Ordnungspolizei als auch die Sicherheitspolizei betrachtet, und es wird nach Kontinuitäten und Diskontinuitäten in der Nachkriegszeit gefragt sowie die Sozialisation der betreffenden Männer berücksichtigt. Eine kritische Reflexion des Widerstandsbegriffs und alternativer Kategorisierungen wird ebenfalls vorgenommen. Zentral sind die Ambivalenzen zwischen Resistenz und Konformität sowie zwischen Widerständigkeit und Täterschaft. Die Rekonstruktion der Biographien bietet Einblicke in die Lebenswelt der Polizisten und zeigt die Handlungsspielräume innerhalb der Frankfurter Polizei auf. Die Arbeit umfasst verschiedene Aspekte, darunter die Rolle der Frankfurter Polizei im Nationalsozialismus, erste Hilfeleistungen für Verfolgte, den Leuschner-Kreis, transnationale Netzwerke und den Umgang mit den Taten nach 1945, einschließlich Entnazifizierung und Spruchkammerverfahren.
