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Maximilian Thomas

    Die Saarbrücker Initiative gegen den Fair Value
    Die Regulierung der Rechnungslegung in der EU
    • Die Regulierung der Rechnungslegung in der EU

      Eine kritische Würdigung von Legitimation und Lobbying

      In den letzten zwei Jahrzehnten hat sich die Regulierung der europäischen Rechnungslegung grundlegend verändert. Die Normsetzungsfunktion neuer Rechnungslegungsstandards wurde von den europäischen Staaten an das International Accounting Standards Board (IASB) delegiert. Seit 2001 entwickelt der in London ansässige IASB die global anerkannten International Financial Reporting Standards (IFRS). Bevor diese Standards in europäisches Recht übernommen werden, müssen sie ein Anerkennungsverfahren der Europäischen Kommission durchlaufen. Um die Legitimation des IASB zu bewerten, wird der Informationsaustausch zwischen Interessengruppen und dem privaten Standardsetzer untersucht. Lobbying spielt eine entscheidende Rolle, da der IASB von Interessengruppen abhängig ist. Durch die Analyse des Lobbying-Verhaltens kann festgestellt werden, ob der IASB eine pluralistische Interessenvertretung gewährleistet oder Entscheidungen zugunsten einzelner Gruppen trifft. Die Arbeit behandelt drei Fragestellungen: Erstens die Beteiligung von Interessengruppen am Standardsetzungsprozess, zweitens den Zeitpunkt, den Lobbyisten für ihre Einflussnahme bevorzugen, und schließlich den Einfluss dieser Interessengruppen auf die Entscheidungen des IASB.

      Die Regulierung der Rechnungslegung in der EU
    • In den International Financial Reporting Standards (IFRS) hat die Bewertung zum Fair Value in den letzten Jahrzehnten zunehmend an Bedeutung gewonnen. Eine zukünftige Ausweitung des Anwendungsbereichs erscheint als wahrscheinlich. Aufgrund der Internationalisierung der deutschen Rechnungslegung spielt die Fair Value-Bewertung bzw. die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert auch für den deutschen Gesetzgeber eine immer größer werdende Rolle. Es stellt sich die Frage, ob der Anwendungsbereich auch im deutschen Handelsrecht ausgeweitet werden sollte, um die Informationsfunktion der Rechnungslegung zu stärken. Das für den Gläubigerschutz relevante Anschaffungskostenprinzip würde entsprechend an Bedeutung verlieren. In der Folge wurde die deutsche Fair Value-Diskussion neu entfacht. Insbesondere im Zuge der Verabschiedung des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes (BilMoG), das die Ausweitung der Fair Value-Bewertung über das Niederstwertprinzip hinaus vorsah, wurden Kritiker und Befürworter des Bewertungskonzepts aktiv. Der Schritt verdeutlicht das Interesse des Gesetzgebers, die handelsrechtlichen Bewertungsprinzipien modernisieren zu wollen. Es gilt zu diskutieren, ob dieser Weg als sinnvoll erachtet werden kann.

      Die Saarbrücker Initiative gegen den Fair Value