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Hans Magnus Enzensberger

    11. November 1929 – 24. November 2022

    Hans Magnus Enzensberger war ein deutscher Autor, dessen Werke sich durch tiefen intellektuellen Einblick und satirische Schärfe auszeichneten. Seine Gedichte und Essays untersuchten oft die Komplexitäten der modernen Gesellschaft, Politik und Kultur. Durch sein vielfältiges Schaffen, das auch Übersetzungen und redaktionelle Beiträge umfasste, festigte Enzensberger seine Position als einflussreiche Stimme in der deutschen und Weltliteratur. Sein Schreiben wird für seinen anspruchsvollen Charakter und seine Fähigkeit, zum Nachdenken anzuregen, geschätzt.

    Hans Magnus Enzensberger
    Schauderhafte Wunderkinder
    Museum der modernen Poesie
    Der kurze Sommer der Anarchie
    Die Elixiere der Wissenschaft
    Gedichte
    Suhrkamp Taschenbuch: Versuche über den Unfrieden
    • Migration, Asyldebatte, Terrorismus, Bürgerkriege: vier Essays von analytischer und prognostischer Brillanz Ob es um die deutschen Erfahrungen mit Migration und Fremdenhass ging, um die in den 90er Jahren versprochene, aber trügerische »Friedensdividende« nach dem Ende des Kalten Krieges, um die terroristische Spur von Größenwahn und Rachsucht, Mordlust und Todeswunsch oder um den brutalsten Bürgerkrieg der modernen Geschichte – mit seinen Versuchen über den Unfrieden aus den Jahren 1992–2015 hat Hans Magnus Enzensberger vier brillante Zeitanalysen vorgelegt, die hier in einem einzigen Band mit einem neuen Vorwort und einigen Aktualisierungen wieder vorgelegt werden. Der Grund dafür ist einfach: Die Konflikte, von denen sie handeln, haben sich derart zugespitzt, dass alle Versuche, sie zu verharmlosen oder zu leugnen, gescheitert sind. Enthält die folgenden vier Essays: Die Große Wanderung (1992) Aussichten auf den Bürgerkrieg (1993) Schreckens Männer (2006) Der vergessene Gottesstaat (2015)

      Suhrkamp Taschenbuch: Versuche über den Unfrieden
      5,0
    • Gedichte

      • 241 Seiten
      • 9 Lesestunden

      Die Neugier auf die Erfahrung seiner selbst und auf die Rätsel, die »ihm der Alltag und die Philosophie und die Biologie zuspielen« (DER SPIEGEL), hat sich Hans Magnus Enzensberger seit der Verteidigung der Wölfe (1957), seinem ersten Gedichtband, nicht nehmen lassen. In all den Jahrzehnten seither ist sein Werk wie wenige andere zu einem poetischen Vademecum für Zeitgenossen geworden. »Wir wüssten keinen, mit dem wir uns lieber einen Reim auf diese Welt machen würden«, schrieb einmal die Neue Zürcher Zeitung – voilà: Enzensbergers persönliche Auswahl seiner Gedichte aus sechseinhalb Jahrzehnten. Wieder hat Enzensberger die Taschenbuchausgabe seiner gesammelten Gedichte im Fünfjahresrhythmus renoviert: Einiges aus der älteren Zusammenstellung wurde herausgenommen, Neues aus der letzten illustren Sammlung Blauwärts (2013) integriert. Mehrere bislang ungedruckte Gedichte kamen hinzu. So schreibt sich die Auswahl seiner Gedichte weiter fort als die Geschichte eines Zeitgenossen, der die Systeme hinter sich lässt und der unfasslichen Monstrosität der ›Realität‹ (s)eine Sprache gibt.

      Gedichte
      5,0
    • Hans Magnus Enzensberger wurde 1929 in Kaufbeuren geboren. Als Lyriker, Essayist, Biograph, Herausgeber und Übersetzer ist er einer der einflussreichsten und weltweit bekanntesten deutschen Intellektuellen.

      Die Elixiere der Wissenschaft
      4,7
    • Der kurze Sommer der Anarchie

      Buenaventura Durrutis Leben und Tod. Roman

      • 299 Seiten
      • 11 Lesestunden

      Die zwölf Kapitel des Romans handeln vom Leben und vom Sterben des spanischen Metallarbeiters Buenaventura Durruti, der nach einer militanten und abenteuerlichen Jugend zur Schlüsselfigur der spanischen Revolution von 1936 geworden ist. Das Buch beginnt mit einem Prolog »Die Totenfeier« und endet mit einem Epilog über »Die Nachwelt«. Dazwischen wird die Geschichte eines proletarischen Helden erzählt, von seiner Kindheit in einer kleinen nordspanischen Stadt bis zu den »sieben Toden« Durrutis, die niemals aufgeklärt worden sind. Die Darstellung beruht auf zeitgenössischen Broschüren, Flugblättern und Reportagen, auf Reden und Memoiren und auf Interviews mit Augenzeugen, die Durruti gekannt haben. Die literarische Form des Romans steht zwischen Nacherzählung und Rekonstruktion. Der Widerspruch zwischen Fiktion und Dokument hält die politischen Widersprüche der spanischen Revolution fest. Auf den Spuren vergessener, halb verdrängter Kämpfe wird das Buch zur Recherche. In acht Glossen, die in die Handlung des Romans eingesprengt sind, stellt der Autor den historischen Kontext dar. Hans Magnus Enzensberger, 1929 in Kaufbeuren geboren, lebt heute in München. Sein Werk im Suhrkamp Verlag und im Insel Verlag ist auf S. 301 dieses Bandes verzeichnet.

      Der kurze Sommer der Anarchie
      4,4
    • Schauderhafte Wunderkinder

      • 155 Seiten
      • 6 Lesestunden

      Die Helden dieser Geschichten sind nicht Wunderkinder im herkömmlichen Sinn, eher wunderliche Sonderfälle. Der süßen Melinda zum Beispiel hüpft bei jeder Lüge eine Kröte aus dem Mund. Weswegen sie immer die Wahrheit sagen muss. Und da ist Norm: der Arme ist so schrecklich normal, dass ihn sich niemand merken kann, nicht mal seine Eltern. Die wundern sich jeden Tag wieder, wer der Junge ist, der da von der Schule nach Hause kommt. Das sind nur zwei der sieben Wunderkinder, um deren schaurig-schöne Geschichte es in diesem Buch geht. Mit farbigen Illustrationen von Michael Sowa.

      Schauderhafte Wunderkinder
      4,5
    • Eine Handvoll Anekdoten

      Auch Opus incertum

      • 239 Seiten
      • 9 Lesestunden

      In Impressionen, Sprüngen und Exkursen folgen wir den Geschichten des M., den Abenteuern eines, der sich den Zumutungen der Geschichte zu entziehen wusste: Familien-Bande und erste Liebe, frühe Lektürelust und Mediensucht, jede Art von Ausweichmanöver vor falscher Autorität, ein missglückter Sprengstoffversuch, Fahnenflucht, Schwarzhandel und dann das Glück akademischer Freiheit im Studium – noch jenseits von Pisa und Bologna: Ob es um jesuitisch geprägte Marx-Exerzitien oder, unter Vortäuschung von Altgriechisch-Kenntnissen, um ein »Mokka-Seminar« im professoralen Salon ging, um ein bisschen Linguistik oder Psychiatrie – hier ließ man ihn in Ruhe. Aber die Erinnerung ist ein fragmentarischer und unzuverlässiger Ratgeber. Deshalb nimmt sich der Autor die Freiheit der Regie und der Collage, fügt Motive, Bilder und Anekdoten zu einem Opus incertum zusammen. So nannten die alten Römer eine spezielle Art ihres Mauerbaus: ein »ungesichertes Werk«.

      Eine Handvoll Anekdoten
      4,5
    • Die Botschaft des Merkur

      • 572 Seiten
      • 21 Lesestunden

      Mit Beiträgen von Theodor W. Adorno, Hannah Arendt, Jean Améry, Gottfried Benn, Hans Magnus Enzensberger, Jürgen Habermas, Ralf Dahrendorf, Ernst Bloch u. a.

      Die Botschaft des Merkur
      5,0
    • Aussichten auf den Bürgerkrieg

      • 95 Seiten
      • 4 Lesestunden

      Unsere Welt sieht sich mit Dutzenden von Bürgerkriegen und permanenter Gewalt konfrontiert. Auch in den Metropolen der Industrienation hat der molekulare Bürgerkrieg bereits begonnen. Vor diesen Konflikten versagen alle herkömmlichen Schemata und Erklärungen. Enzensbergers Versuch, dieses moralische und politische Minenfeld zu erkunden, verspricht keinen Trost, nichts Endgültiges, aber mehr Klarheit.

      Aussichten auf den Bürgerkrieg
      4,4
    • Nomaden im Regal

      Essays

      • 150 Seiten
      • 6 Lesestunden

      Für diesen Band hat Hans Magnus Enzensberger neben unveröffentlichten neuen Essays solche zusammengestellt, die zumeist verstreut bzw. nicht in Buchform veröffentlicht worden sind.

      Nomaden im Regal
      4,4
    • Wirrwarr. Gedichte

      • 127 Seiten
      • 5 Lesestunden

      In "Wirrwarr!" thematisiert der Dichter mit belustigtem, hintersinnigem Blick die Einflüsse von Täuschung und Routinen auf den Alltag. Er beleuchtet die Hinfälligkeit des Lebens und die Suche nach Sinn, während Hans Magnus Enzensbergers Gedichte mit Jan Peter Tripps Bildern und Justine Landats Buchgestaltung zu einer melancholischen Reise verbinden.

      Wirrwarr. Gedichte
      4,0
    • 1959, kurz nach Uwe Johnsons Übersiedelung in den Westen Berlins und der Veröffentlichung seines Debütromans Mutmassungen über Jakob, beginnen der Briefwechsel und die Freundschaft zwischen ihm und Hans Magnus Enzensberger. Über einen Zeitraum von acht Jahren verständigen sie sich über die literarische und politische Lage und diskutieren die Spielräume politischen Engagements. Zugleich aber zeugen die 161 Dokumente von einer Auseinandersetzung über Möglichkeiten und Grenzen von Freundschaft. Bereits im Oktober 1966 forderte Uwe Johnson, den gemeinsamen Briefwechsel "nicht mehr fuer eine kuenftige Edition und Altersversorgung einzurichten sondern fuer Zwecke der brutalen Verstaendigung". Über scheinbar Alltäglichem kommt es zu prinzipiellen Betrachtungen und zuletzt zu einem Zerwürfnis: Daß Uwe Johnson seine Berliner Wohnungen Enzensbergers erster Frau Dagrun und dessen Bruder Ulrich zur Verfügung stellt, führt in Aporien von Vertrauen, Bürgschaft und Verantwortung. Ein Jahr später erreicht selbst diese ..

      'Fuer Zwecke der brutalen Verstaendigung'
      4,0
    • Gedichte

      1950-1985

      • 154 Seiten
      • 6 Lesestunden
      Gedichte
      4,3
    • Allerleirauh

      • 380 Seiten
      • 14 Lesestunden

      »Ein Buch gibt es nun, über das man lauthals und lange jubeln müßte: so rundherum schön ist es, mit so unendlich viel Liebe gemacht, mit so tiefer Herzensfreude gesammelt und geordnet und angelegt, und allem ernsten Fleiß erarbeitet, den nur reine Neigung so entfacht.« Die Welt

      Allerleirauh
      4,4
    • Hans Magnus Enzensberger wurde 1929 in Kaufbeuren geboren. Als Lyriker, Essayist, Biograph, Herausgeber und Übersetzer ist er einer der einflussreichsten und weltweit bekanntesten deutschen Intellektuellen. Hans Magnus Enzensberger wurde 1929 in Kaufbeuren geboren. Als Lyriker, Essayist, Biograph, Herausgeber und Übersetzer ist er einer der einflussreichsten und weltweit bekanntesten deutschen Intellektuellen. Hans Magnus Enzensberger wurde 1929 in Kaufbeuren geboren. Als Lyriker, Essayist, Biograph, Herausgeber und Übersetzer ist er einer der einflussreichsten und weltweit bekanntesten deutschen Intellektuellen.

      Diderots Schatten
      4,0
    • Bilingvní vydání sbírky básní Jed – Das Gift v překladu Tomáše Kafky z roku 2006.

      Das Gift = Jed
      4,0
    • Die Anmerkung beschreibt James Thurber, einen humorvollen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts, der trotz anfänglicher Schwierigkeiten zum berühmtesten Humoristen Amerikas wurde. Seine im New Yorker veröffentlichten Geschichten und Skizzen lösten den Thurberismus aus und sind bis heute zeitlos und wirkungsvoll. Die Auswahl von Hans Magnus Enzensberger belegt dies.

      Die Andere Bibliothek: Vom Mann, der die Luft anhielt. Und andere Geschichten - Limitierte & Numerierte Erstausgabe
      4,0
    • "NIEDER MIT GOETHE" ist eine Groteske, die historische Zeugnisse satirisch verarbeitet. Enzensberger thematisiert Goethes und Brentanos Einfluss auf die Kunst und Gesellschaft. Beide Figuren wurden zu Lebzeiten als skandalös wahrgenommen, ihre spätere Kanonisierung zeigt den Wandel der Wahrnehmung.

      Nieder mit Goethe!. Eine Liebeserklärung. Requiem für eine romantische Frau
      4,0
    • Album

      • 336 Seiten
      • 12 Lesestunden

      »Das Buch als Betriebssystem ist noch lange nicht am Ende« Hans Magnus Enzensberger Worum geht es in diesem »Album«? »Wir haben es nicht mit einem Tagebuch zu tun«, wird am Anfang des Bandes festgestellt. Aber womit dann? Mit einem Kuddelmuddel, einem Sudelbuch, einem Capriccio, einem Scrap-Book vielleicht. Oder handelt es sich einfach um eine Wundertüte, gefüllt mit Meditationen, sonderbaren Bildern, offenen Briefen, geheimen Depeschen, Rätseln, Spielen, Zitaten, Gedichten, Essays und Kassibern? Selber schuld, wer sich vor der Elektronik duckt wie das Kaninchen vor der Schlange, sagt Enzensberger. Das Buch als Betriebssystem ist noch lange nicht am Ende. Könnte es nicht noch besser werden, lässiger, ehrgeiziger, schöner, weniger langweilig? Und so mag es dem Leser mit diesem extravaganten Buch ergehen wie im Mythos oder im Märchen: Aus zerstreuten Gliedern wird zuletzt wieder – ein Ganzes. Wer in diesem Buch blättert, wird ökonomische Seitenblicke finden neben politischer Polemik, eine Dosis Mathematik ebensogut wie Gebrauchsanweisungen für Poesiemaschinen, und vieles mehr – das alles organisiert nach den wilden Gesetzen des menschlichen Gehirns, opulent inszeniert von Franz Greno, undiszipliniert (aber nicht chaotisch); farbig (aber nicht buntscheckig); vielgestaltig (aber nicht beliebig).

      Album
      4,0
    • Kiosk

      Neue Gedichte

      • 133 Seiten
      • 5 Lesestunden

      Kiosk bedeutet für uns der Verkaufsstand an der nächsten Straßenecke, in dessen halbdunklem Innern ein Mann oder eine Frau sitzt und auf Kunden wartet. Früher waren Kioske zierlich gebaute Pavillons in Parks oder weitläufigen Gärten. Enzensbergers Gedichte sind an beiden Orten angesiedelt. Seine Poesie bewegt sich zwischen dem Wunder und der Katastrophe, greift wissenschaftliche und religiöse Motive auf und wechselt blitzschnell, nicht ohne Ironie, die Perspektive.

      Kiosk
      4,0
    • Voltaires Neffe

      Eine Fälschung in Diderots Manier

      Goethe, Hegel, Brecht und Foucault waren nicht die einzigen, die in »Rameaus Neffen« ein Meisterwerk sahen. Auch auf dem Theater hat Diderots Dialog m verschiedenen Fassungen immer wieder triumphiert. Ein unsterbliches Paar hat der Autor auf die Bühne gebracht: den hauptberuflichen Moralisten und seinen Gegenspieler, den Zyniker, Parasiten und verkrachten Künstler. Am Ende müssen die beiden einsehen, daß sie einander ähnlicher sind, als ihnen lieb sein kann. In ihnen kündigt sich das zerrissene Bewußtsein der Moderne an. Hans Magnus Enzensberger hat diesen berühmten Text neu geschrieben. An die Stelle des halbvergessenen Opernkomponisten Rameau ist Voltaire höchstpersönlich gerückt. Die Szenerie ist nicht das literarische Cafe, sondern das Foyer einer Akademie, die eine hochpolitische Beratung über die Ausbeutung der Kolonien abhält. Und wo Diderot an das Treiben in den Pariser Salons anknüpfte, an Opernintrigen und Schauspielerkabalen, stehen nun Börsenspekulationen und Arbeitsplätze, die Geheimpolizei und der Sklavenhandel im Mittelpunkt. Entstanden ist auf diese Weise die respektvolle Fälschung eines Klassikers.

      Voltaires Neffe
      4,2
    • Requiem für eine romantische Frau

      • 253 Seiten
      • 9 Lesestunden

      Hans Magnus Enzensberger wurde 1929 in Kaufbeuren geboren. Als Lyriker, Essayist, Biograph, Herausgeber und Übersetzer ist er einer der einflussreichsten und weltweit bekanntesten deutschen Intellektuellen.

      Requiem für eine romantische Frau
      4,0
    • Kursbuch 1968

      • 992 Seiten
      • 35 Lesestunden

      Die Hefte 11 bis 15 behandeln verschiedene Themen: Revolution in Lateinamerika, den nicht erklärten Notstand, die Rolle der Studenten in der Macht, eine Kritik der Zukunft sowie die kulturelle Revolution in der Literatur.

      Kursbuch 1968
      3,0
    • Die Andere Bibliothek - 227: Bestiarium

      Der Zoo als Welt - die Welt als Zoo - Limitierte & Numerierte Erstausgabe

      • 348 Seiten
      • 13 Lesestunden

      Es ist nun schon hundertvierzig Jahre her, daß der liebe Brehm sein „Illustrirtes Thierleben“ vorgelegt hat. Die moderne Verhaltensforschung hat mit seinen anthropomorphen Kurzschlüssen gründlich aufgeräumt. Cord Riechelmann folgt weniger unserm Blick auf die Tiere als dem Blick der Tiere auf ihre Welt. Das ist nicht nur lehrreich, es kann auch äußerst amüsant sein. Aber wir lachen nicht über die Tiere; es wäre uns lieber, könnten die Tiere mit uns und über unsere Beobachtungen lachen. Als Versuchsgelände dient dem Autor der Berliner Zoo, ein Ambiente, das die Illusion der Unmittelbarkeit von vornherein ausschließt. Dennoch fallen Riechelmann immer wieder Ähnlichkeiten zwischen dem homo sapiens und anderen Arten auf. So, wenn ein Schwarzer Panther mit seiner Pflegerin ums Zu-Bett-Gehen streitet, oder wenn ihn der Tanz des Kranichs an die Arbeiten von Johann Kresnik erinnert. Den rationalistischen Ton der Ethologie konterkariert Riechelmann durch die Bildsprache der Indianer und die Mythen der australischen Aborigines. Über hundert Arten passieren in diesem Buch Revue; auch mit weniger bekannten Geschöpfen wie dem Dschelada, dem Komodowaran und dem Rennkuckuck kann der Leser Bekanntschaft schließen. Und die herrlichen kolorierten Stiche aus dem 18. Jahrhundert verleihen, mit ihrer rührenden Präzision, dem Band einen Hauch von historischer Tiefe.

      Die Andere Bibliothek - 227: Bestiarium
      3,5
    • Die Suche

      Das andere Lehrwerk für Deutsch als Fremdsprache. Arbeitsbuch 1

      Die Suche Das Andere Lehrwerk Fur Deutsc (German Edition)

      Die Suche
      3,0
    • Struwwelpeters Rückkehr

      • 48 Seiten
      • 2 Lesestunden

      Eine humorvolle Neufassung des Struwwelpeters von Enzensberger und Kuhl lädt zum Vorlesen und Lachen ein. Die Geschichten um Daumenlutscher und Zappelphilipp werden frech und überraschend neu erzählt, ohne pädagogischen Zeigefinger. Dr. Heinrich Hoffmann führt durch die Szenen und ermutigt zu Widerworten.

      Struwwelpeters Rückkehr
      3,5
    • Querschnitt durch das lyrische Schaffen, der alle Gedichtbände Enzensbergers berücksichtigt.

      Gedichte 1950-1995
      3,0
    • An den Anfang hat der Autor, unter dem Titel Tränen der Dankbarkeit, eine Reihe von Idyllen gestellt. Hier sind Momentaufnahmen aus den siebziger Jahren zu besichtigen, Berichte aus dem Inneren des Landes und seiner Bewohner. Das letzte Kapitel des Bandes dagegen Die Furie des Verschwindens besteht aus Wach- und Schlafträumen, Meditationen und Geisterbildern, die sich einer thematischen Festlegung entziehen. In der Mitte des Buches steht ein langer Psalm, Die Frosche von Bikini. Dieses Gedicht bildet das Rückgrat der Sammlung.

      Die Furie des Verschwindens
      4,0
    • Leichte Gedichte

      • 88 Seiten
      • 4 Lesestunden

      »Leichte Gedichte« in einer Zeit schwerer globaler Krisen – kann das gutgehen? Und was wollen sie uns sagen? Doch kurzweilig wird es allemal, wenn ein Dichter und ein Bildkünstler vom Range Enzensbergers und Tripps uns den Schein des Lebens vor Augen führen. Mit Lust und Laune wirbeln beide ihn auf, den Staub unserer irdischen Verhältnisse in Gestalt von Menschen, Tieren und Dingen. Da wird noch auf einer Beisetzung die Nacht durch getanzt, als sich herausstellt: Der Tote ist gar nicht endgültig tot. Makaber? Nicht, solange alles in ein paar Binnenreime, ein Liedchen à la Heine, eine Villanelle oder eine Bildsequenz passt. Und was danach? Ohne Eintrittskarte auf eine unheilige Auferstehung zu warten kann Nerven kosten. Hauptsache also, es ist schnell vorbei und alle Beteiligten befinden erleichtert: »Schwamm drüber!«

      Leichte Gedichte
      3,5
    • Die siebenunddreißig Balladen handeln von den Widersprüchen des »Fortschritts«, von einem jahrhundertelangen Prozeß also, dessen tragische und komische, ehrwürdige und absurde Verwicklungen wir alle mit uns fortschleppen. Auch wenn der Fortschritt ein kollektiver Mythos ist, hat er sich in einer langen Reihe von historischen Figuren, Protagonisten und Widersachern personifiziert. So nimmt dieses Buch die Gestalt einer Porträtgalerie an, in der Revolutionäre und Astronomen, Musiker und Ingenieure, Mathematiker und Zauberkünstler, Mönche und Bürokraten zu besichtigen sind.

      Mausoleum
      4,0
    • Seit mittlerweile 15 Jahren besteht Hans Magnus Enzensbergers "Andere Bibliothek" innerhalb des Eichborn Verlags. Ein programmatisches Haupt- und Glanzstück ist die 1985 erschienene und viel gelobte Lyriksammlung Das Wasserzeichen der Poesie oder Die Kunst und das Vergnügen, Gedichte zu lesen. Selten hatte ein Gedichtband so enthusiastische Leser und so überschwängliche Kritiker. "Eine lyrische Surprise-Party", schrieb ein Kritiker der Süddeutschen Zeitung, und im Spiegel stand zu lesen: "Auf 490 Seiten wird, quer durch Epochen und Sprachen, eine Poetologie voll Witz und Boshaftigkeit ausgebreitet: Gedichte als Kunststücke, Spielsachen, Rätsel-Objekte, Scherzartikel, Lyrik als Klang- und Bildbeispiel, als typografische Fallenstellerei, als parodistisches Abenteuer".

      Das Wasserzeichen der Poesie oder die Kunst und das Vergnügen, Gedichte zu lesen
      4,0
    • Poesie. Gedichte

      • 104 Seiten
      • 4 Lesestunden

      Die Dichtung des griechischen Nobelpreisträgers Giorgos Seferis zeichnet sich durch Einfachheit aus und zeigt eine Seelandschaft zwischen Substantiv und Verb, die sowohl fremd als auch vertraut wirkt. Sie beschreibt, wie die Dinge sind und was die Menschen tun.

      Poesie. Gedichte
      3,9
    • H. M. E. behandelt systematisch die mathematischen Grundlagen und betrachtet historische, linguistische, literarische sowie medientheoretische Aspekte. Er erkennt die Grenzen seines Programms und bietet Programmierern Hinweise für mögliche Verbesserungen.

      Einladung zu einem Poesie-Automaten
      3,7
    • Der Fliegende Robert

      Gedichte, Szenen, Essays

      • 346 Seiten
      • 13 Lesestunden

      »Es handelt sich um eine Zusammenstellung von Meinungsäußerungen in Prosa, in lyrischer Form und als Szene, in sieben Kästchen, für sieben Daseins- und Denkbereiche: ein Enzensberger-Lesebuch der Essenzen, mit Exempeln zum Quer- und Widerdenken ...« Christian Faber, Die Welt

      Der Fliegende Robert
      3,9
    • Scharmützel und Scholien

      Über Literatur

      • 924 Seiten
      • 33 Lesestunden

      Jahrzehntelang blieben sie unveröffentlicht: Hans Magnus Enzensbergers Frankfurter Poetikvorlesungen aus dem Wintersemester 1964/65. Ausgehend von diesem umfangreichen Text, werden Enzensbergers Schriften zur Literatur aus einem halben Jahrhundert erstmals in einem Band zusammengeführt. Lückenlos versammelt sind seine Essays und die vielen freundlichen, traurigen und bösen Auseinandersetzungen mit Klassikern und Zeitgenossen – manches davon bisher ungedruckt. Aus der Vielzahl der Rezensionen hat der Autor selbst eine Auswahl getroffen. Vom ausgreifenden Essay bis zur Fußnote und Randbemerkung (Scholien) reicht das Spektrum. In offener Feldschlacht mit breitgefächerter Aufstellung so gut wie im geschickt inszenierten Scharmützel entfaltet Enzensberger seine ästhetischen Positionen und Mutmaßungen und führt sie bis zur Synthese von Poesie und Wissenschaft. Dieser Band bietet im Vergleich zu den Einzelbänden eine Preisersparnis von 81%.

      Scharmützel und Scholien
      3,8
    • Zickzack

      Aufsätze

      • 198 Seiten
      • 7 Lesestunden

      "Geradlinigkeit ist eine Tugend, die man an Enzensbergers Werk oft vermißt hat. Dieser Autor hat die Vorzüge der Literatur von Anfang an anderswo gesehen; insbesondere den Essay hält er, um mit Montaigne zu sprechen, für eine Form, die „nicht das Sein, sondern den übergang beschreibt“ Schon mit dem Titel seines neuen Buches bleibt er der überzeugung treu, daß es nicht das lineare Denken ist, das am ehesten zum Ziel führt. Wenn auch schwer zu erreichen, so ist dieses Ziel doch bescheiden: ein wenig Licht in unsere undurchsichtigen Verhältnisse zu bringen. Wen das anachronistisch anmutet - der Verdacht, es könnte sich um eine aufklärerische Absicht handeln, liegt ja nahe -, der kann sich durch den Aufsatz bestätigt fühlen, der den Band eröffnet und eben die Frage aufwirft, ob es wünschenswert ist, die Gleichzeitigkeit anzubeten. Im übrigen legt Enzensberger hier Arbeiten aus den Jahren 1989-1996 vor. Drei Essays werden zum erstenmal gedruckt.

      Zickzack
      3,8
    • Politische Brosamen

      • 235 Seiten
      • 9 Lesestunden

      Das Ende der Konsequenz / Eurozentrismus wider Willen. Ein politisches Vexierbild / Das höchste Stadium der Unterentwicklung. Eine Hypothese über den Real Existierenden Sozialismus / Unentwegter Versuch, einem New Yorker Publikum die Geheimnisse der deutschen Demokratie zu erklären / Unregierbarkeit. Notizen aus dem Kanzleramt / Blindekuh-Ökonomie / Die Installateure der Macht / Wohnkampf. Eine Talkshow / Plädoyer für den Hauslehrer. Ein Bißchen Bildungspolitik / Armes reiches Deutschland. Vorstudien zu einem Sittenbild / Von der Unaufhaltsamkeit des Kleinbürgertums. Eine soziologische Grille / Zur Verteidigung der Normalität / Zwei Randbemerkungen zum Weltuntergang

      Politische Brosamen
      3,8
    • Nie wieder!

      • 349 Seiten
      • 13 Lesestunden

      Es ist nicht einfach, über ein solches Buch Positives zu schreiben, obwohl es absolut lesenswert ist. Die Vielzahl an Katastrophen, Unglücken und Widrigkeiten, die hier beschrieben werden, macht es schwer, etwas Gutes darin zu finden. Der Leser wird zwischen Kopfschütteln, ungläubiger Faszination, Abscheu und Schadenfreude hin- und hergerissen. Diverse Autoren berichten von ihren schlimmsten Erlebnissen, die nicht nur in exotischen Ländern, sondern auch in Städten wie Paris, Frankfurt oder Wien geschehen. Mit Humor und Sarkasmus thematisieren sie politische Probleme in Irland oder schildern einen Horrorflug nach Russland im Jahr 1955, wobei man sich leicht vorstellen kann, dass es auch heute noch ähnlich sein könnte. Die lakonische Antwort eines südafrikanischen Einheimischen, dass das letzte Flugzeug vor zehn Monaten flog, sorgt für ungläubiges Staunen. Trotz des Mitleids mit den Geplagten kann man sich ein amüsiertes Grinsen nicht verkneifen und verspürt den Drang, die nächste Tragikomödie zu lesen. Man bleibt oft bis spät in die Nacht wach, um die schaurig-reizvollen Geschichten zu genießen. Am Ende bleibt die leise Erkenntnis, dass man es bisher ganz gut getroffen hat, und die Hoffnung, dass gravierende Desaster anderen widerfahren. Lassen Sie sich nicht abschrecken – genießen Sie das beruhigende Gefühl, dass Ihnen beim Lesen dieses genialen Buches kaum etwas Dramatisches zustoßen kann.

      Nie wieder!
      3,8
    • Eine Sammlung neuer Gedichte des bedeutenden deutschen Lyrikers und Essayisten (Jg. 1929)

      Die Geschichte der Wolken
      3,6
    • Seit einem Jahrzehnt hat Hans Magnus Enzensberger kein neues Gedichtbuch veröffentlicht. Diese Zurückhaltung könnte daran liegen, dass Wiederholung nicht seine Sache ist. Die mehr als fünfzig neuen Texte, die er hier vorlegt, setzen ein poetisches Programm fort, das 1957 begann, und betreten ein ungesichertes, herrenloses Gelände. Das politische Pathos der Verteidigung der Wölfe ist dem Pathos der Distanz gewichen. Die neuen Gedichte sprechen mit der gleichen Selbstverständlichkeit über alte Ehepaare, Weltuntergänge, chinesische Akrobaten und die Geheimnisse des Kehlkopfs. Enzensberger hat sich über Dichter gewundert, die Dummheit als Inspirationsquelle nutzen. Scharfsinn sei kein literarisches Verbrechen; die Sinnlichkeit der Sprache gehe am liebsten mit der Intelligenz ins Bett. Ob es um Wahrnehmungsparadoxien, das Los zweier Verkäuferinnen oder politischen Terror geht: Poesie ist nicht nur Gemütserregung, sondern kann auch das Denken beschäftigen. Die Höhenräusche der Mathematik und die Niederlagen des Alltags berühren sie gleichermaßen. In manchen Gedichten herrscht eine eigentümliche Spannung. Die Mühelosigkeit, mit der sie zwischen Trivialem und Erhabenem vermitteln, täuscht; plötzlich stürzt das intellektuelle Spiel in die Evidenz ab, und philosophische Thesen werden mit lakonischen Worten sabotiert.

      Zukunftsmusik
      2,0
    • Immer das Geld!

      Ein kleiner Wirtschaftsroman

      • 213 Seiten
      • 8 Lesestunden

      Jedes Mal, wenn Tante Fé zu Besuch kommt, gerät der stinknormale Alltag der Familie Federmann aus den Fugen. Die uralte, muntere Dame hat es faustdick hinter den Ohren. Nach den Erfahrungen eines langen Lebens mit Inflationen, Erbschaften und Pleiten, mit Armut, Verschwendung und Exil ist sie jetzt reich und lebt allein in ihrer Villa am Genfer See. Was aber will Tante Fé von den Federmanns, ihren einzigen Verwandten? Langweilen möchte sie sich auf keinen Fall. Deshalb lädt sie die drei Federmann-Kinder in ein Luxushotel ein, verwöhnt, verblüfft, begeistert sie. Endlich fühlen sie sich ernstgenommen, erhalten sie Antworten auf Fragen wie: Woher kommt das Geld? Warum reichen selbst Milliarden und Billionen nie? Was denkt sich eine Zentralbank dabei, wenn sie Schulden druckt? Warum geht es nirgends ohne Schattenwirtschaft, ohne Schwarzmarkt, Schwarzgeld und Schwarzarbeit? Und warum hagelt es immerzu fette Boni in der Chefetage? Tante Fé räumt mit dem Blabla der Börsianer auf. Ungerührt erklärt sie den Kindern das herrschende Betriebssystem der Gier und der Angst. Natürlich hat auch sie keine Patentrezepte zu bieten. Aber den vielen Sieben- bis Siebzigjährigen, die den Jargon der Betriebswirtschaftler satthaben, könnte ihr gutgelauntes Fitness-Training nicht schaden – und auch nicht ihre spezielle Gegenstrategie: »Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt.«

      Immer das Geld!
      3,6
    • Bibs ist stinksauer! Sein Fahrrad ist weg, sein Bruder Yanni hört im gemeinsamen Zimmer ständig Popmusik, die Eltern schimpfen, und überhaupt: Alle nerven! Am besten, er legt sich in den Wäschekorb. Warm ist es hier und kuschelig. Wenn es nur ein bisschen heller wäre, denkt er. Und plötzlich ist Licht in der Wäschekammer. Eigenartig, aber scheinbar muss Bibs sich nur etwas wünschen, und schon hat es sich erfüllt. In seiner Wut lässt er gleich mal die ganze Welt verschwinden ... Ein phantasievolles Bilderbuch von Hans Magnus Enzensberger und Rotraut Susanne Berner, dem Duo vom erfolgreichen „Zahlenteufel“.

      Bibs
      3,0
    • Fallobst

      Nur ein Notizbuch

      • 367 Seiten
      • 13 Lesestunden

      »Wie steht es um das Selbstbewusstsein der Finanzastrologen? Was verrät uns das Kauderwelsch der Tageszeitungen? Wieviel Wirklichkeit enthalten die Mythenmodelle zeitgenössischer Physik und Kosmologie? Zu welchem Ziel treibt die pathologische Mobilität der Zeitgenossen? Was verbirgt der allgegenwärtige Abkürzungswahn? Und welches X für ein U machen uns die Künste vor?« Dass seine Auskünfte zu diesen Fragen vom Baum absoluter Erkenntnis fallen, beansprucht der Autor so listig wie weise nicht. »Fallobst« nennt er sie, »das in verschiedenen großen und kleinen Körben aufgesammelt wurde«. Mit spitzer Zunge, unumwunden und streitbar konfrontiert uns Hans Magnus Enzensberger in einer abwechslungsreichen Folge von Beobachtungen, Notaten, Kurzessays, Erinnerungen, Dialogen, Gedichten und Glossen mit Zeitgeist und mainstream . Doch kommen auch Würdigungen nicht zu kurz: von vertrauten und geliebten Menschen, von Brüdern und Schwestern im Geiste. Die deutsche Sprache, deren Tiefsinn und Abgründen der Autor mit lexikalischen Feinbohrungen auf den Grund geht, erfährt ihr Recht. Und nicht zuletzt die Natur in ihren so wundersamen wie kapriziösen Erscheinungen.

      Fallobst
      3,0
    • Hans Magnus Enzensbergers kritische Essays über Medien, Poesie und Politik werden unter dem Titel "Einzelheiten I & II" hier in einem Band zusammengestellt. Der Büchner-Preisträger äußerte sich zu seinen Texten 1962 so: "Die kritische Position hat nicht Bewältigung oder Aggression im Sinn. Kritik, wie sie hier versucht wird, will ihre Gegenstände nicht abfertigen oder liquidieren, sondern dem zweiten Blick aussetzen: Revision, nicht Revolution ist ihre Absicht."

      Einzelheiten I & II
      3,7
    • Mittelmass und Wahn

      • 259 Seiten
      • 10 Lesestunden

      Die westdeutsche Gesellschaft wird als neuartig, banal und unergründlich beschrieben. Enzensberger hat ihre Evolution seit seinen „Einzelheiten“ (1961) mit vielfältigen Beobachtungen begleitet, ohne systematische Ansprüche zu erheben. Er nutzt unterschiedliche Mittel und Tonlagen, von theoretischen Reflexionen bis hin zu Sittengemälden, Reportagen und Medienanalysen. Die Themen sind breit gefächert und reichen vom Deutschunterricht über internationale Finanzinstitutionen bis hin zu Wasserrecht und Parteiinternas. Enzensberger führt Konzepte wie das Nullmedium und den sekundären Analphabeten ein und untersucht deren Brauchbarkeit. Besonders interessiert ihn die Ironie der Verhältnisse und die Geheimnisse des Mittelmaßes. Die „Gesammelten Zerstreuungen“ verbinden weniger eine Methode als eine Haltung; Enzensberger lässt sich weder von Freunden noch von Gegnern einschüchtern. Thematische Schwerpunkte umfassen Ignoranz, den Schutz der Jugend vor Poesie, Literatur als Institution, die Rolle der Pressefreiheit, sowie Anmerkungen zur Weltbank und dem Internationalen Währungsfonds. Weitere Aspekte sind Wasserrecht, Wahlkampfgespräche und die Leere im Zentrum des Terrors.

      Mittelmass und Wahn
      3,9
    • Überlebenskünstler

      99 literarische Vignetten aus dem 20. Jahrhundert

      • 366 Seiten
      • 13 Lesestunden

      Hans Magnus Enzensberger nähert sich in 99 pointierten, bewusst subjektiven Darstellungen den Lebensläufen und den speziellen Überlebensstrategien internationaler Schriftstellerinnen und Schriftsteller. Aber auch den objektiven Gründen dafür, dass ihnen ihr Überleben im 20. Jahrhundert, dem »Zeitalter der Wölfe«, gelungen ist. Das 20. Jahrhundert war eine Blütezeit von Schriftstellern, die Staatsterror und Säuberungen überlebt haben, mit all den moralischen und politischen Ambivalenzen, die das mit sich brachte. Hatten sie ihr Überleben ihrer Hellsicht, ihrer Intelligenz oder Schlauheit zu verdanken, ihrem Glauben an sich selbst, ihren Beziehungen oder ihrem taktischen Geschick? Waren es Glücksfälle, durch die sie dem Gefängnis, dem Lager und dem Tod entronnen sind, oder waren es Strategien, die von der Anbiederung bis zur Tarnung reichten? Wer das so klar unterscheiden könnte!

      Überlebenskünstler
      3,8
    • Hammerstein oder der Eigensinn

      Eine deutsche Geschichte

      • 378 Seiten
      • 14 Lesestunden

      Ein großes Werk über eine verhängnisvolle Periode der deutschen Geschichte und die herausragende Gestalt eines Mannes, dessen Biographie bislang nicht geschrieben wurde. Hans Magnus Enzensberger hat die Geschichte des Generals Kurt von Hammerstein aus allen erreichbaren Quellen recherchiert und entfaltet sie in der literarischen Biographie. Kurt von Hammerstein war Chef der Reichswehr, ein Grandseigneur und unerschütterlicher Gegner des Nationalsozialismus, der den Untergang seiner Klasse, des deutschen Militäradels, miterlebte. Seinen Abschied nahm er, nachdem Hitler 1933 seine Weltkriegspläne in einer Geheimrede offengelegt hatte. Auch die Lebensläufe seiner Frau und seiner sieben Kinder werden beleuchtet, gezeichnet von den Katastrophen des 20. Jahrhunderts, Verrat, Widerstand, Spionage und Sippenhaft. Zudem werden Personen betrachtet, die zu einem gefährlichen Doppelleben gezwungen waren, darunter der letzte Reichskanzler der Weimarer Republik und Agenten der KPD. Dies ist Enzensbergers dritte literarische Biographie, in der die Selbstbehauptung des Einzelnen gegenüber kollektiven und autoritären Zumutungen im Zentrum steht. Der Autor befragte Archive von Moskau bis Berlin, von München bis Toronto, wobei das Dokument nicht das letzte Wort behält. In diesem vielfältigen Werk verbindet sich Recherche mit der Freiheit des Autors, sich der historischen Wirklichkeit auch über Fiktionen zu nähern.

      Hammerstein oder der Eigensinn
      4,0
    • In diesem Schwarzbuch nimmt Enzensberger ein Thema ins Visier, das viele Künstlerkollegen scheuen, den Misserfolg:" Wenigen Erfahrungen verdanke ich so viel; ich behaupte sogar, dass mir meine Flops im Lauf der Zeit geradezu ans Herz gewachsen sind. Sie gewähren Einblick in die Produktionsbedingungen, Manieren und Usancen des Kulturbetriebs und helfen dem Ahnungslosen, die Fallstricke, Minenfelder und Selbstschussanlagen einzuschätzen, mit denen er auf diesem Terrain zu rechnen hat."Das demonstriert der Autor anhand von Geschichten und Einfällen, Exposés, Treatments, Szenen und Projekten aus fünfzig Jahren. Vieles von dem, was auf dem Weg zur Kinoleinwand, zur Theater-, Opern- und Operettenbühne, zum Magazin oder zur verlegerischen Unternehmung verworfen wurde oder versandet ist, sei's zu Recht oder zu Unrecht, passiert in diesem schwarzen Buch Revue. Wer oder was war schuld an den kleinen und grossen Niederlagen? Lag es am Geld, an der Justiz oder am eigenen Übermut? Aber das ist für Enzensberger nicht der springende Punkt. Jammern, sagt er, sei ungesund. Er amüsiert sich lieber und überlässt dem Publikum zu guter Letzt noch Ideen, aus denen sich jeder gratis und portofrei bedienen kann

      Meine Lieblings-Flops, gefolgt von einem Ideen-Magazin
      3,3
    • Der Zahlenteufel

      • 263 Seiten
      • 10 Lesestunden

      Robert hat das Träumen satt. Weil ihm die unheimlichsten Dinge im Traum passieren, beschließt er, es nicht mehr zu tun. Doch da hat er die Rechnung ohne den Zahlenteufel gemacht! Plötzlich ist er da, wirbelt mit seinem geheimnisvollen Stock herum und zaubert aus ihm ganze Zahlenfolgen. In zwölf Nächten erzählt er Robert von hopsenden Zahlen, wie man Rettiche zieht und daß es auch eingebildete Zahlen gibt. Wer bei so vielen Rechenaufgaben auf die Mathematik Lust bekommt, auf den wartet zum Ende jedes Kapitels eine kleine Denkaufgabe.›Der Zahlenteufel‹ wurde ausgezeichnet mit dem ›Luchs‹ und war eines der ›7 besten Bücher für junge Leser‹.

      Der Zahlenteufel
      4,0
    • Louisiana Story

      • 77 Seiten
      • 3 Lesestunden

      Wiederentdeckt: eine wilde Geschichte des jungen Hans Magnus Enzensberger. Zum 90. Geburtstag spektakulär illustriert. Grinsende Alligatoren, schweißglänzende Jazzkeller, dazwischen ein junger deutscher Intellektueller. So könnte Louisiana ausgesehen haben, als es der achtundzwanzigjährige Hans Magnus Enzensberger 1957 bereiste. Er verfasste eine Story, die Jahrzehnte vergessen war und nun, zu seinem 90. Geburtstag, von Hannes Binder pechschwarz illustriert wurde: Der Erzähler ist Anwalt. Einer auszuhändigenden Lebensversicherung wegen schlägt er sich durch das Rotlicht der Stadt New Orleans und durch die Mangrovensümpfe vor ihr. Eine Geschichte voll sorgsam recherchierter Details, schwelgend in Plüsch und Verfall. Und ebenso im Spiel mit einem Erzählen, wie man es von diesem Jungautor nie erwartet hätte.

      Louisiana Story
      3,0
    • Ein großes Thema in einem kleinen Text zu fangen: das ist eine Herausforderung, an der sich sportlicher Ehrgeiz entzünden kann. Oder auch ein Gewitter von Geistesblitzen. Michel de Montaigne hat es vor 500 Jahren vorgemacht: »Kein Buch zu schreiben, wo eine Seite hinreicht, und kein Kapitel, wo ein Wort eben die Dienste tut«. Nichts bieten als den reinen Essay! Abhandlungen, Fußnoten und Kommentare, kurz: die ganze gelehrte (und oft genug dumme) Gründlichkeit in der Ich-Form überlisten. Mit zwanzig Mini-Essays gibt Hans Magnus Enzensberger dieser kleinen schwierigen Form einen besonderen Dreh hin zur Mythoskopie des Alltäglichen«: Okkultes wie Geld und Unwahrscheinliches wie »Sechs Millionen Experten«: nichts weniger als »Unlösbare Probleme« und »Normale Wunder« erledigen sich hier im Fünf-Seiten-Takt. Wovon die Rede ist oder doch sein sollte, darüber verfügt dieses Panoptikum der lebenden Wachsfiguren und normalen Sensationen souverän. Die Einladung aber geht an alle: »Treten Sie ein, Sie werden es nicht bereuen.«

      Enzensbergers Panoptikum: zwanzig Zehn-Minuten-Essays
      3,5
    • Ach Europa!

      • 501 Seiten
      • 18 Lesestunden

      Fast ein halbes Jahrhundert nach der Katastrophe der europäischen Zivilisation ist der Kontinent nicht untergegangen. Welche Folgen hat die Rekonstruktion in Ost und West? Hans Magnus Enzensberger stellt diese Fragen in seinem neuen Werk, das sich nicht auf geschichtsphilosophische Reflexionen beschränkt. Der Untertitel verspricht „Wahrnehmungen aus sieben Ländern“, und Enzensberger nutzt die große Reportage als Medium. Diese Form, die von Autoren wie Georg Forster und Heinrich Heine geprägt wurde, ermöglicht es ihm, als Journalist in die tiefsten Winkel der untersuchten Gesellschaften einzutauchen. Bericht, Dialog und Essay verbinden sich zu einer unlöslichen Einheit. Enzensberger betont, dass „Sachkenntnis und Phantasie“ sich nicht ausschließen. Seine Recherchen offenbaren, dass die Irregularität und der Wirrwarr die Stärke Europas ausmachen. Die Einheit des Kontinents, verstanden als Projekt der Homogenisierung, erweist sich als Chimäre. Der Autor nähert sich dem Thema von der Peripherie, wobei die großen Länder wie Frankreich und die Bundesrepublik ausgespart bleiben. So entsteht ein Blick auf ein „Europa der Wünsche“, das noch Potenzial für die Zukunft birgt. Im Epilog entwirft Enzensberger eine ironische Utopie einer Halbinsel, die „von der Differenz lebt“. Ein spannendes Buch europäischer Abenteuer, meisterhaft von einem Dichter in der Rolle eines Reporters verfasst.

      Ach Europa!
      3,9
    • Rebus

      Gedichte

      • 120 Seiten
      • 5 Lesestunden

      Geburtstag am 11. November 2009 Keiner von uns ist der Richtige. Als ein riesiges Rebus, das es zu entziffern gilt, versteht der Dichter seine Umgebung. Wovon aber handelt dieses Rebus? Nicht gerade einfach zu sagen: De rebus quae geruntur umschrieben es die alten Lateiner in ihrer präzisen Sprache, auf gut deutsch: Es handelt von dem, was eben geschieht. Aber ein solches Rebus wäre nicht es selbst, wäre es eindeutig. Dire en rébus definiert ein französisches Wörterbuch des 19. Jahrhunderts die Anwendung von Wortspiel und Wortwitz. Und so nähern sich denn auch diese Gedichte mit den Mitteln der uneigentlichen und mehrbödigen Rede dem monströsen Bilderrätsel der 'Realität'. Mit den freundlichen, traurigen und bösen Gedichten von verteidigung der wölfe setzte Hans Magnus Enzensberger vor fünfzig Jahren eine entschiedene Zäsur in der bundesdeutschen Literatur. Wie damals schneiden seine Gedichte, so reflektiert wie unbedenklich, in den kalten Spiegel der Zeit, schonen weder Ich noch Du, sei es nun Feind oder Bruder. Ein Bilderbogen aus Wörtern und Worten mit einer gesalzenen Coda, einem ebenso grimmigen wie gutgelaunten Gruß an sie und euch alle: an die falschen Freunde und die richtigen Feinde. Ja, wir bemühen uns, wären gerne wir selber, und ziehen uns doch die Schuhe der andern an, und strampeln uns darin ab. Auch dieses Gedicht steht natürlich nur an der Stelle des richtigen, das noch auf sich warten läßt.

      Rebus
      3,5
    • Wer ist dieser rundliche Herr, der da fast ein Jahr lang jeden Nachmittag an derselben Stelle des Stadtparks erscheint und die Passanten in muntere Gespräche verwickelt? Ein Weiser, ein Sprücheklopfer, ein Clown, ein streitlustiger Philosoph? Viele schütteln den Kopf und gehen weiter, andere hören ihm zu, diskutieren mit ihm und finden sich immer wieder am selben Ort ein. Er selbst schreibt nichts auf, aber seine Hörer machen sich Notizen. Das kleine weiße Buch, das hier vorliegt und wie ein Taschenkalender aussieht, überliefert die Betrachtungen und Provokationen dieses sonderbaren Zeitgenossen, der genauso heißt wie der letzte Buchstabe des Alphabets. Mit subversiver Energie und wenigen Sätzen untergräbt Herr Zett Dünkel, Größenwahn und falsche Autorität. Den Institutionen vertraut er ungern, und für »alternativlos« hält er gar nichts. Aber nicht alles, was er sagt, mag man für bare Münze nehmen. Er räumt Irrtümer ein und mit Urteilen auf.

      Herrn Zetts Betrachtungen oder Brosamen, die er fallen liess, aufgelesen von seinen Zuhörern
      3,6
    • Die grosse Wanderung

      • 75 Seiten
      • 3 Lesestunden

      Völkerwanderung, Fremdenhaß: ein Jahrhundertthema. Enzensbergers Markierungen , die es an Deutlichkeit nicht fehlen lassen, werden allen willkommen sein, die es leid sind, das Problem aus der Froschperspektive der deutschen Innenpilitik zu betrachten. Es geht um eine Frage, die zu wichtig ist, daß man sie Politikern und Demagogen überlassen dürfte. Fremdenhaß und Migration hat es immer gegeben. Die Erfahrungen, die damit gemacht worden sind, werden aber mit Vorliebe verleugnet oder vergessen. Enzensbergers Sätze »fügen sich nicht ein ins Gemurmel der deutschen Betroffenheitskultur ... Den Matadoren des > Asylstreits< sei Enzensbergers Buch empfohlen. Es putzt die Brille. Und es ist ästhetische Medizin gegen den Identitäts- und Gesinnungskitsch, der die deutsche Debatte beherrscht.« (FAZ)

      Die grosse Wanderung
      3,7
    • Bartolome de Las Casas (1474-1566), der Bischof von Chiapas in Mexiko, lebte seit 1502 in den spanischen Kolonien Mittelamerikas und wurde Zeuge der Ausrottung der Indianer durch die Conquistadoren. Er veröffentlichte seinen Bericht 1552, die Dokumentation eines Völkermords von riesigen Ausmaßen, eine Sammlung von Greueln und Monstrositäten, über die die Diskussion nie zum Stillstand kam.

      Kurzgefaßter Bericht von der Verwüstung der Westindischen Länder
      3,8
    • Im Irrgarten der Intelligenz

      Ein Idiotenführer

      • 59 Seiten
      • 3 Lesestunden

      Intuitiv heftet man Freunden oder Kollegen schnell den semantischen Orden »hochintelligent« ans Revers, Intelligenz gilt neben Flexibilität und Teamfähigkeit als Kardinaltugend der Gegenwart. Wenn der subjektiv plausible Befund jedoch objektiviert werden soll, stößt man auf seltsame geometrische Figuren, Zahlenreihen und Listen mit Tieren, von denen eines angeblich nicht zu den anderen paßt. In seinem Essay setzt sich Hans Magnus Enzensberger mit der Geschichte und den Tücken der Verfahren auseinander, mit denen Psychologen seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts an der Vermessung der Intelligenz arbeiten. Er kommt zu dem Ergebnis: »Wir sind eben nicht intelligent genug, um zu wissen, was intelligent ist.«

      Im Irrgarten der Intelligenz
      3,6
    • Eine Experten-Revue in 89 Nummern

      Mit einem Dialog zwischen der Natur und einem Unzufriedenen:. Vom Dämon der Arbeitsteilung

      • 335 Seiten
      • 12 Lesestunden

      Die Natur hat den Menschen ziemlich stiefmütterlich behandelt. Andere Tiere sind kräftiger, können besser schwimmen und fliegen, vermehren sich weniger umständlich, brauchen nicht so lange, bis sie erwachsen sind. Wie kommt es dann, dass dieses schwache Wesen sich zum Herrscher über die Erde aufgeschwungen hat? Die Antwort hat, wenn man dem Autor glaubt, mit der Teilung der Arbeit zu tun. Jeder von uns, behauptet er, kann zwar durch diesen Trick etwas ganz besonders gut, aber keiner kann alles. Wenn aber jeder Mensch das Zeug zum Experten hat, fragt sich nur: Was ist seine Spezialität, worin ist er der Beste? Um das herauszufinden, muss man schon sehr genau hinsehen. Egal, ob wir es mit einem leidenschaftlichen Busfahrer zu tun haben, einem Kometenjäger, einem Spezialisten für Mausefallen oder Plastiktüten, einem Hochstapler oder Zahlentheoretiker – dem Dämon der Arbeitsteilung verdanken wir unseren vorläufigen Sieg auf diesem Planeten, unsere Verrücktheiten und unsere Niederlagen. In neunundachtzig gewöhnlichen und spektakulären Varianten entfaltet Enzensberger diesen Einfall der Natur, der unsere Defekte kompensiert und unser Überleben ermöglicht. Seine Beispiele reichen von der Antike bis in die Gegenwart, von der Erfindung der Spirale und des Alphabets bis zur Kunst, Kanaldeckel zu verschönern.

      Eine Experten-Revue in 89 Nummern
      2,3
    • Der Eifer, mit dem Schüler und Gotteskrieger, Familienväter und Selbstmordattentäter mit Schrotflinten und Bomben ihrem eigenen und dem Leben möglichst vieler anderer ein Ende machen, ist den meisten von uns rätselhaft. »Man muß nicht alles verstehen, aber ein Versuch kann nicht schaden«: Das ist das Motto dieses Essays, den Hans Magnus Enzensberger dem »radikalen Verlierer« widmet. Gibt es, jenseits aller Ideologie, Gemeinsamkeiten zwischen dem einsamen Amokläufer, der in einem deutschen Gymnasium um sich schießt, und den organisierten Tätern aus dem islamistischen Untergrund? Größenphantasie und Rachsucht, Männlichkeitswahn und Todeswunsch gehen auf der verzweifelten Suche nach einem Sündenbock – beim isolierten Täter wie im Kollektiv der Fanatiker – eine brisante Mischung ein, bis der radikale Verlierer explodiert und sich und andere für sein eigenes Versagen bestraft. Hans Magnus Enzensberger, geboren 1929 in Kaufbeuren, lebt in München. Im Suhrkamp Hauptprogramm erscheint Josefine und ich (Juni 2006) und im suhrkamp taschenbuch Gedichte. 1950–2005 (Dezember 2006).

      Schreckens Männer : Versuch über den radikalen Verlierer
      3,6
    • Lyrik kann ganz schön cool und umweltfreundlich sein!: Thalmayr holt uns ab beim Lyrik-Frust aus der Schulzeit. Dann führt er mit leichter Hand, mit Charme und Witz hinein in die Welt des Reimes und der Reimfolgen, des Versmasses, der Strophenformen von Sonett bis Ghasel, bis hin zum Lautgedicht oder zum Kalligramm. Und immer wieder demonstriert er am lebenden Objekt, den rot gedruckten Gedichtbeispielen, wie er das meint und was darunter zu verstehen sei. Ja, er geht gar soweit, uns zu eigenen Übungen zu verführen, um das Wesentliche deutlich zu machen. Das Buch liest sich leicht, vergnüglich, unversehens ist man mittendrin in der Lyrik, einer höchst aktuellen und verspielten Sprachkunstform. Informativ und lehrreich, empfiehlt sich das Buch auch für den Unterricht auf Sekundarstufe I oder II. Ab 14 Jahren, ausgezeichnet, Ruedi W. Schweizer.

      Lyrik nervt!
      2,9
    • Ein bißchen Deutsch Kurioses und Spitzfindiges, Überraschendes und Amüsantes aus der bunten Welt unserer Sprache Die Sprache ist die schönste und folgenreichste Erfindung des Menschen - und mit Logik oder Wissenschaft ist ihr nicht endgültig beizukommen, meint Andreas Thalmayr. Als Liebhaber und Connaisseur geht er den Rätseln und Eigenheiten unserer Sprache nach, fördert Überraschendes, Kurioses und Amüsantes zutage und spart auch nicht mit geistreichen Seitenhieben auf »Nullsätze« und »Gesprächskiller«.

      Heraus mit der Sprache : ein bißchen Deutsch für Deutsche, Österreicher, Schweizer und andere Aus- und Inländer
      2,5
    • Tumult

      • 286 Seiten
      • 11 Lesestunden

      Nach einem halben Jahrhundert der Abwesenheit erwartet man Überraschungen. Hans Magnus Enzensberger begibt sich auf dieses Abenteuer, angestoßen durch einen zufälligen Kellerfund, der ihn mit seiner Vergangenheit konfrontiert. 1963 reist er erstmals nach Russland und wird unerwartet Gast auf Chruschtschows Datscha in Gagra, was zu einem präzisen Porträt des Politikers und der sowjetischen „Tauwetter“-Politik führt. Drei Jahre später durchquert Enzensberger die UdSSR von Süden bis Sibirien, was den Beginn seiner komplexen Beziehung zu seiner zweiten, russischen Frau markiert. In den Jahren 1968/1969 erlebt der Dichter eine Phase politischen und privaten Tumults. Während des Vietnam-Kriegs folgt er einer Einladung an die Wesleyan University, aber die Revolution in Kuba zieht ihn bald zurück. Die Fraktionskämpfe der außerparlamentarischen Opposition in Berlin sind nicht weit entfernt, und der Dichter wird auch dort aktiv. Mit einem zeitlichen Abstand von 50 Jahren reflektiert der alte Enzensberger über den jungen, was in einem lebhaften Streitgespräch mündet. Ein abschließendes Kapitel mit dem Titel „Danach“ widmet sich dem Abschied von den politischen und privaten Obsessionen der 60er Jahre und gedenkt der Verlierer und der ihm Nahestehenden. Gewidmet ist das Werk den „Verschwundenen“.

      Tumult
      3,4
    • Wo warst du, Robert?

      • 300 Seiten
      • 11 Lesestunden

      Es war ein ganz gewöhnlicher Tag, als Robert verschwand, und das Sonderbarste an seinem Verschwinden war, daß niemand es bemerkt hat, nicht einmal seine Mutter. Robert sitzt vor dem Fernseher. Was ist bloß mit seinen Augen los? Er reibt sich und plötzlich findet er sich in einer Filmszene wieder, in einer fremden Zeit, an einem fremden Ort. Er ist im 1956 im sowjetischen Nowosibirsk. Das Abenteuer kann beginnen.

      Wo warst du, Robert?
      3,4
    • Der Untergang der Titanic

      Eine Komödie

      • 121 Seiten
      • 5 Lesestunden

      In dreiunddreißig Gesängen wird die Katastrophe dargestellt, mit allen Einzelheiten, mit der Mannschaft und den Passagieren, den Toten und den Überlebenden, der gesellschaftlichen Hierarchie des Schiffs, seinen Salongemälden, dem First-Class-Dinner, den Zeitangaben, Temperaturen und Geräuschen.

      Der Untergang der Titanic
      3,2
    • Josefine und ich

      Eine Erzählung

      • 147 Seiten
      • 6 Lesestunden

      Joachim, ein durchaus vernünftiger junger Mann von dreißig Jahren, gerät in die Fänge von Josefine, einer ziemlich herrschsüchtigen alten Dame mit glamouröser Vergangenheit und empörenden Ansichten. Sie schimpft auf alles, was anderen heilig ist, ob soziale Gerechtigkeit (»Ha! Die Gerechtigkeit!«), Kreativität (»eine unausstehliche Manie!«). Atheismus, herrschaftsfreier Diskurs, Kulturförderung, Fußball, Romane von Kafka – alles »Mummenschanz«. Joachim ist mehr als fasziniert: Dieses liebenswürdige Monster schafft es, sein Leben und Denken in Frage zu stellen. Doch was steckt hinter Josefines schillernden Erzählungen? Phantasiert sie? Wovon lebt sie, und welche Rolle spielt ihre greise Dienerin Fryda? Josefine und ich ist ein tragikomisches Meisterstück und die leichtfüßige Rückkehr des Erzählers Hans Magnus Enzensberger.

      Josefine und ich
      3,2
    • Europa ist derzeit in aller Munde. Mißtrauen herrscht gegen die fernen Institutionen in Brüssel. Was, fragen sich immer mehr Europäer, treiben unsere weithin unbekannten Vormünder hinter verspiegelten Fassaden, meist verschlossenen Türen und mit einer höchst fragwürdigen Legitimation? In einem Essay hat sich Hans Magnus Enzensberger der Aufgabe gestellt, zur Aufklärung über die Gebräuche und Spielregeln beizutragen, mit denen das Europa von ‚Brüssel’ uns zu regieren beansprucht: lakonisch und treffsicher, wohlinformiert und bissig, dabei um Gerechtigkeit bemüht, denn das Monster, dem er ins Auge blickt, ist nicht immer nur furchterregend, sondern auch sanft. Dennoch muß der Leser Nebenwirkungen in Kauf nehmen.

      Sanftes Monster Brüssel oder die Entmündigung Europas
      3,1