Das Gebot der Realitätsgerechtigkeit von Typisierungen im Steuerrecht
Analyse am Beispiel der Zinssatztypisierung im Steuerschuldverhältnis, § 238 Abs. 1 Satz 1 AO
- 464 Seiten
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In Zeiten niedriger Zinsen steht der in § 238 Absatz 1 Satz 1 AO typisierte Zinssatz von 0,5 Prozent pro Monat zunehmend in der Kritik. Die Arbeit untersucht die Realitätsgerechtigkeit dieser Typisierung und behandelt zentrale Fragen zur Bestimmung des Regelfalls und des Referenzzinssatzes sowie die Bedeutung der Effektivzinsbelastung. Der Autor analysiert, ob der Zinssatz im aktuellen Niedrigzinsumfeld noch als realitätsgerecht angesehen werden kann. Dabei wird auf die aktuelle Kritik in Rechtsprechung und Literatur eingegangen, und es werden neue Ansätze zur Berechnung der Effektivzinsbelastung sowie zur Bestimmung des Regelfalls und des Referenzzinssatzes vorgestellt. Die Struktur der Arbeit umfasst eine Einführung, gefolgt von zwei Hauptteilen: Der erste Teil behandelt die Realitätsgerechtigkeit im Steuerrecht, einschließlich der Herleitung des Gebots der Realitätsgerechtigkeit und der Rechtfertigung realitätsferner Typisierungen. Der zweite Teil widmet sich den Zinsen im Steuerschuldverhältnis und bietet einen Überblick über die relevanten Zinsvorschriften sowie eine detaillierte Analyse der Zinssatztypisierung in § 238 AO. Abschließend wird eine thesenhafte Zusammenfassung präsentiert, die die wesentlichen Erkenntnisse zusammenfasst.
