Wohnsitz und gewöhnlicher Aufenthalt als nationale Anknüpfungsmerkmale der Besteuerung
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Das Verständnis des inländischen Wohnsitzes als nationales Anknüpfungsmerkmal der Besteuerung ist ein kontroverses Thema, das bis heute nicht ausreichend geklärt ist. Es gibt eine Vielzahl von Einzelfallrechtsprechungen, die Zweifel an einer konsistenten Auslegung schüren. Angesichts der zentralen Bedeutung des steuerlichen Wohnsitzbegriffs untersucht die Arbeit, ob Gesetzgeber und (Finanz-)Gerichtsbarkeit den traditionellen Ursprung des steuerlichen Wohnsitzes anerkennen und das Erfordernis eines nationalen Anknüpfungsmerkmals zwischen Steuerhoheit und Steuersubjekt in Form eines genuine links ausreichend berücksichtigen oder ob sie fiskalisch orientiert handeln. Die Analyse zeigt, dass der vom Gesetzgeber geschaffenen konsistenten Basis eines qualifizierten Inlandsbezugs eine inkonsistente Umsetzung durch die (Finanz-)Gerichtsbarkeit gegenübersteht. Die Autorin argumentiert, dass dieses "Dilemma" nur durch ein zukünftiges, deutliches Bekenntnis der (Finanz-)Gerichtsbarkeit zum steuerlichen Wohnsitz als räumlicher und zeitlicher Schwerpunkt der Lebensinteressen gelöst werden kann. Die Arbeit behandelt allgemeine Strukturprinzipien der Besteuerung, völkerrechtliche und verfassungsrechtliche Grundsätze, Anknüpfungsmerkmale, die Umsetzung des genuine link-Erfordernisses durch den nationalen Gesetzgeber sowie eine kritische Analyse der Rechtsanwendung im Kontext des Ansässigkeitsbegriffs.
