Geschichten im digitalen Raum
Historisches Lernen in der "App in die Geschichte"
- 349 Seiten
- 13 Lesestunden
Im digitalen Zeitalter ist die Relevanz historischen Lernens im digitalen Raum unbestritten, jedoch stellt sich die Frage nach der Modellierung dieses Lernens. Alexandra Krebs entwickelt ein theoretisches Konzept und konkretisiert es in der digitalen Lernplattform "App in die Geschichte". Hier können Lernende in Kooperation mit Archiven und mithilfe digitaler Tools eigene Forschungsprojekte umsetzen. Zentrale Prinzipien sind Kontroversität, Multiperspektivität und Pluralität sowie Projekt- und Archivarbeit, die die Autorin mit den Möglichkeiten des digitalen Raums zu einem rekonstruktiven Lernprozess verbindet. Ein Beispiel ist das "Bethel-Modul" der Plattform, das aktuelle Debatten über Eugenik, "Euthanasie" und Zwangssterilisation während der NS-Zeit behandelt. Krebs untersucht in einem Mixed-Method Design und mithilfe qualitativer Inhaltsanalyse sowie Machine Learning Algorithmen verschiedene Nutzungstypen der App und historische Erzählformen. Diese Analysen bieten nicht nur Einblicke in die App-Nutzung, sondern auch in Lernprozesse im digitalen Raum, die Gestaltung zukünftiger Angebote und digitale Forschungsmethoden. Die Publikation wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet, darunter der Dissertationspreis der Universität Paderborn und der Promotionspreis für Kulturwissenschaften.
