Adolph von Wredes Reise in Hadramaut
- 388 Seiten
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Adolph Gustav von Wrede (1807-1863) war ein deutscher Arabienforscher, der heute ebenso unbekannt ist wie zu seiner Zeit. Er war der erste Europäer, der das Innere des Hadramaut im heutigen Jemen erkundete. In seinen Berichten erwähnte er eine Messschnur, die im Wüstensand versank, was Heinrich von Maltzan auf eine mögliche Petroleumquelle hinwies. Wrede lebte ein unstetes Leben; bereits mit sechzehn Jahren verließ er sein Elternhaus und lebte als Soldat und wenig erfolgreicher Händler in Kairo. Er nahm verschiedene untergeordnete Positionen in türkischen und ägyptischen Diensten an und bereiste den Orient, sein Leben war geprägt von Missgeschicken und materieller Not. Zeitgenossen schätzten seine Reiseschilderungen nicht, und Alexander von Humboldt bezeichnete sie als Aufschneiderei, obwohl sie einen wahrhaftigen Eindruck hinterließen. Sein Werk erschien erst nach seinem Tod, da eine geplante englische Ausgabe durch den Selbstmord des Übersetzers scheiterte. Das deutsche Manuskript wurde 1870 von Heinrich von Maltzan veröffentlicht. Wredes Route, dokumentiert in chronologischen Tagebucheinträgen, begann im britischen Hafen Aden und führte ihn als verkleideter ägyptischer Pilger Abd el Hud durch unerforschte Gebiete, wo er ausführlich über Land, Leute und klimatische Gegebenheiten berichtete.
