Jeder Versuch, ins Schloß zu gelangen, mißlingt; so bleibt es nah und fern zugleich; seine Hierarchie fordert Gehorsam, aber die Weisungen bleiben dunkel und unverständlich. ”Dieses Dorf ist Besitz des Schlosses, wer hier wohnt oder übernachtet, wohnt oder übernachtet gewissermaßen im Schloß. Niemand darf das ohne gräfliche Erlaubnis.“ ”Alles, was über dieses Buch gesagt werden kann, ist nur tastendes Nebenher. Man muß es selbst nachlesen, Zeile für Zeile, wie hier aus einem oft lieblichen Zusammensein von Ironie und Pietät die drohende Strenge des letzten Gerichts auftaucht.“ Hans Sahl
Bernard Lortholary Bücher





»Wunderbare Detektoren zur Erkundung des Verborgenen« hat Friedhelm Kemp diese »Erzählungen« genannt, die Kafka selbst zumeist nur als »Stücke«, »Stückchen«, bestenfalls als »Geschichten« bezeichnet hat. Die hier vorliegende Ausgabe folgt diesem Muster denn auch im Titel; im Gegensatz zu den früheren Editionen wird die kurze Prosa jedoch nach den vermutlichen Entstehungsdaten, nicht wie bisher nach bereits zu Lebzeiten und nach aus dem Nachlaß veröffentlichten »Erzählungen«, geordnet. Textgrundlage ist die Kritische Ausgabe der Werke von Franz Kafka, die, soweit sie erhalten sind, den Handschriften und, wo dies nicht möglich ist, den jeweils letzten autorisierten Fassungen des Drucks folgt, ohne editorisch in sie einzugreifen.
Normalerweise gehen Kontrabässe unter im Orchester, es gibt keine Soloparts, höchstens Duos. Im Leben des Musikers ist der Kontrabaß Geliebte, Freund, Feind und Verhinderer des eigenbestimmten Weges. Soziale Analyse, Slapstick und Milieukomik und ein fest gespannter Bogen, der monologisch und entschlossen den Schwingungen des menschlichen Zusammenspiel(en)s nachstreicht.
Als 15jähriger verliebt sich Michael in eine ältere Frau. Es entwickelt sich eine heimliche Liebesbeziehung bis Hannah eines Tages verschwindet. Jahre später sieht er sie als Angeklagte in einem Naziverbrecher-Prozess wieder