Philippe Claudel ist ein französischer Schriftsteller, dessen Werke in die Tiefen der menschlichen Psyche eintauchen und komplexe ethische Fragen untersuchen. Sein Schreiben zeichnet sich durch eine suggestive Atmosphäre und scharfe psychologische Einblicke aus, die den Leser in unverwechselbare Welten entführen. Claudels einzigartiger Stil vermittelt starke Emotionen und zum Nachdenken anregende Ideen. Sein literarischer Ausdruck ist eine meisterhafte Darstellung der menschlichen Erfahrung.
A l'occasion de la disparition du dernier Poilu et de la commémoration du 90e anniversaire de la fin de la Première Guerre mondiale, le dessinateur Philippe Delestre et le romancier Philippe Claudel unissent leurs talents pour évoquer avec tendresse le destin de ces combattants français ou allemands, victimes innocentes d'un conflit qui a provoqué - au cours d'un face à face de quatre années - la mort de plus de six millions d'hommes.
In Momentaufnahmen erinnert sich der französische Schriftsteller Philippe Claudel an seine elfjährige Lehrertätigkeit im Untersuchungsgefängnis von Nancy, Lothringen. Text um Text dringt man tiefer ein in die „Parallelwelt" Gefängnis, die aber doch auf bizarren Kanälen mit der Wirklichkeit „draußen" kommuniziert. Auf die Ausgrenzung seitens der Gesellschaft antworten die Ausgegrenzten mit den hilflosen oder aggressiven Zuckungen einer verkümmernden Vorstellungskraft. Das Gefängnis wird zum Zerrbild der Gesellschaft, bildet eine irreale Realität. Claudel klagt keineswegs an, sein Blick ist fast der des Ethnologen, der aber Mitgefühl zeigt. Er bewertet weder die schaurigen Verbrechen der „Häftlinge", noch liefert er psychologische Deutungen. In scharfen Beobachtungen bildet er die mentalen Scheidewände ab, die sich letztlich in Gefängnismauern konkretisieren. Zugleich unterstreicht er Gesten der Menschlichkeit bei Gefangenen wie bei Wärtern. Lakonische Protokolle einer Fremdheit mitten in unserer Gesellschaft. Blinder Fleck, den wir vielleicht durch diese Texte wahrzunehmen lernen.
Meneer Linh hört die Stimme des dicken Mannes, die ihm so vertraut ist, auch wenn er Dinge sagt, die er nicht versteht. Die Stimme seines Freundes ist tief und heiser. Sie klingt wie ein Bach, der von den Bergen in das Tal fließt, lacht, gelegentlich stöhnt und laut spricht. Meneer Linh flieht aus seinem vom Krieg verwüsteten Land, auf der Suche nach einer besseren Zukunft für seine Enkelin. Seine Mitbewohner im Asylbewerberheim verspotten seine liebevolle Aufmerksamkeit für das kleine Mädchen. Meneer Linh fühlt sich in dem fremden Land nicht zu Hause, bis er eines Tages meneer Bark trifft, der von seiner kürzlich verstorbenen Frau spricht. Meneer Linh versteht ihn nicht, aber er hört zu, mit seinem kleinen Mädchen auf dem Schoß. Die beiden trauernden Männer finden Trost in der Gesellschaft des anderen und entwickeln eine innige Freundschaft, die alle Sprachbarrieren überwindet. Doch eines Tages werden meneer Linh und seine Enkelin plötzlich in eine geschlossene Einrichtung verlegt. Wie soll er seinen Freund jetzt wiederfinden? Mit Lebensgefahr unternimmt er einen Fluchtversuch, der in einer dramatischen Auflösung endet.
Kinder und Narren sprechen die Wahrheit ... Kinder haben einen ganz besonderen Blick auf die Welt. Ihre Geschichten sind frech und anrührend zugleich, phantasievoll erzählt und doch immer wahr. Für uns Erwachsene, die wir durch den Tag hetzen, sind sie ein wahres Geschenk. Philippe Claudel hat ein wunderbares Buch geschrieben: für die Kleinen und für die Großen. Poetisch, humorvoll und ein wenig melancholisch. «Moderne Märchen voller Menschlichkeit.» (Le Figaro)
«Ich heiße Brodeck, und ich kann nichts dafür. Das möchte ich betonen. Jeder soll es wissen.» So beginnt dieser eindringliche Roman über ein dunkles Geheimnis, von dem Brodeck berichten soll. Ein Roman, der die Frage, ob Vergessen heilsam ist, ob Erinnern krank macht und Erzählen ein Heilmittel sein kann, noch einmal neu stellt. «Brodecks Bericht ist ein ernster, mächtiger und unvergesslicher Roman.» LIVRES HEBDO «Mit Brodecks Bericht legt der Autor von Die grauen Seelen seinen stärksten Roman vor. Und den aufwühlendsten.» L’EST RÉPUBLICAIN
Ein bedeutender literarischer Autor Frankreichs erinnert sich an seine glückliche Jugend in 63 Düften. Dieses charmante Geschenkbuch ist eine Hommage an das ländliche Frankreich. Philippe Claudel erzählt seine Lebensgeschichte, die in Dombasle-sur-Meurthe, einem Dorf am Fuße der Vogesen, verwurzelt ist. Der Duft von Akazien weckt Erinnerungen an Frühlingsfahrten mit dem Fahrrad zu Freunden. Er genießt die Gerüche, wenn seine Großmutter einen mit Knoblauch gewürzten Hasenbraten zubereitet, und begleitet sie zum Waschplatz, wo er ins seifige Wasser springt. Onkel Dédés Pullover riecht nach Gauloises. Eine besondere Verbindung hat er zu seinem Vater, mit dem er an den Flüssen Meurthe und Digue angelt. Im Januar durchdringt der Duft von Schnaps aus einer abgelegenen Hütte die Luft, während im Frühjahr die Doldenblütler betören. Im Sommer fährt Philippe mit dem Fahrrad an den frisch gemähten Feldern zur Bäckerei, um Baguette zu kaufen. Nach einem Gewitter liegt der erdige Duft von Regen in der Luft. „Ich radele mit geschlossenen Augen und berausche mich am Duft der Blüten und der fiebrigen Freude, die der Frühling jedes Jahr mit sich bringt. Die Tage werden endlos sein, genau wie unser Leben.“
„Wie Philippe Claudel die Seelen entblößt, hat mir den Atem genommen.“ (Petra Hammesfahr) Ein Dorf im Osten Frankreichs, Winter 1917. Die Front ist nah, doch alles geht seinen gewohnten Gang. Bis eines Tages die zehnjährige Tochter des Gastwirtes ermordet wird. Der Gendarm versucht, Licht in das Dunkel zu bringen. Doch erst viele Jahre später gelingt es ihm, die Geschichte zu erzählen, zusammen mit allen anderen Geschichten, die untrennbar mit ihr verbunden sind. „Dunkel, geheimnisvoll, atemberaubend, spannend, dabei von bestechender sprachlicher Eleganz.“ (Elke Heidenreich in „Lesen“)
Ein kleines Meisterwerk des Bestsellerautors von „Die grauen Seelen“ Ein Mann schreibt an seine Tochter. Es ist ein Abschiedsbrief. Seine Frau ist bei der Geburt des Kindes gestorben, seitdem hat das Leben jeden Sinn für ihn verloren. Doch während des Schreibens begreift er, dass er weiterleben muss – für seine Tochter.
Der Erzähler, ein fünfzigjähriger Filmemacher, erhält die Nachricht von der Krebserkrankung seines besten Freundes Eugène, der mit Lebensfreude und unkonventionellem Lebensstil beeindruckt. Eugène, ein lebenslustiger Filmproduzent mit fünf Kindern von fünf Frauen, betrachtet Bücher als etwas, das zirkulieren sollte. Trotz seiner positiven Einstellung wird bald klar, dass sein Krebs ernst ist. Der Abschied von Eugène führt den Erzähler dazu, über die wesentlichen Fragen des Lebens nachzudenken. Er befindet sich an einem Wendepunkt: Die nostalgische Trennung von seiner Ex-Frau Florence, die sich einen stabilen Partner wünscht, und die aufregende Begegnung mit der jungen Anthropologin Elena, deren Küsse nach Orangen schmecken. Zwischen diesen beiden außergewöhnlichen Frauen und den Erinnerungen an geliebte Gesichter entfaltet sich eine berührende Geschichte, die das Spannungsfeld zwischen Vergangenheit und Gegenwart beleuchtet. Am Ende steht das Versprechen des Lebens, das durch unerwartete Begegnungen und die Reflexion über Freundschaft und Verlust gestärkt wird.
„Dann starb Flore. Die Landschaft öffnete sich Massakern.“ Philippe Claudel erzählt in „Flore“ die Krisis, die der Tod der Geliebten auslöst. Der Rückzug in eine fremde belgische Kleinstadt - und die trunkene Verzweiflung dort - jedoch bergen Spuren einer Bewältigung. Claudel spannt den Bogen eines Trauerjahres, seine Sprache verschlägt den Atem, seine Klage rührt an den Nukleus des Humanen. Philippe Claudels Roman „Flore“ ist die Erzähl-Premiere des 1962 geborenen, hoch prämierten Bestseller-Autors (Prix Renaudot). Die Erzählung erscheint als deutsche Erstausgabe in der Übersetzung von Michaela Heinz.
Der Ermittler soll in einem großen Unternehmen aufklären, warum sich auffallend viele Angestellte dort das Leben genommen haben. Doch von Anfang an läuft es nicht gut mit seiner Untersuchung. Viel zu spät trifft er im Unternehmen ein und wird vom Pförtner nicht mehr vorgelassen. In Regen und Schnee kämpft er sich durch menschenleere Straßen und findet schließlich nur ein dubioses kleines Hotel. Im Unternehmen stößt er in den Gesprächen mit Mitarbeitern nur auf Angst und Gehorsam. Nichts lässt sich klären, in der Sache kommt er keinen Schritt voran. Zunehmend empfindet er seine Arbeit als Qual. Der Ermittler weiß nicht, wem er trauen kann. Es fällt ihm immer schwerer, Vorkommnisse einzuordnen. Er, der mit festen Grundsätzen und einem eindeutigen Auftrag ankam, zweifelt immer mehr an sich selbst. Ein verstörender Roman über die Heimatlosigkeit der Menschen in der modernen Arbeitswelt.
Do horské vesnice krátce po válce přijde záhadný cizinec – a místním se nelíbí, že odhaluje jejich černé svědomí. Když je nato zavražděn, pověří úřady jednoho z místních, Brodecka, navrátilce z koncentračního tábora, aby celou věc vyšetřil. Takový je v nejvyšší stručnosti a největším zjednodušení námět světově proslulého románu Philippa Claudela. Jeden z nejlepších a nejsvéráznějších francouzských komiksových tvůrců Manu Larcenet opatřil tuto předlohu stejně strhující výtvarnou podobou. Limitovaná edice s odlišnou variantou obálky s otevřeným hřbetem na plátnu (švýcarská vazba), jednotlivé kusy číslovány v dolním rohu, jak na boxu, tak na samotné knize.
Dans son sommeil, une jolie veuve assiste au saccage d'une église par deux fringants marquis. Ce rêve grandiose d'impiété lui procure une extase sans précédent. Elle met tout en œuvre pour revivre sa jouissance onirique. Un beau matin, on la retrouve poignardée dans sa bibliothèque, un étrange sourire de statue d'église sur les lèvres... Le jeune Colin le Bihot est un voleur. Il s'apprête à tuer puis à détrousser un marchand ventripotent quand, sous les traits de l'homme débonnaire, il découvre la Mort : à Colin de s'amender s'il veut garder la vie sauve... Parcours d'un criminel devenu un commerçant prospère et qui finira assassiné par le bandit de grand chemin qu'il était... Le recueil propose quatre nouvelles, autant de récits teintés de fantastique, dont les rouages minutieusement agencés suscitent le vertige du lecteur.
Za originálny štýl a presvedčivo vyznievajúci príbeh si autor odniesol Prix du Roman France Télévision 2000. Claudel je držiteľom viacerých cien a jednako mu nechýba profesionálna skromnosť a ľudskosť. Skutočnosť, že o jeho dielo pretrváva záujem aj za hranicami Francúzska, ho prekvapuje, teší a hlboko dojíma, dokonca to považuje za malý zázrak, nepochybne si teda zaslúži, aby sa s ním oboznámila aj slovenská čitateľská verejnosť. Príbeh evokuje akoby už dospelého hrdinu zo Salingerovho románu Kto chytá v žite.
Dans "Le Rature", un père se souvient de ses journées de pêche avec son fils, partagé entre nostalgie et espoir. Le récit évoque leur lien à travers des gestes simples et une connexion profonde avec la mer. Le père se demande si son fils, devenu pêcheur, reviendra un jour.
Femme : Les enfants ! Comme si tu les connaissais ! Tu t'en es préoccupé de tes enfants ? - Homme : J'ai toujours eu leurs photos sur mon bureau ! - Femme : Et c'est en les regardant en photo que tu les as élevés peut-être ? C'est toi qui les as torchés ? Tu t'es réveillé la nuit lorsqu'ils étaient malades ? Tu les as consolés quand ils pleuraient ? Tu les as emmenés au zoo, au cirque, au jardin d'enfants, au Luxembourg pousser des bateaux, faire du poney ? - Homme : Chaque année je faisais le père Noël ! - Femme : Tu l'as fait deux fois ! Et en plus tellement mal qu'ils t'ont reconnu tout de suite ! Et les anniversaires ? Tu étais là pour les anniversaires avec les copines et copains qui dévastaient systématiquement l'appartement, se gavaient de bonbons et vomissaient ensuite leurs chamallows dans tous les coins ? C'est toi qui t'es fait engueuler par les instituteurs, les professeurs, les principaux, les proviseurs ?
Viens donc Jules, disait au bout d'un moment un buveur raisonnable, ne réveille pas les morts, ils ont bien trop de choses à faire, sers-nous donc une tournée... Et Grand-père quittait son piédestal, un peu tremblant, emporté sans doute par le souvenir de cette femme qu'il avait si peu connue, si peu étreinte, et dont la photographie jaunissait au-dessus d'un globe de verre enfermant une natte de cheveux tressés qui avaient été les siens et quelques pétales de roses à demi tombés en poussière. Il saisissait une bouteille, prenait son vieux torchon à carreaux écossais et, lent comme une peine jamais surmontée, allait remplir les verres des clients.
De dood van zijn moeder voert een jonge dertiger terug naar zijn door verval bedreigde Noord-Franse geboorteplaats, die hij, puber nog, kwaad heeft verlaten, omdat zijn moeder hem zou hebben voorgelogen over de identiteit van zijn vader.
Vingt histoires, à dévorer, à murmurer, à partager. Vingt manières de rire et de s'émouvoir. Vingt prétextes pour penser à ce que l'on oublie et pour voir ce que l'on cache. Vingt chemins pour aller du plus léger au plus sérieux, du plus grave au plus doux. Vingt façons de se souvenir de ce qu'on a été et de rêver à ce que l'on sera. Vingt regards pour saisir le monde, dans sa lumière et dans ses ombres. Vingt raisons de rester des enfants ou de le redevenir. Vingt sourires. Vingt bonheurs. Vingt battements de cœur.