Winter isn’t coming!Schafsfell statt Umhang, Kuhglocken statt Rüstung – der Kurent war schon ein europäischer Superheld, bevor die Figur des Superhelden erfunden wurde. Ein mythisches Wesen, das mit schauriger Maske und zotteligem Fell in vielen Regionen Europas zur Karnevalszeit auftaucht. Aleš Šteger erweckt es zum Leben und konfrontiert es mit den Problemen unserer Zeit.Seit jeher vertreibt der Kurent den Winter, damit es Frühling werden kann. Doch dann bleibt auf einmal der Winter aus, und es legt sich Dürre über das Land. Als die Menschen kaum noch wissen, wie es ist, in einer Welt mit Jahreszeiten zu leben und wer der Kurent war, kehrt er zurück, um den Winter zu befreien. Er entdeckt, dass der habgierige Fabrikant Heller mit seiner Eisfabrik für den unaufhörlichen Sommer verantwortlich ist.Ein Buch, das virtuos und spannungsvoll vom Einfluss des Menschen auf die Umwelt und den Folgen der Erderwärmung erzählt.
Aleš Šteger Bücher







»Nicht für jedes Ding gibt es ein Wort«, vermeldet das Große Wörterbuch der slowenischen Sprache. Aleš Šteger, als Reisender in vielen Sprachen und Ländern zu Hause, Autor mehrerer Gedichtbände und einer Reiseprosa über Peru und César Vallejo, stellt diese Einsicht seinem neuen Lyrikband als Motto voran. Doch es fehlt nicht nur an Worten. Wie seine streng gebauten, leichtfüßigen Texte, 50 Gedichte, zeigen, haben wir schon das Selbstverständliche nie richtig kennengelernt: Büroklammer, Seife, Zahnstocher (»dieser kleine Robespierre im Maul des Polyphem «), Regenschirm, Hut und Fußmatte. In Štegers Gedichten werden sie aufgerufen und treten uns, dem Allgemeinbegriff entschlüpft, entgegen; sie stellen Fragen, die zu groß sind für so kleine Dinge. Unklare, sich verwandelnde Seinsformen wie Ei, Wurst und Schokolade machen stutzig. Das Brot offenbart seinen sadomasochistischen Charakter: »Ja, ja, es liebt dich, deshalb nimmt es jetzt dein Messer in sich auf. / Es weiß, daß sich all seine Wunden in deiner Hand verkrümeln. « – Nicht zur Benennung der Dinge fehlen uns die Worte, sondern für die Antworten, die wir ihnen schuldig sind.
»Dies ist ein Buch aus Protokollen, ein Buch geschrieben in besonderen Bewusstseinszuständen.« Die Gedichte der »Atemprotokolle« sind Zeugnis einer Reise ins Innere, auf die sich Aleš Šteger im Sommer 2018 begab. Ohne die Absicht, etwas Literarisches zu schreiben, entstehen dabei innerhalb von drei Tagen und Nächten Gedichte, die um das Sein und das Vergehen kreisen und der Frage nachgehen, warum letzten Endes alles zerfällt in den Prozessen des Alltäglichen und Oberflächlichen. Die Gedichte erzählen kleine, intime Geschichten oder stellen drängende Fragen unserer Zeit, in der Hoffnung, dass sie uns in unserer Verletzlichkeit berühren. Du siehst einer Ameise zu, die eine tote Ameise trägt. Erst zusammen sind sie das, was du Leben nennst. Du bist lebendig nur insoweit du schon tot bist. Doch kein lebendiger Toter. Ein mit Totem belebter. Mit all dem, was du warst. Mit all dem, wovor du flohst. Reine Reglosigkeit der Bewegung. Eine tote Ameise, die eine Lebende bewegt.
Neverend
Roman
Ein hochpoetischer und gesellschaftskritischer Roman, der zeigt, was mit uns allen passieren könnte – wenn es nicht schon längst passiert. Es herrschen angespannte Zeiten: Die EU befindet sich mit dem Rest der Welt in Handelskriegen, in den Regalen der Supermärkte gibt es keine Bananen mehr. In Slowenien stehen Wahlen vor der Tür, und in Ljubljana treffen Proteste auf Gegenproteste, extremistische Parteien befinden sich im Aufwind. Inmitten dieses Chaos durchlebt eine junge Schriftstellerin ihre ganz eigene Krise, Liebe und Finanzen liegen im Argen. Um Letzterem Abhilfe zu schaffen, nimmt sie einen Honorarauftrag an, Creative Writing Workshops in einem Gefängnis durchzuführen. Während drei Gefangene ihr immer wieder neue Erzählungen liefern, die alle vom Krieg handeln, beginnt sie, einen historischen Roman zu schreiben, der von der Freundschaft zwischen Antonio Scopoli und Carl von Linné erzählt, von Scopolis Reise durch das kriegsverwüstete Europa des 18. Jahrhunderts und von dem Ort, an dem die erste Banane auf europäischem Boden gezüchtet wurde.
Zur Karnevalszeit im Jahr 2012 ist das slowenische Maribor Kulturhauptstadt Europas. Lokalpolitiker und Selbstdarsteller versuchen Profit daraus zu schlagen, jede erdenkliche Kunstform wird vermarktet. In den Medienrummel mischen sich der aus Maribor stammende Dramaturg Adam Bely und die kubanisch-österreichische Journalistin Rosa Portero. Das seltsame Paar verfolgt jedoch eine geheime Mission. Die beiden sind einer bösartigen Verschwörung auf der Spur und wollen deren dreizehn Anhänger entmachten. Dabei begegnen sie einer Vielzahl von Maribors wichtigsten Bürgern, allesamt verstrickt in ein Netz aus Korruption und Lügen. In der Tradition von Bulgakow, Gogol und Kafka lässt Aleš Šteger die Kräfte des Guten und des Bösen aufeinander prallen, seziert in seinem grandiosen literarischen Thriller die verrottete Gesellschaft des schönen Scheins. Sein Debütroman voller schräger Gestalten und mit einem sich grotesk steigernden Plot entpuppt sich als Reise in das Herz der Finsternis Europas.
Ales Steger dokumentiert die Welt durch die Begegnung mit Zufallsfragmenten in seiner Logbuch-Trilogie. Über zwölf Jahre bereist er zwölf Orte, nutzt jeweils zwölf Stunden zum Schreiben und hält Eindrücke und Momentaufnahmen fest. Diese lebendigen Orte erzählen oft unvorhersehbare Geschichten und hinterlassen sowohl schöne als auch bewegende Erinnerungen. Die drei Bände beleuchten eindrucksvoll gesellschaftliche, politische und historische Entwicklungen und versuchen, literarisch mit der Unmittelbarkeit des Lebens zu arbeiten. Steger schildert seine Erlebnisse in klarer, bildreicher und poetischer Sprache, setzt die Gegenwart in den Kontext geschichtlicher Ereignisse und geht dabei über die touristischen Pfade hinaus. Im ersten Band erlebt er den prophezeiten Weltuntergang in Ljubljana, besucht Minamis ma nahe Fukushima und wird Zeuge einer Demonstration in Mexiko-Stadt. In Belgrad trifft er syrische Flüchtlinge. Das zweite Logbuch beginnt in Shanghai, thematisiert die Überwachung durch Künstliche Intelligenz und beleuchtet die Gulag-Vergangenheit auf den Solowezki-Inseln. In Bautzen reflektiert er über den Rechtsruck in der Gesellschaft, bevor die Reise in Kochi endet. Der dritte Teil "Aufgehen" schließt das Projekt ab. Steger wandert in Santiago de Compostela auf den Spuren der Covid-Pilger, berichtet von kolonialen Ereignissen in Feuerland und lernt in Somaliland Überlebende eines vergessenen Völkermords kennen. Seine R
Gebrauchsanweisung für Slowenien
Insider-Wissen vom bekanntesten Autor Sloweniens über das ideale Reiseziel für Familien, Outdoor-Fans und Slow Travel
Slowenien: nah, grün und vielseitig! Noch ist Slowenien ein Geheimtipp, wird aber als Reiseland immer angesagter. Es besteht zu sechzig Prozent aus Wäldern und ist so grün wie kaum ein anderes Land – und es setzt auf nachhaltigen Tourismus. Slowenien verbindet unterschiedlichste, touristisch reizvolle Regionen mit kurzen Distanzen: traumhafte Seen und Meer, Julische Alpen, Karawanken und Karstgebirge. Auch die Küche ist reich an Einflüssen; auf den Speisekarten treffen Wiener Brösel auf den Fleischspieß vom Balkan, Bärenkeulen auf vegetarische Buchweizentaschen. Aleš Šteger, der bekannteste slowenische Autor seiner Generation, bereist per Zug, wandernd und mit dem Fahrrad seine Heimat. Mit dem Blick des Insiders zeigt er uns, wo Slowenien am schönsten ist, und macht Lust, gleich hinzureisen.Er erkundet die pulsiernde Hauptstadt Ljubljana, den Charme der Seen und Thermalbäder, der Dörfer und Täler im Hinterland. Pointiert und mit feiner Ironie stellt er seine Landsleute vor, deren Selbstverständnis zwischen vitalem Nationalstolz und sympathischer Bescheidenheit oszilliert. Und die ihrer Leidenschaft für Wassersport und Open-Air-Events, Musik- und Literaturfestivals frönen. »Jedes seiner Bücher ist ein Ereignis für sich.« Durs Grünbein über Aleš Šteger
Logbuch der Gegenwart
Aufgehen
Das Lachen der Götter
Erzählungen
In Aleš Štegers Erzählungen hallen antike griechische Mythen durch moderne Schicksale. Prometheus wird hier zum Bergarbeiter, der einen verlassenen Tunnel aushebt und Ungeheuerliches ans Licht bringt. Auch die Geschichten von Narziss, Orpheus, Medusa und Ikarus erhalten zeitgenössische Züge. Barisha aus Istanbul entführt ihre minderjährige Tochter, um sie vor ihrem ehemaligen Partner zu retten, der sie bereits als Braut verkauft hat. Ihr Ziel ist es, der Tochter ein besseres Leben zu ermöglichen – eine moderne Entführungsgeschichte in Europa. Die alten Griechen erkannten, dass das Schicksal des Menschen vorbestimmt und unausweichlich ist. Sind die Götter nur ein verzerrtes Abbild unserer Schwächen oder sind wir Menschen blasse Abbilder von ihnen? Wenn die Götter uns verfolgen und mit uns spielen, uns flüstern und schließlich allein lassen, was erkennen wir in ihren Gesichtern? In Momenten größter Freude oder Trauer deuten wir ihre Mimik: Ist es ein gnädiges Lächeln, nachsichtiges Lachen, offener Spott oder ein grausames Krächzen? Oder ist es das traurige Schweigen, das als die grausamste Form des göttlichen Lachens erscheint? Aleš Šteger erzählt eindringlich von Leidenschaften, Sehnsüchten, Wünschen und Traumata.
