Ein aufregendes, aufrichtiges Buch der Untreue Mit scharfer Beobachtungsgabe zeigt Richard Ford Momentaufnahmen von Affären verheirateter Männer und Frauen, die wenig heldenhaft sind, dafür aber umso menschlicher auf ihrer Suche nach dem Glück. Gefühle sind eben widersprüchlich. Anwälte, Polizisten, Immobilienmakler, sie alle scheitern grandios an ihren Versprechungen. Und eine Steuerberaterin geht sogar so weit, ihren Geliebten mit ihrem Ehemann zu konfrontieren, nur um eine Entscheidung über ihre Beziehung zu erzwingen. Was ihr Geliebter nicht weiß: Der Ehemann ist in Wahrheit ein Schauspieler.
Richard Ford Bücher
Richard Ford ist ein gefeierter amerikanischer Romanautor und Kurzgeschichtenschreiber, dessen Werk tief in die Komplexität des modernen amerikanischen Lebens und der Identität eintaucht. Oft verglichen mit literarischen Größen wie Faulkner und Hemingway, werden Fords Erzählungen für ihre tiefen psychologischen Einblicke und authentische Darstellung menschlicher Erfahrungen gefeiert. Er fängt meisterhaft das Innenleben seiner Charaktere ein und erforscht ihre Kämpfe und ihre Suche nach Sinn in der heutigen Welt. Seine unverwechselbare Stimme und seine eindringlichen Beobachtungen lassen seine Geschichten bei Lesern, die nach nachdenklicher und eindringlicher Literatur suchen, Anklang finden.







Rock Springs
- 294 Seiten
- 11 Lesestunden
Männer, die gerade aus dem Gefängnis entlassen sind oder ihre Strafe antreten müssen, Frauen, die ihre Familien verlassen, Kinder und Heranwachsende, die das Zerbrechen der Ehen ihrer Eltern erleben - das sind die Gestalten in Richard Fords Rock Springs . Es sind Menschen, die versuchen, die Scherben ihres Lebens zusammenzukitten, einen Rest von Sinn und Sicherheit zu finden, immer am Rande des Verbrechens, der Heimatlosigkeit, und am schlimmsten, der Einsamkeit. In Fords Geschichten, gibt es stets ein Geschehen, eine Spannung, die aus der Handlung entsteht. In »Optimisten« ist es ein Mord, in »Winterbeute« geht es um einen Fischzug in der Dunkelheit, in anderen Erzählungen um Fälschung und Betrug, um Unehrlichkeit und Untreue - immer aber versuchen die Gestalten, den brutalen Zufällen ihres Lebens und den eigenen Unzulänglichkeiten zu entkommen und die Sicherheit zu finden, die sich im letzten Augenblick doch wieder als Illusion erweist.
Lawrence, genannt Larry, lebt mit seinem Vater in einem Farmhaus irgendwo in Montana. An einem nebelverhangenen Tag hält ein rosa Cadillac vor ihrer Tür: Doris, die Schwester von Larrys Mutter, holt ihren Neffen zu einer langen Reise ab, und zusammen fahren sie durch die verschneite Landschaft über die Rocky Mountains Richtung Seattle, wo Larrys Mutter wohnt. In der Eisenbahnerstadt Shelby geraten sie in einer Kneipe unvermittelt in eine Schießerei, bei der ein flüchtiger Bekannter von ihnen ums Leben kommt. Dieses absurde und zugleich tragische Ereignis kennzeichnet Larrys Welt, die geprägt ist vom Zerfall seiner Familie und dem willkürlichen Chaos, das andere in seinem Leben hinterlassen.
Der Frauenheld und Erzähler Martin Austin, ein Mann aus den Vororten Chicagos, Handlungsreisender und in seiner Freizeit Trainer eines Little-League-Baseballteams, ein ganz gewöhnlicher Amerikaner also, mit Ehefrau und Eigenheim, kinderlos, verliebt sich während einer Geschäftsreise in eine Pariserin „von eigenartiger Schönheit“. Mit ihr erhofft er sich eine romantische Affäre. Aber der sonst so selbstsichere, glatte Austin verliert sich bloß in einer blutleeren Romanze und schlittert - ohne es zu merken - auf direktem Weg in die Katastrophe. „Der Frauenheld“ ist eine brillant erzählte Novelle in der besten Tradition von Henry James: Ein Amerikaner in Paris, der nicht der Liebe, sondern einem krassen Fall von Selbsttäuschung erliegt.
Mit siebzehn verliebt sich Edna Akin aus Arkansas in Parker Ford, einen Jungen vom Land mit den durchscheinend hellblauen Ford-Augen. Sie heiraten und beginnen ein Nomadenleben in den Südstaaten der USA – Parker arbeitet als Handlungsreisender. Die 30er Jahre ziehen vorbei wie ein langes Wochenende, ungezählte Meilen, Cocktails, Hotelzimmer: New Orleans, Texarcana, Memphis. Die Geborgenheit, die es in ihrer Welt, dem Amerika der frühen Ford-Romane, nicht gibt, finden sie beieinander. Dann kommt ein einziges spätes Kind zur Welt – und alles ändert sich. „Zwischen ihnen“ ist Richard Fords intimstes Buch: ein literarisches Memoir über seine Eltern und ein atmosphärisches Porträt des Lebens in den USA Mitte des 20. Jahrhunderts.
Richard Fords Frank Bascombe ist zurück. Lässiger und berührender hat noch niemand seinen Frieden mit dem Schicksal gemacht. „Ein großes Buch. Sarkastisch, unsentimental, voller Liebe.“ (Christian Brückner) Richard Fords berühmteste Figur, Frank Bascombe, ist zurück. Und nun, mit 74, wird seine unangefochtene Meisterschaft, auf lässige Weise den Frieden mit sich und dem Leben zu machen, noch einmal extrem gefordert. Sein Sohn Paul, 47, ist krank, ihm bleibt nicht viel Zeit. Eng waren beide nie, doch jetzt verbindet sie die Bereitschaft, sich mit ungelenker Liebe auf das Kommende einzulassen, und ihr Blick für die Komik des Abseitigen. Für ein letztes Abenteuer mieten sie ein Wohnmobil, einmal von Minnesota bis zum Mount Rushmore – der Weg ist das Ziel. Ford, der große Chronist des modernen Amerika, schickt seine Helden auf eine Odyssee durch die scheinbar banalen Attraktionen im Herzen des Landes und zeigt uns mit jeder kleinen Provinzhölle eine neue Facette des amerikanischen Lebens, das wir so gut zu kennen glauben.
Unabhängigkeitstag
Roman
Große amerikanische Gegenwartsliteratur Der vierundvierzigjährige Frank Bascombe ist kein Unbekannter: Wir kennen ihn bereits aus dem Roman ›Der Sportreporter‹, in dem er sympathisch, wortreich und um Orientierung ringend über sein Schicksal räsoniert. Nach dem Tod seines Sohnes scheiterte seine Ehe, die Liebesverhältnisse, durch die er schlittert, sind kompliziert, das Verhältnis zu seiner Exfrau verfahren, der Kontakt zu seinen übrigen Kindern sporadisch. Der 4. Juli 1988, das ist der Tag, an dem Frank Bascombe alles richtig machen will: seine Freundin besuchen, sich um seinen Sohn kümmern – aber es kommt alles anders. ›Unabhängigkeitstag‹ ist ein gewaltiges literarisches Werk, ein Meilenstein der Gegenwartsprosa, ein Roman, in dem das Leben eines Mannes und das Land Amerika, die gesellschaftspolitische Lage des Landes, ungemein plastisch eingefangen sind.
Frank Bascombe hat viel erreicht und könnte entspannt dem Ruhestand entgegensehen. Doch eine Ehekrise und eine Krebsdiagnose bringen sein Leben durcheinander. In diesem reichhaltigen, nachdenklichen und grotesk komischen Roman von Richard Ford wird Frank, der Protagonist aus „Der Sportreporter“ und „Unabhängigkeitstag“, erneut beleuchtet. Mit 55 Jahren lebt er in einer schönen Strandvilla mit seiner zweiten Frau Sally und freut sich auf einen ruhigeren Lebensabschnitt, den er als „Permanenzphase“ bezeichnet. Diese Idylle wird jedoch gestört, als Sallys tot geglaubter erster Ehemann zurückkehrt und sie sich von Frank trennt, um die Situation zu klären. Kurz darauf erhält Frank die Diagnose Prostatakrebs. Während Thanksgiving, das amerikanische Familienfest, näher rückt, wird ihm bewusst, wie instabil sein Leben wirklich ist. Im Jahr 2000, geprägt von politischen Turbulenzen, reflektiert Frank über sein Leben an der Küste von New Jersey. Mit scharfen Details und großem Humor denkt er über Loslassen, Verlust, Lebensleistungen und Vergänglichkeit nach. Trotz der erdbebenartigen Veränderungen, die sein Leben erschüttern, hat Frank noch Pläne für die Zukunft.
Verdammtes Glück
- 320 Seiten
- 12 Lesestunden
Der 30-jährige Quinn war in Vietnam und hofft, dass ihm nach schrecklichen Erlebnissen endlich das große Glück begegnet. Aber wie findet man das Glück in Oaxaca, Mexiko, einer Stadt, in der man zu Boxkämpfen geht wie anderswo ins Kino und wo Soldaten, Dealer, also Verlierer, zu Hause sind?
Charley Matthews und die krebskranke Helen Carmichael reisen zu Weihnachten von Ohio nach Paris. Als Matthews Kontakt aufnimmt zu einer früheren Geliebten, verschlechtert sich Helens Zustand. Mit unerbittlicher Präzision beschreibt Richard Ford eine Reise, die in einer Katastrophe gipfelt.



