Jubilieren. Über religiöse Rede
- 247 Seiten
- 9 Lesestunden
Bruno Latour war ein einflussreicher Philosoph und Anthropologe, dessen Werk die komplexen Beziehungen zwischen Menschen und der Welt um sie herum erforschte. Sein interdisziplinärer Ansatz verband Soziologie, Anthropologie und Wissenschaftsstudien und stellte traditionelle Dichotomien wie Natur versus Kultur in Frage. Latour untersuchte unermüdlich, wie unsere modernen Überzeugungen und sozialen Strukturen durch materielle und immaterielle Entitäten geformt werden, die wir oft für selbstverständlich halten. Seine Schriften laden dazu ein, neu zu überdenken, wie wir die Welt wahrnehmen und mit ihr interagieren.







Die Taliban haben die monumentalen Buddhastatuen von Bamijian aus ihren Felsnischen gesprengt. Wie kommt es, daß Bilder solche Leidenschaften auslösen und daß Generationen von Bilderstürmern von Haß und Fanatismus begleitet waren? Auf der anderen Seite des Bilderverbots gibt es die Bilderverehrung, die Faszination durch Bilder und ihre massenhafte Verbreitung, so daß sich die Bilder in ihrer Flut gegenseitig erschlagen.
Ein Memorandum | Wie gelingt politisches Handeln in Zeiten des Klimawandels?
Die katastrophalen Folgen unseres Handelns für die Natur sind inzwischen bekannt. Doch die Emissionen steigen weiter. Gegen das Mantra vom wirtschaftlichen Wachstum wirken die Kassandrarufe junger Aktivist:innen oft ohnmächtig. Und während sich im Namen von Freiheit und Gleichheit einst Massen mobilisieren ließen, führt der Klimaschutz zu neuen Spaltungen. Man denke nur an die Gelbwestenproteste in Frankreich. Für Bruno Latour und Nikolaj Schultz ist klar: So wie einst die Arbeiterklasse den sozialen Fortschritt erkämpfte, bedarf es heute einer ökologischen Klasse, um den Klimawandel aufzuhalten. Wo Bewegungen wie Fridays For Future und lokale Organisationen oft getrennt agieren, plädieren die Soziologen für eine Politik, die den Schutz unserer Lebensgrundlagen ins Zentrum gemeinsamer Anstrengungen stellt. Die Geschichte der Menschen, hieß es bei Marx und Engels, sei die Geschichte von Klassenkämpfen. Kommt es nicht zur Entstehung einer ökologischen Klasse, so Latour und Schultz, wird die Menschheit keine Zukunft haben.
„Glaubst du an die Wirklichkeit?“ Diese Frage eines Kollegen verwunderte Bruno Latour. In diesem Buch liefert er seine detaillierte Antwort. Anhand verschiedener Fallstudien - eine bodenkundliche Expedition im Regenwald des Amazonas, die französische Atomforschung kurz vor der Okkupation, die Entdeckung des Milchsäureferments durch Pasteur - nimmt Latour die vieldiskutierte Frage auf, ob die im Labor gewonnen Tatsachen „konstruiert“ oder „wirklich“ sind. Doch bereits diese Frage soll vor allem eine polemische Form des wissenschaftlichen „Objekts“ begründen und ist Teil der gegenwärtigen „Science Wars“, die er bis in die Antike verfolgt. Bei aller Instrumentalisierung der Wissenschaften zum Zweck der Bevormundung, ist Latour dennoch kein Wissenschaftsgegner, sondern für die Forschung in ihrem offenen Experimentieren.
»Man muß die Gesellschaft verändern!« – Diese Parole aus alter Zeit ist nach wie vor aktuell, denn die heutige Gesellschaft ist voller Härte und Zumutungen. Um diese Veränderung zu ermöglichen, sollte man aber vielleicht erst einmal versuchen, den Begriff »Gesellschaft« zu verändern und den Riß zwischen der Praxis der Soziologie, der Theorie der Politik und des Glaubens an die Idee der Gesellschaft zu schließen. Um einen Ausweg aus dieser Krise zu finden, sollte – so die provokative These dieses Buchs – diese Spannung bis zum äußersten ausgereizt werden. Bruno Latour, der die etablierten Grenzen zwischen Wissenschaft, Kultur, Technik und Natur eingerissen hat, unterscheidet zwei unterschiedliche Konzepte von Gesellschaft. Das eine betrachtet »Gesellschaft« als eine unveränderliche abstrakte Entität, die ihren Schatten auf andere Bereiche wirft: auf die Wirtschaft, das Recht, die Wissenschaft etc. Für das andere ist »Gesellschaft« notwendig instabil: eine unerwartete Verbindung von ganz unterschiedlichen Akteuren, die die Gewißheit, einer gemeinsamen Welt anzugehören, in Frage stellen. Die Analyse dieser Verbindung ist nach Bruno Latour Aufgabe der Soziologie.
Am Beginn der modernen Naturwissenschaft steht die strikte Trennung von Natur und Gesellschaft, von „natürlichen“ und „gesellschaftlichen“ Instanzen. Bruno Latour optiert in seinem Klassiker der modernen Soziologie dafür, sich diese Trennung etwas genauer anzusehen. Seine These lautet: Je strikter und gründlicher diese Trennung in der Moderne vollzogen wurde, um so besser konnten sich zwischen den getrennten Bereichen „Quasiobjekte“ ausbreiten, die sowohl natürlich als auch gesellschaftlich determiniert sind. Diese hybriden „Quasiobjekte“, welche die Moderne ausgeblendet hat, gilt es anzuerkennen. Nur dann nämlich kann das zweifelhaft gewordene Credo der Moderne, daß ökonomische Rationalität, wissenschaftliche Wahrheit und Technik bereits Garanten eines sinnvollen Fortschritts sind, verabschiedet werden, ohne gleich in den Katzenjammer der Postmoderne zu verfallen.
Eine Anthropologie der Modernen
Vor zwanzig Jahren hatte der französische Soziologe Bruno Latour konstatiert »Wir sind nie modern gewesen« und sich an einer »symmetrischen Anthropologie« jenseits der Trennung von Natur und Kultur versucht. Existenzweisen schreibt dieses faszinierende Projekt mit einer »Anthropologie der Modernen« fort und spürt den verschiedenen Existenzweisen von Wissenschaft, Technologie, Recht, Religion, Wirtschaft und Politik in der modernen Welt nach. Ein großes Panorama der Modi moderner Existenz. Latour setzt für dieses Projekt bei der globalen Verflechtung aller Lebensbereiche an, die heute nicht zuletzt am Problem des Klimawandels sichtbar wird. Zugleich zeigt sich aber an diesem Problem auch, dass es verschiedene Handlungssphären gibt – Wissenschaft, Politik, Ökonomie –, die jeweils eigene Existenzweisen besitzen. Dennoch sind diese verschiedenen Existenzmodi nicht unabhängig voneinander, sondern durchdringen sich und kreieren gemeinsam Probleme, die es in der Folge auch gemeinsam zu lösen gilt. Es bedarf daher einer neuen Form der »Diplomatie«, die zwischen den einzelnen Existenzweisen vermittelt.
Die moderne Wissenschaft hat tiefgreifend unser Verständnis der Natur geprägt. In den letzten drei Jahrhunderten bildete diese Idee der Natur den Hintergrund all unseres Tuns. Aufgrund der ökologischen Folgen des menschlichen Handelns tritt die Natur jedoch heute aus dem Hintergrund auf die Bühne, wie Bruno Latour in seinem faszinierenden Buch zeigt. Die Luft, die Meere, die Gletscher, das Klima, die Böden, alles interagiert mit uns. Wir haben die Epoche der Geohistorie betreten, das Zeitalter des Anthropozäns – mit dem Risiko eines Krieges aller gegen alle. Die alte Natur verschwindet und weicht einem Wesen, das schwierig zu bestimmen ist. Es ist alles andere als stabil und besteht aus einer Reihe von Feedbackschleifen in ständiger Bewegung. Gaia ist sein Name. Latour argumentiert, dass die komplexe und mehrdeutige Gaia-Hypothese, wie sie von James Lovelock entwickelt wurde, ein idealer Weg ist, um die ethischen, politischen, theologischen und wissenschaftlichen Aspekte des nunmehr veralteten Begriffs der Natur zu entwirren. Er legt den Grundstein für eine zukünftige Zusammenarbeit zwischen Wissenschaftlern, Theologen, Aktivisten und Künstlern, während wir beginnen, mit dem neuen Klimaregime zu leben.
Der Wissenschaftsforscher Bruno Latour wendet sich gegen eine um sich greifende antiaufklärerische Haltung der Kritik, der Geisteswissenschaften, die unappetitliche Verwandtschaften hervorbringt. Wie erklärt es sich, dass unter Intellektuellen weithin unhinterfragt Verschwörungstheorien – etwa bezüglich des 11. September – als Wahrheiten ins Feld geführt werden? Bruno Latour macht in einem lange gepflegten, exzessiven Misstrauen in unverrückbare Tatsachen, die allzu leichtfertig als ideologische Vorurteile ausgegeben werden, eine Hauptgefahr für diese beunruhigende (da selbstentmachtende) Bewegung aus. Generiert womöglich die Kritik selbst diese Effekte, hat sie ihre eigenen »kritischen« Werkzeuge nicht mehr im Griff? Ist Kritik ganz und gar zahnlos geworden? Latour fordert, das eigene Rüstzeug einer kritischen Betrachtung zu unterziehen – und, wenn nötig, komplett auszuwechseln: »Ist es etwa zuviel verlangt, von unser aller intellektuellen Existenz zu fordern, wenigstens einmal im Jahrhundert ein paar neue kritische Werkzeuge bereitzustellen? Ist es nicht äußerst demütigend, mitanzusehen, daß Militärs wendiger, wachsamer, innovativer sind als wir?«
Nach Bruno Latour kann es auf die Frage »Was tun?« nur eine Antwort geben: »Politische Ökologie!« Diese Antwort läßt allerdings in unserem alltäglichen Verständnis von Ökologie und in dem traditionellen Begriffsgefüge von polis, logos und physis keinen Stein auf dem anderen. Latour geht es nicht mehr einfach darum, die Idee der Natur in die Politik einzubringen. Vielmehr muß Ökologie als politische Philosophie der Natur begriffen werden und sich dem Risiko der Metaphysik stellen. Nur wenn sie erkennt, daß Natur keinen besonderen Bereich der Realität darstellt, sondern daß sie von bestimmten Konzeptionen der Wissenschaft abhängt, kann sie wirksam erneuert werden: als politische Epistemologie. Sie wird die Wissenschaft durch Wissenschaften ersetzen müssen und sie wird diese auf der Grundlage der vergleichenden Anthropologie neu begreifen: als Sozialisation nichtmenschlicher Wesen.
Eine Serie politischer Unwetter hat die Welt durcheinandergebracht. Die Instrumente, mit denen wir uns früher orientierten, funktionieren nicht mehr. Verstanden wir Politik lange als einen Zeitstrahl, der von einer lokalen Vergangenheit in eine globale Zukunft führen würde, realisieren wir nun, dass der Globus für unsere Globalisierungspläne zu klein ist. Der Weg in eine behütetere Vergangenheit erweist sich ebenfalls als Fiktion. Wir hängen in der Luft, der jähe Absturz droht. In dieser brisanten Situation gilt es zuallererst, wieder festen Boden unter den Füßen zu gewinnen und sich dann neu zu orientieren. Bruno Latour unternimmt den Versuch, die Landschaft des Politischen neu zu vermessen und unsere politischen Leidenschaften auf neue Gegenstände auszurichten. Jenseits überkommener Unterscheidungen wie links und rechts, fortschrittlich und reaktionär plädiert er für eine radikal materialistische Politik, die nicht nur den Produktionsprozess einbezieht, sondern auch die ökologischen Bedingungen unserer Existenz.
Lektionen aus dem Lockdown
Als im März 2020 wegen des Corona-Virus Ausgangsbeschränkungen verhängt wurden, fanden sich viele Menschen wie verwandelt. Sie saßen zwischen ihren wohlbekannten Wänden und fragten sich: Was ist mit mir, was ist mit uns geschehen? Die wechselseitige Abhängigkeit von anderen wurde ihnen ebenso bewusst wie die von einer Umwelt, die längst keine natürliche mehr ist. In Bruno Latours Essay steht Kafkas Figur Gregor Samsa allegorisch für unsere Situation im Angesicht von Pandemie und Klimawandel. Wir sind auf dem Erdboden der Tatsachen gelandet und haben realisiert, dass es kein Zurück in die alte, von grenzenloser Mobilität und Ressourcenraubbau geprägte Normalität geben kann. Stattdessen müssen wir uns neu in jener hauchdünnen Kritischen Zone verorten, die Leben auf dem Planeten Erde ermöglicht.
You are about to enter a new genre of scientific fables, which aim to reveal the complexities of understanding animal behavior. Is it acceptable to urinate in front of animals? What does it signify when a monkey throws feces? This book presents twenty-six questions that challenge our assumptions about animal behavior and cognition. Through an engaging abecedarium of chapters, Vinciane Despret explores remarkable and often humorous interactions between animals and humans—researchers, farmers, zookeepers, and handlers. Do animals possess a sense of humor? The stories illustrate that animals often delight in perplexing even the most knowledgeable experts, prompting them to develop new hypotheses that reveal animals' intelligence. These accounts encourage readers to engage with both ethology and philosophy, blending serious scholarship with humor that appeals to all. With a foreword by renowned philosopher Bruno Latour, this work is essential not only for specialists but also for general readers, including dog owners, who will gain a fresh perspective on their canine companions.
Illuminating conversations with one of France's most respected--and controversial--philosophers
Describes Pasteur's roles in improving health practices in France and identifies the other forces that helped implement his ideas about health care.
From weaker to stronger rhetoric : literature - Laboratories - From weak points to strongholds : machines - Insiders out - From short to longer networks : tribunals of reason - Centres of calculation.
A scientist friend asked Bruno Latour point-blank: “Do you believe in reality?” Taken aback by this strange query, Latour offers his meticulous response in Pandora’s Hope. It is a remarkable argument for understanding the reality of science in practical terms.In this book, Latour, identified by Richard Rorty as the new “bête noire of the science worshipers,” gives us his most philosophically informed book since Science in Action. Through case studies of scientists in the Amazon analyzing soil and in Pasteur’s lab studying the fermentation of lactic acid, he shows us the myriad steps by which events in the material world are transformed into items of scientific knowledge. Through many examples in the world of technology, we see how the material and human worlds come together and are reciprocally transformed in this process.Why, Latour asks, did the idea of an independent reality, free of human interaction, emerge in the first place? His answer to this question, harking back to the debates between Might and Right narrated by Plato, points to the real stakes in the so-called science wars: the perplexed submission of ordinary people before the warring forces of claimants to the ultimate truth.
Building on his earlier book We Have Never Been Modern, Bruno Latour develops his argument about the Modern fetishization of facts, or the creation of factishes.
In a series of televised interviews in spring 2022, Bruno Latour explained, in clear and straightforward terms, how humans have changed the planet and why environmental disasters are an intrinsic part of modern life. We have now come to realize that all life depends on a thin skin of our planet that is only few kilometres thick - what scientists call the 'critical zone'. Our capacity to continue to live on a planet we are transforming is now at risk and if we wish to survive as a species, we must put an end to the mechanisms of destruction, rethink our connection to living beings and face head-on the confrontation between the extractivists who are exploiting the Earth's resources and the ecologists. This poignant reflection on the greatest challenge of our time is also an opportunity for Latour to explain the underlying thread that guided his work throughout his career, from his pathbreaking research on the social construction of scientific knowledge to his last writings on the Anthropocene.
In this book Bruno Latour calls upon Christians to join the struggle to avert a climate catastrophe. First and foremost, Christians need to overcome their lack of interest in ‘earthly things’ and pay attention to the Earth at a time when it is being neglected. He also urges Christians to renew their understanding of their faith in the context of the new image of the world that has emerged from Earth system science – that of a world in which the myriad of beings that inhabit the world are interdependent and living in close proximity on a slender, fragile membrane on the surface of the planet. This new image of the world cannot fail to have an impact on the sciences, on politics and on religion, just as, in earlier centuries, the cosmology of Copernicus and Galileo upset the old order. Latour sees the ecological crisis, and the cosmological mutation that it entails, as an opportunity to convey anew, to the largest possible audience, the tradition of Christianity as it has never been appreciated before, by bringing to bear the lessons of eschatology on the great crisis that looms before us all.
Presents laboratory science in a deliberately skeptical way: as an anthropological approach to the culture of the scientist. This book provides an important link between the sociology of modern sciences and laboratory studies in the history of science.
Focusing on the intersection of technology and architecture, this volume explores the implications of computational images in modern architectural thought and practice. By rigorously examining the technical foundations and concepts of architecture, it offers a philosophical perspective on the discipline in the context of imaging. Rather than presenting a theory of architectural images, it provides a concise reflection on how these elements influence contemporary architectural discourse and design.
Under what conditions could ecology organize politics around a cohesive agenda and set of beliefs? Can it define the political horizon like liberalism, socialism, and conservatism have? This text presents seventy-six talking points by Bruno Latour and Nikolaj Schultz, exploring how the ecological movement can achieve ideological consistency and autonomy. They argue that political ecology must acknowledge and embrace social conflict, offering a narrative that effectively represents its goals. It must recognize the divisions it creates and provide a clear mapping of these conflicts to define a common horizon for collective action. To articulate and address these conflicts, the authors suggest reinterpreting traditional concepts of 'class' and 'class struggle' in light of ecological concerns within our New Climate Regime. They propose the idea of a new ecological class, united by shared interests in combating destructive production practices and preserving the planet's habitability. The authors challenge us to consider how this self-aware ecological class can emerge and take meaningful action to shape our collective future.
Rozhovory shrnuté pod názvem Vyjasňování spolu vedli Michel Serres (1930–2019) a Bruno Latour (1947–2022) na začátku 90. let. O generaci mladší Latour se v nich staršího filosofa s respektem dotazuje na pozadí jeho díla i života a zároveň se neústupně dožaduje vyjasnění jeho rozsáhlého a složitého myšlenkového světa. Vznikl tak napínavý dialog, který od počátečního kroužení kolem východisek Serresova myšlení a jeho vztahu k epistemologii a dobovým filosofickým proudům dochází k pronikavému pohledu na současný svět, dotýká se otázky zla a morálky a dodnes neztrácí svou živost a aktuálnost. Michel Serres představuje zvláštní postavu francouzského myšlení, která stála stranou ústředních tendencí a diskuzí. Rozhovor poprvé vyšel v roce 1992, poté co Michel Serres vydal dvě ze svých ústředních knih – Přirozenou smlouvu (1990) a Poučeného třetího (1991). V první z nich se objevným způsobem věnuje ekologické problematice a v mnohém předznamenává pozdější ekologické myšlení, ve druhé zdůrazňuje důležitost všestranného vzdělání, které neopomíjí exaktní ani humanitní obory a staví na jejich propojení. Dílo Bruna Latoura v mnohém navazuje na tyto Serresovy podněty.
Za jakých podmínek by mohla ekologie organizovat celkovou politiku a stát se více než jen okrajovým protestním hnutím? Může se postavit vedle liberalismu, socialismu, neoliberalismu a vzrůstajících neliberálních či neofašistických stran? Bruno Latour a Nikolaj Schultz ve svém textu, složeném ze sedmdesáti šesti bodů, argumentují, že environmentální hnutí musí získat ideologickou konzistenci a autonomii tím, že nabídne politický narativ, který uznává a efektivně představuje jeho projekt v kontextu sociálního konfliktu. Politická ekologie se musí smířit s nevyhnutelným rozdělením a poskytnout přesvědčivou kartografii konfliktů, které vytváří, aby definovala společný horizont kolektivního jednání. Latour a Schultz navrhují znovu použít termíny „třída“ a „třídní boj“, přičemž jim dávají nový význam v souladu s ekologickými zájmy současného klimatického režimu. Prosazují myšlenku nové ekologické třídy, která se sjednocuje na základě kolektivních zájmů v boji proti produktivismu a za ochranu obyvatelných podmínek planety. Kladou otázku, jak může vzniknout hrdá a sebevědomá ekologická třída, která podnikne účinné kroky k utváření naší společné budoucnosti?
Bruno Latour hat ein weiteres Hauptwerk geschrieben. Frank Kelleter, Frankfurter Allgemeine Zeitung 14.02.2013
Żyjemy na cienkiej warstwie patyny, nazywanej strefą krytyczną, która pokrywa Ziemię. Zamiast oddalać się od niej, powinniśmy osiedlić się na tej pokrywie, aby zachować warunki do życia. Bruno Latour określa tę pokrywę jako Gaję, nawiązując do hipotezy Lovelocka oraz starożytnego mitu o bogini matce. W serii wywiadów, przeprowadzonych w jego paryskim mieszkaniu, Latour wyrażał prostotę, radość i moc, które pojawiają się, gdy życie, szczególnie umysłowe, wchodzi w fazę kondensacji. Uspokojenie towarzyszyło mu w obliczu ograniczonego czasu; immanencja splatała się z poczuciem nieuchronności i koniecznością podsumowania wszystkiego. Latour dbał o klarowność, czerpał przyjemność z rozmowy i sztuki obrazowania. W obliczu nadchodzącego końca wszystko stawało się jasne. Bruno Latour zmarł 9 października 2022 roku w wieku siedemdziesięciu pięciu lat. Był jednym z najwybitniejszych francuskich intelektualistów swojego pokolenia, a jego prace były zarówno sławne, jak i niezrozumiane.
Kniha zachycuje myšlení autora v jeho výzkumném záběru od studií vědy a technologií přes analýzu povahy reprezentace v umění a náboženství po nejsoučasnější texty zabývající se globálním oteplováním či vědou a politikou v období antropocénu, kdy se lidstvo stává klíčovým geologickým činitelem na Zemi. Je to právě i tento široký záběr, který činí Bruno Latoura jednou z klíčových postav současných společenských věd a inspirátora uměleckých projektů.