„Wann würde man aufhören zu kämpfen, sich zu zerfleischen, und anfangen, einander Gutes tun zu wollen?“ – Irène Némirovskys Psychogramm einer Ehe Mit „Zu zweit“, Irène Némirovskys großem Roman über die Anatomie einer Ehe, wird die deutschsprachige Edition ihrer Werke abgeschlossen. Wie in „Suite française“ zeigt sich die Autorin auf der Höhe ihres schriftstellerischen Könnens. Mit scharfem Blick und emotionaler Klarsicht untersucht sie den schwierigen Übergang einer rauschhaften Liebe in erfüllten Ehealltag und erforscht die Bande, die zwei Menschen über die Jahre zusammenhalten.
Laura Frausin Guarino Bücher






Mitten aus einer Tischrunde im Pariser ›Grand Véfour‹ fällt ein Mann ins Koma und erwacht wieder in der Klinik von Bicêtre. Seine Umgebung hält ihn für besinnungslos. Er selber weiß es besser. Hört die Gespräche am Bett, erinnert sich seines Lebens – der Erfolge als mächtiger Verleger, der Misserfolge und Untergänge als Mensch.
Der Rechtsanwalt Hector Loursat lebt in einer französischen Kleinstadt wie ein Bär in seiner Höhle, seit ihm seine Frau vor 18 Jahren davongelaufen ist: Wein schlürfend, Bücher verschlingend und ohne Beziehung zu seiner Tochter. Als eines Nachts in dem großen alten Haus Schüsse knallen, kommt Loursat dann doch hervor … und findet in einer unbenutzten Mansarde einen Verletzten, der vor seinen Augen stirbt. Wer ist der Mörder? Und was quält seine Tochter, die der Vater fast genauso wenig kennt wie den Toten? Scham, Mitleid und ein uneingestandenes Bedürfnis nach Liebe bringen Loursat ins Leben zurück und dazu, den jungen Mann zu verteidigen, den seine Tochter liebt.
Eine Frau, besessen von der Gier geliebt zu werden und der Illusion ewiger Jugend nachjagend, opfert sogar ihre eigene Tochter. In Paris 1935 steht die elegante Gladys Eysenach vor Gericht, beschuldigt, ihren 20-jährigen Liebhaber ermordet zu haben. Die Menge ist gespannt, denn Gladys ist eine der begehrtesten Frauen ihrer Zeit. Ohne Zögern gesteht sie die Tat, was Fragen aufwirft: Wie konnte aus dieser kultivierten Dame eine Mörderin werden? Rückblickend wird Gladys’ Leben erzählt. Als fröhliches, attraktives Mädchen erlebt sie zum ersten Mal die Blicke der Männer und wird süchtig nach ihrer Bewunderung. Ihre Begierde nach Macht und Eroberung wächst ins Unermessliche. Mit den Jahren unternimmt sie alles, um jung und schön zu bleiben, während sie ihre Tochter Marie-Thérèse klein hält, um nicht an ihr eigenes Alter erinnert zu werden. Gladys’ Selbsttäuschungen nehmen zu, und ihre Unsicherheiten wachsen. Als Marie-Thérèse heimlich verlobt ist und schwanger wird, kommt es zum endgültigen Bruch zwischen den beiden. Gladys setzt alles daran, die Schande eines Enkelkindes zu verhindern. Jahre später wird ihr Leben durch die Begegnung mit einem Studenten auf der Straße erschüttert, und ihr perfekt konstruiertes, zeitlos junges Dasein gerät ins Wanken.
Ein Roman über eine Amour fou, über Angst und quälende Eifersucht. Nicht zu bekommen, was man will, ist manchmal ein großer Glücksfall, heißt es. Doch Étienne Lomel schwebt mit der Frau seiner Träume auf Wolke sieben und hat für solche weisen Sprüche keine Verwendung. Denkt er. Doch seit einiger Zeit schon verspürt der junge Mann heftige Magenschmerzen, die er sich nicht erklären kann. Lomel hat Angst, und diese Angst steht in engem Zusammenhang mit seiner Frau Louise. Schon vor der Ehe hatte Lomel Angst: vor Louises Leidenschaft, den Liebesschwüren, die sie ihm entriss. Damals war Louise noch verheiratet gewesen."
Die Familie Hardelot
Roman
Über den Niedergang einer Familie – das neue Meisterstück der Autorin von »Suite française« Satt, selbstzufrieden und in der wohligen Gewissheit, dass sich nie etwas ändern wird: Die Fabrikantenfamilie Hardelot aus der französischen Provinz wiegt sich vor dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs in trügerischem Glück. Doch innerhalb einer Generation wird ihre bürgerliche Welt für immer hinweggefegt. Im Frühjahr 1940 beginnt Irène Némirovsky die Arbeit an einem Buch, das ganz in der Tradition des großen europäischen Familienromans steht. Über Jahre hat sie die träge Selbstzufriedenheit der bürgerlichen Kreise, in denen sie verkehrte, beobachtet. Sie hat erlebt, wie diese Familien sich in Sicherheit wiegen und sich weigern, die Zeichen der Zeit zu erkennen. Nun will Némirovsky ihnen den Spiegel vorhalten. Der Roman, der unmittelbar vor »Suite française« entstand, wurde erst posthum 1947 veröffentlicht und ist der illusionslose Abgesang auf ein Bürgertum, das feige vor der Wirklichkeit die Augen verschließt. Ein großer Familienroman und zugleich ein Sittengemälde des französischen Bürgertums und seines Verfalls.
Zwei 11jährige Jungen prügeln sich auf dem Schulhof, der eine schlägt mit dem Stock zu, der andere verliert zwei Schneidezähne. Unter zivilisierten Leuten, wie es die Eltern sind, spricht man die Sache gemeinsam durch, schließlich ist man nicht in der Banlieu, wo die Autos brennen. Daraus entwickelt sich ein Elternabend mit furiosem Verlauf, in dem die dünne Haut bürgerlicher Kultiviertheit erst sichtbar wird und dann auch auf erhellende Weise platzt.
Drei Zimmer in Manhattan
- 231 Seiten
- 9 Lesestunden
Sie treffen sich zufällig nachts in einer Bar in Manhattan: Kay, Ex-Botschaftersgattin und Mutter eines kleinen Mädchens, und François Combe, der große, alternde französische Schauspieler. Kay ist etwas über dreißig, mitellos, ein wenig verlogen, aber vor allem allein. Combe sucht ein neues Leben, nachdem er von seiner Frau, die auf Pariser Bühnen brilliert, verlassen wurde.
Biblioteca Adelphi - 376: Il viaggiatore del giorno dei Morti
- 271 Seiten
- 10 Lesestunden
Con un cappotto troppo lungo e un incongruo berretto di pelliccia sulla testa, il volto pallido e febbrile, un giovane sconosciuto sbarca, alla vigilia del giorno dei Morti, alla Rochelle da un cargo proveniente da Trondheim. Scoprirà di essere l’erede del vasto patrimonio dello zio, un uomo a lui ignoto, che è vissuto in una feroce solitudine. E scoprirà anche che suo zio teneva in pugno tutti i ricchi notabili della città, riuniti in un sinistro sindacato. Più esattamente: teneva i loro segreti in una cassaforte di cui nessuno ora conosce la combinazione. Comincia così una partita mortale fra il giovane straniero, che tutti vorrebbero docile e sprovveduto, e i vari potenti del luogo, attaccati a un ordine delle cose che deve rimanere intatto. Ma il giovane pallido ha una precisa percezione dei trabocchetti che si aprono a ogni suo passo in quell’inferno di provincia. E una tenace determinazione lo spinge a salvarsi. Così riuscirà anche a trovare, nel terrorizzante groviglio che lo avvolge, il filo di una imprevedibile, perfetta storia d’amore.
Le Inchieste di Maigret - 271: Maigret e la giovane morta
- 163 Seiten
- 6 Lesestunden
«Maigret non voleva ammetterlo, ma quello che lo lasciava più perplesso era il volto della vittima. Per il momento, ne conosceva un solo profilo. Che fossero le contusioni a darle quell’espressione imbronciata? Sembrava una bambina, una bambina di cattivo umore. I capelli scuri, morbidissimi, buttati indietro, erano naturalmente ondulati. Sotto la pioggia, il trucco si era un po’ sciolto, e questo, anziché invecchiarla o imbruttirla, la rendeva ancora più giovane e attraente».



