In einem Netz von Lügen Als die Journalistin und angehende Politikerin Nell MacDermott erfährt, dass ihr Mann, ein erfolgreicher Architekt, bei einer Explosion ums Leben kam, glaubt sie nicht an einen Unfall. Sie begibt sich auf eigene Faust auf die Suche nach der Wahrheit. Doch bei ihren Nachforschungen gerät sie schon bald in ein Netz gefährlicher Intrigen …
Miguel Izquierdo Ramón Bücher



Michael Moore greift erneut an: In seinem Werk kritisiert er den fragwürdigen Wahlsieg und die Hintermänner des amerikanischen Präsidenten mit einer Mischung aus Satire und scharfer Analyse. Diesmal richtet er seinen Fokus auf George W. Bushs Politik nach dem 11. September 2001. Moore stellt die Frage, ob der Krieg gegen den Terrorismus nicht lediglich ein Vorwand ist und erinnert an die unbequemen Fragen, die er in seinem Film Bowling for Columbine aufwarf: Wo sind die Massenvernichtungswaffen von Saddam Hussein? Bis heute hat man im Irak nichts gefunden, während die US-Regierung Geschäfte zwischen texanischen Ölkonzernen und den Taliban förderte. Ein Skandal! Moore äußert zudem die kontroverse Vermutung, dass hinter den Anschlägen vom 11. September saudi-arabische Kampfpiloten stecken, was mehr an Verschwörungstheorien als an Fakten erinnert. Auch in anderen Punkten nimmt er es mit der Wahrheit nicht so genau; so behauptet er im Vorwort, die Krankenversorgung in Deutschland sei "umsonst". Moore beherrscht die Kunst der Ironie und scharfen Satire meisterhaft und zieht in seiner Kritik an Bush alle Register, bis hin zu einer göttlichen Intervention, die besagt, dass Bushs Wahlsieg nicht geplant war.
In den USA erleben unbequeme Zeitgenossen eine Ächtung, die an die McCarthy-Ära erinnert. Der Slogan „Wer nicht für uns ist, ist gegen uns“ gilt nicht nur für Ausländer. Hinter dem scheinbaren solidarischen Burgfrieden verbirgt sich eine kritische Realität, die in einem Bestseller über die Ära George W. Bush schonungslos offengelegt wird. Michael Moores intelligente und sarkastische Satire beleuchtet, wie „Nine Eleven“ die Wahrnehmung der Verhältnisse in den USA verzerrt hat. Die fragwürdige Machtergreifung des unterlegenen republikanischen Kandidaten wird kaum thematisiert, während Moore Bush als trotteligen Unsympathen und Ignoranten entlarvt, der sich den alten Falken aus Ronald Reagans und Daddy Bushs Zeiten unterwirft. Er stellt die patriotischen Säulen der Bush-Junta vor und kommentiert: „Sie repräsentieren die bescheidenen und selbstlosen Funktionäre der amerikanischen Wirtschaft.“ Moore kritisiert nicht nur die politischen Missstände, sondern auch Rassismus, Wirtschaftskollaps, Umweltkrise, Arbeitslosigkeit und das marode Gesundheitssystem. Mit scharfer Zunge zieht er über naive Landsleute und den American Way of Life her, was für viele eine amüsante, wenn auch provokante Lektüre darstellt. Antiamerikanismus made in USA – ein ungewöhnlicher Brüller!