Aufbau-Sachbuch: Das Buch der Unterschiede
- 237 Seiten
- 9 Lesestunden
Im Jahr zehn nach der Wiedervereinigung sind die Spannungen zwischen Ost- und Westdeutschland vielfach thematisiert worden. Ein aktuelles Buch thematisiert die Wahrnehmung der Ostdeutschen als Belastung, während eine Wuppertaler Arztgattin in ihrem Werk ihren Unmut über die vermeintliche Einfachheit der Ostdeutschen äußert. Vor diesem Hintergrund ist es erfrischend, sich mit einem Werk auseinanderzusetzen, das die Unterschiede zwischen den beiden Regionen ehrlich und ohne polemische Absichten beleuchtet. Dreiundzwanzig Autoren, alle um die dreißig, nähern sich der Frage, warum die Einheit nicht wirklich vollzogen ist. Ihre persönlichen Texte zeigen, wie tief verwurzelt Klischees in den Köpfen beider Seiten sind. Eine ostdeutsche Autorin beschreibt, wie der Dialog oft in dem Satz endet: "Bei dir merkt man gar nicht, dass du aus dem Osten kommst." Eine westdeutsche Journalistin fühlt sich geehrt, wenn sie in Brandenburg als Ostlerin akzeptiert wird. Auch in der Medienbranche zeigt sich eine ungleiche Behandlung von ost- und westdeutschen Bewerbern. Positiv ist, dass das Werk auch Gemeinsamkeiten aufzeigt: Beide Seiten kämpfen mit einem Rechtfertigungsdruck und Unsicherheiten. Ostdeutsche zögern oft, unangemeldet zu Besuch zu kommen, während Westdeutsche sich fragen, ob sie über bestimmte Themen lachen dürfen.
