Die Geschwister Faruk, Metin und Nilgün verbringen wie jedes Jahr auch den Sommer 1980 bei ihrer Großmutter am Meer. Jeder kämpft mit seinem Schicksal: Faruk trinkt und trauert seiner geschiedenen Frau hinterher. Metin träumt von einer Zukunft in Amerika. Die Schwester Nilgün taucht in sozialistische Ideen ab. Und die Großmutter hat Angst, dass ans Licht kommt, was sie einst den unehelichen Kindern ihres Mannes angetan hat. Und dann kündigt sich der Militärputsch an. Orhan Pamuk brilliert als Chronist dieser verlorenen Gestalten in einer politisch hoch explosiven Zeit.
Margreet Dorleijn Bücher



Rot ist mein Name
- 583 Seiten
- 21 Lesestunden
Im Jahr 1591 ist Istanbul von Schnee bedeckt, als ein Ermordeter aus einem Brunnen berichtet, wie er zu Tode kam. Er weiß, dass nur sein ruchloser Mörder die Wahrheit kennt und glaubt, dessen Motiv zu verstehen. Eine Verschwörung bedroht das Osmanische Reich, seine Religion und Kultur. Inmitten dieser politischen Intrigen befinden sich die Maler von Buchminiaturen, zu denen auch der Tote gehört. Sie sind beauftragt, zehn Buchblätter für den Dogen von Venedig zu gestalten, die die Macht und Pracht des Osmanischen Reiches zeigen sollen. Doch im Islam sind Bilder verboten, und die Einführung der Zentralperspektive wird als Gotteslästerung betrachtet. Zusätzlich zu dieser Verschwörung entfalten sich weitere Geschichten: Ein Liebender erzählt von seinem zwölfjährigen Warten auf die schöne Seküre, während deren Vater von einer geheimen Mission ins Abendland berichtet. Die Maler tragen ungewöhnliche Namen wie Olive, Storch und Schmetterling, und sogar Tiere und Farben auf den Bildern beginnen zu sprechen. Der Hund, das Pferd und das Rot äußern sich, und der Tote erklärt: „Sie werden mich Mörder nennen.“ Diese vielen Stimmen verweben sich zu einem orientalischen Märchen, einer Detektiv- und Liebesgeschichte und formen zusammen einen modernen Roman.
Schnee
Roman
Ein Fremder kommt nach Kars, eine türkische Provinzstadt, um eine merkwürdige Serie von Selbstmorden zu untersuchen: Junge Mädchen haben sich umgebracht, weil man sie zwang, das Kopftuch abzulegen. Plötzlich kommt es zu einem Putsch, inszeniert von einem Schauspieler. Ein Theatercoup? Doch es fließt echtes Blut, es intervenieren echte Soldaten, keiner kann die Stadt verlassen, weil es unaufhörlich schneit ... Ein aktueller Roman, in dessen Zentrum die Frage nach der Identität der Türkei zwischen „Verwestlichung“ und Islamismus steht.