Der Nachlass des Bündner Romanisten und Ethnografen Alfons Maissen umfasst eine umfangreiche Sammlung von etwa 1500 rätoromanischen Volksliedern, die auf einen Auftrag der Schweizerischen Gesellschaft für Volkskunde aus dem Jahr 1938 zurückgeht. Maissen erstellte Tonaufnahmen, verfasste Notenblätter mit erläuternden Kommentaren und integrierte Materialien anderer Liedersammler wie Gian Gianett Cloetta und Tumasch Dolf. Über Jahrzehnte entstand so eine wertvolle Sammlung für das kulturelle Gedächtnis der Rumantschia und das Verständnis historischer Alltagswelten im Alpenraum. Während Maissens Lebenszeit blieb das umfangreiche Material größtenteils unveröffentlicht. Von 2006 bis 2009 bereitete der Musiker Iso Albin die Sammlung für die digitale Nutzung auf. Seit 2011 sind 5800 Audiodateien und 2200 Notenblätter über die Plattformen der Schweizer Nationalphonothek zugänglich. Das vorliegende Buch ergänzt die digitale Sammlung und bietet einen sorgfältig zusammengestellten Überblick über die wesentlichen musikalischen, kulturellen und sozialen Aspekte des rätoromanischen Volksliedguts, einschließlich thematischer Stoffe, Singpraxis, melodischer Besonderheiten und Verwandtschaften mit anderen Liedern. Autoren: Iso Albin, Cristian Collenberg, Karoline Oehme-Jüngling und Dieter Ringli.
Institut für Kulturforschung Graubünden Reihenfolge der Bücher (Chronologisch)
