„Immer einmal in der Zeit eines Menschenalters geht blitzschnell eine geistige Epidemie durch die Judenstadt, befällt die Lebenden zu irgendeinem Zweck, der uns verhüllt bleibt, und läßt wie eine Luftspiegelung die Umrisse eines charakteristischen Wesens erstehen, das vielleicht vor Jahrhunderten hier gelebt hat und nach Form und Gestaltung dürstet.“
In einem Militärinternat in der österreichischen Provinz wird ein Schüler erpresst, gedemütigt und gequält. Der junge Törleß beteiligt sich an diesem sadistischen Spiel seiner Kameraden, fasziniert von der Macht, die er auf Schwächere auszuüben vermag. Seine 'Verwirrungen' beschreiben einen schmerzhaft durchlebten Prozess der Entwicklung und Erkenntnis: die Pubertät. Wohl kein Werk der Literatur hat diese so schmerzlich-intensiv geschildert wie Robert Musils Roman.
Herausgegeben und mit einem Nachwort von Bernhard Echte. Kriminalroman. Ein Wachtmeister-Studer-Roman
Eine Irrenanstalt im Kanton Bern in den Zwanzigerjahren: Der Direktor ist verschwunden, der Patient Pieterlen, ein Kindsmörder, ausgebrochen. Wachtmeister Studer blickt hinter die Kulissen psychiatrischer Theorien und Therapien. Er versucht nicht nur, einem Verbrecher auf die Spur zu kommen, sondern tritt auch eine Reise in die Grenzregionen von Vernunft und Irrationalität an, die keineswegs immer so klar voneinander zu trennen sind - Matto, der Geist des Wahnsinns, regiert überall und spinnt seine silbernen Fäden.
In einem Tagebuch dokumentiert eine achtzehnjährige Ingeborg Bachmann den schönsten Sommer ihres Lebens, der nicht nur den ersehnten Frieden nach dem Krieg, sondern auch eine tiefgehende Verbindung zu Jack Hamesh, einem britischen Besatzungssoldaten, umfasst. Hamesh, ein Jude, der 1938 aus Wien fliehen musste und seine Eltern im Holocaust verlor, beschreibt in berührenden Briefen, wie Bachmann ihm den Glauben an die Menschheit zurückgab, nachdem er in das damalige Palästina ausgewandert war. Dieses Band vereint Bachmanns ergreifendes Kriegstagebuch mit den erhaltenen Briefen von Hamesh und bildet ein einzigartiges Dokument des Dialogs und der Zuneigung zwischen den Nachkommen von Opfern und Tätern. Pressestimmen heben hervor, dass diese Veröffentlichung, nach dem Briefwechsel zwischen Bachmann und Paul Celan, erneut Literaturgeschichte schreiben wird. Der herausragende Kommentar von Hans Höller schafft ein eindrucksvolles Zeitbild, das bis in Bachmanns zukünftiges Werk hineinreicht. Die Besonderheit dieser Tagebuchblätter liegt im Detail des gelebten Widerstands, im Rausch des unverhofften Friedens und im Glück der Befreiung.
Ever since the fin de siecle Austrian literature has been fertile ground for fantasy in the widest sense and the genre was taken up again by new generations after the Second World War. The Dedalus Book of Austrian Fantasy: 1890-2000 contains stories from authors of the 1890s (Schnitzler, Hofmannsthal), the years around the First World War (Kafka, Meyrink), the post-war era, when Kafka was rediscovered, (Jeannie Ebner, Ilse Aichinger) to the present day (H C Artmann, Michael Koehlmeier). The stories range from the 'freudian' to the 'kafkaesque', to the surreal, grotesque, comic, occult and straightforwardly supernatural. A.S.Byatt described it in The Guardian as one of the best anthologies she has ever read.