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Dieter Schlesak

    7. August 1934 – 29. März 2019

    Dieter Schlesak, ein gebürtiger Siebenbürger, ist ein angesehener deutsch-rumänischer Dichter, Romanautor und Essayist. Sein literarisches Schaffen taucht oft mit einer einzigartigen lyrischen Qualität in die Tiefen menschlicher Erfahrung ein. Durch sein Schreiben erforscht er komplexe Themen mit scharfem Einblick und poetischer Empfindsamkeit. Sowohl Schlesaks Prosa als auch seine Poesie spiegeln ein tiefes Verständnis der Welt um ihn herum wider.

    Über das Darstellbare
    Die Sixtinische Kapelle I
    Der neue Michelangelo
    Das Narbenwahre und die Kunst der Rückkehr. Roman
    Capesius, der Auschwitzapotheker
    Gefährliche Serpentinen
    • Capesius, der Auschwitzapotheker

      • 352 Seiten
      • 13 Lesestunden
      4,1(26)Abgeben

      Viktor Capesius, ein Apotheker in Schäßburg und Vertreter der Firma Bayer, wurde SS-Offizier in Auschwitz. Als ein Transport mit Juden aus seiner Heimat eintraf, trafen Täter und Opfer, die sich seit Jahren kannten, an der Rampe des Lagers aufeinander. Capesius schickte sie kaltblütig ins Gas und bereicherte sich an ihrem Besitz. Dieter Schlesak dokumentiert diese wahre Geschichte als komplexe Collage aus Dokumentation, Rückblende und Erzählung. Das Werk ist von enormer sprachlicher Kraft und Authentizität und bietet ein erschütterndes zeitgeschichtliches Zeugnis. Seit 30 Jahren verfolgt Schlesak die Spur des Auschwitzapothekers, sammelte Dokumente, Interviews, Briefe und Aufzeichnungen von Tätern und Opfern. Er lässt die Menschen in ihren eigenen Worten schildern, was ihnen und ihren Angehörigen widerfahren ist. Besonders bemerkenswert ist die persönliche Begegnung zwischen Opfern und Tätern aus der gleichen Stadt, die den gutbürgerlichen Massenmörder und seine früheren Bekannten zeigt. Der Erzähler, der jüdische Häftling Adam, ist die einzige fiktionale Figur, doch seine Berichte basieren auf den historischen Quellen und der 'Lagerszpracha'. 1965 wurde Capesius im Auschwitzprozess zu 9 Jahren Haft verurteilt, lebte nach seiner Entlassung bis zu seinem Tod unbehelligt und ohne Reue in Göppingen.

      Capesius, der Auschwitzapotheker
    • Der Erzähler, nach dem Tod seiner Mutter in einer psychiatrischen Anstalt, versucht durch Schreiben sein zersplittertes Bewusstsein zu verstehen. Er reflektiert über Erinnerungen, die ihn mit Verstorbenen verbinden, und sucht nach geistiger Befreiung. Sein Wahnsinn spiegelt die Katastrophen des 20. Jahrhunderts wider. Der Roman thematisiert die Suche nach Identität und die Hoffnung auf eine "Heimkehr" im Tod.

      Das Narbenwahre und die Kunst der Rückkehr. Roman