Der aeronautische Sindtbart oder Seltsame Luftreise von Niedercalifornien nach Crain.
- 126 Seiten
- 5 Lesestunden







Von allen deutschen Autoren, die nach 1945 zu schreiben begannen, ist Artmann ohne jeden Zweifel der vielseitigste, originellste und erfinderischste. So wie Artmann in fast allen Gattungen gearbeitet hat, auch den angeblich antiquierten, und ohne sich um die Tagesparolen der mal reine Dichtung betreibenden, mal engagierten, mal die Literatur totsagenden Kollegen zu kümmern, so hat er seine Quellen, seine Herkunft überall: in der Artusepik, in barocker Schäferpoesie, in den Wörterbüchern und Grammatiken von gut zwei Dutzend Sprachen, in Irland und im England des Sherlock Holmes, bei Villon und dem Wiener Vorstadtdialekt, Lorca, Gomez de la Serna, den Surrealisten und Dadaisten, in den Detektivheftchen der 20er Jahre und den Comic strips von damals bis heute. Unsere Auswahl versucht, nicht nur einen repräsentativen Querschnitt durch das Werk Artmanns zu geben, sondern gleichzeitig Verstreutes, an entlegensten Orten Publiziertes zu sammeln.
H. C. Artmanns Zauber wirkt noch immer unvermindert und nirgends stärker, überraschender und facettenreicher als in seiner Prosa. 1800 Seiten, und in jeder Zeile der sprühende Geist, der immense Reichtum an Formen und Einfällen, die subtile Komik einer Ausnahmeerscheinung der österreichischen Literatur. Es gibt nur wenige Wunder auf dieser Welt: H. C. Artmann ist eines davon.
Diese Sammlung von Balladen und Naturgedichten nennt H.C. Artmann selbst ein Hausbuch. Und in der Tat scheinen sich diese Fundstücke einer außerordentlichen Phantasie wie wenige dazu zu eignen, gelesen, wiedergelesen und vorgelesen zu werden. Ein Triton, ein Pinguin, eine Fee und ein Anachoret, Jules Vernes und Fantomas, Diebe, Imker und Intelligenzler, ein Gnom, ein Senn, ein Czar, ein Anarchist, ein Sänger, der Lothar heißt, ein Haziendero (h.c. iendero) - das sind nur einige der Personnagen, welche die ebenso elysische wie handfeste Landschaft dieser Gedichte bevölkern. Gewappnet mit tüchtigen Reimen und auf ordentlichen Versfüßen kommen sie daher und erzählen Seltsames und Vertrautes, Vergessenes und Erfundenes, Lächerliches und Weises, Flitter und Melancholie. Ein Buch für literarische Gourmets und Globetrotter (und jeden, der gern liest), geschrieben mit einer Tinte, deren Farbe schillert von Schwarz bis Herzblut und Azur.
Helnwein by gottfried-helnwein-andreas-mackler.
Nirgendwo läßt sich das sprachspielerische Genie H. C. Artmanns besser nachvollziehen als in seinen Gedichte, die in ihrer formalen Vielfalt und in ihrem Reichtum an Tönen auch für vermeintliche Kenner noch zahlreiche Überraschungen bereit halten.
Vorrede: Ich schrieb diese berichte, die für sich nichts anderes beanspruchen, als lesematerial zu sein, während verschiedener aufenthalte in Rennes, Carnac, Roskoff, Exeter, Weymouth, Truro, Penzance, New Grange, in der wildnis des Connor Passes und zuletzt in der rue Tholoze in Paris 18ᵉ.
Sozusagen eine Artmann-Essenz, The Essential H. C., und zugleich Reclam at its best: das Brevier eines (inzwischen) Klassikers, auch als hinreißender Dramatiker erst wieder zu entdecken, und das zu einem solchen Spottpreis, dass man sich nicht mehr achten könnte, griffe man da nicht zu. Süddeutsche ZeitungEine rundum Vergnügen verheißende Auswahl aus Artmanns Werk (.)Frankfurter Allgemeine Zeitung
Die Geschichten mit dem Titel How much, schatzi? sind mehr als etwas Neues von Artmann. Sie sind ein neuer Artmann. Er verwendet nicht mehr diese erlesene Sprache, die schöne Form. Sondern das, was bislang als unästhetisch gemieden wurde: das Pathos und die Platitüde, die derbe Drastik und das Melodramatische. Und dies wiederum, natürlich, als sprachliches Experiment, als Zusammenschau verschiedener lebender und toter Sprachen. Da gibt es Agneta Tigges und El Zorro, die morose Moreau und die schluchzende Justine, einen halbwadigen Pseudolindbergh und einen Barmixer mit Guntersachskoteletten.
Vertraute Welt: dreißigmal skizziert H. C. Artmann in diesem Buch einen Berufsstand, zumeist ein Handwerk, aus der Zeit, als jenes noch einen goldenen Boden hatte, man Brot mit d schrieb und ein Pfeifer pro Tag 85 Kreuzer verdiente. Es scheinen Holzschnitte zu sein wie auf alten Bilderbögen, handkoloriert, die Bildlegenden erklären mit Geduld, was zu sehen ist, und alles scheint den herzlichen Ton aus den Kindertagen der Großeltern zu haben. Vertraute Welt? Wie kam die Wachtel in den gelben Korb des Bäckermeisters? Warum trägt der Dachdecker Raps mit sich? Was hat der Geierjäger dem Bären ins Ohr geflüstert? Nein, eigentlich kennt man sich gar nicht aus bei diesen seltsamen Meistern, die hier so meisterhaft zum Leben erweckt sind. Sätze werden hier zusammengerückt, die über ihre Nachbarschaft nur staunen können. Mit heiterer Lakonie entwirft Artmann aus den Bruchstücken einer Welt von gestern ein Kaleidoskop von entschiedener Modernität. Raoul Schrott hat dazu ein kundiges Nachwort geschrieben, das darüber hinaus eine wundervolle Liebeserklärung an den großen Kollegen ist.
Endlich sind sie wieder greifbar: die Geschichten von Zorro, dem Rächer der Würstelmänner, Herrn Quarglschmitt, der nicht in den Rind will, von Herrn Krabaths musikalischer Haar- und Bartpflege und vielen anderen Merkwürdigkeiten aus Wien.
»Ein Pechvogel fällt auf den Hintern und zerschlägt sich dabei die Nase«: Jiddische Sprichwörter voller Witz und mit einem tiefen Verständnis für alles Menschliche finden sich in dieser Zusammenstellung in der übersetzung H. C. Artmanns.
Österreichisch ist Deutsch und doch nicht Deutsch, weil es eben Österreichisch ist. Die daraus resultierenden Unklarheiten beseitigt diese Wörterbuch mit allem gebotenen Witz. Nicht zuletzt ist dieses Wörterbuch auch ein Psychogramm: denn die Seele eines Landes offenbart sich ja nicht zuletzt darin, wofür man Worte findet und worüber man sie verliert. Hier zeichnen sich drei entscheidende Themenkreis ab, die den Österreich scheinbar mehr bewegen als alles andere: die unterschiedlichsten Grade der Alkoholisierung, die diversen Formen geistiger Demenz und die vielfältigen Aspekte weiblicher Widerwärtigkeit. Tu felix Austria! Der Kassenschlager seit 1995.
Dieses Buch wurde geschrieben in der Form eines inneren Monologs, zugleich aber in der Haltung eines Freundes, der einem Freund erzählt. Es zeigt das wiedererwachende Interesse H.C. Artmanns an seiner eigenen Biographie. Die Rede ist von Frauen und Freunden, von Gott und der weiten Welt, vor allem aber von Hans Carl Artmann selbst, geboren in Breitensee, Kriegsteilnehmer, Zeitgenosse, Dichter, Reisender, Vater und Liebhaber. Regionalist und Weltbürger in einem, gibt Artmann hier Nachricht aus verschiedenen Lebens- und Sprach-Zonen, eben Nachrichten aus Nord und Süd, aber auch aus Trauer und Leidenschaft, Heiterkeit, Liebe und Zorn.
German
C. Artmann liest H. C. Artmann)! Der 1958 erstmals im Otto Müller Verlag erschienene und heute wohl bekannteste Gedichtband H. C. Artmanns liegt als Buch bereits in der zwölften Auflage vor. „Artmann, dem skurrilen Kauz und echten Dichter, ist hier mehr als ein Augenblickserfolg gelungen.“ Gerhard Fritsch, „Die Presse“ am 11. Mai 1958 „Das Neue, das Einzigartige an seinen Mundartgedichten ist: Artmann hält die Sprache im Augenblick des Entstehens fest. Er hat den Dialekt an den Wurzeln gepackt, wo er aus sich selbst dichtet, wo er bei jeder Konfrontation mit der Wirklichkeit originär eine bildhafte, plastische Wendung hervorbringt, in der dieses Stück Wirklichkeit enthalten ist. So kommen uns alle seine Erfindungen ganz selbstverständlich vor: die Sprache erfindet für ihn, er braucht nur den Mund aufzumachen.“ Wieland Schmid, „Wort in der Zeit“, Jänner 1959 „. unerhört für einen Lyrikband - ein Bestseller.“ Paul Kruntorad, „Täglich Alles“, Jänner 2000
Gedichte und Prosa
Magische Dinge geschehen in diesem Buch: Ein Schierling wird entgiftet, Küsse werden gegen Beeren getauscht, und der Farn redet mit Zungen. Und überall sprießen die Knospen, stehen die Blüten in voller Pracht und leuchten die Früchte. Es sind die schönsten Naturgedichte und Prosastücke H. C. Artmanns, die dieser Band versammelt. Und sie zeigen den österreichischen Dichter in seiner ganzen Poesie: als Sprachzauberer, der sich an den Traditionen bedient und aus fremden Sprachen und Dialekten schöpft, aber auch in klassischer, formvollendeter Sprache dichtet. Dass sein Zauber unvermindert fortwirkt, ist sich Clemens J. Setz beim Aufsagen der Verse und Zeilen sicher. Das zeigen aber auch die Holzschnitte von Christian Thanhäuser, die zu den Gedichten entstanden sind. Artmann, den Dichter, erleben wir hier als Artmann, den Botaniker.
Hans Carl Artmann, geboren am 12. Juni 1921 in Wien-Breitensee, gestorben am 4. Dezember 2000 in Wien. Dichter.
German
90 Träume gezeichnet von Ernst Fuchs
Ein transsylvanisches Abenteuer
Neue schöne kinderreime
Fleiß und Industrie
Ausgewählte Werke
Eine Sammlung von Beiträgen von Achleitner, Artmann und Brus, veröffentlicht in der Reihe "Liber: Libertas". Das Werk umfasst 39 Seiten.
Kurz vor seinem Tod führte H.C. Artmann Gespräche mit seiner Tochter und Nichte, die seine Persönlichkeit und Gedanken zu Literatur, Musik und Lebensorten greifbar machen. Die Transkription zeigt spontane Pointen und poetische Ideen in einem familiären Gesprächston. „Der Wackelatlas“ ist eine subjektive Kartographie seines Lebens und Schaffens.
Christopher und Peregrin leben in einem gemütlichen Haus außerhalb des Dorfes und führen ein friedliches Leben mit dem Anbau von Mais und Kartoffeln sowie der Bienenzucht. Doch trotz ihrer Bequemlichkeit wird Peregrin in ein gefährliches Abenteuer verwickelt.
Absurde verhalen, anekdoten en bespiegelingen bij getallen tussen 1 en 90.
»DAS AUTOBIOGRAFISCHE VERMÄCHTNIS« (FAZ) H. C. Artmann war eine der schillerndsten Künstlerpersönlichkeiten der Nachkriegszeit und vielleicht der letzte »literarische Lebemann«. Er verstand sich als »kuppler und zuhälter von worten«, beschrieb »med ana schwoazzn dintn« die düstere Seite der Wiener Gemütlichkeit und bleibt als virtuoser Sprachakrobat und individualistischer Exzentriker unvergessen. Am 4. Dezember 2000 verstarb er im Alter von 79 Jahren an Herzversagen. ORF-Redakteur Kurt Hofmann wurde über Jahre in nächtelangen Gesprächen zu einem Vertrauten und Kenner Artmanns. In »ich bin abenteurer und nicht dichter« versammelt er, ergänzt mit Werkausschnitten, die prägnantesten Originalaussagen Artmanns über sein Leben und Schaffen – die bis heute einzige »Autobiografie« des literarischen Genies, dessen Faszination ungebrochen ist.
herausgegeben und mit einem nachwort von gerald bisinger. mit einem porträt h.c. artmanns von konrad bayer
XXVI Geschichten über Husaren, Hexen und Seiltänzer, wie sie tapfer und lustvoll durchs Leben gehen, und XXVII Gedichte über Tod, Lentz und Lebensfreude. Eine Hexe sitzt im Apfelbaum und ißt Äpfel, der Frühling ist ein Aderblutenteiser, das Hertz ist eine starcke Bombe. H.C. Artmann (1921–2000) brachte die österreichische, und überhaupt deutschsprachige Literatur nach 1945 wieder zum Leuchten. Seine Husaren sind nicht nur sehr lustig, sondern auch vorbildlich respektvoll. Artmann zitiert fröhlich auf Osmanisch, Slowenisch, Provenzalisch, Spanisch, Latein, Griechisch etc. Aber wo hatte er die Zitate her? Für die vorliegende Ausgabe hat der Philologe und Dichter Ondřej Cikán erstmals Artmanns Quellen ausgeforscht. So macht das Büchlein doppelt Spaß. Illustriert mit zwölf Holzschnitten von Christian Thanhäuser, der sich von den Panduren-Tafeln Josef Ignaz Mildorfers inspirieren ließ. Zum 100. Geburtstag H.C. Artmanns.
Gedichte
2021 jährt sich der Geburtstag von H. C. Artmann zum hundertsten Mal. Grund genug für Erwin Steinhauer und seine Musiker-Freunde, sich abermals mit seinem umfangreichen Werk zu beschäftigen. Für Alfred Kolleritsch ist »das werk hcs … die gesammelte rettung der poesie, die weite der sprache reicht hin in alle moeglichen welten der phantasie. sie schafft sich diese welten und erzählt ihre vielfalt. was freiheit des schreibens, des erfindens, des verzauberns ist, fand ich in seinem werk – dem freundlichsten anarchismus, den man sich vorstellen kann.« Steinhauer erforscht gemeinsam mit seinen musikalischen Reisebegleitern diese phantastischen Welten des H. C. Artmann, die hier zu einer turbulenten, poetischen und humorvollen Text-Musik-Collage verwoben werden. Die Musik ist vielschichtig wie die Geschichten, jongliert mit vielen Stilen und zaubert Kino für die Ohren. Ein poetisches Klangabenteuer. Zahlreiche farbige Abbildungen von Linda Wolfsgruber
1961 begründete Herbert Wochinz die Komödienspiele auf Schloß Porcia in Spittal an der Drau und versicherte sich schon fürs erste Jahr – und dann mehr als weitere dreißig Jahre lang – der Mitarbeit H. C. Artmanns. Und das als Autor, vor allem aber als Übersetzer. Goldoni und Molière, Holberg und Marivaux, Feydeau und Labiche zählten zu den komödiantischen Dramatikern, die die Zusammenarbeit von Artmann und Wochinz so erfolgreich machten. Dabei waren die Existenzbedingungen für Artmann vor allem in den ersten Jahren nicht immer einfach. Viel Geld war mit dem Dichten auch damals nicht zu gewinnen, und so waren die Aufträge, die Artmann für Porcia bekam, umso willkommener und die Honorare oft genug bitter nötig. Davon legen die hier versammelten Briefe und Karten Artmanns an Herbert Wochinz beredtes Zeugnis ab. Aber nicht nur davon: zugleich zeigen sie, bei allem Bitten, Betteln und gelegentlichen Poltern, daß ein heiterer (Über-)Lebenswille immer die Oberhand behielt. Und daß das Übersetzen, aber auch das Briefeschreiben, ja in Wahrheit das Leben selbst immer ein 'poetischer Act' war.
Das Frühlicht des abendländischen Christentums liegt noch auf diesen Texten von archaischer Unmittelbarkeit, in denen das Christentum mit der keltischen Mythologie und dem alltäglichen Lebensbereich des Volkes verschmilzt. Mit sinnlicher Anschaulichkeit werden das Reisen, der Gang zum Brunnen, das Bettmachen und Tabakrauchen genannt und unter den Segen Gottes gestellt wie das neugeborene Kind, die Stimme des Donners, Milch und Brot. H. C. Artmann hat diese Texte in Irland aufgespürt, in schriftlichen Quellen gefunden und in mündlicher Überlieferung übernommen. Das Buch enthält die 1959 unter dem Titel „Der Schlüssel des Hl. Patrick“ im Otto Müller Verlag erschienenen Texte und wurde 1993 von Artmann durch neue Übertragungen ergänzt.
Das poetische Werk von H. C. Artmann umfasst eine umfassende Sammlung seiner Gedichte, die über zehn Bände verteilt sind. Artmann, ein bedeutender Vertreter der österreichischen Lyrik, erforscht in seinen Texten vielfältige Themen wie die Natur, das Alltägliche, das Menschliche sowie die Beziehung zwischen Sprache und Realität. Seine Werke zeichnen sich durch eine innovative Sprachgestaltung und einen spielerischen Umgang mit Form und Struktur aus. Die Gedichte spiegeln oft eine tiefe Verwurzelung in der österreichischen Kultur wider und sind durch eine Mischung aus Ernsthaftigkeit und Ironie geprägt. Artmanns Stil ist geprägt von einer sensiblen Wahrnehmung der Umwelt und einer Reflexion über das Dasein, die den Leser dazu anregt, über die eigene Existenz und die Welt nachzudenken. In dieser Sammlung finden sich sowohl kürzere, prägnante Gedichte als auch längere, komplexere Werke, die den Leser in eine Vielzahl von Stimmungen und Gedankenwelten entführen. Artmanns poetische Stimme ist einzigartig und bietet einen tiefen Einblick in die menschliche Erfahrung, die durch seine charakteristische Bildsprache und Metaphorik lebendig wird.