Dem Werk der fast vergessenen Dichterin und Denkerin Ricarda Huch (1864 – 1947) verdanken wir unser modernes Verständnis der Romantik. Ihre Bücher über »Blütezeit« und »Ausbreitung und Verfall« der Romantik, die wir in unserer Anderen Bibliothek in einem Band präsentieren, sind bahnbrechende kulturgeschichtliche Studien: »Der romantische Organismus« wird in seiner schillernden Vielgestaltigkeit noch einmal zum Leuchten gebracht. In einer die Disziplinen umgreifenden Manier porträtiert Ricarda Huch nicht nur die Dichter und Künstler, sondern auch die frühen Naturwissenschaftler, Mediziner, Theologen und Politiker. Besonders nahe waren Ricarda Huch auch die vernachlässigten Figuren der romantischen Epoche: die Frauen, Freundinnen und Gefährtinnen. So entsteht im glänzenden und klaren Stil der Ricarda Huch die Biographie einer Idee – bereichert mit einem Nachwort von Tilman Spreckelsen. Der Band wurde auf die Sachbuchbestenliste von Die Welt, WDR 5, Neue Zürcher Zeitung und ORF-Radio Österreich 1 für den März 2018 gewählt.
Ricarda Huch Bücher
Ricarda Huch war eine wegweisende deutsche Intellektuelle, deren Werk sich einer einfachen Kategorisierung entzieht. Ausgebildet als Historikerin und Autorin zahlreicher Werke zur europäischen Geschichte, brillierte sie auch in Romanen, Gedichten und Theaterstücken. Huch besaß ein tiefes Verständnis für die menschliche Psyche, das sie meisterhaft in ihren historischen Romanen und psychologischen Biografien einsetzte. Ihre unerschütterliche Haltung gegenüber dem NS-Regime und ihr Engagement für das innere Exil zeugen von bemerkenswertem intellektuellem Mut und der Hingabe an humanistische Prinzipien.







Der große Krieg in Deutschland. Roan. Nachw. v. Bernd Balzer
- 317 Seiten
- 12 Lesestunden
Nachwort v. Balzer, Bernd Roman. ( Ullstein Werkausgaben).
"Der Dreißigjährige Krieg" ist ein Prosawerk der deutschen Schriftstellerin Ricarda Huch. Die Handlung umfasst auf mehr als 1500 Seiten eine Spanne von rund sieben Jahrzehnten und beleuchtet die Zeit vor und während des Dreißigjährigen Krieges. Der erste Band beleuchtet die Zeit zwischen 1585 und 1620 im Heiligen Römischen Reich deutscher Nation. Der zweite Band fokussiert auf den Konflikt zwischen dem kaiserlichen Feldherrn Wallenstein und dem Schwedenkönig Gustav Adolf. Der dritte Band schildert das durch den Krieg völlig zermürbte, verarmte und ausgeblutete Deutschland.
1887 kam Ricarda Huch mit 23 Jahren nach Zürich, wo den Frauen die Universität offenstand. Sie legte die Maturaprüfung ab, studierte Geschichte, wurde 1891 promoviert und unterrichtete danach an der Höheren Töchterschule, arbeitete in der Stadtbibliothek. «Frühling in der Schweiz» ist ein hinreissendes Zeugnis des «Frauenstudiums» in Zürich. Huch bezog ein Zimmer bei der so freundlichen wie skurrilen und unglücklich verheirateten Frau Wanner in der Gemeindestrasse. Zu den endlos debattierenden Russinnen an der Universität ging sie auf Distanz, befreundete sich aber mit anderen akademischen Pionierinnen: Marianne Plehn wurde später zu einer der ersten Professorinnen der Naturwissenschaften in Deutschland, Agnes Bluhm wurde zu einer der ersten praktizierenden Ärztinnen in Berlin, Marie Baum spielte als Soziologin und Sozialpolitikerin in der Frauenbewegung der Weimarer Republik eine wichtige Rolle. Daneben vermittelt «Frühling in der Schweiz» ein anschauliches Bild der Zürcher Gesellschaft in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und ist eine grosse Liebeserklärung an Zürich und die Schweiz, nicht zuletzt vor dem Hintergrund des Konflikts Ricarda Huchs mit der Gestapo.
Ricarda Huch: Liebesgedichte Erstdruck: Leipzig, Insel Verlag, 1907 Neuausgabe. Herausgegeben von Karl-Maria Guth. Berlin 2017. Umschlaggestaltung von Thomas Schultz-Overhage unter Verwendung des Bildes: Gustav Klimt, Der Kuss, 1908. Gesetzt aus der Minion Pro, 11 pt.
Mit charakteristischen Strichen zeigt Ricarda Huch die geschichtlichen Zusammenhänge, die eine Figur wie Michael Bakunin möglich und „fällig“ machten: die Lage der Bauern und des Adels um die Mitte des vorigen Jahrhunderts, die deutsche Szenerie um 1840, die Situation der deutschen und russischen Emigranten in Paris und schließlich Bakunins Anteil an der deutschen Revolution von 1848. Nach wie vor gilt, was Hermann Hesse nach dem ersten Erscheinen des Buches (1925) schrieb: „Was seit siebzig Jahren in Europa an Revolution praktiziert worden ist, daran hat Bakunin schöpferischen, gestaltenden Anteil. Sein Leben, fantastisch und dabei voll wärmsten Blutes, mußte gerade diese Dichterin zur Darstellung reizen, und es ist ihr geglückt, diesen schönen Stoff zu gestalten. Thr Buch ist die erste einheitliche und lesbare deutsche Biographie Bakunins.“
Sämtliche Gedichte. Nachw. v. Ricarda Huch
- 749 Seiten
- 27 Lesestunden
Die Dichterin zeigt ein außergewöhnliches Vermögen, zarteste Schwingungen und flüchtige Farben genial und kraftvoll wiederzugeben. Dies führt dazu, dass sie immer wieder neue Klänge und Worte erschafft.
Der Fall Deruga
- 204 Seiten
- 8 Lesestunden
Der Prager Arzt Dr. Sigismondo Enea Deruga, italienischer Abstammung, stolz bis zur Arroganz, temperamentvoll bis zum Jähzorn, spöttisch bis zum Sarkasmus, steht vor Gericht. Er wird verdächtigt, seine ehemalige, schwer krebskranke Frau Mingo Swieter, von der er seit siebzehn Jahren geschieden ist, in München ermordet zu haben. Deruga wird in Mingo Swieters Testament zum Alleinerben eines stattlichen Vermögens eingesetzt. Und schließlich war er einen Tag vor dem Tod seiner Ex-Frau nach München angereist. "Auf Betreiben der Baronin Truschkowitz und auf gewisse zureichende Verdachtsgründe hin ... veranlasste das Gericht die Exhumierung der Leiche, und es wurde festgestellt, dass Frau Swieter nicht infolge ihrer Krankheit, sondern eines furchtbaren Giftes, des Curare, gestorben war." Dr. Deruga bleibt während der Verhandlung desinteressiert an der Aufklärung des Falles und den Vorwürfen gegen ihn, was das Gericht zusätzlich gegen den Arzt einnimmt. Doch ein Brief der Ermordeten bringt eine überraschende Wendung des Verfahrens ...
Eine Kriminalgeschichte, aber auch ein Psychogramm ist Ricarda Huchs Erzählung in Briefen Der letzte Sommer. Sie spielt im vorrevolutionären Rußland. Unruhen durchziehen das Land, Anschläge bedrohen führende Persönlichkeiten, die zaristische Verwaltung greift hart durch.
Quellen des Lebens
Umrisse einer Weltanschauung
Der letzte Sommer
Eine Erzählung
Der Fall Deruga
Roman
Gedichte
Balladen und Lyrik
Im alten Reich
Lebensbilder deutscher Städte
Das Buch bietet eine visuelle Reise durch verschiedene Städte, begleitet von historischen Abbildungen aus der „Topographia Provinciarum“ von Matthaeus Merian. Alte Fotografien, Stahlstiche und Lithographien illustrieren den Zustand der Orte vor den Zerstörungen durch die Weltkriege. Besonders hervorzuheben sind die Fotos von Kurt Hielscher sowie gemeinfreie Zeichnungen und Lithographien, die den Lesern einen eindrucksvollen Vergleich zwischen Vergangenheit und Gegenwart ermöglichen.
In "Der Mondreigen von Schlaraffis" entführt Ricarda Huch die Leser in eine zauberhafte Welt voller Fantasie und märchenhafter Elemente. Die Erzählung verbindet poetische Sprache mit tiefgründigen Themen, die von Sehnsucht und der Suche nach Glück handeln. Huchs Charaktere sind vielschichtig und verkörpern unterschiedliche Facetten des menschlichen Daseins. Das Vorwort von Hans Bethge bietet zusätzlich einen Einblick in die literarische Bedeutung des Werkes und den Kontext der Autorin.
In dieser Erzählung entfaltet sich die Geschichte durch einen Austausch von Briefen, die die innersten Gedanken und Gefühle der Protagonisten offenbaren. Die Briefe zeichnen ein lebendiges Bild von einer tiefen, emotionalen Verbindung, die von Sehnsucht und Nostalgie geprägt ist. Huch thematisiert die Vergänglichkeit des Lebens und die bittersüßen Erinnerungen an einen letzten Sommer, der sowohl Freude als auch Trauer mit sich bringt. Die intime Form der Erzählung ermöglicht einen direkten Zugang zu den Charakteren und ihren Konflikten.
Seifenblasen
Drei scherzhafte Erzählungen: / Lebenslauf des heiligen Wonnebald Pück / Aus Bimbos Seelenwanderungen / Das Judengrab
- 112 Seiten
- 4 Lesestunden
Die Erzählungen von Ricarda Huch kombinieren Humor mit tiefgründigen Themen. Im "Lebenslauf des heiligen Wonnebald Pück" wird eine skurrile Biografie präsentiert, während "Aus Bimbos Seelenwanderungen" die philosophischen Gedanken eines Protagonisten beleuchtet. "Das Judengrab" thematisiert gesellschaftliche Vorurteile und historische Kontexte. Huchs Stil ist geprägt von Witz und Ironie, wodurch sie ernste Fragestellungen auf unterhaltsame Weise behandelt und den Leser zum Nachdenken anregt.
Der Dreißigjährige Krieg
Ein Epos zwischen historischem Roman und Geschichtsschreibung
- 832 Seiten
- 30 Lesestunden
Die Geschichte schildert das dramatische Schicksal von Graf Joachim Andreas Schlick, der nach seiner Flucht ins sächsische Gebiet vom Kurfürsten ausgeliefert wird. In einer düsteren Atmosphäre werden die Verurteilten zur Hinrichtung gebracht, während Schlick, trotz seiner Trauer und Angst, mit Würde und Glauben auftritt. Sein Schicksal kulminiert in einem plötzlichen und brutalen Ende, das die Themen von Gerechtigkeit, Verrat und den Konflikt zwischen Loyalität und Überleben eindrucksvoll beleuchtet.
Luthers Glaube
Briefe an einen Freund
F. Th. Vischer teilt in seinen Kritischen Gängen seine tiefgreifende Begeisterung für Martin Luther. Er beleuchtet Luthers Einfluss auf die Gesellschaft und die Theologie seiner Zeit und analysiert die Relevanz seiner Lehren für die moderne Welt. Durch persönliche Reflexionen und historische Betrachtungen wird Luthers Wirken als prägend für die Entwicklung des Protestantismus dargestellt. Vischers kritische Auseinandersetzung bietet einen fundierten Einblick in die komplexe Beziehung zwischen Glauben und gesellschaftlichem Wandel.
Das Buch bietet eine visuelle Reise durch verschiedene Städte, begleitet von historischen Abbildungen aus der "Topographia Provinciarum" von Matthaeus Merian sowie alten Fotografien und Lithographien, die den Zustand der Orte vor den Zerstörungen der Weltkriege dokumentieren. Der Neusatz orientiert sich an der Ausgabe von 1927 und umfasst Städte wie Würzburg, Freiburg im Breisgau und Innsbruck. Die Kombination aus historischen Bildern und anschaulichem Text vermittelt ein eindrucksvolles Bild der kulturellen und architektonischen Entwicklung dieser Regionen.
Ricarda Das Leben des Grafen Federigo Confalonieri. Roman Leipzig, Insel-Verlag, 1910. Neuausgabe. Herausgegeben von Karl-Maria Guth. Berlin 2018. Umschlaggestaltung von Thomas Schultz-Overhage. Gesetzt aus der Minion Pro, 11 pt.
Gesammelte Werke. Band 4
Der Fall Deruga. Der wiederkehrende Christus
Ausgewählte Erzählungen
- 414 Seiten
- 15 Lesestunden
Romanbiografie des italienischen Nationalhelden, der den Kampf für die Einigung Italiens und den Sturz der fremden Herrschaft einleitete. Die deutsche Schriftstellerin ruft mit warmem Interesse das Bild eines Helden hervor, dessen Leben und Kämpfe legendäre Züge angenommen haben, sowie das gesellschaftlich und politisch komplexe Umfeld, in dem er lebte und durch seine Persönlichkeit und Taten mitgestaltete.
Erinnerungen von Ludolf Ursleu dem Juengeren
- 347 Seiten
- 13 Lesestunden
Erinnerungen von Ludolf Ursleu, dem Jüngeren - bk1124; Ullstein Verlag; Ricarda Huch; pocket_book; 1980
Der Nachdruck des Originals von 1927 bietet einen faszinierenden Einblick in die damalige Zeit und deren kulturelle sowie gesellschaftliche Kontexte. Die Leser können sich auf eine authentische Darstellung der Ereignisse und Gedankenwelt der Menschen freuen, die in dieser Epoche lebten. Die Wiederveröffentlichung ermöglicht es, die damaligen Themen und Stilmittel zu erleben und deren Einfluss auf die heutige Literatur zu erkennen. Ideal für Liebhaber klassischer Literatur und Geschichtsinteressierte.
Die Schweiz wird als ein einzigartiges Land beschrieben, das von mächtigen Nachbarn umgeben ist und in einer beeindruckenden Gebirgslandschaft liegt. Die Bevölkerung hat eine tiefe Verbindung zu ihrem Heimatland und hat sich inmitten von Herausforderungen eine eigene Identität bewahrt. Trotz der ständigen Präsenz von Ausländern, die das Land besuchen oder dort leben, bleibt die Schweiz weitgehend unbekannt und bewahrt ihre kulturellen Besonderheiten. Die Mischung aus natürlicher Abgeschiedenheit und bewusster Zurückhaltung prägt das Bild dieses faszinierenden Landes.
Das Buch wurde reichlich mit Bildmaterial ausgestattet: Viele Städtebilder werden eingeleitet von den alten Stichen der »Topographia Provinciarum« von Matthaeus Merian (in mehreren Bänden 1647ff.). Im laufenden Text zeigen alte Fotografien, Stahlstiche oder Lithographien den Zustand der abgebildeten Objekte vor der Zerstörung durch die Weltkriege. So z. B. die Fotos von Kurt Hielscher sowie gemeinfreie Zeichnungen und Lithographien aus der Wikipedia. Der Text des Neusatzes folgt der Ausgabe von Leipzig 1927 mit drei Ergänzungen aus späteren Auflagen. Inhalt DER NORDEN Xanten Dortmund Osnabrück Lemgo Braunschweig Neu-Brandenburg Prenzlau Stendal Tangermünde Stralsund Wismar Lübeck Lüneburg Hildesheim Goslar Quedlinburg Halberstadt Hameln Enger in Westfalen Münster Soest Paderborn Güstrow Ratzeburg Rostock
Taschenbuchausgabe in Einzelbänden
- 232 Seiten
- 9 Lesestunden
Michail Alexandrowitsch Bakunin war russischer Revolutionär und Anarchist. Er gilt als einer der einflussreichsten Denker, Aktivisten und Organisatoren der anarchistischen Bewegung. Die Schriftstellerin und Historikerin Ricarda Huch zeichnet sein Leben nach, von der Kindheit und Jugend in Russland über erste Bekanntschaften mit kommunistischem und anarchistischem Gedankengut, Begegnungen mit Marx und Proudhon. Bakuninhat die Idee des kollektivistischen Anarchismus entwickelt und war in der Internationalen Arbeiterassoziation Vertreter der Antiautoritären. Er stand in Konflikt mit Marx, was zur Spaltung der Internationale führte und zur Abspaltung der anarchistischen Bewegung von der kommunistischen Bewegung und der Sozialdemokratie.



































































