Bohumil Hrabal erzählt die Geschichte seiner Ehe aus der Perspektive seiner Frau, was literarisch spannend ist. Diese Ich-Erzählerin, Eliška, beleuchtet die Herausforderungen, die sie mit ihrem Ehemann hat. Zu Beginn hetzt sie zum Verlag, um den überfälligen Vorabdruck seines neuen Buches abzuholen, während Bohumil verzweifelt zu Hause wartet, hin- und hergerissen zwischen Selbstmordgedanken und Alkohol. Eine denkwürdige Episode zeigt ihn stark alkoholisiert am Bahnhof, den Verlagsvorschuss in einem Einkaufsnetz voller Geldscheine schwenkend. Eine Mitreisende bemerkt treffend: "Der Herr Gemahl ist ein lustiger Kerl." Hrabal, geboren 1914 in Brünn, war ein ehemaliger Stahlgießer und ab 1963 freier Schriftsteller mit einem umfangreichen Werk. Seine Schilderung des Prager Frühlings 1968 und dessen Niederschlagung hat burleske Züge. Der Wacholderschnaps spielt eine zentrale Rolle in seinem Leben, bis er schließlich an einer Lebervergiftung erkrankt. Die Kapitel über seinen Kampf gegen den Tod sind besonders eindringlich. Eliška bleibt stark, was ein Wunder ist. In ihrem Schlusswort wird Wehmut spürbar: "Dieser Mann hielt mich all die Jahre auf Trab, daß ich darüber vergaß, ein Kind zu haben." Eine bemerkenswerte Liebe, die bis zu Hrabal's Tod 1997 bestand.
Kees Mercks Bücher




Die Deutsche Akademie für Kinder-und Jugendliteratur e. V. hat Pavel Srut, Die Sockenfresser zum Buch das Monats August 2018 gekürt. Endlich gelüftet: das Geheimnis der verschwundenen Socken! Es ist nicht die Waschmaschine, sondern es sind die Sockenfresser, die immer nur eine Socke eines Paares (oberstes Sockenfressergesetz!) genüsslich verspeisen. Für menschliche Augen meistens unsichtbar, leben die Sockenfresser bei uns im Verborgenen und passen sich ihrer Umgebung bei Gefahr wie ein Chamäleon an. Sockenfresser können schrumpfen und sich dehnen und durch den kleinsten Spalt schlüpfen. Wasser mögen sie überhaupt nicht, weil sie sich nicht gerne auswringen. Es gibt Sockenfresser, die das Abenteuer lieben, ängstliche und übermütige, genauso wie vorsichtige und schüchterne. Der Held dieser Geschichte, der kleine Sockenfresser Kicher, und seine übermütigen Cousins rutschen von einem Abenteuer ins nächste. Und der unerbittliche Sockenfresserforscher Professor Krausekopf ist ihnen stets auf den Fersen ... Ein spannendes, herzerwärmendes Abenteuer – mit vielen farbigen Bildern von Galina Miklínová
Ivan Klímas Roman erzählt eine subtile Dreiecksgeschichte im Prag der achtziger Jahre und die (autobiographische) Geschichte eines in Ungnade gefallenen Schriftstellers. Dieser steigt jeden Morgen kurz vor sechs in seine orangefarbene Arbeitsjacke und rückt mit Besen und Schaufel aus: die Straßenkehrer haben Frühschicht. Um der Eintönigkeit seiner Ehe und dem Leben ohne (Bürger-)Freiheiten in einer Gesellschaft von Opportunisten und Korrumpierten zu entfliehen, sucht er Abwechslung und läßt sich auf eine rasante Liebesgeschichte ein. »Liebe und Müll ist ein wunderbares Buch, das mit entwaffnender Unbefangenheit von einer großen emotionalen (und erotischen) Verwirrung erzählt. Es lebt aus einem ganz anderen, fast entgegengesetzten Temperament als die Bücher von Milan Kundera und geht doch von ähnlichen Grundüberlegungen aus.« Philip Roth
Ironisch levensverhaal van een journalist die na te zijn opgegroeid in een Moravisch dorp later moeilijkheden krijgt met de communistische autoriteiten in Tsjechoslowakije.