Ein achtunddreißigjähriger Buchhändler aus Wien, verheiratet und unsicher, wird von seiner Frau manchmal gehasst. Nach der Scheidung flieht Daniel Haid nach Amerika, um der Einsamkeit und seinen Erinnerungen zu entkommen. In San Francisco beginnt seine verzweifelte Suche nach Identität im Chaos von Sicherheit, Reichtum, Armut und Gewalt. Sucht nach Erfahrungen treibt ihn in die Schrecken der amerikanischen Realität, wo er das Leid und die Lust der Verzweifelten um ihn herum wie ein Schlafwandler wahrnimmt. Um sich zu schützen, schlüpft er in fremde Rollen, besonders die des Detektivs Philipp Marlowe, der immer weiß, was zu tun ist. Doch diese Rolle zieht ihn in einen Kriminalfall und einen Mordverdacht hinein. In Panik flieht er nach Los Angeles, verfolgt von Erinnerungen, und reist weiter nach Las Vegas und New York. Unter dem Druck von Angst und Bedrohung wandelt sich sein Realitätsempfinden in eine selbsterfüllte Wahrnehmung. Ein starkes Gefühl der Liebe überwindet schließlich seinen langen Traum. Der Autor schafft einen modernen Entwicklungsroman, in dem die innere Spannung durch die äußeren Elemente der Kriminalgeschichte vorangetrieben wird. Die Verbindung von Poesie und Realität, die der Protagonist schätzt, spiegelt sich in seiner Selbstfindung im Chaos einer entfremdeten Welt wider.
Gerhard Roth Bücher
Gerhard Roth ist vielleicht der bedeutendste Schriftsteller, der aus dem „Genie-Brutkasten“ Forum Stadtpark hervorgegangen ist, welches die deutsche Literatur in den letzten zwei Jahrzehnten maßgeblich beeinflusst hat. Sein breites Werk, von experimentellen Romanen bis hin zu Theaterstücken und einem Kinderbuch, hat ihm zahlreiche bedeutende Preise eingebracht und mehrere seiner Bücher wurden verfilmt. Er ist ein unbequemer Autor, dessen Werk sich um extreme geistige Zustände und Verhaltensweisen dreht.






Die Künstler von Gugging: ein faszinierender Einblick in eine fantastische Bilderwelt mit bisher unveröffentlichtem Fotomaterial. 1976 fuhr Gerhard Roth zum ersten Mal nach Gugging, in die Landesnervenheilanstalt nahe Wien, um den Leiter Leo Navratil und den Dichter Ernst Herbeck zu besuchen. Herbeck lebte in Gugging, mit anderen Patienten, die wie er an chronischen psychischen Erkrankungen litten, später wurde dort das so genannte „Haus der Künstler“ eingerichtet. Es war der Auftakt für eine tiefgreifende Auseinandersetzung, die bis heute anhält und Gerhard Roth stark geprägt hat. In der Folge besuchte er sie alle und immer wieder: August Walla, Johann Hauser, Oswald Tschirtner, heute ohne Ausnahme Künstler von Weltruf, aber auch die Vertreter der „zweiten Generation“ wie Arnold Schmidt, Karl Vondal, Leonhard Fink u. a. Roth war nicht nur von ihrer Kreativität beeindruckt, sondern auch von den Persönlichkeiten der Künstler und der Einheit von Leben und Werk, die er in ihnen erkannte. Dieses Buch dokumentiert eine bereits 35 Jahre dauernde Begegnung: mit zahlreichen Abbildungen der Künstler und ihrer Werke sowie Texten von Gerhard Roth über ihr Leben und ihre Bilder. Mehr als 300 seiner Fotografien zeigen sein tiefes Verständnis für das Leben und Schaffen dieser aussergewöhnlichen Menschen.
Portraits
- 317 Seiten
- 12 Lesestunden
Mehr als dreißig Jahre lang hat Gerhard Roth neben seiner Arbeit als Romancier Menschen porträtiert, die zu den größten und bemerkenswertesten ihres Faches gehören. Viele dieser aus intensiven Begegnungen entstandenen Porträts widmen sich bedeutenden Autoren wie Elias Canetti, Max Frisch oder Thomas Bernhard, andere beschäftigen sich mit außergewöhnlichen künstlerischen Außenseitern wie August Walla, Bruno Gironcoli und Franz Gsellmann. Darüber hinaus spannt sich der Bogen weit: vom Bombenleger und mehrfachen Mörder Franz Fuchs bis zum Fußballtrainer Ivan Osim, vom »Zirkuskünstler« André Heller bis zum legendären österreichischen Bundeskanzler Bruno Kreisky. Vincent van Gogh: Geheimnisse und Wahrheiten – Max Frisch: Fuchsjagd an den Ufern des Zürichsees – Elias Canetti: Im Spiegelkabinett der zweitausend Masken – Thomas Bernhard: Der lebendige Tote – Bruno Kreisky: Ein österreichisches Schauspiel – Simon Wiesenthal: Der Ingenieur der Erinnerung – Franz Fuchs: Das Bombenhirn – Franz Gsellmann: Die Weltmaschine am Ende der Welt – August Walla: Die Welt im Zimmer – Bruno Gironcoli: Der Künstler als Regent des Chaos – Günter Brus: Eine abenteuerliche Reise durchs Gehirn – Ivan Osim: Der schweigende Merlin des Fußballsports – André Heller: Ein Circustraum – Tennessee Williams: Der Schlangenbeschwörer – Eugène Ionesco: »Ich habe alle meine Fässer geleert« – Abschied von Wolfgang Bauer
Die erste Erinnerung ist ein flackernder Schwarzweißfilm: Winter 1945, ein Fliegerangriff auf einen Zug, den das Kind überlebt. Zwanzig Jahre später ist aus dem Kind ein junger Medizinstudent geworden, der in der Anatomie der Grazer Universität Leichen seziert und heimlich ersten Schreibversuchen nachhängt. Dazwischen entfaltet sich ein Leben in unvergesslichen Geschichten und exemplarischen Szenen: meisterhaft und aus dem überwältigenden Reichtum der Erinnerung erzählt Gerhard Roth von den Bedrängnissen durch Elternhaus, Schule und Religion, aber auch von der Flucht in die Wunderwelten des Kinos und der Literatur und vom Glück, Menschen zu begegnen, die das eigene Leben für immer verändern.Mit Aufrichtigkeit und Hingabe erzählt Gerhard Roth vom Rätsel der Kindheit und dem Wagnis des Erwachsenwerdens: von der Entdeckung des eigenen Ich und dem Weg ins Leben, vom Gang der Zeit und dem Wunder der Erinnerung.
Im tiefen Österreich
- 209 Seiten
- 8 Lesestunden
Im tiefen Osterreich ist der erste Rand des Romanzyklus Die Archive des Schweigens von Gerhard Roth. Er kann jedoch auch als ein selbständiger Text- und Bildband über Gegenwart und Geschichte des \"tiefen Österreich\" betrachtet werden. Das Buch enthält einen umfangreichen Teil mit historischen Abbildungen über das Leben in der österreichischen Provinz und - in sechs Abteilungen gegliedert - Aufnahmen, die Roth gleichsam als visuelle Tagebuchaufzeichnungen wahrend der Arbeit an seinem Romanzyklus von Menschen und Landschaft in der Südsteiermark gemacht hat.
Die Archive des Schweigens: 1. Im tiefen Österreich2. Der Stille Ozean3. Landläufiger Tod4. Am Abgrund5. Der Untersuchungsrichter6. Die Geschichte der Dunkelheit7. Eine Reise in das Innere von Wien
Orkus
Reise zu den Toten
32 Jahre lang hat Gerhard Roth an seinen beiden Romanzyklen »Die Archive des Schweigens« und »Orkus« gearbeitet – ein einzigartiger Kosmos der Literatur und des Denkens, der neben klassischen Romanen auch dokumentarische und essayistische Bände umfasst. Der Band »Orkus« ist der Schlussstein dieser monumentalen Arbeit: ein autobiographischer Roman, in dem das Leben des Autors mit dem seiner Figuren auf faszinierende Weise verschmilzt. »Orkus« ist die Essenz eines Schriftstellerlebens: ein Buch über das Wesen des Menschen, die Wahrnehmung der Welt, die Suche nach einer anderen Wirklichkeit. Eine lange Reise zu den Toten und der grandiose Versuch, das Leben zu verstehen, ohne es zu zerstören. Zum Werk von Gerhard Roth gibt Auskunft der Materialienband »Die Zeit, das Schweigen und die Toten«, herausgegeben von Jürgen Hosemann.
Die Imker
- 549 Seiten
- 20 Lesestunden
Es ist der Morgen des 1. April, als etwas Ungeheures geschieht: Ein gelber Nebel zieht auf, der die Menschen buchstäblich in Luft auflöst. Aber nicht alle Menschen sind verschwunden, stellt Franz Lindner fest, der Erzähler dieses alle Grenzen sprengenden Romans. Er selbst hat als Patient einer Einrichtung für psychisch beeinträchtigte Künstlerinnen und Künstler die Katastrophe überlebt – wie auch die anderen Patienten, Ärzte und Besucher. So unfasslich das Ereignis ist, so konkret muss der Alltag jetzt organisiert werden. Eine Dorfgemeinschaft aus Bienenzüchtern entwickelt sich, und Franz Lindner wird ihr Chronist. Aber die neue Welt ist keine friedliche: Gewalt, Hass und Eifersucht sind nicht verschwunden, und auch die Natur scheint sich vom Menschen befreien zu wollen. Zwei Jahre begleiten wir »die Imker« durch eine Welt, in der Traum und Wirklichkeit nicht zu unterscheiden sind. Dann macht ein weiteres unerklärliches Ereignis der Geschichte ein überraschendes Ende. Gerhard Roths »Die Imker« ist ein philosophischer Roman im Setting einer Dystopie. Er behandelt die Entstehung von Gesellschaft und das Wesen des Menschen, vor allem die Bedeutung des Unbewussten und das Rätsel des Todes. Es ist das Spätwerk eines großen Autors, der in einem parabelartigen Gedankenspiel noch einmal alle Motive seines Denkens und Schreibens versammelt.
Als zu Beginn der siebziger Jahre Gerhard Roth seine ersten Kurzromane publizierte, horchten die Kritiker auf: Er hatte einen neuen Ton in der Literatur angeschlagen. Seine fünf Kurzromane segeln bei Kennern unter dem Stichwort »Schizophrenie-Romane«. Es waren, wie der Kritiker und Literaturwissenschaftler Jörg Drews schrieb, »raffinierte Recherchen in Grenzgebieten des Bewußtseins, wo die Anfänge paranoider Deformation die Wahrnehmung der Welt verzerren und zugleich die Wahrheit über die Monstrosität unserer Innen- und Umwelt zum Vorschein kommt, gerade weil die „gesunden“, kontrollierten Selektionen der Wahrnehmungen außer Kraft geraten.« Bevor Roth seinen endgültigen Durchbruch mit seinen großen Romanen schaffte – und dafür mit Preisen ausgezeichnet wurde – und seitdem in einem Atemzug mit Handke oder Bernhard genannt wird, hat er gezeigt, »daß er Bewußtseinszustände, die an der Grenze zur Schizophrenie liegen und schließlich in sie umkippen, mit sparsamen Mitteln und mit einem für den Leser faszinierenden und irritierenden Sog darstellen konnte«. (Drews)
Wie einzigartig ist der Mensch?
Die lange Evolution der Gehirne und des Geistes
- 437 Seiten
- 16 Lesestunden
Gerhard Roth, geboren 1942, ist promovierter Philosoph und promovierter Biologe. Seit 1976 ist er Professor für Verhaltensphysiologie und Entwicklungsneurobiologie am Institut für Hirnforschung der Universität Bremen, seit 2016 leitet er zudem das Roth Institut in Bremen. Von 1997 bis 2008 war er Rektor des Hanse-Wissenschaftskollegs, von 2003 bis 2011 Präsident der Studienstiftung des Deutschen Volkes, außerdem ist er Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Für sein Werk erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, zuletzt den Life Achievement Award. Gerhard Roth gilt als einer der bedeutendsten Neurowissenschaftler im deutschsprachigen Raum, seine Bücher erreichen regelmäßig Bestsellerstatus.
Coaching, Beratung und Gehirn
Neurobiologische Grundlagen wirksamer Veränderungskonzepte
Das Buch beleuchtet das Thema Coaching aus neurobiologischer sowie psychologischer Perspektive und bietet fundierte Grundlagen für eine wirksame Beratungspraxis. Es erläutert Faktoren, welche die Entwicklung und Veränderbarkeit von Persönlichkeit sowie Erlebens- und Verhaltensweisen bedingen, und vermittelt ein tiefgreifendes Verständnis verschiedener Interventionsansätze und ihrer Wirkungsweise. Die wichtigste Aufgabe eines Coaches ist es, den Klienten dabei zu unterstützen, einschränkende Erlebens- und Verhaltensmuster zu erweitern. Die Autoren schildern, mit welchen neurowissenschaftlich fundierten Methoden dies in der beratenden Praxis gelingen kann. Das Buch wirft einen differenzierten Blick auf verschiedene Veränderungsebenen und -strategien sowie auf die Wirksamkeit von Coaching-Interventionen. Ein neurowissenschaftliches Standardwerk für qualitativ hochwertige Beratung. - Gerhard Roth ist »der bedeutendste Naturwissenschaftler im deutschsprachigen Raum« (Zeitschrift Cicero) - Alica Ryba ist erfahrene Coaching-Praktikerin Dieses Buch richtet sich an: - Alle Coaches - Alle Psychologischen BeraterInnen - PsychotherapeutInnen
Körperlich Verstörte, so heißt es, erfahren für ihr Leiden häufig einen gelinden Ausgleich, indem sie sich in anderen Sinnesbereichen besonders befähigen. Die Hauptperson Franz Lindner in Gerhard Roths Roman ›Landläufiger Tod‹ ist stumm. Er muß genauer als andere beobachten und nachdenken, und wenn er sich ausdrücken will, muß er es aufschreiben. In seinen Niederschriften entsteht ein poetisches Bild seiner Umgebung und unserer Zeit, in dem »alle Menschen und Geschichten aus der Luft gegriffen sind«. Lindner erzählt in diesem Buch ganz real Stationen seines Lebens, entwirft sich in ausschweifenden Episoden die Welt neu und zeichnet vor allem den verwirrend vielfältigen Mikrokosmos eines kleinen Dorfes auf, in dem es alles, nur keine Idylle gibt. Auswegloses Elend verbindet die Bewohner des kleinen südostösterreichischen Fleckens. »Roths Phantasie beginnt dort zu arbeiten«, schrieb ›Der Spiegel‹ zum ›Landläufigen Tod‹, »wo menschliche Erkenntnis aufhört. Sie füllt die Leerstellen, in die Wissenschaftler und Philosophen nicht eindringen können.« Roths Roman von der »Verrücktheit« Franz Lindners ist zugleich das Buch von dessen Hellsichtigkeit.
Am letzten Tag des Jahres gibt der Lehrer Nagl seinen Beruf auf. Er verläßt Österreich und macht mit seiner Freundin Anna eine Reise durchs winterlich helle Italien. »›Vielleicht‹, dachte er plötzlich, ›ist es wirklich das Gescheiteste, sich dem Leben anzuvertrauen, wie man sich dem Tod anvertraut, auch wenn die Nähe zum Leben eine Nähe zu den Schrecken des Lebens bedeutet.‹« Während der Reise zerbricht die Beziehung zu dem Menschen, der ihm am nächsten steht. Anna fährt nach Österreich zurück. Er bricht auf nach Fairbanks, Alaska, in die Kälte. Nagls Geschichte ist die Geschichte einer großen, schmerzvoll erfahrenen Resignation gegenüber allen bis dahin gelebten Sicherheiten (Heimat, Beruf, Liebe, Reli-gion, soziale Bindungen). Die Radikalität dieses existenziellen Ansatzes und genaue Darstellung aller sinnlichen und emotionalen Wahrnehmungen lassen seine Selbstanalyse zur Analyse dieser Zeit werden. Nicht in gesicherten Verhältnissen vermag Nagl Ruhe, Wärme und Geborgenheit zu finden, er vermutet sie in der Einsamkeit des ›ewigen Eises‹.
Das Gehirn und seine Wirklichkeit
Kognitive Neurobiologie und ihre philosophischen Konsequenzen
- 383 Seiten
- 14 Lesestunden
Roth, Das Gehirn und seine Kognitive Neurobiologie und ihre philosophischen Konsequenzen (suhrkamp taschenbuch wissenschaft). Taschenbuch. Mit leichten Gebrauchsspuren am Softcover.
Kopf oder Bauch?
- 157 Seiten
- 6 Lesestunden
Warum schreiben Menschen auf Zigarettenpackungen die Warnung, dass Rauchen tödlich sein kann? Weil wir es dem Einzelnen nicht zutrauen, immer diejenige Entscheidung zu treffen, die die Allgemeinheit für die richtige hält. Für eine Antwort auf die Frage>>Was soll ich tun?< >falschen<<Entscheidungen zu bewahren. Diese Gefahr wird offensichtlich als groß eingestuft. Anders als es eine vernunftgeprägte Ethik nahe legt, fügen sich selbst ethische Entscheidungen vollständig in ein System der Ökonomie ein. Ökonomie ist hierbei als die Organisation unserer Lebensbedürfnisse zu verstehen: Unser Gehirn versucht nach Möglichkeit alles zu vereinfachen und schonend mit seinen Ressourcen umzugehen. Dadurch ist es einer Denkökonomie verpflichtet. Die Autoren des Buches erörtern die Frage, wie sich unser Bild von Ökonomie, Ethik, Moral und Entscheidung verändert, wenn wir die Ergebnisse der neueren Hirnforschung ernst nehmen
Der Untersuchungsrichter beschreibt die dunkle Höhle des Lebens, in der Ängste hausen, denen sich der Erzähler radikal aussetzt. Er nimmt die Herausforderung in einem System der Systemlosigkeit an, in dem es a priori keine Gerechtigkeit und Gesetzmäßigkeit gibt, wobei er die Justiz als markanteste Scheinverfestigung ansieht. Sonnenberg untersucht nicht nur Kriminalfälle, sondern auch die sogenannte Wirklichkeit, die ihm immer mehr entgleitet. Er erkennt, dass Tatsachen nur Übereinkünfte sind und dass die Justiz Ausdruck der Angst ist, die die Gesellschaft vor sich selbst hat. Immer mehr verliert er sich in einer halluzinierten Welt, bis er zwischen alltäglichen Erfahrungen und Wachträumen nicht mehr unterscheiden kann. Die Justiz erfindet die Welt, die sie benötigt, und diese paranoide Welt ist selbst eine Welt des Verbrechens. Den Untersuchungsrichter begleitet der sprechende Hund Schwiff, der die Vernunft verkörpert und die Rolle des Verbrechens in der alltäglichen Wahnwelt erfasst. Auch er kann sich dem Verbrechensprozess nicht entziehen. Der Erzähler unterbricht immer wieder die fragmentarischen Ereignisse, erkennt jedoch, dass seine Gedankensplitter nicht gegen die Welt des Verbrechens bestehen können. So wird Sonnenberg zum Erzähler, der sich selbst untersucht. Beide erkennen schließlich, dass der Schlüssel zum Verständnis von Opfern und Tätern im Wissen des Menschen über sich selbst liegt.
Die Hirnforschung ist nach wie vor eines der faszinierendsten und meistdiskutierten Unter-suchungsgebieten in den Naturwissenschaf-ten. Ständig sind neue Erfolgsmeldungen zu verzeichnen, doch sind immer noch viele - vielleicht sogar immer mehr? - allgemeinin-teressierende Fragen offen, man denke nur an das Leib-Seele-Problem oder die Simulation von Hirnvorgängen durch Computer. Doch wo sind die Grenzen heute, wo in der Zu-kunft? Welche Funktionen dürfte man und in welcher Vollständigkeit klären können? Wissenschaftler beantworten in diesem Buch die Fragen aus der Sicht ihrer jeweiligen Dis-ziplin. Zu den Autoren zählen u. a. Ansgar Beckerman, Hans Flohe, Ernst Florey, Ran-dolf Menzel und Eckhart Scheerer. Auf ver-ständlichem Niveau wird der Leser in ein breites Spektrum fachübergeifender, natur-wissenschaftlicher und philosophischer Fra-gestellungen eingeführt.
Die Stadt
- 550 Seiten
- 20 Lesestunden
In den fast zwanzig Jahren nach Erscheinen seines legendären Essaybands »Eine Reise in das Innere von Wien« hat Gerhard Roth unermüdlich weiter die Stadt erforscht, in der er seit vielen Jahren lebt. Seine neuen Erkundungen führen ihn hinter die Kulissen des Naturhistorischen Museums und der Nationalbibliothek, durch das k.k. Hofkammerarchiv und die Wunderkammern der Habsburger, durch die Sammlung anatomischer Wachsmodelle des Josephinums und ins Gerichtsmedizinische Museum, ins Uhrenmuseum und über den Zentralfriedhof. Die Zeit und der Tod sind die Leitmotive dieses Schreibens, im Mittelpunkt aber steht immer der Mensch: Roths eindrucksvolle Beschreibungen des Blinden- und des Gehörloseninstituts weiten sich zu einer bewegenden Geschichte der Krankheit, und sein Besuch des Flüchtlingslagers Traiskirchen wird zur Studie über Menschlichkeit in einer globalisierten Welt.
Mit dem Bericht ›Die Geschichte der Dunkelheit‹ schließt Gerhard Roth seinen siebenbändigen Romanzyklus ›Die Archive des Schweigens‹ ab. Die Lebensgeschichte des Wiener Juden Karl Berger wird erzählt, der in der Leopoldstadt aufwächst und sich mehr als Österreicher denn als Jude fühlt. In den frühen dreißiger Jahren machen sich jedoch antisemitische Ressentiments bemerkbar, und Berger beobachtet besorgt den Aufstieg der Nationalsozialisten im Deutschen Reich. Nach dem Einmarsch der deutschen Truppen emigriert er mit 18 Jahren nach London, tritt in die tschechoslowakische Exilarmee ein und kämpft an der Befreiung Deutschlands. Nach dem Krieg erfährt er, dass sein Vater von den Nazis ermordet wurde, während seine Mutter und Schwester überlebten. Berger reist zurück nach England und dann nach Israel, bevor er 1962 nach Wien zurückkehrt. Sein Leben ist stark geprägt von Antisemitismus und den politischen Katastrophen des 20. Jahrhunderts. In diesem Buch treten die politischen Dimensionen von Roths Zyklus besonders hervor. Der Bericht zeigt historische Beispiele für soziale Ausgrenzung, Untertanentum und Denunziation und weist auf latente sowie offene antisemitische Strömungen im heutigen Wien hin.
Atlas der Stille
- 310 Seiten
- 11 Lesestunden
Atlas der Stille Gerhard Roth Der Schriftsteller Gerhard Roth verwendet seit vielen Jahren den Fotoapparat wie eine Sonde, die ihm beim Beobachten und Aufspüren hilft. Nicht die 'schöne', 'gute' Fotografie, sondern alles, was nebensächlich und selbstverständlich scheint, interessiert ihn, das Alltäglichste vor seiner Haustür. Lange Zeit war ihm der Fotoapparat ein Hilfsmittel, eine andere Form, Tagebücher oder Notizen zu verfassen, ein Erinnerungsspeicher außerhalb des eigenen Kopfes. Fotografieren geschah dabei so selbstverständlich und unaufgeregt wie Gehen: Unkompliziert, einfach, nebenbei. Allmählich wurde jedoch der Fotoapparat zu einem Gerät, das die Aufmerksamkeit steigerte. Mit Bildern ließen sich nicht nur Notizen, sondern Kürzestgeschichten für die schriftstellerische Arbeit, ja ganze Beobachtungsserien anfertigen. In Obergreith, wenige Kilometer von der slowenischen Grenze entfernt, lebte und fotografierte Roth von 1977 bis 1986, in dieser Zeit entstanden mehr als 10.000 Fotografien. Roth erkundete diesen Landstrich, seine Häuser und Lebensgeschichten, die Jahreszeiten und Lebensläufe, das Dorfleben und Tierleben, die Landschaften, allesamt Schauplätze für Geschichten. Das Besondere im Alltäglichen, im Allgemeinsten zu erkennen, ist Gerhard Roths fotografisches Credo: 'Ich sah, wie ein Schwein geschlachtet wurde und ein Huhn. Für mich geschah alles wie zum ersten Mal, weil ich es beschrieb und fotografierte.'
Freiheit, Schuld und Verantwortung
Grundzüge einer naturalistischen Theorie der Willensfreiheit
- 190 Seiten
- 7 Lesestunden
In den letzten Jahren wurde der Streit um die Willensfreiheit intensiv öffentlich diskutiert. Der traditionelle Begriff setzt voraus, dass Menschen unabhängig von psychologischen und neurobiologischen Determinanten entscheiden können. Diese Auffassung ist jedoch weder begrifflich noch empirisch haltbar. Gerhard Roth und Michael Pauen entwickeln ein neues Konzept der Willensfreiheit, das auf einem "aufgeklärten Naturalismus" basiert und sowohl vorwissenschaftliche Phänomene als auch wissenschaftliche Methoden berücksichtigt. Ihr Verständnis von Freiheit betont die Fähigkeit zu selbstbestimmtem Handeln, das auf eigenen Wünschen und Überzeugungen beruht. Dadurch umgehen sie die Probleme traditioneller Konzepte, erfassen das Alltagsverständnis von Willensfreiheit und berücksichtigen die Erkenntnisse der Neurobiologie. Die Autoren argumentieren, dass ihr Ansatz ein differenzierteres Verständnis von Schuld und Verantwortung ermöglicht, was weitreichende Konsequenzen für das Strafrecht und den Strafvollzug hat. Sie formulieren das Autonomieprinzip, das besagt, dass freie Handlungen weder unter Zwang noch vollständiger Determination erfolgen dürfen, und dass solche Handlungen nicht zufällig sein dürfen.
Man hat das Vergnügen, hieß es in einer Kritik, »endlich einen Kriminalroman ohne das obligate schlechte Gewissen genießen zu können«. Gerhard Roth spannt in diesem Roman ein seltsames Paar zusammen: den Defraudanten Dalton, der nach dreißig Jahren Fron als Bankangestellter Frau und Kinder verlässt und mit ein paar hunderttausend auf die Seite gebrachten Dollar endlich frei und ohne Verpflichtungen mit seiner Freundin leben will, und den Wiener Fotografen Weininger, der für einen Bildband Aufnahmen in New York machen soll. Weininger erlebt Dalton auf der Flucht vor Erpressern und vor einem Privatdetektiv, den ihm die verlassene Ehefrau auf die Spur gesetzt hat. Nach einigen verschlungenen Umwegen, an deren Rand auch ein paar Leichen zurückbleiben, findet sich das Gespann Dalton-Weininger an der Côte d‘Azur wieder. Zu einem neuen Lebensanfang für Dalton und seine Freundin Patricia möglicherweise ... Eine Kritikerin befand: »Aus tausend winzigen Facetten setzt sich da ein Spiegelbild der großartig abenteuerlichen Stadt zusammen, wie man es so leicht nicht gezeigt bekommt. Hier ist Roths Stil von einer subtilen Genauigkeit, die die Fülle des Geschauten und Gespürten aufzeichnet, mit unendlicher, den Leser nie ermüdender Geduld.«
Jahrelang durchforschte Gerhard Roth die licht abgewandten Bezirke Wiens. Auf seinen Streifzügen durch die Hauptstadt ließ er sich nicht vom Glanze der ehemaligen k. u. k. Residenzstadt blenden. Er suchte und fand deren realen und ihren seelischen Untergrund. Im FAZ-Magazin publizierte Roth eine Serie mit seinen Erkundungen. Er berichtet darin vom ehemaligen Hetztheater (in dem Tiere so lange aufeinander gehetzt wurden, bis sie todwund verendeten), von den Katakomben in der Inneren Stadt, von den geistesverwirrten Künstlern in der psychiatrischen Anstalt Gugging, vom ehemaligen Judenviertel in der Leopoldstadt; Roth beschreibt das stadtbekannte Männerwohnheim in der Meldemannstraße, in dem Hitler knappe vier Jahre zugebracht hat, stattet dem so genannten Narrenturm und dem Heeresgeschichtlichen Museum Besuche ab. Unversehens gerät der Band zu einem Reiseführer durch die Abgründe der österreichischen Seele.
Neurowissenschaften und Philosophie
- 342 Seiten
- 12 Lesestunden
Persönlichkeit, Entscheidung und Verhalten
- 349 Seiten
- 13 Lesestunden
Zwei Fragen haben die Menschen seit jeher beschäftigt: Soll ich bei Entscheidungen eher meinem Verstand oder eher meinen Gefühlen folgen? und: Wie schaffe ich es, andere so zu verändern, dass sie das tun, was ich von ihnen will - und warum ist es noch schwieriger, sich selbst zu ändern? Auf der Grundlage neuer psychologischer und neurobiologischer Kenntnisse können wir zu einem vertieften Verständnis von Entscheidungsprozessen und der Veränderbarkeit des Menschen kommen. Der Autor erläutert, wie innerhalb der Individualentwicklung die Persönlichkeit auf unterschiedlichen unbewusst-bewussten und emotional-rationalen Ebenen des Gehirns entsteht. Sie weist jeweils eine ganz spezifische Dynamik auf und bestimmt dadurch den Ablauf von Entscheidung sowie die Möglichkeiten und Grenzen der Verhaltensänderungen. Ein grundlegendes Buch für unser Selbstverständnis und natürlich für Fragen der Erziehung, Personalführung, Psychotherapie. In der Zeitschrift Cicero (Oktober 2009) wurde Gerhardt Roth als der bedeutendste Naturwissenschaftler in Deutschland ausgezeichnet.
Das Gehirn und seine Freiheit
- 168 Seiten
- 6 Lesestunden
Viele Menschen verbinden mit dem Begriff der Willensfreiheit intuitiv die Vorstellung, dass man unter identischen Bedingungen auch anders hätte handeln und entscheiden können, als man es faktisch tat. Daran ist die Auffassung geknüpft, dass der Mensch letztendlicher Urheber seiner willentlichen Handlungen ist und deshalb auch dafür verantwortlich.In den Geisteswissenschaften dominierte bislang der Wunsch nach Autonomie des Geistigen nahezu alle Forschungsfragen, doch zeigen die Neurowissenschaften, dass dieser Wunsch keinesfalls mit den Beobachtungen an unserem Gehirn korrespondiert. Diese Erkenntnisse lösen heftige Kontroversen und mitunter Bestürzung aus, rühren sie doch an die Grundfesten unseres menschlichen Selbstverständnisses als autonome, frei entscheidende und selbstverantwortliche Personen.Obwohl das Problem der Vereinbarkeit von Willensfreiheit und Determinismus eines der ältesten der Philosophie ist, genießt das Thema derzeit auch in der breiteren Öffentlichkeit bemerkenswerte Aufmerksamkeit.
Fühlen, Denken, Handeln
- 488 Seiten
- 18 Lesestunden
Gerhard Roth, geboren 1942 in Marburg, ist Professor für Verhaltensphysiologie an der Universität Bremen und Rektor des Hanse-Wissenschaftskollegs in Delmenhorst. Er veröffentlichte rund 180 Publikationen auf dem Gebiet der experimentellen und theoretischen Neurobiologie und der Neurophilosophie, darunter vier Bücher (u. a. Das Gehirn und seine Wirklichkeit, Frankfurt/Main 1994). Sein besonderes Interesse gilt dem interdisziplinären Brückenschlag zwischen den Neurowissenschaften, der Psychologie und den Sozialwissenschaften.
Am Abgrund
- 176 Seiten
- 7 Lesestunden
Seit seinem Debüt mit der ›autobiographie des albert einstein‹ (1972) schildert Gerhard Roth mit Vorliebe Gestalten, die zu ihrer Umwelt ein gestörtes, mindestens aber ein irritiertes Verhältnis haben; das geht bis zum schizophrenen Auseinanderfallen von Ich und Welt. Dieses Thema bestimmt auch die Handlung seines zuletzt publizierten Buches ›Am Abgrund‹. Erzählt wird die Geschichte des ungleichen Freundespaares Lindner und Jenner. Beide ziehen vom Land in die Großstadt (Wien). Während der „verrückte“ Lindner sich im Kopf und auch auf dem Papier seine Welt entwirft, streift der Jurastudent Jenner durch die Stadt und begeht wie absichtslos Morde. (Und erlebt während einer Gerichtsverhandlung mit, wie ein gänzlich Unschuldiger an seiner Stelle verurteilt wird; Jenner bleibt ungerührt.) Der »Archäologe der Gegenwart«, wie Roth sich selbst bezeichnet, spürt ›Am Abgrund‹ Wahrnehmungsweisen der Welt und der Sprache von Gewalt und Ohnmacht nach, von Opfern und Tätern. »Auf geradezu unheimliche Art und Weise«, fand die Zürcher Weltwoche, »hat der Grazer Gerhard Roth in seinem jüngsten Buch ›Am Abgrund‹ die Undurchdringlichkeit der Realität und die Undurchschaubarkeit dessen, was wir Schicksal zu nennen pflegen, literarisch gestaltet.«
Warum es so schwierig ist, sich und andere zu ändern
Persönlichkeit, Entscheidung und Verhalten
Der Autor erläutert, wie unsere Persönlichkeit im Gehirn entsteht, wie sie bewusst und insbesondere unbewusst unsere Entscheidungen und unser Handeln lenkt. Der Leser erfährt, warum es schwer ist, uns selbst und andere nachhaltig zu ändern, und wie dies dennoch zu schaffen ist. Zwei Fragen haben die Menschen seit jeher in Theorie und Praxis beschäftigt: Wie schaffe ich es, andere so zu verändern, dass sie das tun, was ich von ihnen will, – und warum ist es noch schwieriger, sich selbst zu ändern? Und: Soll ich bei Entscheidungen eher meinem Verstand oder eher meinen Gefühlen folgen? Bei Verhaltensänderungen und Entscheidungen haben die unbewussten Anteile unserer Persönlichkeit das erste und das letzte Wort, Verstand und Vernunft sind nur Berater. Die stark überarbeitete Neuauflage des erstmals 2007 erschienenen Bestsellers »Persönlichkeit, Entscheidung und Verhalten« enthält die neuesten Einsichten in die Persönlichkeitsentwicklung und zwei neue Kapitel zur Frage der »Führung« und des »Change Management« in Wirtschaft und Gesellschaft. Es setzt neue Standards für viele Praktiker, die Antworten auf die Frage suchen, wie man die Erkenntnisse am besten umsetzt.
Wie das Gehirn die Seele macht
- 425 Seiten
- 15 Lesestunden
Seit dem Altertum wird das Gehirn als Organ der Seele angesehen. Wo und wie aber das Psychische im Gehirn entsteht, wie sich dabei unsere Gefühlswelt, unsere Persönlichkeit und unser Ich formen, kann mit Hilfe der modernen Verfahren der Hirnforschung erst seit kurzem erforscht werden und wird in diesem Buch dargestellt. Die jüngsten Fortschritte der Neurowissenschaften in Kombination mit modernen Forschungsmethoden machen es möglich, fundierte Antworten darauf zu geben, - wo im Gehirn die Seele zu verorten ist - wie der Aufbau der Persönlichkeit verläuft - worauf psychische Erkrankungen beruhen - warum die Wirksamkeit von Psychotherapien nicht gut belegt ist - warum alte Muster immer wieder unser Verhalten bestimmen und so schwierig zu verändern sind - warum Menschen mit antisozialen Persönlichkeitsstrukturen nur schwer behandelbar sind - wie man im Rahmen der Psychotherapie oder mit Medikamenten auf die Psyche einwirken kann.
Die Kunsthistorikerin Lilli Kuck reist nach Venedig, nachdem ihr Mann Klemens dort unter ungeklärten Umständen ums Leben gekommen ist. Jetzt, nach seinem Tod, hat sie plötzlich das Gefühl, nicht mehr zu wissen, wer Klemens – ein berühmter Comiczeichner – wirklich gewesen ist. In Venedig folgt Lilli den Wegen ihres Mannes. Welche Orte hatte er aufgesucht und wo gewohnt? Hatte er eine Geliebte? War er auf der Suche nach seinem Vater gewesen? Lilli lässt sich treiben, folgt Zufällen und ihrer Intuition, sucht nach Zugängen zu einer anderen Wahrnehmung und »zweiten Wirklichkeit«, in der sich ihr die Geheimnisse enthüllen könnten. Als sie den Mord an einem Polizisten beobachtet, gerät sie selbst in Gefahr, setzt ihre Erkundungen aber unbeirrt fort. In einer märchenhaften Welt der Schönheit und des Todes wird der Abschied von der Stadt zum Neubeginn.»Es gibt keinen böseren Engel als die Liebe« ist nach »Die Irrfahrt des Michael Aldrian« und »Die Hölle ist leer – die Teufel sind alle hier« Gerhard Roths dritter Roman über Venedig – eine Stadt, die Roth seit Jahrzehnten durchforscht. »Venedig ist eine steinerne Bibliothek, in der nachzulesen ist, wozu der Mensch fähig ist.«Gerhard Roth
Viktor Gartner, ein Journalist, gibt vor, einen Reisebericht über den Berg Athos und die dortigen griechisch-orthodoxen Klöster zu schreiben. In Wahrheit sucht er den serbischen Dichter Goran R., den er während des Bosnienkriegs kennengelernt hat. Goran R. ist ein unfreiwilliger Zeuge eines Massakers, das General Mladic in Srebrenica verübt hat, und lebt aus Angst vor Verfolgung und dem Wunsch, nicht auszusagen, im Verborgenen. Gartners Suche wird von erschreckenden Ereignissen begleitet: Sein erster Informant in Thessaloniki wird ermordet, und zwei weitere brechen den Kontakt ab, als sie von seinem Vorhaben erfahren. Auf Athos wird er von einem Arzt begleitet, der ihn eher von Goran R.'s Spur abzubringen scheint. Gerhard Roth schafft eine gespenstische Atmosphäre der Irritation und Bedrohung, in der nichts so ist, wie es zunächst scheint. Gartners festes Bild der historischen Realität löst sich allmählich auf, ähnlich wie die alten Fresken in den baufälligen Klöstern. Roths Roman ist ein literarisch anspruchsvoller Thriller mit politischen und mystischen Motiven, der von einer präzise geschilderten Atmosphäre und Roths Detailwissen über investigativen Journalismus, christlich-orthodoxe Mystik und die Kulturen Südosteuropas lebt. Es ist eine Reise in das 'Herz der Finsternis' des Balkans.
»In Venedig hat sich mir das Rätsel des Unsichtbaren gezeigt.« Gerhard Roth Der Übersetzer Emil Lanz lebt allein in einem Haus auf dem Lido von Venedig und beschließt, seinem eintönigen Leben ein Ende zu setzen. Auf der Suche nach einem guten Platz zum Sterben fährt er mit dem Vaporetto auf die Insel Torcello, betrinkt sich und schläft ein. Als er erwacht, beobachtet er einen Mord. Aber ist dieser wirklich passiert oder ist sein Selbstmordversuch doch gelungen, und er bewegt sich von nun an in einer anderen Dimension? Bald gerät Lanz in höchste Gefahr. Er, der eben noch sterben wollte, will jetzt nur noch überleben und sieht die Welt wie nie zuvor. Welche Rolle spielt das tote Mädchen am Strand und die Flüchtlinge im alten Krankenhaus? Was hat es mit Lanz‘ offenbar unendlich reichem Nachbarn Blanc mit seinen phantastischen Forschungsprojekten auf sich? Immer deutlicher wird für Lanz, dass die Wirklichkeit weit mehr ist als das, was wir wahrnehmen. Unterstützt von einem Falkner mit Namen Vogel und der Astronomin Caecilia nimmt er es schließlich mit einem übermächtigen Gegner auf – dem Unsichtbaren.
Michael Aldrian, der lange bei der Oper als Souffleur gearbeitet hat, reist im Winter nach Venedig, um seinen dort lebenden Bruder zu besuchen. Der aber scheint mitsamt seiner Frau spurlos verschwunden zu sein. Aldrian, der eigentlich vorhatte, einen Reiseführer über Venedig zu schreiben, macht sich in der vom Hochwasser heimgesuchten Stadt auf die Suche. Aber irgendjemand will ihn offenbar davon abhalten. Nacheinander erhält er eine Morddrohung, ein Paket mit Falschgeld und eines, in dem sich eine abgeschnittene Hand befindet. Unaufhaltsam und fast ohne sein Zutun wird er in eine Geschichte hineingezogen, in der er immer mehr vom Zuschauer zum Täter wird. Wie in einem Albtraum bewegt er sich durch die Stadt und erledigt fast nebenbei mehrere Menschen, die sich ihm in den Weg stellen. Ist er selbst wahnsinnig geworden oder ist es die Welt? »Man hat Venedig oft genug als eine Märchenstadt bezeichnet. Das stimmt nur insofern, als es nicht nur verklärende, sondern auch grausame Märchen gibt.«Gerhard Roth
Das Labyrinth
Roman
Die Wiener Hofburg, die riesige Residenz der Habsburger, brennt – und der Psychiater Heinrich Pollanzy hat einen Verdacht: Könnte sein pyromanischer Patient Philipp Stourzh der Täter sein? Während Stourzh auf den Spuren des letzten österreichischen Kaisers Karl nach Madeira und Madrid reist, führt auch Dr. Pollanzys Weg von Wien nach Spanien. Dort kommt es zu einer dramatischen Begegnung mit seinem Patienten. Oder war alles ganz anders? Welche Rolle spielt die Logopädin Astrid, die mit Pollanzy wie mit Stourzh ein Verhältnis zu unterhalten scheint? Welchem Erzähler ist in diesem Buch überhaupt noch zu trauen? Gerhard Roths neuer Roman ist eine faszinierende Reise in die Grenz- und Krisengebiete von Wahn und Wirklichkeit. Sie führt uns durch halb Europa und quer durch die Zeiten vor die Gemälde eines Velázquez, Goya und Arcimboldo, durch die literarischen Schatz- und Dunkelkammern eines Kafka, Pessoa und Cervantes, durch spanische Stierkampfarenen, Wiener Kaffeehäuser und Museumsdepots.
Thomas Mach, ein junger Österreicher aus Wien, reist nach Ägypten. Er soll an die Stelle Eva Blums treten, einer jungen Reiseleiterin, die kurz zuvor aus dem Fenster in Kairo stürzte. Aber war ihr Tod wirklich nur ein Unfall? Geleitet von Evas Tagebuch folgt Mach den Spuren der Verstorbenen. Als plötzlich ihr Ehemann zusammen mit einem Detektiv auftaucht, scheinen sich die Dinge in einen Kriminalfall zu entwickeln
Bildung braucht Persönlichkeit
- 354 Seiten
- 13 Lesestunden
Der bekannte Autor Gerhard Roth erklärt, woran die Bemühungen um Bildung und Weiterbildung scheitern: Die Erkenntnisse der Psychologie und Neurowissenschaften haben bisher keinen Eingang in unser Bildungssystem gefunden. Im Buch werden die wichtigsten Fragen zum Thema Bildung und Lernen beantwortet: • Wie lernt der Mensch eigentlich? • Warum sind Emotionen beim Lernen so wichtig und wie kann ich Begeisterung für einen Stoff wecken? • Wie kann das Gelernte dauerhaft im Gedächtnis implantiert werden? • Welche Rolle spielt die Sprache beim Lernen? • Warum sind manche Lehrer erfolgreich, andere nicht?
Der See : Roman
- 239 Seiten
- 9 Lesestunden
Paul Eck wird von seinem Vater überraschend an den Neusiedler See eingeladen. Als er dort eintrifft, verschwindet sein Vater jedoch spurlos. Man vermutet einen Bootsunfall. Paul beginnt mit genaueren Nachforschungen, stößt bald auf dunkle Geschäfte und gerät aber selbst in Verdacht, seinen Vater beseitigt zu haben. Mit den Elementen der klassischen Detektivgeschichte porträtiert Roth eine durch Verbrechen und Korruption aus den Fugen geratene Gesellschaft.
Der Plan
- 296 Seiten
- 11 Lesestunden
Konrad Feldt ist Mitarbeiter der Österreichischen Nationalbibliothek in Wien. Und er ist lesesüchtig. Ein Leben ohne Lektüre ist für ihn unvorstellbar. Eines Tages gesteht ihm ein Kollege, daß er ein wertvolles handschriftliches Manuskript Mozarts aus der Bibliothek gestohlen hat. Nachdem er Feldt das Autograph übergeben hat, begeht der Dieb Selbstmord. Feldt sieht nun eine Chance, sich ohne großes Risiko finanziell unabhängig zu machen, indem er die Handschrift nicht an die Nationalbibliothek zurückgibt, sondern an einen potenten Autographensammler verkauft. Er erhält ein Angebot von einem japanischen Händler und reist nach Tokio. Da das Manuskript aber außerordentlich wertvoll ist, wird das Geschäft schwieriger und gefährlicher, als Feldt es anfangs annahm. Sein als Vortragsreise getarnter Aufenthalt in Japan dehnt sich aus, er sieht sich kriminellen Nachstellungen ausgesetzt. Als er den Händler schließlich in dessen Buchhandlung aufsucht, ist dieser durch einen Anschlag tödlich verletzt worden und stirbt in Feldts Beisein. Nun steht Feldt auch noch unter Mordverdacht. Die Reise nach Japan entwickelt sich für Feldt zugleich zu einer Entdeckungsfahrt in seine Innenwelt.
Durch äußere Umstände sieht sich Ascher gezwungen, seinen Arztberuf aufzugeben und vorübergehend ein leeres Bauernhaus in der Südsteiermark zu mieten. Dort beobachtet er die Natur, die Menschen und sich selbst. Die Dorfbewohner gewöhnen sich schnell an ihn, da er nichts von ihnen will, und so wird er Teil ihres Lebens: bei der Ernte, der Jagd, einer Wahlveranstaltung, einem Todesfall und einer Hochzeit. Ascher taucht ein in ein Leben, das von Jahreszeiten, Traditionen, Aberglauben und Armut geprägt ist. Er nimmt die Schwere der Arbeit, den Mangel an medizinischer Versorgung und die Enge der Verhältnisse wahr, die Gewalt erzeugt. Auch die kleinen Freuden und den Fatalismus der Menschen gegenüber den Wechselfällen des Lebens erkennt er. Roth idealisiert das Landleben nicht; so führt der Verdacht auf Tollwut zu einer Tötungsorgie, und die Jagd wird zur politischen Parabel von Aggression. Dennoch bleibt Ascher, weil er erkennt, dass die Menschen ihn brauchen. Der Roman ist eine Suche nach den anderen, in der Ascher unter ihrem Elend leidet und zu sich selbst findet. Roth erzählt diese Geschichte in klarer, ruhiger Sprache, die den Beobachter zugunsten des Wahrgenommenen in den Hintergrund rückt. Es ist ein Kunstwerk von seltener Eindringlichkeit und ein Dokument der faszinierenden Ruhe gelebter Menschenliebe.
Der Übersetzer Emil Lanz lebt allein in einem Haus auf dem Lido von Venedig und beschließt, seinem eintönigen Leben ein Ende zu setzen. Auf der Suche nach einem guten Platz zum Sterben betrinkt er sich und schläft ein. Als er erwacht, beobachtet er einen Mord. Aber ist wirklich passiert, was er gesehen hat? Oder ist sein Selbstmordversuch doch gelungen, und er bewegt sich von nun an in einer anderen Dimension? Als einziger Zeuge des Mordes gerät Lanz jedoch in höchste Gefahr. Er, der eben noch sterben wollte, will nur noch überleben und sieht die Welt wie nie zuvor. Welche Rolle spielt die rätselhafte Fotografin Julia Ellis, welche das tote Flüchtlingsmädchen am Strand? Ist die Wirklichkeit tatsächlich nur das, was wir wahrnehmen? Lanz nimmt es mit einem übermächtigen Gegner auf – dem Unsichtbaren.
Ein Schriftsteller stirbt bei einer Gasexplosion in Wien, drei tschetschenische Flüchtlinge werden ermordet, eine Apothekerin versucht sich mit ihrem Kind gegen widrige Umstände zu behaupten, ein Schauspieler kehrt an den Ort seiner Kindheit zurück, eine Journalistin reist auf der Flucht vor sich selbst nach Japan, und ein alter Mann ist Augenzeuge, als 1902 in Venedig der Campanile einstürzt. In Gerhard Roths grandiosem Roman der Täuschungen ist nichts, wie es scheint, und alles möglich: Die Ungewissheit ist das verborgene Abenteuer des Alltags. ›Grundriss eines Rätsels‹ ist selbst ein Rätsel, Spiegel des großen Rätsels unseres Lebens. »schön, abgründig, lang nachklingend« Jörg Magenau, Süddeutsche Zeitung »Zum Versinken schön ist das. Zum Träumen und Grübeln. Zum Bangen und Hoffen. Hier gibt ein Schriftsteller alles und ist zum Dichter geworden.« Peter Pisa, Kurier
Lichtenberg
- 32 Seiten
- 2 Lesestunden
Körperlich Verstörte, so heißt es, erfahren für ihr Leiden häufig einen gelinden Ausgleich, indem sie sich in anderen Sinnesbereichen besonders befähigen. Die Hauptperson Franz Lindner in Gerhard Roths Roman Landläufiger Tod ist stumm. Er muß genauer als andere beobachten und nachdenken, und wenn er sich ausdrücken will, muß er es aufschreiben. In seinen Niederschriften entsteht ein poetisches Bild seiner Umgebung und unserer Zeit, in dem »alle Menschen und Geschichten aus der Luft gegriffen sind«. Lindner erzählt in diesem Buch ganz real Stationen seines Lebens, entwirft sich in ausschweifenden Episoden die Welt neu und zeichnet vor allem den verwirrend vielfältigen Mikrokosmos eines kleinen Dorfes auf, in dem es alles, nur keine Idylle gibt. Auswegloses Elend verbindet die Bewohner des kleinen südostösterreichischen Fleckens.»Roths Phantasie beginnt dort zu arbeiten«, schrieb ›Der Spiegel‹ zu Landläufiger Tod , »wo menschliche Erkenntnis aufhört. Sie füllt die Leerstellen, in die Wissenschaftler und Philosophen nicht eindringen können.« Roths Roman von der »Verrücktheit« Franz Lindners ist zugleich das Buch von dessen Hellsichtigkeit.
Gerhard Roth nutzt die Kamera als Lupe, um Eindrücke und Geschichten festzuhalten. In seinem Bildband über Venedig zeigt er nicht nur die Schönheit der Stadt, sondern auch ihre verborgenen, geheimen Orte. Ergänzt werden seine Fotos durch unveröffentlichte Texte und historische Aufnahmen, die eine intime Perspektive auf die Lagunenstadt bieten.
Agenda 2030 der UNO
Zur Rettung der Menschheit oder "Totentanz des Homo Sapiens"
Schule mit Köpfchen
Erkenntnisse aus der Hirnforschung für den Unterricht nutzen
Wie hirngerechtes Lehren und Lernen gelingt Zu den herausfordernden Aufgaben von Lehrerinnen und Lehrern gehört es, ihren Schülerinnen und Schülen erfolgreiches Lernen zu ermöglichen. Hierzu liefern die Erkenntnisse der Neuro- und Kognitionswissenschaften einen wichtigen Beitrag.Das vorliegende Buch zeigt, wie diese Erkenntnisse konkret im Schulalltag genutzt werden können, wie Lehr- und Lernsettings aussehen, die selbstständiges Lernen ermöglichen, und welche Rolle dabei Motivation, Konzentration, Fleiß und Wiederholung spielen.Die Autoren ermutigen alle Unterrichtenden, neue Wege zur Verbesserung ihrer Unterrichtsqualität zu gehen. Sie erläutern die wissenschaftlichen Grundlagen und zeigen deren Anwendung anhand zahlreicher praktischer Beispiele aus dem Schulunterricht. Ein motivierendes und nachhaltiges Praxisbuch für jede Lehrerin und jeden Lehrer.
Der Totentanz des Homo Sapiens
(oder: „Die Menschheit schafft sich ab.“)
Als Gerhard Roth am 8. Februar 2022 starb, war sein neues Buch zu etwa zwei Dritteln fertig – in einer handschriftlichen Fassung in seinen Notizbüchern. Es ist eine Reise durchs Totenreich, die der Erzähler Franz Lindner als Verstorbener unternimmt. Die Reise führt durch Ägypten, ein Land, das Gerhard Roth immer wieder bereist hat. Dort, im Fegefeuer der Totenstadt Kairo, begegnet Franz Lindner einer Fülle von realen Figuren – vor allem Künstlerinnen und Künstlern aller Sparten, die Gerhard Roth in seinem Leben wichtig waren. Sein Romanfragment ist eine große Hommage an diese Persönlichkeiten und zugleich ein letztes Nachdenken über den Menschen, seine Hoffnungen, seine Kreativität, seine Grenzen. Und ein Selbstporträt des Autors, der mit diesem Buch – in dem alles möglich ist – das Reich der Freiheit erreicht hat.
Psychoneurowissenschaften
- 415 Seiten
- 15 Lesestunden
Das Lehrbuch verbindet die Neurowissenschaften mit den Psychowissenschaften und bietet beiden Disziplinen verständliche, wissenschaftlich fundierte Kenntnisse. Lange galt das Verhältnis zwischen psychischem Erleben und Gehirnvorgängen als rätselhaft. Neueste Erkenntnisse zeigen, dass beide Bereiche eine unauflösliche Einheit bilden, auch wenn sie unterschiedlich erfahren und untersucht werden. Diese Einheit wird in der psychologisch-neurobiologischen Theorie sowie in der psychiatrisch-psychotherapeutischen Praxis konkretisiert. Es werden die Prinzipien der neurobiologischen Erregungs- und Informationsverarbeitung, der Aufbau und die Funktion des limbischen Systems sowie die Entwicklung der Persönlichkeit behandelt. Dabei werden die Wechselwirkungen genetisch-epigenetischer Faktoren und Umwelteinflüsse berücksichtigt. Auf dieser Grundlage werden wichtige psychische Störungen wie Suchterkrankungen, schizophrene Störungen, affektive Störungen und Angststörungen beispielhaft dargestellt. In Anlehnung an den Psychotherapeuten Klaus Grawe wird das Konzept der „Neuropsychotherapie“ eingeführt, das die Verbindung zwischen Psychotherapie und Neurobiologie beleuchtet. Unser psychoneurowissenschaftlicher Ansatz fördert ein Menschenbild, das auf der Integration von Psyche, Gehirn, Verhalten und Erleben basiert, anstatt auf Gegensätzen.
Kaum ein Forschungsgebiet hat sich in den letzten drei Jahrzehnten so rasant entwickelt wie die Neurowissenschaften, die gleichzeitig intensive interdisziplinäre Debatten ausgelöst haben. Im Zentrum dieser Diskussion steht die Frage, ob neurowissenschaftliche Erkenntnisse unser traditionelles Menschenbild infrage stellen. Philosophen lehnen dies oft ab und argumentieren, dass die Neurowissenschaften nicht in der Lage sind, Aussagen über die geistig-kulturelle Welt des Menschen zu treffen. Sie behaupten, Konzepte wie Sinnhaftigkeit, Geschichtlichkeit, Lebensweltlichkeit, Willensfreiheit und Sprache könnten nicht mit naturwissenschaftlichen Methoden untersucht werden. Gerhard Roth widerlegt in seinem neuen Werk diese Sichtweise und beleuchtet die komplexen Beziehungen zwischen Gehirn und Geist, Anlage und Umwelt sowie die Bedingungen für Entscheidungen und Handeln. Anknüpfend an seinen Bestseller entwirft er ein zugängliches Bild des Menschen als geistig-soziales Wesen, das auf die Erfassung seines eigenen Sinns und seiner Lebenswelt ausgerichtet ist. Roths Fazit ist, dass der Mensch in seiner Komplexität weder allein durch Neurowissenschaften noch durch Geistes- und Sozialwissenschaften vollständig erfasst werden kann, sich jedoch dennoch in die Einheit der Natur einfügt.
Das doppelköpfige Österreich
Essays, Polemiken, Interviews
Der österreichische Schriftsteller Gerhard Roth genießt einen nahezu legendären Ruf als engagierter Essayist, der unermüdlich gegen Mißstände in Österreich polemisiert - auch wenn er dafür im eigenen Land oft als Netzbeschmutzer diffamiert wurde. Dieser Band versammelt Beiträge der letzten zehn Jahre, die Roth in überregionalen Zeitungen, etwa als Autor für Die Zeit oder profil publiziert hat. Er fungiert darin als Seismograph der jüngsten historischen Epoche Österreichs, die von der Wahl Waldheims zum Präsidenten 1986 bis zum EU-Beitritt 1995 reicht. Seine Artikel sind Warnungen vor Antisemitismus und Fremdenparanoia in Österreich, sie wollen verhindern, daß das Land Etappen seiner Vergangenheit, besonders die Rolle im nationalsozialistischen Machtgefüge, ausblendet. Analytische Wahrhaftigkeit treibt Roth dazu, die Ursachen für Verdrängung und Kleingeistigkeit in Österreich aufzuspüren, das eigentliche Wesen der Republik und ihrer Mentalität zu erkunden. Seine Recherche erhellt auch Orte, an denen sich die Institution Staat ihrer schwächsten Mitglieder höchstpersönlich annimmt: Obdachlosenunterkünfte, Erziehungsheime, Psychiatrien. Aufgeschlossen berichtet er in den Interviews am Ende des Bandes über sein Leben als Schriftsteller und die Arbeit am großen Romanzyklus Die Archive des Schweigens.
Besser lehren – besser lernen
- 188 Seiten
- 7 Lesestunden
Wie können die Erkenntnisse der Neuro- und Kognitionswissenschaften konkret für den Schulalltag genutzt werden? Wie lassen sich Lehren und Lernen „hirngerecht“ gestalten? Unter dieser Fragestellung initiierten der renommierte Neurobiologe Gerhard Roth und der Lehrer Michael Koop im Jahr 2008 ein Projekt an der Gesamtschule Bremen-Ost, dessen Umsetzung im Schuljahr 2012/2013 begann. Im Rahmen dieses Schulprojekts wurde eine enge Verzahnung von schulischer Bildung und neuesten Erkenntnissen der Hirnforschung angestrebt. Die Autoren zeigen die wissenschaftlichen Grundlagen und die praktischen Erfahrungen mit dem Pilot-Projekt auf: Mit zahlreichen Praxisbeispielen ist „Besser lehren – besser lernen“ eine spannende und erhellende Lektüre für jede Lehrerin und jeden Lehrer!
Theorie und Praxistipps rund um das mediengestützte Lernen Ausgewiesene Experten und Expertinnen berichten über aktuelle Entwicklungen und neue Konzepte des Lernens und des schulischen Unterrichts. Neben der Vermittlung von Erkenntnissen aus der Neurobiologie zum erfolgreichen Lehren und Lernen liegt der Schwerpunkt auf dem Bereich des mediengestützten Lernens. Wie sieht das Lernen der Zukunft aus? Wie können neue Medien das Lernen unterstützen? Ändert sich die Art und Weise, wie wir lernen? Diese und viele weitere Fragen von Lehrern und Lehrerinnen, Pädagogen und Pädagoginnen, aber auch Eltern und allen anderen Interessierten werden in diesem Buch beantwortet. Der Leser erhält neben theoretischem Grundlagenwissen aber auch praktische Ratschläge für das Lernen in Schule und Alltag.
Ressource Begabung
- 216 Seiten
- 8 Lesestunden
Das deutsche Bildungssystem ist undurchlässig, die soziale Mobilität gering: Kinder aus nichtakademischen Elternhäusern stoßen auf Barrieren; Schüler mit Migrationshintergrund haben einen schweren Stand; die gläserne Decke für Frauen ist auch im Hochschulsystem sprichwörtlich geworden. Viel Talent bleibt unerkannt und dadurch ungenutzt. Dies ist nicht bloß eine sozialpolitische Frage, sondern auch eine ökonomische. In diesem Buch schreiben namhafte Vertreter aus Wissenschaft und Wirtschaft, Gesellschaft und Politik über die Frage, wie die Ressource Begabung am besten genutzt wird - und betrachten Begabung aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln. Der bekannte Hirnforscher Gerhard Roth leitet das Buch mit einem ausführlichen Essay ein.
Der Schriftsteller Gerhard Roth verwendet seit vielen Jahren den Fotoapparat wie eine Sonde, die ihm beim Beobachten und Aufspüren hilft. Nicht die »schöne« Fotografie, sondern alles, was nebensächlich und selbstverständlich scheint, interessiert ihn, das Alltäglichste vor seiner Haustür. Lange Zeit war ihm der Fotoapparat ein Hilfsmittel, eine andere Form, Notizen zu verfassen, ein Erinnerungsspeicher außerhalb des eigenen Kopfes. In Wien entstanden in 23 Jahren mehr als 10.000 Fotografien. Roth hat auf seinen Streifzügen zahlreiche verborgene Orte aufgesucht: den Narrenturm ebenso wie das Wittgensteinhaus, das Mumiendepot im KHM ebenso wie die Depots im Naturhistorischen Museum oder das Gehörloseninstitut. Er suchte das Flüchtlingslager Traiskirchen auf und den Jüdischen Friedhof in der Seegasse. Ein anderes Wien wird so sichtbar, das Wien der unbekannten, geheimen, der vergessenen, der tabuisierten Orte. Das Wien der Mauerflecken, eine Welt imaginärer Landkarten, die Roth mit großer Leidenschaft für sich entdeckt hat.
Wie kommt die Kultur ins Gehirn?
- 24 Seiten
- 1 Lesestunde
Angst, Furcht und ihre Bewältigung
- 345 Seiten
- 13 Lesestunden
Die Photo-Notizbücher
- 143 Seiten
- 6 Lesestunden
Die Photo-Notizbücher zeigen, wie der Dichter Roth die Welt sieht, lassen uns die Themen seiner Bücher erahnen: ein Alltag, an der Oberfläche unspektakulär, durchdrungen von Einsamkeit, Isolation und Gewalt. Seit über zwanzig Jahren begleiten diese Bilder seine Arbeit. Mehr als 12.000 hat er von ihnen gemacht. Anfangs war die Photographie für den Dichter Gerhard Roth eine andere Form von Tagebuch. Um nicht zuviel Zeit beim Notieren der Ereignisse, die er sah, zu verschwenden, ließ er die Kamera für sich arbeiten. Und da seine Romane in gewisser Weise „road novels“, die Helden seiner Bücher als reisende Ich-Sucher, Flüchtende und Getriebene einer niemals endenden Lebens-Odyssee unterwegs sind, bot die Photographie eine optimale Vorstufe in der Arbeitsweise des Dichters. „Ich ging ganz nah mit der Kamera an die Gegenstände heran und versuchte gleichsam ihre Aura mitzuphotographieren, aber immer, indem ich nicht eingriff. Ich wollte unabhängig sein von photographischen Regeln und nicht etwas Besonderes machen, sondern das Besondere im Alltäglichen erkennen.“
Über Bilder
- 135 Seiten
- 5 Lesestunden
Kritik der Verhaltensforschung
- 246 Seiten
- 9 Lesestunden
Über Land und Meer: Fotografien aus drei Kontinenten von 1995-2011
- 304 Seiten
- 11 Lesestunden
Der Schriftsteller Gerhard Roth verwendet seit vielen Jahren den Fotoapparat wie eine Sonde, die ihm beim Beobachten und Aufspüren hilft. Lange Zeit war ihm der Fotoapparat ein Hilfsmittel, eine andere Form, Notizen zu verfassen, ein Erinnerungsspeicher außerhalb des eigenen Kopfes. Nach den bei den literarischen Fotobänden „Atlas der Stille“ und „Im unsichtbaren Wien“ legt Gerhard Roth nun den Abschlussband seiner fotografischen Dokumentation der beiden Romanzyklen „Archive des Schweigens “ und „Orkus“ vor. „ Über Land und Meer“ umfasst mehr als 700 Fotografien von so unterschiedlichen Ländern und Städten wie Japan, Ägypten, dem Berg Athos, Spanien, Portugal, Madeira sowie Florenz und Amsterdam . All diese Orte sind sozusagen „Originalschauplätze“ seiner atmosphärisch dichten Romane, Gerhard Roth hat sie oft mehrmals für seine literarische Recherche bereist. Und wieder ist es sein Blick für das überraschende Detail, für das Besondere im ganz Alltäglichen , der dieses Fotobuch so außergewöhnlich macht.
Eine unterhaltsame Stadtführung durch das Weltkulturerbe der einstigen "Königin der Hanse". Bilder, Reime und eine kurze Beschreibung der Sehenswürdigkeiten.
The Odyssey of Michael Aldrian
- 360 Seiten
- 13 Lesestunden
A retired opera prompter finds himself ensnared in a web of intrigue when he travels to Venice for the holidays, only to discover his brother and sister-in-law missing. While attempting to write a travel guide, he faces threats and violence, leading to a chilling package containing their severed hands. As he delves deeper into the mystery, Aldrian becomes an unwilling participant in a deadly game, navigating the flooded city and confronting his own sanity amidst the chaos.
We all know what a voluntary action is - we all think we know when an action is voluntary, and when it is not. Yet, performing an action and defining it are different matters. What counts as an action? When does it begin? Does the conscious desire to perform an action always precede the act? If not, is it really a voluntary action? This is a debate that crosses the boundaries of philosophy, neuroscience, psychology and social science. This book brings together some of the leading thinkers from these disciplines to consider this deep and often puzzling topic. The result is a fascinating and stimulating debate that will challenge our fundamental assumptions about our sense of free-will.
Spectaculum 26
- 316 Seiten
- 12 Lesestunden
Thomas Brasch montiert in »Der Papiertiger« Texte aus der DDR, in denen eine Gruppe, die einst eine Revolution oder einen Kinderladen gründen wollte, ihre Erfahrungen zelebriert, da sie keine Öffentlichkeit mehr finden. Sie führen ein Ritual durch, das den Ausbruch und die Rückkehr ins Kollektiv umfasst, während Szenen der Herrschaftsverweigerung eingestreut sind. Per Olov Enquist beschreibt in der Biographie von August Strindberg eine Probe, bei der Strindbergs geschiedene Frau und ihre Freundin einen Einakter proben, der gemeinsame Erfahrungen interpretiert und Strindberg in seiner Vergangenheit korrigiert. Franz Jung schrieb 1927 »Heimweh«, ein Stück, das wie ein Film wirkt und das Unausgesprochene und die Unruhe der Menschen sucht. Else Lasker-Schüler und Herbert Ihering thematisieren in ihren Werken Sinnlichkeit und das Gefühl, das Lasker-Schülers Lyrik inspiriert hat. Heiner Müllers »Friedrich«-Stück hinterfragt die deutsche Fähigkeit zum Faschismus und die Ohnmacht der Literatur. Gerhard Roths »Die Sehnsucht« konfrontiert Menschen, die so mit sich selbst beschäftigt sind, dass sie keine Erfahrungen machen können, während Botho Strauß in »Bekannte Gesichter, gemischte Gefühle« von drei Ehepaaren erzählt, die in einem Hotel leben. Erwin Sylvanus’ Stück »Victor Jara« schildert den Kampf der Chilenen für ihren sozialistischen Weg.






























































