Briefe
- 441 Seiten
- 16 Lesestunden
Jurek Becker war ein deutscher Schriftsteller polnischer Herkunft, dessen Werk sich häufig mit Themen wie Identität, Erinnerung und gesellschaftlicher Unterdrückung auseinandersetzt. Er beleuchtete die Komplexität menschlicher Existenz unter dem Gewicht historischer Ereignisse und totalitärer Regime. Beckers Schreiben zeichnet sich durch tiefen psychologischen Einblick in seine Charaktere und deren Überlebenskampf aus.







Jurek Becker war ein wunderbarer, mit großem Humor gesegneter Briefeschreiber. Von 1969 bis 1996 reicht diese Sammlung von Briefen, in denen sich das Werden eines Schriftstellers, seine politische Haltung zwischen den Systemen, seine Bekanntschaften und Freundschaften und die unablässige Schärfung seines ironischen Talents ablesen lassen. Beckers Briefpartner sind, abgesehen von den ihm Allernächsten, seine Lektorin Elisabeth Borchers und sein Verleger Siegfried Unseld, Kollegen wie Max Frisch, Uwe Johnson, Günter Grass, Christa Wolf und Wolf Biermann, Kritiker und Literaturwissenschaftler wie Marcel Reich-Ranicki und Fritz J. Raddatz – aber auch die Polizei Delmenhorst sowie die Kundendienstabteilung eines Elektrogeräteherstellers.»Charmant, taktierend, herablassend und immer witzig: Jurek Beckers Briefe lassen die tapfere Haltung auch seines Werks erkennen.« Martin Lüdke, Frankfurter Rundschau
Ämter und Beamte liefern viel Stoff, und davon erzählt Jurek Becker. Doch ebensoviel Stoff liefern die, die sich aus Angst und Befangenheit vor staatlicher Autorität krümmen. Jurek Becker erzählt von einer Wohnungssuche, die zu einem Alptraum wird, von Onkel Gideon, der einmal in seinem Leben ein Clown sein wollte, aber nur ein falscher Clown auf einer falschen Bühne sein durfte.
Jurek Becker (1937-1997) erlangte mit seinen Romanen Weltruhm. Den Familienmenschen Becker hielt der renommierte Autor und Erfinder von Liebling Kreuzberg, eine Paraderolle für seinen langjährigen Freund und Weggefährten Manfred Krug, in aller Bescheidenheit vor der Öffentlichkeit verborgen. Für ihn sollten seine Werke sprechen. Als Jurek Becker mit 53 Jahren noch einmal Vater wurde, waren er und Jonathan von Anfang an, wie es bei Bert Brecht heißt: „Ein Herz und ein Sparkassenbuch“. Johnny war laut Jurek „. wie ein Öfchen, an dem er sich dauernd wärmte - eine ganz tolle Sache“. Beileibe nicht nur wenn er auf Reisen war, schickte er seinem Sohn in schöner Regelmäßigkeit Postkarten, auf denen der Vater sich intensiv seinem Kind widmete und dessen Vorlieben und Bewusstseinsphasen aufmerksam begleitete. Jurek Becker zeigt sich auch in diesen Miniaturen als ein großer Geschichtenerzähler. Die Bildmotive sind stets mit Bedacht gewählt, und die Texte eröffnen einen bunten Kosmos, der Kindern und Erwachsenen gleichermaßen ein Riesenvergnügen bereitet.
Es geht um Kilian. Kilian ist ein junger Mann. Er ist Nachrichtenredakteur, er ist unverheiratet, doch seit Jahren befreundet mit Sarah. Kilian wohnt in Untermiete bei Frau Abraham. Soweit sind die Verhältnisse überschaubar. Doch die Erzählung beginnt am Montag, an jenem Tag, als Frau Abraham zur Reise aufgebrochen war und Kilian das lange Geplante in die Tat umgesetzt hat: den Selbstmordversuch. Aber das Ende eines vorläufigen Versuchs ist lediglich ein gebrochener Arm.
Erzählt wird die Lebensgeschichte des jüdischen Überlebenden Aron Blank, von dessen Familie außer ihm allein sein Sohn den Holocaust überlebte und den er seit dessen zweitem Lebensjahr nicht mehr gesehen hat.
Roman, Taschenbuch 271 / / German literature / Duits / German / Allemand / Deutsch / Pocket / Poche / Taschenbuch / 10 x 18 cm / 249 .pp /
Das Buch erzählt eine Geschichte aus dem Ghetto während des Krieges. Es ist nicht eine Geschichte vom Widerstand, sondern von einem Heldentum ganz anderer Art; eine melancholisch-heitere, leise, eine kunstvoll komponierte Geschichte ist es, die ohne Phantasie und Menschlichkeit nicht denkbar wäre und deren Held Jakob ein »Lügner aus Barmherzigkeit« ist.