Anfang Februar 1774 begann Goethe mit der Niederschrift des \"Werther\". Bereits im April schloss er die Arbeit daran ab und schrieb darüber am 26. April 1774 an Lavater: \"Du wirst großen Teil nehmen an den Leiden des lieben Jungen, den ich darstelle. Wir gingen nebeneinander an die sechs Jahre, ohne uns zu nähern. Und nun hab' ich seiner Geschichte meine Empfindungen geliehen, und so macht's ein wunderbares Ganzes.\" Wie bahnbrechend Goethes Roman zu seiner Zeit war, wird uns beim Lesen von \"Die Leiden des jungen Werther\" kaum bewusst. Hier werden \"lebendige Bilder aus dem bürgerlichen Leben mit der Geschichte einer Seele verbunden\" (E. Trunz), das ist gegenüber den vorangegangenen Briefromanen (Rousseau) neu. Zudem haben wir es hier nur mit einem Briefschreiber zu tun. Durch \"Werther\"\" ist der neuzeitliche deutsche Roman eigentlich erst geschaffen. Der Anhang enthält ein Nachwort zum \" Werther\" sowie eine Reihe Briefe, die sich mit dem Werk befassen. Außerdem werden Leitfragen zur Auseinandersetzung mit dem Roman gestellt, dazu Erläuterungen für den Schüler gegeben.
Gianluca Folì Bücher


Sturmhöhe
Brontë, Emily – englischer Klassiker der Literatur in deutscher Übersetzung
Gleich darauf setzte draussen ein leises Kratzen ein, und der Bücherstapel bewegte sich, als würde er von hinten geschoben. Ich wollte aufspringen, konnte aber kein Glied rühren und schrie, in wahnsinnigem Entsetzen, laut auf. Zu meiner Bestürzung bemerkte ich, dass ich mir den Schrei nicht nur eingebildet hatte. Hastige Schritte näherten sich der Tür zu meinem Zimmer, jemand stiess sie mit kräftiger Hand auf, und ein Lichtschein fiel durch die viereckigen Öffnungen oben an meinem Bett. Ich sass noch schaudernd da und wischte mir den Schweiss von der Stirn. Der Eindringling schien zu zögern und murmelte etwas vor sich hin. Schliesslich fragte er fast flüsternd und offensichtlich, ohne eine Antwort zu erwarten: Ist hier jemand?