Rolf SteiningerReihenfolge der Bücher (Chronologisch)
2. August 1942
Die Arbeit dieses Autors konzentriert sich auf historische Analysen, mit einem Schwerpunkt auf entscheidenden Perioden und Ereignissen des Nachkriegsdeutschlands, Österreichs und Südtirols. Durch umfangreiche Forschung beleuchtet er die komplexen Prozesse, die das moderne Europa geprägt haben. Sein Geschichtsansatz ist tiefgründig und analytisch, wodurch er Lesern detaillierte Einblicke in politische und gesellschaftliche Entwicklungen bietet. Die akademische Laufbahn und Spezialisierung auf Zeitgeschichte machen ihn zu einem bedeutenden Interpreten der jüngsten Vergangenheit.
Die Geschichte Israels von Theodor Herzls Judenstaat 1896 bis zur Gegenwart
166 Seiten
6 Lesestunden
Die chronologische Erzählweise in Rolf Steiningers "Geschichte Israels" wird durch die Einbeziehung historischer Berichte deutscher Generalkonsuln und österreichischer Botschafter bereichert, die neue Perspektiven auf die Ereignisse bieten. Der Fokus liegt auf den Konflikten zwischen Arabern und Juden, der Entwicklung diplomatischer Beziehungen sowie wichtigen historischen Momenten bis 1990, einschließlich der Intifada und der Annexion des Golan. Der Band enthält zudem 41 Fotos und drei Faksimiles, die die Darstellung der komplexen Geschichte Israels visuell unterstützen.
Am Nachmittag des 14. Mai 1948 verkündete der Zionistenführer Ben Gurion im Museum von Tel Aviv die Unabhängigkeitserklärung für Israel. Die Vorgeschichte dieses Ereignisses ist sowohl einzigartig als auch faszinierend. Bereits 1896 forderte der Wiener Theodor Herzl einen Staat nur für Juden und ermutigte seine Landsleute mit den Worten: »Wenn ihr wollt, ist es kein Märchen.« 1917 sicherten die Briten den Zionisten ihre Unterstützung für eine »nationale Heimstätte in Palästina«, wo jedoch 500.000 Araber lebten. 1922 erhielt Großbritannien das Mandat für Palästina. 1937 schlug London eine Teilung in einen jüdischen und einen arabischen Staat vor, was von den Zionisten akzeptiert, jedoch von den Arabern abgelehnt wurde. Angesichts des drohenden Krieges änderten die Briten 1939 ihre Politik und schränkten die jüdische Einwanderung ein. Nach dem Krieg kam es zu jüdischen Terroraktionen gegen die Briten, was dazu führte, dass Großbritannien im Februar 1947 sein Mandat an die UNO zurückgab. Im November 1947 beschloss die UNO die Teilung Palästinas, die von den Arabern abgelehnt wurde. Es folgte ein blutiger Krieg zwischen Arabern und Juden, der mit der Unabhängigkeit Israels um Mitternacht des 14. Mai begann. Nur elf Minuten später erkannte Präsident Truman Israel an, während mehrere arabische Staaten Israel angriffen, was den ersten israelisch-arabischen Krieg einleitete, der mit einem Sieg Israels endete.
Der Krieg begann am Morgen des 5. Juni 1967 mit einem Präventivschlag Israels gegen Ägyptens Luftwaffe, die vollständig zerstört wurde. Nach nur drei Stunden stellte General Ezer Weizmann fest: „Wir haben den Krieg gewonnen.“ Israelische Panzer stießen anschließend zum Suezkanal vor; in einer massiven Operation wurde die Westbank und Ost-Jerusalem erobert. Am 10. Juni gegen Mittag fiel Kuneitra, der Hauptstützpunkt der Syrer auf dem Golan. Der Weg nach Damaskus war frei, als die Israelis ihren Vormarsch stoppten. Wir wissen heute warum: die Sowjets hatten die USA in ultimativer Form aufgefordert, Einfluss auf die Israelis zu nehmen, andernfalls würde man militärisch eingreifen. Es waren dramatische sechs Tage, die die politische Landkarte des Nahen Ostens vollkommen veränderten. Die Araber hatten eine totale militärische Niederlage erlitten, Israel das Dreifache seines ursprünglichen Territoriums erobert und war Besatzungsmacht geworden. Dabei war der Sechstagekrieg – die Bezeichnung stammt vom damaligen israelischen Generalstabschef Ytzhak Rabin – im Grunde lediglich eine Fortsetzung der beiden vorangegangenen Kriege, des Unabhängigkeitskrieges 1948/49 und des Suezkrieges 1956. Die Araber hatten zwar beide Kriege verloren, aber ihr Ziel war gleich geblieben: die Vernichtung Israels. Davon konnte von nun an keine Rede mehr sein.
Vom 17. Juli bis 2. August 1945 trafen sich die „Großen Drei“ – der britische Premierminister Winston Churchill, US-Präsident Harry S. Truman und Sowjetdiktator Josef Stalin – in Potsdam zur letzten „Kriegskonferenz“. Von Churchill stammte der vielsagende Codename für diese Konferenz: Terminal – Endstation. In erster Linie ging es dort um die zukünftige Behandlung Deutschlands. Man einigte sich schnell auf bestimmte Grundsätze: Entwaffnung, Entmilitarisierung, Entnazifizierung, „demokratische“ Umgestaltung des Erziehungs- und Gerichtswesens, „demokratischer“ Wiederaufbau des politischen Lebens und der lokalen Selbstverwaltung. In allen Beratungen rückte eine Frage immer mehr in den Mittelpunkt, die mitentscheidend für das Schicksal Deutschland werden sollte: die Reparationen. Damit verbunden war die zukünftige Westgrenze Polens, die Oder-Neiße-Linie. Stalin forderte 10 Milliarden Dollar für die Sowjetunion, was der Westen ablehnte. Am Ende wurde ein amerikanischer Plan akzeptiert: Jede Besatzungsmacht sollte seine Reparationsansprüche aus der jeweils eigenen Zone befriedigen; dafür erkannte der Westen die Oder- Neiße-Linie als Westgrenze Polens an. Diese Lösung erwies sich für die Einheit Deutschlands als verhängnisvoll.
Am 27. Oktober 1962 stand die Welt am Rande eines Atomkrieges: Sowjetische Atomraketen auf Kuba waren einsatzbereit, von den 80 Marschflugkörpern mit je einem Atomsprengkopf in Hiroshima-Stärke waren drei gegen die US-Basis Guantánamo in Stellung gebracht, auf einem sowjetischen U-Boot ein Nukleartorpedo scharf gemacht worden, während die amerikanischen Militärs letzte Einzelheiten für die Invasion Kubas und die Beseitigung Fidel Castros festlegten. Der atomare Holocaust blieb der Welt dennoch erspart. Eine der gefährlichsten Krisen des Kalten Krieges wurde in letzter Minute entschärft. Wie diese Krise entstanden war und wie sie verlief, untersucht der Autor – einer der besten Kenner des Kalten Krieges – auf der Basis neuester Quellen aus westlichen und östlichen Archiven.