Carlo Fruttero Bücher
Dieses Autoren-Duo ist besonders bemerkenswert für seine redaktionelle Arbeit an der Reihe "Urania" von Science-Fiction-Anthologien, die von 1964 bis 1985 lief. Obwohl ihre Kuratierung zeitweise umstritten war, hinterließen sie einen unauslöschlichen Eindruck in diesem Genre. Ihre Auswahl und Präsentation von Werken prägten die Wahrnehmung der Leser und machten vielfältige Welten und Ideen einem breiten Publikum zugänglich.







Das italienische Autorenduo "Die Firma" bietet eine scharfsinnige Kritik an der italienischen Sommerkultur und ihren sinnlosen Ritualen. Die meisterhafte Etüde überrascht mit einem unerwarteten Ende, das die Leser erschauern lässt.
Wie weit ist die Nacht
- 570 Seiten
- 20 Lesestunden
Die mystischen Freitagsandachten des engagierten Turiner Priesters Don Pezza sind beim Volk und der vornehmen Turiner Gesellschaft gleichermaßen beliebt. Als er bei einer seiner Predigten die apokalyptische Frage stellt: »Wie weit ist die Nacht?«, explodiert die Kerze in seiner Hand und tötet ihn. Wer mögen die Drahtzieher des Attentats auf den Priester sein? Sind es die Würdenträger der Kirche, die inkognito dem Spektakel beiwohnten und anschließend verhaftet werden? Sind private Aversionen im Spiel? Oder sind gar die Mafia und der Fiat-Konzern in die Verschwörung verwickelt? Keine leichte Aufgabe für den sizilianischen Kommissar Santamaria, dem nicht nur das raue Turiner Klima zu schaffen macht. »Wie weit ist die Nacht« - jetzt wieder bei Piper Edition erhältlich
Die Sonntagsfrau
- 486 Seiten
- 18 Lesestunden
Ein obskurer Mordfall, eine ganz besonders versnobte feine Gesellschaft, alte Landsitze, Großindustrie – die perfekte Kulisse für ein kriminalistisches Puzzle: Ein zu Recht erfolgloser Architekt wird mit einer Waffe erschlagen, die so unaussprechlich ist, dass die Polizei geheim hält, worum es sich handelt. Der Verdacht fällt auf zwei Personen aus den besten Kreisen des Turiner Großbürgertums, und der für einen Polizisten fast allzu charmante sizilianische Kommissar bemüht sich nach Kräften, den verwickelten Knoten zu lösen. "Die Sonntagsfrau" - jetzt wieder bei Piper Edition erhältlich.
Die Meisterdetektive der Kriminalliteratur sind in Rom versammelt, um einen spektakulären Fall zu lösen, an dem sich schon Generationen von Detektiven, Schriftstellern und Wissenschaftlern die Zähne ausgebissen haben: das "Geheimnis des Edwin Drood", das rätselhafte Ende des letzten Romans von Charles Dickens, dem sein plötzlicher Tod 1870 die Feder aus der Hand gerissen hat. In diesem spannenden, quirligen Stück Kriminalsatire gelingt es den Detektiven, und damit Fruttero & Lucentini, Droods Geheimnis und Dickens' jähes Ende überzeugend aufzuklären.
Für alle, die ihren Urlaub noch vor sich haben, ist ein Buch eine ideale Begleitung, besonders wenn man nach Venedig reist. Die Hauptfigur, Mr. Silvera, ist ein geheimnisvoller Mann um die 40, groß und mager, mit einem schwer deutbaren Lächeln und einer bemerkenswerten Antwort auf schwierige Fragen – "ah". Er ist kein typischer Reisebegleiter und lässt geduldig die Begeisterung der Touristen über sich ergehen. Während er Venedig kennt, trennt er klar zwischen dem touristischen und dem ihm vertrauten Teil der Stadt. Mr. Silvera spricht fließend Suaheli und Chinesisch, erinnert sich an nicht mehr existierende Fresken und identifiziert einen Fugger auf einem Gemälde, als hätte er ihn gekannt. Seine Komplexität macht es schwer, sich in ihn zu verlieben, was zu Schwierigkeiten führt. Obwohl man den beiden ihr Glück in der romantischen Kulisse Venedigs gönnen möchte, lässt Mr. Silveras Leben dies nicht zu. Die Autoren erkunden verschiedene Möglichkeiten seiner Figur, ohne auf einfache Lösungen zurückzugreifen. Ihr Ziel war es, das alte Venedig sichtbar zu machen, und das gelingt ihnen eindrucksvoll. Die Lektüre ist so fesselnd, dass man sich wünscht, sie möge nie enden. Am Ende bleibt unklar, ob es sich um einen Krimi oder eine melancholische Liebesgeschichte handelt, doch die Reflexion über das Phänomen der Zeit bietet reichlich Denkanstöße.



