Stanisław Lem Bücher
Stanisław Lem war ein polnischer Autor, dessen Werke oft die Bereiche Science-Fiction, Philosophie und Satire durchdrangen. Sein Schreiben erforschte eindringlich die Natur der Intelligenz, den technologischen Fortschritt und die tiefgreifenden Grenzen menschlichen Verständnisses angesichts des Unbekannten. Lem verwebte meisterhaft spekulative Konzepte mit scharfer Kritik am menschlichen Dasein und betonte häufig die Schwierigkeit wahrer Kommunikation und die kosmische Isolation der Menschheit. Sein einzigartiger Stil und seine tiefgründigen Fragestellungen finden bei Lesern über Genres und Kulturen hinweg Anklang.







Summa technologiae
Vom großen Vordenker und Kritiker der Künstlichen Intelligenz
- 650 Seiten
- 23 Lesestunden
Summa technologiae faßt die zur Zeit greifbaren Ergebnisse der futurologischen Wissenschaft zusammen und entwickelt neue, bei uns bis dahin noch nicht bekannte Konzeptionen. Das Buch handelt von einigen möglichen »Zukünften« der menschlichen Zivilisation. Die Futurologie ist keine Wissenschaft, sondern Schlachtfeld widerstreitender Interessen. Wenn künftige Entwicklungen eng mit künftigen wissenschaftlichen Entdeckungen zusammenhängen, kommt ihre Prognose der Antizipation dieser Entdeckungen gleich. Das ist logisch unmöglich. Wir können allein die Invarianten unserer Welt aufdecken und mit ihnen die Grenze abstecken, die das Mögliche (Erlaubte) vom Unmöglichen (Verbotenen) trennt. Was können wir aus der Welt machen, was ist möglich? Fast alles – nur das nicht: daß sich die Menschen in einigen zigtausend Jahren überlegen könnten: »Genug – so wie es jetzt ist, soll es von nun an immer bleiben. Verändern wir nichts, erfinden und entdecken wir nichts, weil es besser, als es jetzt ist, nicht sein kann, und wenn doch, dann wollen wir es nicht.«
Provokationen
Aus dem Polnischen von Friedrich Griese, Jens Reuter und Edda Werfel
- 236 Seiten
- 9 Lesestunden
Provokationen umfaßt den 1981 in der »Bibliothek Suhrkamp« veröffentlichten Band Provokation. Besprechung eines ungelesenen Buches und »Lems Bibliothek des 21. Jahrhunderts«, die in den Einzelbänden Eine Minute der Menschheit, Waffensysteme des 21. Jahrhunderts und Das Katastrophenprinzip publiziert wurde. In Eine Minute der Menschheit liefert Lem eine Momentaufnahme der Menschheit an der Schwelle zum 21. Jahrhundert, alles, was in einer Minute auf der Welt passiert, d.h. vor allem, was die Menschen einander in einer Minute antun; der zweite Text behandelt die neuen fürchterlichen Waffensysteme, die sich bereits drohend abzeichnen; und der dritte liefert den allgemeinen philosophisch-kosmologischen Hintergrund für die Entstehung von Leben im Weltall, die ein außerordentlicher Zufall ist. Und einmal entstanden, ist das Leben ständig von Katastrophen bedroht, befindet sich immer in einem prekären Gleichgewicht, in einem Balanceakt zwischen Katastrophen. In Provokation schließlich geht Lem anhand des fiktiven Buches Der Völkermord des Göttinger Anthropologen Horst Aspernicus den Wurzeln des Holocausts nach: Lem ist dabei ein Analytiker, der uns zwingt, über unbequeme Probleme nachzudenken.
Stanisław Lem wurde am 12. September 1921 in Lwów (Lemberg) geboren, lebte zuletzt in Krakau, wo er am 27. März 2006 starb. Er studierte von 1939 bis 1941 Medizin. Während des Zweiten Weltkrieges musste er sein Studium unterbrechen und arbeitete als Automechaniker. Von 1945 bis 1948 setze er sein Medizinstudium fort, nach dem Absolutorium erwarb Lem jedoch nicht den Doktorgrad und übte den Arztberuf nicht aus. Er übersetzte Fachliteratur aus dem Russischen und ab den fünfziger Jahren arbeitete Lem als freier Schriftsteller in Krákow. Er wandte sich früh dem Genre Science-fiction zu, schrieb aber auch gewichtige theoretische Abhandlungen und Essays zu Kybernetik, Literaturtheorie und Futurologie. Stanisław Lem zählt heute zu den erfolgreichsten Autoren Polens. Sein Werk wurde vielfach ausgezeichnet, verfilmt und in 57 Sprachen übersetzt. Friedrich Griese studierte Philosophie und Soziologie. Später übersetzte er Sachbücher aus dem Englischen, Französischen, Polnischen und Italienischen ins Deutsche. Friedrich Griese verstarb am 20. Juni 2012.
Philosophie des Zufalls
- 490 Seiten
- 18 Lesestunden
So gern Lem auch fabuliert – seine Leidenschaft ist die Therorie. Am literarischen Werk als seinem Erkenntnisgegenstand probiert er der Reihe nach die verschiedenen Erkenntnismethoden aus: die semantische und die semiologische, die pragmatische und die logische Sprachtheorie, die Kybernetik und die Literatursoziologie. Die biologische Evolution liefert Lem ein fruchtbares Modell für das Verständnis von Literatur: das literarische Werk unterliegt, ebenso wie Tierarten in der Natur, einem Selektionsprozeß. Erst in der gesellschaftlichen Rezeption, die einer mehrstufigen Selektion vergleichbar ist, wird entschieden, ob ihm »literarischer Wert« zuerkannt wird. Dabei spielen, wie in der Natur, Zufallserscheinungen eine wichtige Rolle. Lem läßt ein Feuerwerk von Ideen vor dem Leser aufsprühen und macht keinen Hehl daraus, welche Freude es ihm selbst bereitet, sich dem Zufallsprinzip zu überlassen und sich in vielerlei überraschenden Abschweifungen zu ergehen.
Zwei Drehbücher von Szczepanski, Jan Jozef. 125 S.
Science-fiction: ein hoffnungsloser Fall mit Ausnahmen
Essays. Band 3
Die phantastischen Erzählungen
- 477 Seiten
- 17 Lesestunden
Inhalt: - Die Kunst, Vorworte zu schreiben - Pirx erzählt - Ananke - Der Freund - Professor A. Donda - Die Waschmaschinentragödie - Die Wahrheit - Das schwarze Kabinett Professor Tarantogas - Experimenta Felicitologica - Die Rettung der Welt - Chronde - Das Märchen vom König Murdas - Zifferoticon - Die siebente Reise oder wie Trurls Vollkommenheit zum Bösen führte - Die Auferstehungsmaschine - Emelen - Vestrands Exetelopädie in 44 Magnetbändern, nebst Probebögen - Alistar Waynewright Being Inc (American Libray) - Futurologischer Kongreß. 1. Tag Die einzelnen Teile sind verschiedenen polnischen und deutschen Erstausgaben entnommen.
Werke in Einzelausgaben
- 280 Seiten
- 10 Lesestunden
Das Lesen von 'Phantastik und Futurologie' ist eher ein Abenteuer in einem Dschungel von Themen, Konzepten über die Zukunft der Welt, literarischen Ideen und Stilen. Besonders bemerkenswert ist, dass Lem nicht nur die Ideen und Bücher anderer referiert, sondern auch seine eigenen Werke zum Gegenstand der Analyse macht. Er erforscht die Quellen seiner Inspiration, verfolgt die Wege seines eigenen Denkens und zeigt auf, bei welchen Meistern er gelernt hat. Kein Interpret seiner Werke kann an diesen Bekenntnissen vorbeigehen. In diesen Überlegungen zur futuristischen Fiktion gibt es einen besonders persönlichen Faden: das gesamte Feld der Reflexion über Futurologie, über das hypothetische zukünftige Schicksal der Erde und ihrer Bewohner.
Ogromny esej o fantastyce i futurologii jest oryginalną i nowatorską próbą stworzenia teorii gatunku, błyskotliwą autointerpretacją dzieł Lema oraz przeglądem światowego dorobku science fiction w poszukiwaniu autorów i tekstów, które byłyby zdolne stanąć w szranki z naukową futurologią. Esej udowadnia przydatność literatury w modelowaniu przyszłości człowieka. To kolejna Lema 'ogólna teoria wszystkiego' - wszystkiego, co dotyczy fantastyki i jej roli w ludzkim poznaniu.
Der futurologische Kongreß
- 165 Seiten
- 6 Lesestunden
Hier bleibt Ijon Tichy, der Held so vieler lemscher Erzählungen, ausnahmsweise auf dem Boden, das heißt auf der Erde. Es bedeutet allerdings nicht, dass es ihm hier langweilig würde, ganz im Gegenteil: Er wird beschossen, eingefroren, aufgetaut, betäubt, benebelt, beglückt und bekommt schließlich noch einen Rattenschwanz verpasst. Der futurologische Kongreß ist eine der großen Dystopien des 20. Jahrhunderts – allerdings deutlich lustiger als die Konkurrenz von Orwell, Huxley oder Atwood.
Die vollkommene Leere legt den Snobismus und den Glauben an einen alles erleichternden Fortschritt bloß. Die »vollkommene Leere« bezeichnet ein quälendes Gefühl der Schwerelosigkeit. Es ist dem Handeln und Schaffen im höchsten Maße feindlich, denn es tötet auch die Hoffnung.
Die Geschichte von den drei geschichtenerzählenden Maschinen des Königs Genius
- 127 Seiten
- 5 Lesestunden
Die andere Zukunft. Phantastische Bibliothek. 7 Bände
Das Katastrophengebiet. Besuch von Drüben. Robotermärchen. Target. Der Elfenbeinturm. Picknick am Wegesrand. Der Fall Charles Dexter Ward
- 7 Bände
Die Entdeckung der Virtualität
- 238 Seiten
- 9 Lesestunden
»Der phantomatisierte Mensch ist, was Menge und Inhalt der zu ihm gelangenden Informationen betrifft, der Gefangene der Maschine: Von außen erreicht ihn keine sonstige Information.« Angesichts dieser nüchternen Prognose, die Stanislaw Lem bereits 1981 in seiner Summa technologiae abgab, zu einer Zeit also, in der die NASA gerade ihr neues Geminiraumschiff unbemannt im Orbit testete und IBM mit der 360er-Reihe den ersten standardisierten Computer der Welt auf den Markt brachte, läßt sich das enthusiastische Staunen, mit dem Fans, und Medien auf Cyberspace reagieren, kaum verstehen, schreibt Bernd Flessner in seinem Essay »Archäologie im Cyberspace«, mit dem er Stanislaw Lem als den Urvater des Cyberspace dingfest macht. Keiner hat wie Lem in seinen fundierten Abhandlungen, seinen Romanen und Erzählungen über die technologische Zukunft der menschlichen Zivilisation jene computergenerierten virtuellen Realitäten antizipiert, die »gegenwärtig Computerjunkies wie Feuilletonleser gleichermaßen becircen«. Die in diesem Band versammelten Texte von Stanislaw Lem führen den Beweis.
Ein pulsierender Neutrinostrahl ist entdeckt worden. Handelt es dich um ein rein phyikalisches Phänomen? Oder aber um eine interstellare Botschaft, ausgesandt von einer der Menschheit weit überlegenen Zivilisation? Dieser Sience-fiction-Roman läßt ein faszinierendes Geflecht aus Hypothesen und Vermutungen entstehen und zeigt, wie abhängig die modernen Wissenschaften von den politisch-gesellschaftlischen Bedingungen sind.
Nacht und Schimmel bietet einen Querschnitt durch die Vielfalt der Ideen und Stilmodalitäten Stanisław Lems. Das Spektrum reicht von frühen Grotesken wie »Gibt es Sie, Mister Johns?« bis zur »Neuen Kosmogonie«, einer originellen Anwendung der Spieltheorie auf kosmogonische Probleme. Die Titelgeschichte zeigt Lem als Warner vor mißbräuchlicher Verwendung neuer Erkenntnisse.Den Höhepunkt bildet die Geschichte »Tagebuch«. Sie ist ein kybernetisch-philosophischer Exkurs, der den Leser zutiefst verunsichert, da er eine das anthropozentıische Denken verwundende und völlig originelle Deutung von Mensch und Gott darstellt. In »Tagebuch« gewinnen theologische Probleme in kybernetischer Verkleidung aktuellste Bedeutung; die Paradoxa dieser zwingend komponierten Erzählung erinnern an die besten Leistungen eines J.L. Borges.Inhalt:- Nacht und Schimmel (Ciemność i pleśń, 1959)- Der Freund (Przyjaciel, 1959)- ›Tagebuch< (Pamiętnik, 1962)- Die Lymphatersche Formel (Formuła Lymphatera, 1961)- Die neue Kosmogonie (Nowa Kosmogonia aus Doskonała próżnia, 1971)- Die Invasion (Inwazja, 1959)- Der Hammer (Młot, 1959)- Die Wahrheit (Prawda, 1964)- Zwei junge Männer (Dwóch młodych ludzi, 1965)- Gibt es Sie, Mister Johns? (Czy pan istnieje, Mr. Jones?, 1955)
Zwar sind Ijon Tichy, dem kosmischen Globetrotter, weder in der Zeit noch im Raum Grenzen gesetzt, dennoch mag es seltsam anmuten, wenn der Verfasser der Sterntagebücher den gedankenlosen Touristen von der Erde die Leviten liest, weil sie mit ihrem Müll das Weltall verseuchen. Doch die Sorge um solch eher abgelegene Probleme der Weltraumfahrt gehört ebenso zum Persönlichkeitsbild des bedeutenden Sternreisenden wie der unermüdliche Forschungsdrang, der ihn mit seiner Rakete in immer abgelegenere Distrikte der Galaxis treibt. Die Aufzeichnungen über die Entdeckungen und Erkenntnisse Ijon Tichys, aber auch über die von ihm auf seinen Reisen bestandenen Gefahren der Nachwelt wenigstens teilweise zugänglich gemacht zu haben ist das Verdienst Professor Tarantogas, der den riesigen Nachlaß des auf tragische Weise Entschwundenen gesichtet und auf den letzten Stand gebracht hat.
Im 22. Jahrhundert versucht ein Raumschiffkommando mit einer außerirdischen Zivilisation Kontakt aufzunehmen. Doch diese ist in einem fatalen Zustand, seit über 100 Jahren befindet sich das fremde Planetensystem in einer Phase eines kalten Krieges und Wettrüstens.
Die Technologiefalle
Essays | Vom großen Vordenker und Kritiker der Künstlichen Intelligenz
- 318 Seiten
- 12 Lesestunden
In Die Technologiefalle unterzieht der polnische Zukunftsforscher und Science-Fiction-Autor Stanisław Lem die technische Entwicklung, die Biotechnologie und Gentechnik, die Informationstechnologie und die sogenannte Künstliche Intelligenz einer strengen Prüfung. Das, was er in seinem umfangreichen Werk in phantastischer Formulierung vorweggenommen hat, erweist sich als verblüffend aktuell, vieles hat sich bewahrheitet. Sein Fortschrittsoptimismus von damals ist jedoch gedämpft: Lem betont die ethische Dimension unseres kollektiven Handelns. Als Paradigma, an das alles Menschengemachte nicht heranreicht, erscheint die natürliche Evolution. In manchen aktuellen Ausformungen der technischen Entwicklung sieht Lem einen Moralverlust. Auch seine eigenen Projektionen stellt er unter das Postulat der Menschlichkeit, und er läßt sich im Zeitalter postmoderner Beliebigkeit seinen moralischen Ernst nicht abkaufen.
Terminus
- 211 Seiten
- 8 Lesestunden
Weltraumpiloten gibt es in der Science-fiction wie Sand am Meer; aber keinen wie Lems Piloten Pirx, einen liebenswürdigen, nachdenklichen, ein wenig zögernden, aber unerschrockenen Burschen, der alle Probleme, denen er sich im Weltraum gegenübersieht, mit jungenhaftem Charme angeht. Und Probleme gibt es immer um ihn, denn er scheint das Seltsame wie ein Magnet anzuziehen.
Ist Gott ein Taoist? und andere Rätsel
- 233 Seiten
- 9 Lesestunden
Mehr phantastische Erzählungen
- 325 Seiten
- 12 Lesestunden
Die großen Sternfahrer Pilot Pirx, Ijon Tichy und die beiden Roboter Trurl und Klapauzius sind die bekanntesten Figuren des weltberühmten polnischen Science-fiction-Autors und Zukunftsforschers StanisBaw Lem. Die vorliegenden Sammelbände vereinen alle Geschichten dieser Protagonisten. Lem schickt den Leser weit in die Zukunft, treibt dort ein scharfsinnig-erfinderisches Spiel mit ihm und holt ihn dann wieder belehrt und bestens unterhalten auf die Erde zurück.
Dialoge
- 318 Seiten
- 12 Lesestunden
In diesem Werk, das in einer Reihe steht mit seiner ›Summa Technologiae‹ (1976) und ›Phantastik und Futurologie‹ (1977), unternimmt Stanislaw Lem eine Neuschöpfung der sokratischen Dialoge, sokratischer Dialoge in einer Zeit, in der die traditionellen Themen der Philosophie, Theologie und Gesellschaftstheorie, vor allem unter dem Einfluss der Kybernetik, eine neue Darstellung erfahren. Die in der Zukunft liegenden Konsequenzen, die die weiter fortschreitende Konstruktion von Computern zeitigen werden – von einem eventuell möglichen ewigen Leben des Individuums bis zur Konstruktion neuer Gesellschaftsformationen – suchen diese Dialoge zu explorieren und zu bewerten.
Das Katastrophenprinzip
Die kreative Zerstörung im Weltall. Aus Lems Bibliothek des 21. Jahrhunderts
- 88 Seiten
- 4 Lesestunden
Das Katastrophenprinzip - Aus Lems Bibliothek des 21. Jahrhunderts - bk1508; Suhrkamp Verlag; Stanislaw Lem; pocket_book; 1983
Pirx, der skeptische und unheroische, aber doch couragierte Held dieser sechs Erzählungen, ist von Mißtrauen gegen »unsere eisernen Brüder«, die Roboter, erfüllt. Für ihn repräsentieren sie eine unbestimmte Gefahr, einen Faktor des Unheimlichen. Nicht zuletzt deshalb, weil sie ihn an die Schuld des Menschen der Maschine gegenüber erinnern. In der Titelerzählung wird der Roboter zur tragischen Gestalt, weil er die menschliche Regung der Dankbarkeit entwickelt - und dadurch selbst zugrunde geht. In einer weiteren Erzählung wird ein anderer Roboter so menschenähnlich, daß er für sich die Schönheit des Bergsteigens entdeckt und dabei zerschellt. In »Die Verhandlung« sieht sich Pirx vor die Aufgabe gestellt, die nichtmenschlichen Mitglieder seiner Besatzung bei einem Weltraumflug herauszufinden und ihre Funktionstüchtigkeit zu beurteilen. Inhalt: - Die Patrouille ( Patrol , 1959) - Die Jagd ( Polowanie , 1965) - Der Unfall ( Wypadek , 1965) - Pirx erzählt ( Opowiadanie Pirxa , 1965) - Die Verhandlung ( Rozprawa , 1968) - Ananke ( Ananke , 1971)
Eine comédie humaine entfaltet sich vor dem Leser, in der mit Phantasie und Forschereros ausgestattete Wesen gegen eine allmächtige, entfesselte Technologie kämpfen. Und, mit List und Phantasie durch ihre Maschen schlüpfend, sich etwas bewahren, was vor dem Jahre 2000 einmal Individualität hieß.
Hal Bregg, Chefpilot des Raumschiffs »Prometheus«, kehrt von einer Fahrt zum 23 Lichtjahre entfernten Stern Fomalhaut zurück. Zehn Bordjahre hat diese Reise gedauert - zehn Bordjahre bedeuten 123 Erdenjahre, und so finden die Überlebenden der verlustreichen Expedition eine völlig veränderte Erde vor. Die Technik hat sich rapide fortentwickelt. Die Städte sind mit äußerster Raffinesse neu erbaut. Die Verkehrssysteme sind nicht wiederzuerkennen. Alles ist aus Plastik. Das Essen wird synthetisch hergestellt, die Arbeit von Robotern verrichtet. Die Menschen leben nahezu kostenlos in unendlichem Wohlstand. Vor allem aber befinden sie sich in tiefstem Frieden aufgrund einer Behandlung, die schon den Kleinkindern jeden Aggressionstrieb nimmt. Nur mühsam findet sich der Raumfahrer in dieser neuen Welt zurecht, die auch Expeditionen ins weite Universum für sinnlos hält. Noch einmal entflieht er zu seinen Kameraden, die Vorbereitungen für ihre nächste Weltraumfahrt treffen. Aber Hal macht nicht mit. Nächtens steigt er auf den Berg neben der neuen Universitätsstadt und erkennt im Morgengrauen, daß er seine Heimat wiedergefunden hat. Stanisław Lem konfrontiert den Leser mit grundlegenden Fragen über den Sinn des Lebens in der heutigen Zeit.
Inhalt:- Die Geschichte eines Einfalls (Dzieje pewnego pomysłu, 1978)- Die neue Kosmogenie (aus Die vollkommene Leere, 1971)- Golem XIV (aus Imaginäre Größe, 1973)
Im 21. Jahrhundert sind die Großmächte übereingekommen, auf Erden abzurüsten und die gesamten Waffenarsenale auf den Mond zu verlagern; in durch neutrale Zonen getrennte Sektoren. Analog dem Prinzip der natürlichen Evolution organischer Lebewesen vollzieht sich auf dem Mond eine Selbstoptimierung der Waffensysteme, völlig autonom. Niemand auf Erden weiß, was sich auf dem Mond wirklich abspielt, welche Seite inzwischen einen Vorsprung gewonnen haben mag, die »Doktrin der totalen Unkenntnis« wird strikt eingehalten. Automatische Aufklärungssonden gehen spurlos verloren. Zeit also für Ijon Tichy, Lems unermüdlichen Weltraumreisenden, der nie zögert, wenn es gilt, die Menschheit zu retten, als Agent der »Lunar Agency« auf dem Mond nach dem Rechten zu sehen. Leider zieht er sich dabei eine Kallotomie zu, sein Gehirn wird in zwei Teile aufgespalten, was zu für ihn grotesken Folgen führt, denn zwei Seelen oder zwei Gehirnhälften liegen alsbald in ihm in Widerstreit miteinander, treiben ihn bald dahin, bald dorthin. Es kommt aber noch dicker, denn vom Mond hat Tichy etwas auf die Erde mitgebracht, was den Verlauf der irdischen Zivilisation nachhaltig verändert.
Der Astrogar Horpach und sein Stellvertreter Rohan stehen vor einem Rätsel, als man die unversehrte »Kondor« und die überreste ihrer Besatzung findet. Es gibt keinen überlebenden, aber Lebensmittelvorräte, Wasser- und Sauerstoffreserven wären für viele Monate ausreichend gewesen. Allerdings sind die Innenräume des Raumschiffs in einem unbeschreiblichen Zustand, als habe eine Horde Wilder darin gehaust. Wie die Wissenschaftler des »Unbesiegbaren« feststellen, gibt es auf Regis III keine feindliche Fauna oder Flora und doch wird der Planet von einer Macht beherrscht, die auch der Rettungsexpedition fast zum Verhängnis wird.
Waffensysteme des 21. Jahrhunderts
- 85 Seiten
- 3 Lesestunden
Waffensysteme des 21. Jahrhunderts oder „The Upside Down Evolution (Die verkehrte Evolution)“ ist ein Essay von Stanisław Lem, das 1983 auf Deutsch und Englisch erschien, eine polnische Ausgabe folgte 1986. Die „Waffensysteme“ können zu Lems Texten über fiktive Werke gezählt werden. Ähnlich wie in Die vollkommene Leere schreibt Lem zwar keine Rezension, stattdessen aber eine Zusammenfassung eines fiktiven Werks aus der Zukunft, welches ihm auf nicht näher erläuterte Weise zugänglich gemacht wurde. Darin wurden die militärische Entwicklung sowie die daraus resultierenden Konflikt- und Kriegsformen des 21. Jahrhunderts beschrieben. Ersten Gebrauch des so erworbenen Wissens habe er bereits in Die Stimme des Herrn gemacht, in welchem ein Zitat des erinnerten Werkes platziert sei. Die Veröffentlichung eines Gedächtnisprotokolls als Science Fiction erschien ihm als gangbarer Weg, einerseits den geheimen Inhalt des Werks preiszugeben, der aber andererseits zuverlässig verhindere, dass die Inhalte für bare Münze genommen werden.
"Die Vollkommenheit ist unser Fluch, der durch die Unberechenbarkeit seiner Folgen jedes unserer Werke belastet", lautet das Motto der drei Erzählungen dieses Bandes. In den Geschichten, die bisher nur in Fragmenten auf deutsch veröffentlicht wurden, entwickelt Stanislaw Lem Modelle für vollkommene Welten, "die möglich und unmöglich, scheinbar aberwitzig und unnatürlich sind".
Stanisław Lem wurde am 12. September 1921 in Lwów (Lemberg) geboren, lebte zuletzt in Krakau, wo er am 27. März 2006 starb. Er studierte von 1939 bis 1941 Medizin. Während des Zweiten Weltkrieges musste er sein Studium unterbrechen und arbeitete als Automechaniker. Von 1945 bis 1948 setze er sein Medizinstudium fort, nach dem Absolutorium erwarb Lem jedoch nicht den Doktorgrad und übte den Arztberuf nicht aus. Er übersetzte Fachliteratur aus dem Russischen und ab den fünfziger Jahren arbeitete Lem als freier Schriftsteller in Krákow. Er wandte sich früh dem Genre Science-fiction zu, schrieb aber auch gewichtige theoretische Abhandlungen und Essays zu Kybernetik, Literaturtheorie und Futurologie. Stanisław Lem zählt heute zu den erfolgreichsten Autoren Polens. Sein Werk wurde vielfach ausgezeichnet, verfilmt und in 57 Sprachen übersetzt.
Kyberiade
- 366 Seiten
- 13 Lesestunden
In "Die Kyberiade" entführt Stanisław Lem die Leser in eine Zukunft, die von Maschinen beherrscht wird – wie den von Trurl und Klapaucius, den großen "kosmischen Konstrukteuren", die selbst Roboter sind. Die Geschichten folgen ihren Abenteuern, während sie versuchen, sich gegenseitig mit ihren Erfindungen zu übertreffen oder gigantische kybernetische Leistungen in anderen Galaxien zu vollbringen, wobei sie oft grandios scheitern: Sie erschaffen laseräugige Bestien, elektronische Dichter, die auf Knopfdruck Poesie versprühen, und Maschinen, die alles im Universum konstruieren können... solange es mit dem Buchstaben n beginnt. Inspiriert von Märchen, Folklore und Mythologie sowie von moderner philosophischer und mathematischer Gedankenwelt, hat Lem ein brillantes und tiefgründiges Werk von genialer Schöpfung geschaffen.
Aus welchen komisch-banalen Gründen eine der beliebten Invasionen aus dem Weltall scheitert; wie die Verkehrserziehung der Zukunft aussieht; wie die Welt zugrunde geht; was sich der Autor von der Zukunft wünscht - das sind einige der Dinge, die der Leser in diesem neuen Kurzgeschichtenband Lems erfährt. Auch eine neue Schrulle vom Professor Tarantoga fehlt nicht. Teilweise sind es ältere Erzählungen, teilweise ganz neue, immer aber solche, die aufs neue den Ideenreichtum und die erstaunliche Vielseitigkeit des Autors Lem unter Beweis stellen.Inhalt:- Die Ratte im Labyrinth (Szczur w labyrincie, 1957)- Invasion vom Aldebaran (Inwazja z Aldebarana, 1959)- Hundertsiebenunddreißig Sekunden (Sto trzydzieści siedem sekund, 1976)- Die Maske (Maska, 1976)- Herr F. (Pan F., 1977)- Die Tobine (1981)- Meine drei Wünsche (1980)- Weltuntergang um acht (Koniec świata o ósmej, 1957)- Das schwarze Kabinett Professor Tarantogas (Czarna komnata Profesora Tarantogi, 1963)- Professor A. Donda (Profesor A. Dońda, 1976)- Das Rätsel (Zagadka, 1981)
Test. Phantastische Erzählungen.
- 203 Seiten
- 8 Lesestunden
Phantastische Geschichten eines Autors, dessen Bücher im Ostblock Millionen Leser faszinieren. Sie handeln von beklemmend-komischen Abenteuern im Weltraum - z.B. von der Gefährlichkeit gemeiner Stubenfliegen in Raumschiffen - von Küchenmaschinen, die bedenkliches Eigenleben entwickeln - von einer drachenbekämpfenden Rechenmaschine - von der Invasion der Aldebaraner und anderen höchst aufregenden Zukunftserfahrungen. Inhalt: - Test ("Test" aus "Inwazja z Aldebarana", Wydawnictwo Literackie, Kraków, 1959) - Der bedingte Reflex ("Odruch warunkowy" aus "Noc księżycowa", Wydawnictwo Literackie, Kraków, 1963) - Albatros ("Albatros" aus "Inwazja z Aldebarana", Wydawnictwo Literackie, Kraków, 1959) - Terminus ("Terminus" aus "Księga robotów", Iskry, Warszawa, 1961) - Die Waschmaschinentragödie ("Tragedia pralnicza" aus "Noc księżycowa", Wydawnictwo Literackie, Kraków, 1963) - Invasion vom Aldebaran ("Inwazja z Aldebarana" aus "Inwazja z Aldebarana", Wydawnictwo Literackie, Kraków, 1959) - Von der Rechenmaschine, die mit dem Drachen kämpfte ("Bajka o maszynie cyfrowej, co ze smokiem walczyła" aus "Bajki robotów", Wydawnictwo Literackie, Kraków, 1964)
Wie die Welt noch einmal davonkam
Der Kyberiade erster Teil | Vom großen Vordenker und Kritiker der Künstlichen Intelligenz
- 184 Seiten
- 7 Lesestunden
»Als der Kosmos noch nicht so durcheinander war wie heute und alle Sterne säuberlich in Reih und Glied standen, so daß man sie von links nach rechts oder von oben nach unten abzählen konnte … – in jener guten alten Zeit war es üblich, daß Konstrukteure, die das ˒Diplom der Perpetualen Omnipotenz mit Auszeichnung˓ besaßen, ab und zu Reisen unternahmen um fernen Völkern guten Rat und Hilfe zu gewähren.« Lems Kyberiade ist ein Zyklus von Reisen, die die Eskapaden und Taten des freundschaftlich rivalisierenden Roboterpaares Trurl und Klapauzius erzählen, die einander im Erfinden erstaunlicher Maschinen zu übertrumpfen suchen und die oft und oft um die Früchte ihrer Arbeit geprellt werden sollen. Was natürlich nie gelingt. Sie konstruieren Ungeheuer mit Laseraugen und Drachen der Wahrscheinlichkeit, Elektrobarden, Maschinen, die alles erzeugen, was mit n beginnt, und rücken die Dinge wieder ins kybernetische Lot.
Stanislaw Lem hat in seinem Schaffen eine deutliche Entwicklung vollzogen: von abenteuerlichen Science Fiction-Romanen zu komplexeren sprachlichen und gedanklichen Strukturen. Er hat eine eigene Mischform aus erzählender Prosa und diskursivem Essay gefunden, eine Art Metaliteratur. In Die vollkommene Leere verfasst er Rezensionen nicht existierender Bücher, während er in Imaginäre Größe die Kunst des Vorwortschreibens aus der Sklaverei der Werke befreien möchte: „Niemand unternimmt es, die Vorwortschreiberei aus dem Zwinger der Unfreiheit herauszuführen. Also gibt es keinen anderen Rat: Ich muß selbst... der Introduktionistik zu Hilfe eilen.“ Dies erklärt Lem im Vorwort seiner Sammlung imaginärer Vorworte. Das erste Vorwort gilt einem neuartigen pornographischen Bildband, bei dem der Leser bedauert, sich mit der Einführung begnügen zu müssen. Weitere Vorworte erläutern, wie den Bakterien die Sprache beigebracht wurde – die Eruntik ist die Lehre von den sprechenden Bakterien – oder führen in die „Geschichte der bitischen Literatur“ ein, die computergenerierte Literatur beschreibt. Höhepunkt des Bandes ist eine einleitende Rede des Supercomputers GOLEM XIV, der der Menschheit in bombastischer Rhetorik einen Spiegel vorhält und aufzeigt, wie misslungen der Mensch als Produkt der Evolution ist und wie gering seine geistigen Qualitäten aus der Sicht eines wahrhaft intelligenten Wesens.
Enthält drei Essays – "Eine Minute der Menschheit", "Die Umgekehrte Revolution" und "Die Welt als Katastrophe" – vom Meister der Science-Fiction Stanisław Lem. In diesen Essays untersucht Lem die menschliche Existenz und die Herausforderungen, die sich aus der technologischen und gesellschaftlichen Entwicklung ergeben. Er reflektiert über die Konsequenzen menschlichen Handelns und die Fragilität der Zivilisation. Mit scharfsinnigem Witz und philosophischer Tiefe beleuchtet er die Absurditäten des Lebens und die komplexen Beziehungen zwischen Mensch und Technik. Lems Gedanken sind sowohl zeitlos als auch provokant und laden den Leser ein, über die Zukunft der Menschheit und die ethischen Implikationen unserer Entscheidungen nachzudenken.
Memoiren, gefunden in der Badewanne
- 296 Seiten
- 11 Lesestunden
»Memoiren, gefunden in der Badewanne« ist eine satirische Farce, eine surrealistische Antiutopie und eine schillernde Schmähschrift auf die absolute Bürokratie und den totalen Polizeistaat, in dem alles und jedes gelenkt, einem geheimen Zweck untergeordnet und von Spitzeln überwacht und kontrolliert wird. In Borges »Die Lotterie in Babylon« bewirkt die Lotterie ein regelmäßiges Ergießen des Zufalls in die Weltordnung; in »Memoiren, gefunden in der Badewanne« ist alles vorausgeplant und vorausbestimmt, aber das Endergebnis ist ungefähr dasselbe, denn möglicherweise funktioniert die ganze hypertrophierte Staatsmaschinerie schon längst nach Zufallsprinzipien, wie das ganze Universum. Chaos und Ordnung, Zufall und Notwendigkeit, Sinn und Unsinn fallen zusammen und sind prinzipiell ununterscheidbar. Das »Gebäude«, eine Spionagezentrale, ist »unbesiegbar«; im Verlaufe seiner Entwicklung ständig gewachsen, steht es im unaufhörlichen Kampf mit einem Antigebäude, einer gegnerischen Spionagezentrale, die es durchdrungen hat und von der es ebenso durchdrungen worden ist; aber ob es gegnerische Organisationen und jenes andere »Gebäude« gibt oder je gegeben hat, weiß niemand. Möglicherweise ist es nur eine Konstruktion, ein projiziertes Feindbild, wie jener Staatsfeind Goldstein in George Orwells »1984«.
Eine Rückkehr zu sich selbst, zur eingenen Kindheit und Jugend, ist der autobiographische Bericht "Das hohe Schloß". Hier verzichtet der Autor auf die stilistischen Spannungselemente des Abenteuerbuchs, auch auf phantastische Abschweifungen, vielmehr rekapituliert er den engen Raum seiner privaten Vernunft; das Familienleben in Lwow, die pädagogischen Praktiken der Dreißiger Jahre, allenfalls der Film "King Kong" weist aus der Erinnerung in die spätere Zukunft. In diesem Buch gesteht Stanisław Lem seine private Existenz mit der Korrektheit des Realisten ein und erlaubt sich einen reizvollen Urlaub von den phantastischen Weiten des Weltalls. --Uwe Schultz, Deutsche Zeitung 28.02.1975
Lokaltermin
Roman | Vom großen Vordenker und Kritiker der Künstlichen Intelligenz
- 340 Seiten
- 12 Lesestunden
Der Erzähler heißt Ijon Tichy: der Held der Sterntagebücher setzt hier seine außerirdischen Erkundungen fort. Zunächst betreibt er in der Schweiz Studien im Institut für Geschichtsmaschinen, einer Filiale des Ministeriums für Außerirdische Angelegenheiten. Dort wird mit allen verfügbaren Daten die Geschichte ferner Planeten simuliert. Ausgangspunkt ist Tichys Darstellung des Planeten Entia in der 14. Reise: anscheinend hat Tichy einen Vergnügungsmond, ein kosmisches Disney-Land, mit dem Planeten selbst verwechselt. Während der wichtigsten Reise seiner Laufbahn führt Tichy Gespräche mit Russell, Popper, Feyerabend und Shakespeare, d.h. mit kybernetischen Persönlichkeitskopien auf Kassetten.
Solaris
- 284 Seiten
- 10 Lesestunden
Der Planet Solaris zieht die Aufmerksamkeit der Raumforscher auf sich, da seine Umlaufbahn den physikalischen Gesetzen zu widersprechen scheint. Ein geheimnisvoller Ozean bedeckt nahezu die gesamte Oberfläche. Als der Forscher Kelvin ankommt, entdeckt er Chaos und eine Atmosphäre der Angst unter den anderen Forschern. Seltsame Erscheinungen tauchen in der Station auf, und eines Morgens findet Kelvin seine verstorbene Geliebte an seinem Bett vor. Diese Begegnung ist kein Traum oder eine Halluzination; sie ist real. Auch die anderen Forscher erleben ähnliche „Besuche“ von längst Verstorbenen. Ihre Versuche, sich von diesen unheimlichen Gästen zu befreien, scheitern, da die Erscheinungen unzerstörbar sind. Das riesige Meer, das die Forscher als organisch bezeichnen, kann offenbar Gedanken und Träume materialisieren. Dies führt zu einer neuen, unfassbaren Situation: Die Forscher werden selbst erforscht, und das Verhältnis zwischen Mensch und Materie hat sich umgekehrt. Die Grenzen des Bekannten werden in Frage gestellt, während die Protagonisten mit der unheimlichen Macht des Ozeans konfrontiert werden. Ein Vorwort von Ursula K. Le Guin ergänzt die Erzählung.
The Time Machine
- 159 Seiten
- 6 Lesestunden
Englische Literatur in Reclams Roter Reihe: das ist der englische Originaltext – mit Worterklärungen am Fuß jeder Seite, Nachwort und Literaturhinweisen. Ein Zeitreisender macht sich auf den Weg in die Zukunft und erfährt dort, dass sich die Menschheit in der Zwischenzeit in eine unterirdische und eine auf der Oberfläche lebende Rasse aufgespalten hat, die einander feindlich gegenüberstehen. H. G. Wells’ »The Time Machine« ist nicht nur ein ebenso spannender wie sozialkritischer Roman – der 1895 erschienene Klassiker der frühen Science-Fiction ist auch das erste literarische Werk überhaupt, in dem eine Zeitreise beschrieben wird. Englische Lektüre: Niveau B2–C1 (GER) Sprachen: Englisch, Deutsch
Der Schnupfen
- 157 Seiten
- 6 Lesestunden
Eine Serie von mysteriösen Todesfällen beschäftigt die italienische Polizei. In einem süditalienischen Badeort verschwinden oder sterben fast ein Dutzend Kurgäste. Sie alle sind Ausländer: »Kein Opfer hat fließend italienisch gesprochen.« Es sind ausnahmslos Männer mittleren Alters. Dachte man zunächst noch an Unglücksfälle oder Selbstmorde, zumal zwischen den einzelnen Ereignissen relativ große Zeitspannen, von einzelnen Monaten bis zu Jahren, lagen, so verdichtet sich - nach Einschaltung der Interpol - doch der Verdacht, einem größeren organisierten Verbrechen auf der Spur zu sein. Den Verdacht auf Selbstmord muß man nach genauem Aktenstudium und Befragen der Angehörigen in den meisten Fällen ausklammern. Und was soll man davon halten, wenn ein ehemaliger Champion im Crawlen im seichten Strandgewässer ertrinkt? Kann das ein Unfall sein? Leider muß man die Akten über den Fällen wieder schließen; denn die Untersuchungen der lokalen Polizeibehörden und der Interpol führen zu keinem Ergebnis.
"Eden" gehört zu den spannendsten Romanen des polnischen Science-fiction-Autors Stanislaw Lem, ist indes kein heiteres Buch. Denn das, was den irdischen Weltraumfahrern auf ihrer Reise im All begegnet, ist mehr als unerfreulich. Ein Berechnungsfehler zwingt sie zur Notlandung auf Eden, dem Planeten, der wie ein Opaltropfen im All funkelt, der sich ihren Forschungsversuchen indes immer wieder verschlossen hat. Nicht nur, daß sie statt "auf" "in" Eden landen - sie brauchen viele Stunden, um sich an die Oberfläche des Planeten hochzuarbeiten - sie stehen fasziniert vor einer fremden Zivilisation, die sich ihrem Erkenntnisvermögen zu entziehen scheint. Ihre Expeditionen, die nur von den Anstrengungen, das Schiff wieder startklar zu machen, unterbrochen werden, münden in eine Fülle dramatischer Abenteuer. Das Erlebte weist ihnen ihre vorläufigen Grenzen, es lenkt sie aber auch auf die Frage, wie sich der Mensch im All zu verhalten habe. Leidenschaftliche Auseinandersetzungen, der mit Opfern verbundene Versuch, den Bewohnern dieser fremden Welt nahezukommen, ehe sie, der Physiker, der Kybernetiker, der Arzt, der Ingenieur, der Koordinator, der Chemiker ihre Reise fortsetzen, das bildet den Inhalt dieses utopischen Romans von Stanislaw Lem.
Im Jahre 1908 geht in Sibirien ein Riesenmeteor nieder und vernichtet weite Gebiete der Taiga. Mehrere Expeditionen werden ausgesandt, um nach seinen Überresten zu forschen. Sie kehren ohne Erfolg zurück. Hundert Jahre später wird bei Bauarbeiten in der Taiga ein Fund gemacht, der beweist, daß der »Meteor« eine Weltraumrakete gewesen ist, die zu Erkundungszwecken von der Venus kam und einer Katastrophe zum Opfer fiel. Ein geheimnisvoller ›Rapport‹ läßt eine Bedrohung der Erde vermuten. Das erste Raumschiff der Erde sollte ursprünglich nach dem Mars starten. Nun aber wird dieser Plan geändert; das neue Ziel heißt Venus. Mit einer achtköpfigen internationalen Besatzung verläßt der ›Kosmokrator‹ den Heimatstern, um seine Bewohner vor einer furchtbaren Gefahr zu bewahren. Eine unheimliche Welt empfängt die kleine Menschenschar auf dem Planeten. Jeder Tag bringt neue Rätsel. Bald werden Anzeichen für eine hochstehende Kultur entdeckt. Die Suche nach ihren Schöpfern beginnt. Eines Tages sitzen acht Menschen wieder im ›Kosmokrator‹, glücklich in eine Welt zurückzukehren, in der die Schrecken, die ihnen auf der Venus begegneten, für immer gebannt sind.
Stanisław Lem - Schriftsteller, Denker, Futurist. "Das Hospital der Verklärung" ist eine Roman, der den literarischen Weg von Stanisław Lem einleitet. Er unterscheidet sich von seinen anderen Werken, da er zeitgenössisch und sogar „kriegsbedingt“ ist. In dieser Erzählung gelingt es dem Autor, auf dem begrenzten Raum eines psychiatrischen Krankenhauses das Drama des Menschen zu inszenieren, der zwischen Geist und Körper zerrissen ist. Dabei sucht er verzweifelt nach dem Sinn des Daseins und versucht, seinen ethischen Instinkt angesichts eines neuen europäischen Nihilismus zu bewahren, der sowohl von außen als auch von innen in Form einer Seelenkrankheit angreift. Entgegen der Erwartungen haben die bedeutendsten fantastischen Werke Lems hier, im "Hospital der Verklärung", ihre Wurzeln.
Robotermärchen
- 148 Seiten
- 6 Lesestunden
Als Klebäugler, Teignasen und Bleichlinge treten die Menschen in diesen futuristischen Märchen, die vorgeblich Roboter für Roboter geschrieben haben, in Erscheinung. Unsere metallenen und kristallischen Brüder haben das Joch des Menschen abgeschüttelt und sind in den Kosmos entfleucht. Die schrecklichsten unter ihren ergötzlichen und feinsinnigen Märchen und Mythen handeln von Kämpfen mit dem entsetzlichen Bleichling, einem Ungeheuer, das durch seinen bloßen Anblick jeden anständigen Roboter zum Rosten bringen kann.
Merkwürdige Dinge ereignen sich auf Friedhöfen Englands. Die dort aufbewahrten Leichname verändern ihre Stellung, schließlich verschwinden einige Tote. Die örtliche Polizei ist ratlos, Scotland Yard wird eingeschaltet. Der Chefinspektor beauftragt einen jungen Ermittler mit dem Fall. Doch schnell muß dieser begreifen, daß sein Fall ein ganz und gar ungewöhnlicher, ein geradezu mysteriöser Fall ist. Wie kommen die Leichen aus den Totenhallen? Warum sind sie alle bekleidet? Wieso geht der unbekannte Täter - ein Paranoiker? - nach einem mathematischem Muster vor? Die eingeleitete Untersuchung wird immer verwirrender...Ein Kriminalroman des weltberühmten Science-fiction-Autors Stanislaw Lem, ganz in der englischen Kriminalromantradition: am Ende wird die Untersuchung alles ans Licht bringen. Was so unordentlich begann, mit Verwirrung, Unsicherheit, Unklarheit über Täter, seine Motive, die Untersuchung wird es ordnen, erklären, zum Abschluß bringen.
Der Mensch vom Mars landet mit seinem Raumschiff in einem Berg; er wird ausgegraben und von einer privaten Gruppe von Wissenschaftlern, einem selbsternannten Vertretungskomitee der Menschheit, in einem Landhaus in der Nähe New Yorks auf eigene Faust untersucht. Ein Journalist wird Zeuge der Geschichte, er ist der Erzähler.
Stanisław Lem gilt vielen als der Science-Fiction-Autor schlechthin. Und doch ist hier noch ein ganzer literarischer Kosmos zu entdecken: Lem der Philosoph, der streitlustige Kritiker, Erfinder neuer Genres, Sprachkünstler und Romancier von Weltrang. Best of Lem versammelt Erzählungen und Kostproben sowohl der berühmten, vielfach verfilmten und millionenfach gelesenen und geliebten Bücher als auch unbekanntere, aber ebenso aufregende Glanzlichter aus den 50 Jahren Lem‘schen Schaffens. Nicht nur Fans von Philip K. Dick, Ursula K. Le Guin oder Cixin Liu kommen dabei voll auf ihre Kosten. Angesichts einer Gegenwart, die mehr und mehr von Künstlicher Intelligenz und menschlicher Dummheit geprägt zu sein scheint, ist der große Misanthrop und Utopist Lem zu seinem 100. Geburtstag unbedingt wieder neu zu lesen.
Das Hohe Schloß
Spektrum. Erinnerungen
Erzählungen
- 487 Seiten
- 18 Lesestunden
Eden 2. Teil
Terra Utopische Romane
Der getreue Roboter
Fernsehspiele
Vorwort - Der Garten der Dunkelheit - Der Fremdling - Exodus - Unser Mann in Hiroshima - D-Day - Atomstadt - Plan Anti-V









































































