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Bookbot

Helmut Georg Schütz

    Karl Vollmer
    Von der zweifelhaften Evidenz des Sichtbaren
    Kunstpädagogische Einsichten
    Die Kunstpädagogik öffnen
    Kunst und Analyse der Betrachtung
    Didaktische Ästhetik
    • Die VorausSetzungen für die unterrichtliche Betrachtung von Kunstwerken waren noch nie so günstig wie heute. Nicht nur in den Großstädten gibt es Kunstsammlungen, auch Kleinstädte richten Museen ein, und Galerien tragen die Kunst bis in den ländlichen Raum. Wir waren noch nie so mobil wie heute, sodass eine Verlegung des Unterrichts ins Ausstellungsgebäude nur einen geringen Aufwand erfordert. Wir hatten noch nie ein vergleichbares Angebot an Bildmedien. Und schließlich wird in den Lehrplänen für das Fach Kunst in allen Bundesländern die Kunstbetrachtung den Lehrkräften wohlwollend empfohlen. Dennoch befindet sich die Kunstbetrachtung derzeit in einem desolaten Zustand. Während die Zeichenlehrer um die Jahrhundertwende um die Einführung der Kunstbetrachtung - auch vor Originalen - kämpften, ging der Elan allzu bald verloren. So ist eine Initiative notwendig, um die Genese darzustellen, die Ursachen für die unerfreuliche Entwicklung zu analysieren und positive Ansätze anzubieten. Es ist auch zu fragen, ob nicht von der sehr vitalen Museumspädagogik ein Funke auf den schulischen Bereich überspringen könnte. Diese junge Disziplin, die der Kunstpädagogik seit der Jahrhundertwende vielverdankt, sollte einer reformmüde gewordenen Schule frische Impulse vermitteln. Deshalb wird ein neuer Dialog zwischen Museum und Schule angestoßen.

      Kunst und Analyse der Betrachtung
    • Max Beckmann und seine Kunst werden oft als schwer zugänglich beschrieben, was sowohl Forscher als auch Laien vor Herausforderungen stellt. Trotz gängiger Vorurteile sollten wir uns ermutigt fühlen, uns den einzigartigen Werken der bildenden Kunst mit Offenheit und analytischem Blick zu nähern. Beckmanns „Abtransport der Sphinxe“ (1945) ist ein bisher unterschätztes Werk, dessen Deutungen oft ähnlich sind. Daher eignet es sich besonders für eine eingehende Untersuchung. Der Essay beginnt mit der Beobachtung sichtbarer Bildphänomene, gefolgt von einer Analyse unter Streiflicht und Infrarotreflexografie, die Hinweise auf den Entstehungsprozess und ein Konzept des Werkes liefert. Die ikonografische Analyse stützt sich auf primäre Quellen wie Beckmanns Tagebücher und Briefe, die zahlreiche Parallelen aufzeigen. Im Diskurs wird das Sphingenbild in ein komplexes Beziehungsgeflecht eingeordnet, das sowohl das Gesamtwerk als auch die Denk- und Gefühlswelt des Künstlers umfasst. Dieses hochrangige Werk kann als archimedischer Punkt dienen, um repräsentative Aspekte des Gesamtwerks zu beleuchten. Zudem relativiert sich die historische Dimension der Beckmannschen Ikonografie, da alle ästhetischen und kognitiven Fäden im Künstler zusammenlaufen, was ihn als Projektionsfeld für eigenes forschendes Sehen und anschauliches Denken anbietet.

      Sphinx Beckmann