Paul Kellermann Bücher






In Krisenzeiten wird Geld weit mehr Aufmerksamkeit gewidmet als an Tagen wirtschaftlicher Problemlosigkeit. Das zeigt sich im Vergleich der Zeiten vor und nach dem jüngsten Ausbruch der Krisen (Hypothekenmarkt, Banken, öffentliche Haushalte, Wirtschaftssystem, Arbeitsmarkt). Doch grundsätzlich kann Geld soziologisch als eine mehr oder weniger bewusste Handlungsorientierung angesehen werden, die das Tun der Menschen in den modernen, extrem arbeitsteiligen, Gesellschaften entscheidend beeinflusst: Über das Zahlungsmittel ausreichend verfügen zu können bestimmt, wie das Leben in dieser „Geldgesellschaft“ zu gestalten ist, in der nahezu alles gekauft werden muss, was gebraucht wird. An Geld zu gelangen wird daher nicht nur in wirtschaftlichen Krisen die vorherrschende Orientierung des gesellschaftlichen Handelns. Doch wenn das konkrete Geld nicht entsprechend durch reale Leistungen (auch des in Krisen ungenutzten Arbeits- und Produktionsvermögens) gedeckt wird, ist es nicht mehr viel wert. Eben so verlieren dann virtuelle Finanzwerte längerfristig ihren Wert.
Zu Beginn des Wintersemesters 2008/2009 gibt es in Deutschland 80 staatlich anerkannte Hochschulen in privater Trägerschaft, darunter neun Universitäten mit Promotionsrecht. Obwohl nur etwa drei Prozent aller Studierenden an diesen Institutionen eingeschrieben sind, beeinflussen ihre Managementmodelle die staatlichen Hochschulen. Ihr Ideal ist ein unternehmerisches Management, das im Wettbewerb Alleinstellungsmerkmale entwickeln und aus wissenschaftlichem Reputationskapital finanzielles Kapital generieren möchte. Ein neuer Bildungsmarkt soll entstehen, auf dem sie bestehen können. Diese betriebswirtschaftlichen Ansätze treten in einer Zeit auf, in der hochschulpolitische und -didaktische Reformen dringend erforderlich sind. Die Bologna-Erklärung von 1999 zielt darauf ab, einen gemeinsamen europäischen Hochschulraum zu schaffen, der die Mobilität von Studierenden und Graduierte fördert und den Anforderungen des Arbeitsmarkts nach hochqualifizierten Kräften gerecht wird. Zudem sollen die Reformen auf die Herausforderungen der traditionellen Hochschulorganisation reagieren, die zunehmend als unzureichend angesehen wird, um die nötigen Leistungen für wettbewerbsfähige Volkswirtschaften zu erbringen.
