Die preußische T3: Das Erfolgsmodell für Staats-, Privat- und Werkbahnen
Die preußische T 3, eine der populärsten deutschen Dampfloks, zeigt die Blütezeit der Eisenbahnen. Von 1882 an gebaut, bewährten sie sich jahrzehntelang und blieben bis 1968 im Dienst. Viele sind als Museumsloks erhalten. Das Standardwerk bietet überarbeitete Bilder in aktueller Qualität.
Für den Einsatz im stetig zunehmenden Güterverkehr auf Hauptbahnen mit
leichtem Oberbau sowie auf Nebenstrecken entwickelten die Preußischen
Staatsbahnen Anfang des 20. Jahrhunderts einen Fünfkuppler mit einer mittleren
Achslast von nur 15,3 t. Von der zunächst als G 10 und ab 1921 als 57.10-35
bezeichneten Baureihe wurden zwischen 1910 und 1924 mehr als 2.500 Exemplare
von neun Lokomotivherstellern gebaut. In beiden Weltkriegen spielten die
Maschinen insbesondere für die Militärtransporte eine wichtige Rolle, waren
die Lokomotiven doch aufgrund ihrer geringen Achslast, ihrer robusten Bauweise
und ihrer Leistungsstärke vielseitig einsetzbar. Nach dem Zweiten Weltkrieg
verblieben über 600 Maschinen der Baureihe 57.10-35 auf dem Gebiet der
späteren Bundesbahn und 134 Vertreterinnen bei der Deutschen Reichsbahn in der
Sowjetischen Besatzungszone bzw. der späteren DDR. Sowohl bei der DB als auch
bei der DR kamen die Loks vorwiegend im Nahgüter- und Rangierdienst zum
Einsatz. Während die Bundesbahn ihre letzte G 10 im Jahr 1970 ausmusterte,
hielten sich die 5710-35 bei der DR nur zwei Jahre länger. Das EK-
Baureihenbuch ist eine überarbeitete Neuauflage des bereits 1979 erschienenen
und längst vergriffenen Buches von Hans-Jürgen Wenzel. Auf ca. 192 Seiten mit
ca. 350 Bildern wird die Entwicklungs- und Einsatzgeschichte dieser
interessanten Lokomotivbaureihe beschrieben und dabei auch der Verbleib der
Maschinen im Ausland behandelt.
Die Rangierlokomotiven der deutschen Länderbahnbauarten: 92.0, 92.1, 92.2-3, 92.4, 92.5-11, 92.20
Das neue Baureihenbuch stellt erstmals ausführlich die vierfach gekuppelten Tenderlokomotiven der ehemaligen Länderbahnen dar, die in den Umzeichnungsplänen der Reichsbahn von 1925/1926 als "Baureihe 92" eingereiht sind. Der Band präsentiert die Baureihen 92.0 und 92.1 (württembergische T4 und T6), 92.2-3 (badische Xb), 92.4 und 92.5-11 (preußische T131 und T13) sowie die 92.20 (bayerisch/pfälzische R4/4). Auch die später eingereihten Loks von KOE, LBE, BLE, LAG und einige Splittergattungen sind erwähnt. Die bereits gut dokumentierten vom "Dritten Reich" okkupierten Loks anderer Länder und die in der DDR verstaatlichten Maschinen werden nicht besprochen. Die "92er" bewährten sich teilweise noch bis in die sechziger Jahre im Staatsbahndienst oder auch noch bei Privat- und Werkbahnen, denen EK-Autor Hans-Jürgen Wenzel mit in der bei dieser Buchreihe üblichen Tiefe in Wort und Bild ein Denkmal setzt.
Die Lokomotiven der Baureihe 50 waren mit 3.164 Maschinen die meistgebauten Einheitsdampfloks der Deutschen Reichsbahn. Durch die Zwänge des Zweiten Weltkriegs wurde ihre Konstruktion zunehmend vereinfacht, um die Produktion zu steigern und die Loks schneller für den Kriegsdienst bereitzustellen. Der Übergang zur eng verwandten Kriegslokomotive der Baureihe 52 folgte. Nach dem Krieg waren die vielseitigen Loks der Baureihe 50 entscheidend für den Wiederaufbau und das Wirtschaftswunder. Sowohl die DB als auch die DR waren auf die universell einsetzbaren 1’E-Maschinen angewiesen. Der Einsatz des nicht alterungsbeständigen Kesselstahls St 47 K stellte große Herausforderungen dar. Während die DB viele ihrer 50er mit Kesseln von nicht mehr benötigten 52ern ausstattete, ersetzte die DR den Großteil ihres Bestands durch neu gebaute Ersatzkessel 50E und führte diese rekonstruierten Maschinen als neue Baureihe 50.35. Die 50er gehörten in Ost und West zu den letzten eingesetzten Dampflokomotiven. Die kontinuierliche Vereinfachung der Konstruktion und die vielfältigen Umbauten nach dem Krieg führten dazu, dass kaum eine Lok der anderen glich. Unser Special bietet einen Überblick über die wichtigsten Bauartunterschiede der DB- und DR-Maschinen und dokumentiert die beeindruckende Vielfalt der „Einheits“-Lokomotiven.
Dem Konstrukteur Robert Garbeit gelang mit der Konstruktion der Heißdampflokomotive der Gattung preußische P 8 (Baureihe 38.10-40) ein großer Wurf. Die Personenzuglok P 8 bewährte sich so gut, dass sie von Preußen und verschiedenen anderen Länderbahnen sowie als Nachbau von der Deutschen Reichsbahn beschafft wurde. Auch in mehreren west- und osteuropäischen Ländern bewies sich die P 8 als „Mädchen für Alles“ – insgesamt wurden über 3.900 Exemplare gebaut. Die letzten Exemplare standen bei der DB und DR bis in die siebziger Jahre im Dienst. Das begehrte, bereits 1994 erschienene Baureihen-Buch erscheint als Neuauflage mit überarbeitetem Bildteil und vielen erstmals veröffentlichten Bildern. Mit gewohnt hoher Detailkenntnis beschreibt Hans-Jürgen Wenzel die Geschichte der Baureihe, verfolgt die Bauartänderungen und Umbauten und zeichnet ausführlich die Einsätze der P 8 bei den deutschen Staatsbahnverwaltungen sowie im Ausland nach.
Dieses Lokomotivporträt aus der Baureihen-Serie ist der preußischen S 10-Familie gewidmet, besser bekannt als Reihe 17. Im Gegensatz zu den süddeutschen Länderbahnen setzte Preußen auf die Achsfolge 2’C, bereits von der P 8 her bewährt. So entstanden die Vierzylinderlok S 10 (Reihe 17.0), die Dreizylinderlok S 102 (Reihe 17.2) und die Vierzylinder-Verbundlok S 101, letztere in zwei verschiedenen Bauarten (1911 und 1914; Reihe 17.10). Den Weg in süddeutsche Bahnbetriebswerke fanden sie nicht, hatten die Süddeutschen doch zahlreiche erfolgreiche Schnellzugloks der Achsfolge 2’C1’. Die Loks waren in Preußen vor fast jedem Schnellzug zu finden, bis ihnen die Einheitsloks der Reihen 01 und 03 den Rang abliefen. Die Vielzahl von 01 und 03 war auch der Grund dafür, dass nach 1945 die beiden deutschen Bahnverwaltungen 17.10 und die der DR verblieben 17.2 bald ausgemustert wurden – vom wenig erfolgreichen Umbau von 14 Loks auf Kohlenstaubfeuerung durch die DR abgesehen. Beide Weltkriege waren Anlass dafür, dass Loks der S 10-Familie ihren Weg in mehrere europäische Länder fanden: nach Belgien, Frankreich, Italien, Litauen, die Niederlande, Österreich, Polen, die Sowjetunion sowie schlussendlich 1951 zur Zerlegung nach Jugoslawien.