Maria Eleonora Karsten Bücher






Der Band fasst zentrale Ergebnisse der sozialwissenschaftlichen Familienforschung zusammen und betont die Notwendigkeit einer aktiven Handlungsperspektive in der Sozialen Arbeit. Der zunehmende Fokus auf den Familienbezug in der Praxis erfordert eine kritische Auseinandersetzung mit dem restaurativen Familialismus. Die „bürgerliche Kleinfamilie“ wird dabei zum zentralen Bezugspunkt staatlicher Familien- und Sozialpolitik erhoben, während alternative Lebensformen und deren Bedingungen für Kinder, Partnerschaft oder Haushaltsführung weitgehend ignoriert werden. Diese einseitige Familienpolitik fördert eine verkürzte Sichtweise, die die Grundlage für eine sozialpädagogische Ordnung der Familie bildet. Der Band fordert eine Entkopplung der Sozialen Arbeit von der sozialstaatlichen Ausrichtung auf die Normalfamilie sowie eine selbstkritische Überprüfung der Arbeitsweisen, um adäquat auf die Probleme und Krisen familiärer Lebensweisen reagieren zu können. Die Beiträge behandeln Themen wie den Wandel familialer Lebensweisen, die Herausforderungen der Individualisierung, familiäre Gewalt und die Auswirkungen moderner Familienpolitik auf Frauen. Zudem werden sozialpädagogische Interventionen und Hilfsangebote für Klienten der Familienfürsorge diskutiert. Abschließend wird die sozialpädagogische Ordnung der Familie als gesellschaftliche Verpflichtung thematisiert.
Soziale Berufe, die Erzieher*innenausbildung und die Lehramtsausbildung Fachrichtung Sozialpädagogik sind durch einen deutlichen Professionalisierungsschub gekennzeichnet, der bis in die Aus-, Fort- und Weiterbildung reicht. Diese Berufe sind allerdings noch nicht angemessen gesellschaftlich anerkannt – ein Problem, das nur gemeinsam angegangen und gelöst werden kann. Hier setzen die Beiträge an, diskutieren den Status quo, Gemeinsamkeiten und Unterschiede. Dabei ist hervorzuheben, dass dies auch die Ausbildung der Ausbilder*innen, den wissenschaftlichen Nachwuchs und die derzeit tätigen Lehrenden im Berufsbildungs- und Hochschulsystem betrifft. Hier gilt es die Akteur*innen des ganzen Feldes zukünftig deutlicher aufeinander zuzubewegen. Auf der Berufsausübungs- und Arbeitsmarktebene Sozialer Berufe handelt es sich nach wie vor vornehmlich um Frauenberufsfelder, die insgesamt nicht angemessen bewertet und gesellschaftlich anerkannt sind. Dieses Problem gilt es gemeinsam zu lösen. Der Band gibt hierzu differenzierte, vielperspektivische Thematisierungen des Entwicklungsfeldes und macht aktuelle Positionierungen und Perspektiven zum Gegenstand.
