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Wolfgang Nieke

    Schule und Gesellschaft - 4: Interkulturelle Erziehung und Bildung
    • Seit der zweiten Auflage im Jahr 2000 hat sich der Diskurs über eine multikulturelle Gesellschaft grundlegend verändert, insbesondere nach den Terroranschlägen von 2001 in New York. In Deutschland stehen seither alle Muslime in der westlichen Welt unter einem unbegründeten, aber weit verbreiteten Generalverdacht, ihre Vorstellungen von einem Gottesstaat gewaltsam durchsetzen zu wollen. Diese Wahrnehmung differenziert nicht zwischen den verschiedenen Ausprägungen des Islam, sondern konzentriert sich auf extremistische Gruppen, die unter dem Begriff Islamismus zusammengefasst werden. In der Folge ist eine deutliche Abnahme der Toleranz gegenüber Muslimen in westlichen Staaten zu beobachten, die sich mit jedem neuen Terroranschlag verstärkt. Solche Kollektivzuordnungen führen oft zu einer Übergeneralisierung, bei der auch Angehörige anderer Kulturen in den Verdacht potenzieller Gefährlichkeit geraten. In Deutschland reagieren die politischen Eliten weitgehend einheitlich und verfolgen eine Neo-Assimilationismus-Orientierung. Diese fordert von Zuwanderern nicht nur funktionale Kompetenzen und Loyalität zum Staatssystem, sondern auch eine Anpassung an die zentralen Grundüberzeugungen der Mehrheitskultur.

      Schule und Gesellschaft - 4: Interkulturelle Erziehung und Bildung