Als der 21-jährige Wolf Jobst Siedler 1947 aus der Kriegsgefangenschaft nach Berlin zurückkehrt, ist die ehemalige Reichshauptstadt eine in Trümmern liegende 'Viermächtestadt'. Die glänzend erzählten Erinnerungen des großen Publizisten und Verlegers sind eine Hommage an Berlin und zugleich eine faszinierende Reflexion über den Wiederaufbau der Kultur in Nachkriegsdeutschland.
Wolf Jobst Siedler Bücher






Abgesang auf Putte und Strasse, Platz und Baum
- 199 Seiten
- 7 Lesestunden
Zwischen gestern und morgen
- 285 Seiten
- 10 Lesestunden
Ansichten eines Publizisten und Verlegers Wolf Jobst Siedlers Bücher haben ihre Brisanz (und ihren Erfolg) stets aus dem Widerspruch zum Zeitgeist bezogen. Er denkt „quer zu allen Fronten“ (FAZ). „Die gemordete Stadt“ machte durch den Angriff auf das Ideal der modernen Stadtplanung Furore. „Weder Maas noch Memel“ bestand zu einer Zeit auf der Bedeutung der Geschichte, als das „Projekt Moderne“ den Ton angab. Und in „Abschied von Preußen“ wandte sich Siedler gegen alle, die nach der Wiedervereinigung zurück zum alten Preußen wollten. Stalin habe, so Siedler, das Gesicht Deutschlands ein für allemal gewaltsam nach Westen gedreht. Siedlers neuer Band schreibt diesen Gedankengang in die Gegenwart fort: Wider Erwarten habe die Geschichte plötzlich wieder von der Wirklichkeit und dem Denken der Deutschen Besitz ergriffen. Seine anregenden Essays erkennen diese Tendenz in der Geschichte und in der Politik, in Kunst und Literatur.
Auf der Pfaueninsel
- 116 Seiten
- 5 Lesestunden
Die Zeit schrieb über dieses Buch bei Erscheinen: Über Preußen und seine Geschichte ist in den vergangenen Jahren viel geschrieben worden, einiges Bemerkenswertes und viel Mittelmäßiges und Schlechtes. Aber noch nie, soweit zu sehen, wurde der Versuch unternommen, die preußische Geschichte, ihre Höhepunkte und Niederungen, aus der Perspektive eines einzigen Schauplatzes, eines geographischen Topos darzustellen, eines winzigen Ortes, der mit dem großen Kurfürsten in die Geschichte trat und mit Hitlers Untergang wieder aus der Geschichte verschwand."
Abschied von Preußen
- 211 Seiten
- 8 Lesestunden
Eine nostalgische Liebeserklärung an das verlorene Preußen - seine Landschaften, seine Residenzen und seinen glanzvollen Geist.
Ein Leben wird besichtigt
In der Welt der Eltern
Wolf Jobst Siedler war sieben, als Hitler die Macht ergriff, und erinnert sich an die Autokavalkade Hindenburgs und Hitlers nach dem „Tag von Potsdam“. Er schildert seine Kindheit und Jugend in einem Deutschland, das auf den Krieg zusteuerte, während sein Vater, ein ehemaliger kaiserlicher Diplomat und Anhänger der Demokratischen Partei, gegen die neuen Machthaber war. In dieser Atmosphäre konservativer Liberalität wuchs Siedler auf, besuchte Schulen in Berlin und Internate in Schloss Ettersburg und Spiekeroog, wo er Ernst Jünger kennenlernte. 1943/44 wurden die beiden als Rädelsführer einer Widerstandsgruppe verhaftet und verbrachten Monate im Gefängnis, bis sie zur „Frontbewährung“ begnadigt wurden. An der italienischen Front fiel Jünger, während Siedler nach seiner Verwundung in Lazaretten verbrachte. Seine Jugend endete mit Fronterlebnissen, Gefangenschaft und Jahren in Afrika. Ende 1947 kehrte der Zweiundzwanzigjährige in das zerstörte Berlin zurück. Mit siebzehn Jahren besuchte Siedler das Schauspielhaus am Gendarmenmarkt und das Schillertheater, wo er Grabbes „Hannibal“ sah. Der Satz des Feldherrn, dass man aus der Welt nicht fallen könne, spiegelt das Lebensgefühl des jungen Siedler zwischen Gefängnis und Front wider, das er eindrucksvoll erzählt.
Wanderungen zwischen Oder und Nirgendwo
Das Land der Vorfahren mit der Seele suchend
Lob des Baumes
- 74 Seiten
- 3 Lesestunden
Ein faszinierender Querschnitt durch das Lebenswerk von Wolf Jobst Siedler. Der Band versammelt die wichtigsten Essays anlässlich seines 80. Geburtstags und reflektiert ein halbes Jahrhundert der Auseinandersetzung mit literarisch-künstlerischen, historischen und politischen Fragen. Pointiert und elegant formuliert, argumentiert Siedler oft brillant gegen den herrschenden Zeitgeist und bietet den Rückblick eines großen Verlegers, der als Autor seine Epoche geprägt hat. Nach dem Krieg wandte sich Siedler der Literatur zu und beschäftigte sich mit den Autoren, die in dieser Zeit bedeutend waren. Besonders Uwe Johnson, dessen Erstling „Mutmaßungen über Jakob“ Siedler mit Begeisterung aufnahm, faszinierte ihn ein Leben lang. Doch zunehmend richtete Siedler seinen Blick auf andere Themen: die untergegangenen Provinzen im Osten, das Leid der Flüchtlinge und die Untaten der Gewaltherrschaft. Diese Erfahrungen traten für ihn vor die Literatur. Bei seinen Stellungnahmen zum Berliner Städtebau waren es historische Aspekte, die sein Denken prägten. Seine ästhetischen Urteile beruhen nicht auf flüchtigen Moden, sondern auf einer tiefen Verwurzelung in der Geschichte seiner Stadt und seines Landes. Dieses Buch zeigt einen Autor, der mit stilistischer Brillanz den Zeitgeist herausfordert und sich gegen Geschichts- und Traditionsvergessenheit zur Wehr setzt, während er auch die bleibenden Leistungen würdigt.



