Klaus Groth Jahrbuch 2020
Band 62






Band 62
Das Klaus-Groth-Lesebuch stellt niederdeutsche und hochdeutsche Texte des schleswig-holsteinischen Dichters zusammen. Klaus Groth (1819–1899) erreichte mit seiner Lyriksammlung „Quickborn“ ab 1852 den endgültigen Durchbruch der neuniederdeutschen Literaturtradition und hat in den Folgejahrzehnten zudem hochdeutsche Lyrik, niederdeutsche Prosa und Verserzählungen sowie hochdeutsche Sachtexte zu unterschiedlichen Themen publiziert. Seine in großer Zahl überlieferten Briefe geben Einblick in sein Denken und in seinen Lebensalltag. Aus dieser Werkfülle schöpft das Lesebuch, das bekannte Verse wie „Ik wull, wi weern noch kleen Jehann / Dor weer de Welt so grot!“ neben Textpassagen stellt, die weniger populär wurden und für die vielen Entdeckungen stehen können, die Klaus Groths Werk bereithält. Die Welt des „Heisterkrog“ wird ebenso vermittelt wie die Kinderreime der Sammlung „Vær de Gærn“ oder die hochdeutsche Lyrik Groths, die Johannes Brahms zu Vertonungen anregte. Ein Vorwort informiert über Dichter und Werk, Kommentierungen und Worterläuterungen geben weitere Hinweise. Die sprachliche, formale und inhaltliche Vielfalt der Texte Klaus Groths wird über das Lesebuch in einem Band greifbar und erlebbar. Am 17. 9. 2019 findet im Schleswig-Holsteinischen Landtag ein Festakt aus Anlass des 200. Dichter-Geburtstags statt. Die Festrede hält Prof. Dr. Heinrich Detering: „Klaus Groth im 21. Jahrhundert“.
In dieser Erzählung auf Plattdeutsch entführt Klaus Groth die Leser in die nostalgische Welt seiner Kindheit. Die Handlung spielt in einem ländlichen Umfeld, wo die einfachen Freuden und Abenteuer der Jungen im Mittelpunkt stehen. Groth beschreibt lebhaft die Natur, das Dorfleben und die unbeschwerte Unschuld der Jugend, während er gleichzeitig tiefere Themen wie Freundschaft und die Sehnsucht nach Heimat behandelt. Die Sprache und der Dialekt verleihen der Geschichte einen authentischen Charme und bringen die Atmosphäre der damaligen Zeit eindrucksvoll zur Geltung.
Die epische Erzählung aus Nordfriesland fängt den melancholischen Zauber der Landschaft und ihrer Menschen ein. Klaus Groth zeigt in "Der Heisterkrog" eine meisterhafte Verbindung von Poesie, Lebensweisheit und Humor und erreicht damit den Höhepunkt seines Schaffens. Die Handlung ist von leidenschaftlicher Spannung geprägt und führt in atemloser Dramatik zur Katastrophe. Durch die Übertragung ins Hochdeutsche wird das Werk einem breiteren Publikum zugänglich gemacht, während ein Glossar regionale Begriffe erklärt und somit das Verständnis fördert. Ein Muss für Nordfriesland-Liebhaber.
Diese Hardcover-Ausgabe ist Teil der TREDITION CLASSICS. Der Verlag tredition aus Hamburg veroffentlicht in der Buchreihe TREDITION CLASSICS Werke aus mehr als zwei Jahrtausenden. Diese waren zu einem Grossteil vergriffen oder nur noch antiquarisch erhaltlich. Mit TREDITION CLASSICS verfolgt tredition das Ziel, tausende Klassiker der Weltliteratur verschiedener Sprachen wieder als gedruckte Bucher zu verlegen - und das weltweit! Die Buchreihe dient zur Bewahrung der Literatur und Forderung der Kultur. Sie tragt so dazu bei, dass viele tausend Werke nicht in Vergessenheit geraten
Klaus Johann Groth (1819–1899), in Heide/Dithmarschen geboren, wurde 1852 durch seine plattdeutsche Gedichtsammlung „Quickborn“ berühmt. Überzeugt von der Schönheit und den literarischen Möglichkeiten des Niederdeutschen, schrieb er in Dithmarscher Platt und bemühte sich darum, seine Muttersprache als Literatursprache zu etablieren. Das Buch bringt Ausschnitte aus Groths Texten mit autobiographischem Charakter – allen voran die Erzählung „Mien Jungsparadies“, aber auch Gedichte und Passagen aus „Vun de Lüttenheid“, „De Waterbörs“, „Sophie Dethleffs un ik“ u. a. Es werden Hintergründe zur Groth’schen Familiengeschichte, seinem sozialen Umfeld und seinem Elternhaus beigesteuert. Illustriert wird diese besondere literarische Autobiographie Groths mit stimmungsvollen Fotografien von Schauplätzen der Kindheit des Dichters: den Häusern in Heide und Tellingstedt, dem Wohnhaus in Lüttenheid aus dem 18. Jahrhundert, heute Klaus-Groth-Museum, und von der umgebenden Heide- und Moorlandschaft, die in Groths Texten ebenfalls eine große Rolle spielt. So entsteht im Zusammenspiel von Fotografien und Groths eigenen Worten ein lebendiges Bild von der Jugend des berühmten niederdeutschen Dichters.
Schon vor über hundert Jahren hätte dieses Buch erscheinen sollen. Groth selbst hatte die „Memoiren“ vorgesehen als 6. Band seiner Werkausgabe. Doch der Tod durchkreuzte diese Pläne. Nun endlich können die autobiographischen Schriften des Quickborn-Dichters als Buch erscheinen. Im Mittelpunkt stehen Groths persönliche Begegnungen mit bedeutenden Künstlern und Wissenschaftlern seiner Zeit: Brahms, Helmholtz oder Bettina von Arnim. Groth erweist sich als präziser Beobachter, doch er ist weit mehr als ein Zeitzeuge. Seine Beschreibungen gewinnen ihre besondere kulturgeschichtliche Bedeutung dadurch, dass sie in eigener Art Sichtweisen und Wertungen offenbaren, die typisch sind für die bürgerliche Gesellschaft in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Mit diesem Band findet die Groth-Neuausgabe ihre Fortsetzung: nach der Lyrik („Quickborn“, 3-8042-0830-4, erschienen 1998) und der Prosa („Vertelln“, 3-8042-0868-1, erschienen 2001) folgt hier die Sachprosa. Wer Groth verstehen möchte, kommt um die Lektüre der Memoiren nicht herum.
Klaus Quickborn Edition Holzinger. Taschenbuch Berliner Ausgabe, 2017, 4. Auflage Durchgesehener Neusatz mit einer Biographie des Autors bearbeitet und eingerichtet von Michael Holzinger Textgrundlage ist die Herausgeber der Michael Holzinger Viktor Harvion Umschlaggestaltung unter Verwendung des Klaus Groth, nach einer Photographie von Schmidt u. Wegener in Kiel, aus »Die Gartenlaube«, 1889 Gesetzt aus der Minion Pro, 10 pt.