Ich bin ein unheilbarer Europäer
- 510 Seiten
- 18 Lesestunden


Der Themenkomplex "Exil und Film" wurde in den letzten Jahrzehnten intensiv erforscht, insbesondere im Zeitraum von 1933 bis 1945. Der Exilfilm ist jedoch kein rein historisches Phänomen, sondern reicht bis in die Gegenwart. Die deutsche Filmgeschichte beschreibt mit dem Begriff "Filmexil" die Auswirkungen der nationalsozialistischen Filmpolitik auf die Biografien von Filmschaffenden, die nach der Machtübergabe aus Deutschland vertrieben wurden. Heike Klapdor knüpft an diesem filmhistorischen Punkt an und erweitert die Diskussion. Ihre filmanalytischen Studien tragen zu einer Theorie des Exilfilms bei, dessen Relevanz bis in die heutige Zeit reicht. Der Bogen spannt sich von "La crise est finie!" (1934) über den deutschen und italienischen Nachkriegsfilm bis zu zeitgenössischen Regisseuren wie Wim Wenders, Lars von Trier und Christian Petzold. Diese Filme variieren die Generalerzählung "Exil" und zeigen, dass Exil eine zentrale Erzählung des 20. Jahrhunderts darstellt. Es ist eine Krisenerfahrung, die in den Filmen deutlich wird. Sie reflektieren Krisensymptome, Krisenreflexionen und Krisenlösungen und entspringen nicht nur der Exilgeschichte, sondern der dynamischen Erfahrung des Exils selbst.