Schule als Mittelinstanz zwischen Familie und Gesellschaft bereitet den „Wissensträger“ Schüler nicht nur für Handlungen in der Fremdsprache vor, sondern lehrt ihn auch, gezielt mit Textarten im mündlichen und schriftlichen Bereich umzugehen. Dies beinhaltet das Durcharbeiten und Gestalten von Themen, um durch deren Organisation kulturelle Erkenntnisse über sich selbst und die Lebens- und Denkweisen anderer zu erwerben. Die Anforderungsprofile in Französisch und Spanisch erfüllen eine kulturelle und persönlichkeitsbildende Funktion: Sie schaffen eine Wissensbasis, die im späteren Leben variabel ausgebaut werden kann. Ein Modell für das Lehren und Lernen von Fremdsprachen in der Schule muss fünf Dimensionen berücksichtigen: die politischen und institutionellen Rahmenbedingungen, ein Erklärungsmodell für mentale Vorgänge wie die Begriffsbildung und deren Vernetzung in Texten (unter Berücksichtigung der differenziellen kognitiven Entwicklungspsychologie, Neurobiologie, Kognitionspsychologie), ein Modell für Lernfortschritte und Entwicklungsprozesse im institutionellen Kontext im Vergleich zum natürlichen vorschulischen Spracherwerb (intentionale funktionale Lernpsychologie), die Reflexion über Konstruktion und Funktion von Texten sowie in eingeschränktem Maße von Bildern (Textlinguistik, Semiotik), und schließlich den Lernstoff (Sprache, Texte, Bilder) und dessen Organisation (sprachliche Logik, andere mentale Verknüpfungsweisen
Rüdiger Pfromm Bücher






Affe, nicht Maschine
Neuropsychobiologische Lerntheorie des bilingualen Spracherwerbs am Beispiel von Deutsch und Französisch/Spanisch
Das Buch bietet eine umfassende Analyse der Gehirnareale, die während der Kindheit durch Sprache und Motorik aktiviert werden, und beleuchtet die Unterschiede zwischen natürlichen Lernprozessen und Künstlicher Intelligenz. Es wird diskutiert, wie die KI-Erwerbsforschung Strategieoptimierung als Schlüssel zum erfolgreichen Lernen propagiert, während die Natur alternative Wege zur Optimierung des Lernens entwickelt hat. Drei Perspektiven werden verknüpft, um die besondere Rolle der menschlichen Sprache als Kulturgut zu verdeutlichen: die phylogenetische Entwicklung von Lauten und Bedeutungen, die Unterschiede zwischen familiärer und schulischer Lehre sowie die Kontraste zwischen Mensch und Computer in der sprachlichen Entwicklung. Die Sprachentwicklung wird in Verbindung mit Neuropsychobiologie und Kognitionspsychologie betrachtet, wobei G. Mead und L. Vygotskij als kulturelle Rahmenbedingungen herangezogen werden. Zudem wird die Problematik von Standards und Altersnormen in Bezug auf sprachliche Leistungen angesprochen. Der Vorschlag eines frühzeitigen, kompensatorischen Unterrichts für subtraktive Bilinguale und Dialektsprecher sowie bilingualer Unterricht für mobile Bürger könnte die Freizügigkeit in Europa fördern. Letztlich wird der öffentliche Umgang mit Sprache als Indikator für die kulturelle Einstellung einer Gesellschaft zu ihrer eigenen und der Nachbarländer betrachtet.
Um Lebenslanges Lernen zu etablieren, wird es zunehmend von Bedeutung sein, Menschen in ihren verschiedenen Lebensphasen hinsichtlich möglicher Bildungswege und -chancen zu beraten. Die Bildungsberatung wird demnach ein zentrales Element in einer In-frastruktur für lebenslanges Lernen sein. Dies wird insbesondere deutlich, wenn man die sich seit 1996 (OECD Dokument Lifelong Learning for all) etablierte Nachfrageorientierung in der Thematik Lebenslanges Lernen verfolgt. Die Publikation setzt hier an und will vor dem Hintergrund eines wissenschaftlichen Überblicks über Arten und Formen der Bil-dungsberatung in Deutschland und der möglichen Bedeutung von Beratung zur Förderung von Prozessen des lebenslangen Lernens die Beratungslandschaft beispielhaft in Berlin und Brandenburg beleuchten. In diesem Zusammenhang sollen zudem erste Erfah-rungen und Ergebnisse der Arbeit der drei LernLäden des Lern-Netzes Berlin-Brandenburg als Beratungsinstitutionen in die Dar-stellungen mit einfließen. Ferner ist beabsichtigt, mögliche Finan-zierungsinstrumente für Bildungsberatung als Infrastrukturelement für lebenslanges Lernen unter dem Aspekt der Chancengleichheit auf dem Bildungsmarkt darzustellen und zu erläutern sowie die ge-sellschaftliche und ökonomische Bedeutung der Bildungsberatung bzw. des lebenslangen Lernerns zu beleuchten.
In Abkehr von Mallarmés Streben nach Verwirklichung des absoluten Buches versucht Louis Aragon, Mitbegründer des Surrealismus, Fr. Schlegels Auffassung vom progressiven Kunstwerk und Novalis' Konzeption eines Gesamtkunstwerks eine zeitgemässe Deutung zu geben. Die fiktionale Autobiographie bietet ihm das Medium für das utopische Ziel, durch ein poetisches Leben die Gesellschaft zu verändern.