In "Das Nashorn" beauftragt Dan Harper einen Glasmacher, ein lebensgroßes Nashorn aus Glas für einen Zirkus in Wien zu schaffen. Auf seiner Reise mit seinem Schutzengel Faye sucht er nach seinen Eltern und konfrontiert seine Vergangenheit. Sie erleben gesellschaftliche Widersprüche und die Transformation des Zirkus zur Show.
Zu später Stunde in Marias Leben kommt jemand, der bisher nie da war. Ein Geist. Spät abends, wenn alles ruhig ist, kommt er. Nicht bestellt und nicht gekauft, aber passend. Gewünscht hat sie sich ihn. Jemanden von draußen, der alles weiß und auf nichts Rücksicht nehmen muss. Und niemand sonst in der Familie weiß etwas davon. Nur sie und der Geist. In den beiden schweren Sesseln, einander gegenüber. Maria wird ihn befragen nach all dem in ihrem Leben, von dem sie ahnt, dass da was gewesen sein könnte. Neugierig möchte sie wissen, was außerhalb ihres Zugriffs um sie herum war und ist. Was in ihrem Schließfach im großen Bahnhof drin ist. Und der Geist wird antworten. In fünf nächtlichen Sitzungen. Er nimmt sie mit auf überraschende Wege. Und er wird sie staunen und erröten lassen. Und sie wird ihn verblüffen. Weil sie sehen will, wird er ihr helfen, den Blick auf sich selbst zu öffnen, zu verbreitern, abzurunden. Sie lernt dazu im hohen Alter an ihren letzten Tagen. Und sie erfährt vom Geist über jeden ihrer Liebsten so viel Neues. Nicht zu Ahnendes, Unglaubliches, Faszinierendes.
An einem Samstagnachmittag im Frühling wird ein älterer Herr auf seinem Fahrrad von einem Unbekannten mit einem Dolch niedergestochen. Das Verbrechen geschieht auf einer wenig befahrenen Straße, die durch Wiesengebiete zum Hafen führt. Dank der mutigen Hilfe einer jungen Frau überlebt das Opfer. Die Spuren des Täters führen die Kriminalpolizei zum Bündnis Weinberg, einer örtlichen Bruderschaft, doch trotz intensiver Ermittlungen bleibt der Täter unbekannt und die Hintergründe der Tat unklar. Zwei Jahrzehnte später organisiert die Besitzerin eines bekannten Cafés ein Treffen mit sechs weiteren Personen, die auf verschiedene Weise in den Fall involviert waren. Ziel ist es, die Ermittlungen im privaten Rahmen erneut aufzunehmen. In der großen Marktkirche der Stadt, die für kulturelle Projekte genutzt wird, sollen die Teilnehmer ihre Erinnerungen austauschen und die Auswirkungen des Vorfalls reflektieren. Trotz kritischer Stimmen innerhalb der Gemeinde wird dem Vorhaben schließlich zugestimmt, wobei darauf geachtet wird, die Kirche nach den Veranstaltungen unverändert zu lassen. Die Vorträge finden in einem abgetrennten Bereich des beeindruckenden Kirchenraums statt, der mit seinen hohen Säulen und Glasmalereien besticht.