Die Bedeutung der Bischofsstadt Freising wurde durch die Freisinger Furstbischofe nicht nur auf religiosem, sondern auch auf kulturellem Gebiet unter Beweis gestellt. So trug Cosmas Damian Asam, der in Rom lernte und von Rubens beeindruckt war, den Titel des Furstbischoflichen Freysingischen Hofmalers und auch sein Bruder, Egid Quirin Asam, wurde in Anerkennung seiner Verdienste um die Ausstattung des Freisinger Dom zum Hofstuckator ernannt.
Das Diözesanmuseum Freising besitzt eine herausragende Sammlung von Krippen aus Bayern, Tirol, Böhmen und der Provence aus dem 18. und 19. Jahrhundert sowie die bekannte „Königliche Krippe“ aus Neapel. Dazu kommen zahlreiche liebevoll ausgestattete Kastenkrippen und Christkindl. Sie werden hier von der Kunsthistorikerin Sylvia Hahn erstmals in einem Katalog vorgestellt. Die Grundlagen und geistigen Wurzeln der Krippe liegen in den Texten der Bibel, der Apokryphen, der Kirchenväter sowie in den geistlichen Spielen und meditativen Schriften des späten Mittelalters, die hier zusammengestellt sind und die inhaltliche Bedeutung aufschlüsseln. Warum zum Beispiel gibt es einen Mohrenkönig? Warum hält Josef so oft eine Kerze oder Laterne? Was haben die vielen wilden Tiere hier zu suchen? Oder was hat der Schornsteinfeger in der Krippe verloren?
Was bedeutet Migration? Welche Formen von Migration gibt es? Wie veränderten sich die Migrationswege der Menschheit über die Jahrhunderte hinwe? Welche globalen Verbindungen gab und gibt es zwischen den Migrationen in Europa und den anderen Kontinenten in Vergangenheit und Gegenwart? Neben Einblicken in Theorien, Methoden und Quellen der historischen Migrationsforschung gibt Sylvia Hahn in diesem Studienbuch auch einen Überblick über die Vielfalt der weltweiten Wanderungen von Frauen, Männern und Kindern. In den Blick genommen werden dabei die geschlechtsspezifisch unterschiedlichen Arbeitsmigrationen ebenso wie die zahlreichen Formen der Zwangsmigrationen, die vom globalen Sklavenhandel über politische und ethnische Vertreibungen, Flucht, Asyl und Leben im Exil bis zum heutigen internationalen Menschenschmuggel bzw. human trafficking reichen.
Täglich berichten die Medien über Menschen, die ausgewiesen, abgeschoben oder vertrieben werden, während die lange Tradition dieser Praktiken in Europa oft ignoriert bleibt. Dieses Buch beleuchtet diese Geschichte, beginnend mit den Stadt- und Landesverweisungen der frühen Neuzeit bis hin zu den Massenvertreibungen im 20. Jahrhundert. Es untersucht die verschiedenen betroffenen Bevölkerungsgruppen, die politischen und ökonomischen Rahmenbedingungen sowie die beteiligten Interessengruppen und Profiteure. Ein besonderes Augenmerk gilt dem Staatsbildungsprozess seit dem 18. Jahrhundert und den damit verbundenen rechtlichen Instrumenten wie Heimatrecht und Staatsbürgerschaft. Die Beiträge umfassen Themen wie die Duldung und Vertreibung ethnisch-religiöser Minderheiten, die Vertreibung als Strafe im Ancien Régime, die nationalstaatliche Konsolidierung von Heimat und Fremde, sowie die politische Emigration im 19. Jahrhundert. Weitere Aspekte sind ethnische Homogenisierung im 20. Jahrhundert und die Siedlungspolitik auf dem Balkan und in Kleinasien. Auch die Ausweisung von Ausländern und die politische Ausbürgerung in Österreich im Kontext des Völkerrechts werden thematisiert. Die verschiedenen Perspektiven bieten einen umfassenden Überblick über die komplexen Zusammenhänge von Vertreibung und Staatsbürgerschaft in Europa.
Kritische Wissenschaft in der Migrationsgesellschaft - Mit E-Book
306 Seiten
11 Lesestunden
Der herrschende wissenschaftliche Diskurs über Migration ist in den letzten Jahren zunehmend in Kritik geraten. Vor allem Migrationsforschung als politische Auftragsforschung – so der zentrale Vorwurf - würde Migration vielfach als Problem hervorbringen und somit bestehende gesellschaftliche Ungleichheitsverhältnisse verfestigen. Um solchen Tendenzen entgegenzuwirken und emanzipatorische Ansätze in der politischen Auftragsforschung zu fördern, beschritt die Arbeiterkammer Wien einen bislang ungewöhnlichen Weg. Statt Wissenschaftler_innen mit der Beantwortung spezifischer Forschungsfragen zu betrauen, lud sie kritische Migrationsforscher_innen dazu ein, ihrerseits relevante Fragen zu den Themen „Migration“, „Integration“ und „Asyl“ zu formulieren. Es langten schließlich zahlreiche Artikel ein, die etabliertes Wissen über Migration hinterfragen und Alternativen zur gängigen Migrationsforschung aufzeigen. Im Sammelband „Migration – Die Macht der Forschung“ wird eine Auswahl der Beiträge veröffentlicht, die sich sowohl an ein wissenschaftliches als auch nicht-wissenschaftliches Publikum richten. Namhafte Politolog_innen, Soziolog_innen und Bildungswissenschaftler_innen zeigen, wie progressive Migrationsforschung in Österreich gestaltet werden könnte. Die Beiträge eröffnen viele unerwartete Blickwinkel und weisen in die Richtung eines konstruktiven Umgangs mit Migration in der heutigen Gesellschaft.