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Richard Reichensperger

    Die Bergung der Opfer in der Sprache
    Räuberische Poetik
    Passagen Literaturtheorie: Literatur als Text der Kultur
    Vorfreude Wien
    • Ein Monument ist ein Stück Kultur, doch nicht jedes kulturelle Element ist ein Monument. Der traditionelle Begriff der Kultur, der Stabilität und Sicherheit verspricht, ist überholt. Stattdessen wird Kultur als Textualität verstanden, die mit Lotman als Bündel semiotischer Systeme interpretiert werden kann. Die Autoren thematisieren Kultur im Kontext von Text, Geschichte und Literatur. Im ersten Teil wird Kultur als interkultureller Komplex lebensweltlicher Phänomene behandelt. Wissenschaftler, die in den Schnittmengen unterschiedlicher Diskurse agierten, gelten als Vorläufer gegenwärtiger kultursemiotischer Theorien. K. Mannheims Phänomenologie der Alltagswelt, die Kultursemiotik des Prager linguistischen Zirkels und A. Schütz’ Entwurf der Zeichenhaftigkeit sozialer Welten zeigen bereits ein Verständnis von kultureller, ethnischer und sozialer Pluralität, das die heutigen Debatten um New Historicism und Cultural Studies prägt. Der zweite Teil beleuchtet den Begriff der Kultur aus sozialgeschichtlicher Perspektive, wobei ethnische und sprachliche Pluralität eine zentrale Rolle spielt. Abschließend wird unter ästhetischen Gesichtspunkten untersucht, wie literarische Texte Teil des allgemeinen kulturellen Gewebes sind, gemäß Roland Barthes. Diese verschiedenen Perspektiven werden anhand des geographisch-kulturellen Komplexes Zentraleuropa und dessen paradigmatischer Pluralität konkretisiert.

      Passagen Literaturtheorie: Literatur als Text der Kultur
    • Räuberische Poetik

      • 159 Seiten
      • 6 Lesestunden

      Nach 16 Jahren Entzifferungsarbeit haben die Literaturwissenschaftler Bernhard Echte und Werner Morlang Robert Walsers „Bleistiftgebiet“ in einer sechsbändigen Ausgabe erschlossen, die zuvor fast gänzlich verloren schien. Aus dem Staunen über den entwaffnenden Gestus dieses Schreibens entstand der Impuls, Autorinnen und Autoren einzuladen, sich mit ihren (Schreib-)Erfahrungen in das fremdvertraute, räuberische Gebiet dieser Texte zu begeben. Obwohl Walser angesichts der politischen Entwicklungen der 30er Jahre in die milimeterkleine Handschrift seiner Mikrogramme zurückwich, wird die drängende Gegenwärtigkeit seines Schreibens gerade in dieser Rückzugsbewegung besonders intensiv. „Räuberische Poetik, Spuren zu Robert Walser“ versammelt Arbeiten von 18 Autorinnen und Autoren, die sich auf unterschiedliche Weise mit Walser auseinandersetzen: von brieflichen Eingeständnissen der Sprachlosigkeit bis hin zu Essays, Prosastücken, Gedichten und Collagen. Die Vielfalt der Zugänge spiegelt die unterschiedlichen Gesten und Sprechweisen wider, die Walsers heiter-freches und abgründig-philosophisches Werk entfaltet. Jüngere Generationen werden dazu angeregt, ihren Walser zu lesen und ihn in ihrem Schreiben und Denken neu zu entdecken. Enthalten sind zahlreiche Originalbeiträge und teils veröffentlichte Gedichte von namhaften Autoren sowie eine „Räuber“-Geschichte von Walser aus dem Jahr 1921.

      Räuberische Poetik