Bookbot

Werner C. Barg

    Spiel mit der Wirklichkeit
    Blockbuster culture
    Rainer Werner Fassbinder transmedial.
    • Das Klischee von Fassbinder als chaotischem Genie wird hier korrigiert: Sein Werk durchlief mehrere Entwicklungsstufen und entstand in Zusammenarbeit mit kreativen Mitarbeitern. Es zeigt Schichten der Aneignung von Stoffen und Genres. Besonders in den Fokus rücken weitgehend unbekannte oder schwer zugängliche Arbeiten wie die Show „Wie ein Vogel auf dem Draht“ und die Ibsen-Adaption „Nora Helmer“, sowie nicht realisierte Projekte, die zu vollständigen Drehbüchern gereift sind. Auffällig ist Fassbinders konsequente transmediale Arbeitsweise, bei der er in verschiedenen Medien am selben Projekt arbeitete. Dadurch wird sein Werk als übergreifende, organische Gesamterzählung sichtbar. Ein Beispiel hierfür ist „Wildwechsel“, ein Theaterstück von Franz Xaver Kroetz, das Fassbinder 1972 für das Fernsehen adaptierte und später im Kino zeigte, bevor Kroetz es für weitere Ausstrahlungen sperrte. Der Blick in den Nachlass zeigt, dass Fassbinder ein Wanderer zwischen medialen Erzählwelten war. Die Untersuchung dieser innovativen Erzählformen eröffnet neue Perspektiven auf sein Werk. Beiträge von Christine Ehardt, Gerhard Lampe, Alexandra Vasa und Hans J. Wulff sowie Gespräche mit Rolf Giesen und Nicolas Wackerbarth und ein Forschungsbericht mit kommentierter Bibliografie runden den Band ab.

      Rainer Werner Fassbinder transmedial.
    • Blockbuster culture

      Warum Jugendliche das Mainstream-Kino fasziniert

      • 160 Seiten
      • 6 Lesestunden

      Blockbuster laufen seit Jahrzehnten erfolgreich in unseren Kinos und sind fester Bestandteil der Medienkultur, insbesondere von Jugendlichen. Aber was macht eigentlich die Faszination dieser Erfolgsfilme gerade bei Heranwachsenden aus? Auf der Grundlage von Theorien zur psychosozialen Entwicklung sowie im Rekurs auf die Erzähltraditionen klassisch-mythologischer Geschichten analysiert der Autor anhand berühmter Blockbuster das »kulturelle Kapital« dieser Filme. Ob SPIDER-MAN (2002), DER HERR DER RINGE: DIE GEFÄHRTEN (2001), MATRIX (1999) oder DIE TRIBUTE VON PANEM – THE HUNGER GAMES (2012): Es wird gezeigt, dass die narrativen Strukturen, Plotmuster und Heldenbilder in Blockbusterfilmen identitätsstiftende Funktionen für Jugendliche haben können. So wird deutlich, wie die Probleme Heranwachsender, sich eine eigene Identität aufzubauen, im Gewand von Filmerzählungen durchgespielt und wie Lösungen im fiktionalen Spiel angeboten werden. Die damit verbundenen sozialen und emotionalen Positionen, die politischen und moralischen Standpunkte, die die Filme formulieren, werden in der Untersuchung kritisch hinterfragt. Und schließlich arbeitet das Buch die Bedeutung formaler Mittel im Blockbuster – besonders die Verwendung von computergenerierten Bildern – für die Entfesselung der Faszination Jugendlicher am Mainstreamkino heraus.

      Blockbuster culture