Le Judas de Leonard
- 245 Seiten
- 9 Lesestunden







Eine Geschichte von vertauschter Identität, Liebe und Schuld – in Form eines perfekt konstruierten Thrillers. Die Welt ist aus den Fugen in diesem historisch-fantastischen Roman: Der Krieg zwischen August dem Starken und Karl XII. von Schweden hat Schlesien um 1700 im Würgegriff. Regimenter durchziehen das Land und üben erbarmungslose Lynchjustiz. Die Bauern, aber auch Banden von Räubern und Vagabunden kämpfen ums nackte Überleben. Ein christlicher Bischof bietet den Verfolgten letzte Zuflucht: In seinen Steinbrüchen und Schmelzöfen »stöhnen an Karren geschmiedet die Lebendig-Toten, die sich vor dem Galgen in die Hölle geflüchtet haben«. Zwei Männer, ein adeliger Deserteur und ein namenloser Vagabund, stehen am Scheideweg. Der Weg des ersten führt zur feindlichen schwedischen Armee, zu Kriegsruhm, Reichtum und zur schönen Maria Agneta, seiner Kusine. Der Weg des anderen führt in die Feuerhölle des Bischofs. Doch die Schicksale kreuzen und vertauschen sich. Der kunstvoll geometrische Aufbau dieses Plots gehört zu den ästhetisch beglückendsten Erfindungen des Mathematikers Perutz. Und in der Figur des namenlosen Vagabunden hat er eine Gestalt erschaffen, die in Charisma und Dämonie den berühmten Helden der schwarzen Romantik gleicht – von Byrons Manfred bis zu Dumas' Grafen von Monte Christo.
Diese Sammlung von Kurzgeschichten enthält: Herr, erbarme dich meiner! Dienstag, 12. Oktober 1916 Die Geburt des Antichrist Der Mond lacht Das Gasthaus zur Kartätsche Nur ein Druck auf den Knopf Der Tag ohne Abend Gespräch mit einem Soldaten Pour avoir bien servi
Leo Perutz zählt zu den bedeutendsten deutschsprachigen Erzählern fantastischer Geschichten. Mit dem Roman, den er in der Emigration in Tel Aviv verfasste, kehrte der 1882 in Prag geborene Schriftsteller zu seinen Kindheitsorten zurück. 1951 als "Meils Gut" vollendet, hatte Perutz anfangs Schwierigkeiten, einen Verleger zu finden. Als das Werk 1953 erschien, erhielt es durchweg positive Kritiken, wurde jedoch kein Publikumserfolg. Der Grund könnte in der Geschichte einer verbotenen Liebe zwischen dem böhmischen König Rudolf II. und der schönen Esther liegen, die Perutz in einer atmosphärisch dichten Szenerie schildert. Sein zentrales Thema ist die Vorstellung eines Zwischenreiches aus Bewusstsein und Traum, eine höhere Wirklichkeit, die oft in lyrische Epik abgleitet. Die vierzehn Episoden aus dem Prag der Alchemisten und Golems des 16. und 17. Jahrhunderts machen das Werk zu einem reizvollen, "eindrucksvollen" Erlebnis. Die Erfüllung der Liebe wird durch den legendären Rabbi Loew, der die Liebenden in einem magischen Traum verbindet, besonders wunderbar: Er pflanzt unter der Moldaubrücke einen Rosenstock und Rosmarin, und der träumende Kaiser spürt den Kuss der Traumgeliebten.
In diesem Band sind kleine Erzählungen, unvollendete Romane und Reise- sowie Literaturfeuilletons von Perutz versammelt. Im Mittelpunkt steht das Romanfragment "Mainacht in Wien", das 1938 entstand und die Flucht des jüdischen Journalisten Dr. Georg Schwarz vor der deutschen Besatzung erzählt.
Spanienfeldzug, Winter 1812: In der andalusischen Bergstadt La Bisbal werden die Napoleon unterstützenden Regimenter „Nassau“ und „Erbprinz von Hessen“ durch spanische Guerillas vernichtet. Einzig der Leutnant von Jochberg überlebt das Massaker, seine Memoiren halten die geheimnisvollen Umstände bis zu ihrem tödlichen Ausgang fest. Leo Perutz erzählt in diesem unheimlichen und zugleich unnachahmlichen Roman, wie die deutschen Offiziere sehenden Auges und kraft der Phantasie des wandlungsfähigen Marques de Bolibar, Kopf des spanischen Widerstands, ihren eigenen Untergang herbeiführen.
»Dieser Roman gehört zum Allerbesten seiner Gattung und ist ein Werk im Range Edgar Allan Poes.« Die Zeit In Morwede, einem abgelegenen westfälischen Dorf, begegnet der Arzt Dr. Amberg in den 1930er Jahren dem Baron Malchin, einem Sonderling, der in jahrelangen chemischen Experimenten der Natur das Mittel zur Wiederentdeckung der alten mystischen Glaubensinbrunst abgerungen haben will. Es handelt sich um das Mutterkorn, eine Getreideseuche, die auch St. Petri-Schnee genannt wird. Amberg muss miterleben, wie der Weltverbesserer Malchin die Menschen an den Rand einer Katastrophe führt. Oder geschieht dies alles vielleicht doch nur in Dr. Ambergs Kopf? Der Arzt ist sich seiner Wahrnehmung keineswegs sicher. » Zur Leo-Perutz-Edition bei dtv
Opernsängerin Lydia van Loo flieht vor ihrem eifersüchtigen Mann, einem russischen Fürsten. Trotz ihrer Flucht setzt er alles daran, sie zurückzugewinnen. Lydia sucht Zuflucht bei dem wohlhabenden Tabakhändler Dschahid, was zu einer spannenden Konfrontation führt.
Eine groteske Verfolgungsjagd, die einen ehemaligen Offizier kurz nach dem 1. Weltkrieg quer durch Europa führt. »Das Wort ›Genie‹ hat längst durch Missbrauch an Wert und Sinn verloren, sonst hätte ich das Buch als ›einfach genial‹ bezeichnet.« (Ian Fleming, Schöpfer von James Bond, in einem Brief 1931 an Leo Perutz) Wien 1918/19. Der einstige Offizier Georg Vittorin kann die Demütigung nicht vergessen, die er als Kriegsgefangener von dem russischen Lagerkommandanten Seljukow erdulden musste, und beschließt, als Rächer nach Russland zurückzukehren. Eine dramatische Verfolgungsjagd beginnt, die ihn durch die Sowjetunion, nach Konstantinopel, Mailand, Paris und weiter treibt, bis es schließlich zu dem erhofften »Duell ohne Zeugen« kommt. Drei Millionen Leser verfolgten den Erstabdruck dieses Romans, der 1928 in der größten Illustrierten des Kontinents, der ›Berliner Illustrirten Zeitung‹, in Fortsetzungen erschien. ›Wohin rollst du, Äpfelchen …‹ wurde von den Lesern verschlungen, der Titel wurde Ende der zwanziger Jahre zu einem Schlagwort, in dem die Ungewissheit und Zukunftsangst der Menschen ihren Ausdruck fand.
Ein spannender historischer Roman, der die Themen Liebe, Geld und Verrat wie auch Kunst und Künstlertum formvollendet miteinander verknüpft. Mailand an der Wende vom 15. zum 16. Jahrhundert. Leonardo da Vinci möchte im Refektorium des Klosters Santa Maria delle Grazie endlich sein Gemälde > Das Abendmahl< vollenden, doch ihm fehlt das Modell für den Kopf des Judas. Er macht sich auf die Suche nach dem »allerschlechtesten Menschen in ganz Mailand«. Er findet ihn schließlich in dem böhmischen Kaufmann Joachim Behaim, der, wie Judas, fähig ist, aus Stolz einen Verrat zu begehen. Die Geschichte des Kaufmanns steht im Mittelpunkt dieses spannenden historischen Romans, der Liebe und Geld ebenso zum Thema hat wie Kunst und Künstlertum.
Der Student Stanislaus Demba erfährt eines Abends, dass seine Geliebte Sonja sich wegen eines anderen von ihm trennen will. Der mittellose Mann denkt, sie davon nur abbringen zu können, indem er mit ihr verreist. Um an Geld zu kommen, versucht er, wertvolle Bücher aus der Universitätsbibliothek zu verkaufen. Doch er wird erwischt, und nur durch einen waghalsigen Sprung vermag Demba der Polizei wieder zu entkommen. Mit Handschellen gefesselt hetzt er durch ein irrwitziges Wien der k. u. k. Zeit und scheint sein Glück letztlich am Kartentisch doch noch erzwingen zu können. Leo Perutz schrieb 1917 diesen raffinierten Roman, dessen Motive Alfred Hitchcock, Eric Ambler und andere beeinflussten.
Paris, November 1642. Seit achtzehn Jahren herrscht Kardinal Richelieu über Frankreich. Grausamkeit, Härte und Intrigen sind seine Waffen, und der König, ein Schwächling, ist machtlos gegen ihn. Gerade erst konnte der Kardinal eine Verschwörung vereiteln und die Anführer an den Galgen bringen, doch die dunklen Umtriebe seiner Gegner finden kein Ende. Wieder kommt ein Gerücht auf, ganz Frankreich hallt davon wider - Am 11. November, dem St.-Martinstag, ist eine Bartholomäusnacht für den französischen Adel geplant, in der dessen Köpfe 'wie die Federbälle durch die Luft wirbeln' sollen. Doch das Schicksal will es anders. In Gestalt des jungen Perückenmachers Turlupin, der unversehens ins Zentrum des Geschehens rückt, erhält der Lauf der Dinge eine unvorhergesehene Wendung.
Der Teufel ist mit im Spiel, als den König Montezuma eine verzauberte Kugel trifft. Die zweite Kugel tötet die schöne Indianerin Dalil, und die dritte erwischt den Mann, der lange vor Cortez mit einem Trupp Soldaten nach Mexiko gekommen ist: den Wildgrafen am Rhein. Auf unnachahmliche Weise schildert Leo Perutz in diesem Roman den Kampf um das Aztekenreich und das Schicksal des Grafen, der inmitten all der Greuel das Gedächtnis verliert. Ein Zaubertrank bringt ihm die Erinnerung an ein Leben zurück, das so wirr und unberechenbar wie ein Würfelspiel verlief.
Wien, kurz vor dem ersten Weltkrieg: Eine Serie von Selbstmorden erschüttert die Wiener Gesellschaft, die ebenso Morde sein könnten. Doch weder im Fall des jungen Offiziers, der seinerseits dem Selbstmord seines Bruders nachgeht, noch im Fall des alternden Hofschauspielers, der am Unglückstag, ohne es zu wissen, ein Vermögen verlor, finden sich auch nur das geringste Motiv oder die winzigste Spur des Täters- Der Einbruch des Irrationalen in eine scheinbar wohlgeordnete Welt, der so viele Romane von Leo Perutz kennzeichnet, ist hier bis zum Alptraumhaften gesteigert.
In den Geschichten von Leo Perutz (1882 - 1957) kommt die geschliffene Beobachtungsgabe der menschlichen Psyche zur Geltung, wie sie nur ein Versicherungsmathematiker beherrschen kann. Perutz` phantastische, Krimi-ähnliche, historische Erzählungen müssen mehr gelesen werden. Deswegen halten Sie auch diesen Band „des großen magischen Realisten der deutschen Literatur“, wie ihn Daniel Kehlmann nennt, in den Händen.
Historický román s dobrodružnou zápletkou, odehrávající se v jižní Evropě počátkem 20. století