Gerfried Sperl Bücher






Die umgefärbte Republik
- 168 Seiten
- 6 Lesestunden
Das politische Buch nach der Wahl: Österreich kommt nicht zur Ruhe. Das einstige Lieb- ist zum Sorgenkind der Staatengemeinschaft geworden, seit Wolfgang Schüssel zu Jahresbeginn 2000 eine Koalitionsregierung mit der rechtspopulistischen FPÖ von Jörg Haider bildete. Statt vollmundig angekündigte Reformen umzusetzen, hat das Bündnis nach seinem Platzen einen Scherbenhaufen zurückgelassen: außenpolitisch durch die Opposition gegen europäische Vorhaben, im Innern durch dauernde Kritik an den Grundfesten der Zweiten Republik. Gerfried Sperl, Chefredakteur der liberalen Wiener Tageszeitung Der Standard, durchleuchtet in seinem Buch die dramatischen Ereignisse der vergangenen Monate und stellt sie in einen internationalen Kontext. Vom neuen Staatsverhältnis nach den Ereignissen des 11. September 2001 bis zu den gegenwärtigen Verwerfungen österreichischer Politik reicht seine scharfsichtige und eloquente Analyse.
Liberalismus gegen Nationalismus
Die Möglichkeiten der (österreichischen) Politik in Mitteleuropa
Der Liberalismus war in Österreich, abgesehen von einer kurzen Periode im 19. Jahrhundert, stets Korrektiv und Spielbein größerer Lager – als rhetorisches Instrument der Wirtschaft, als Kulturprogramm der Sozialdemokratie. Obwohl Feigenblatt der Freiheitlichen, hat er zuletzt politische Kraft gezeigt: Ohne Liberalismus wäre der FPÖ die Kleine Koalition versperrt geblieben, zum Fliegen braucht selbst Jörg Haider mehr als eine Schwinge. In der aktuellen Situation Mitteleuropas ist der Liberalismus eine Alternative zu Nationalismus und Fundamentalismus: Anhand von Gesprächen mit prominenten Denkern und Politikern prüft der Autor diese These. In einer Zeit, da Kunst und Literatur wieder ihre oppositionelle Rolle verloren haben, ist die intellektuelle Kraft des Liberalismus abzuwägen. Seit Kräfte in den Kirchen zu autoritären Konzepten neigen, sind Liberale in der Rolle von „Protestanten“.
Ungleichheit
Phoenix – Essays, Diskurse, Reportagen
»Ungleichheit« ist zu einem Schlagwort unserer Zeit geworden. Die Schere zwischen Arm und Reich wird unübersehbar und vor allem immer schneller größer. Wie kommt es zu der Tatsache, dass wenige reiche Menschen so viel besitzen wie die halbe Bevölkerung? Und was machen diese Fakten mit uns und unserer Gesellschaft? Ungleichheit lässt sich aber nicht nur in Geld, Einkommen und Vermögen messen. Die Bildungsangebote, die Qualität der Arbeitsplätze und leistbares Wohnen sind weitere Kriterien dafür, ob sich die Diskrepanzen verringern. Die Beiträge der Journalisten, Wissenschaftler und Autorinnen im vorliegenden »Phoenix«-Band bieten einen Überblick darüber, wo die Ursachen der Ungleichheit liegen und wie sie bekämpft werden können. Mit Beiträgen von: Elfriede Jelinek, Joseph E. Stiglitz, Günter Wallraff, Hans Rauscher, Harry G. Frankfurt, Colin Crouch, Giacomo Corneo, Ayad Al-Ani, Sahra Wagenknecht u. a.
Flüchtlinge
- 96 Seiten
- 4 Lesestunden
Das Flüchtlingsdrama prägt wie wenige Ereignisse zuvor die europäische politische Landschaft. Aus ihm ist eine Krise der Europäischen Union geworden. Innere Spannungen unter Überschriften wie »Überfremdung« oder »Islamisierung« stärken vor allem den rechtsgerichteten Populismus und zeitigen dementsprechende Wahlergebnisse. In der Uneinigkeit der sogenannten Aufnahmeländer wird zunehmend klar: Die Solidarität als einer der höchsten Werte der EU schwindet. Den verschiedensten Aspekten zum Thema widmet sich fundiert und umfassend der vorliegende Band. Berücksichtigt werden auch Blicke in die Vergangenheit, da viele gerne vergessen, was in der eigenen Geschichte geschehen ist. Es schreiben unter anderem Ilija Trojanow über Migration, Julya Rabinowich über Traumata, Josef Haslinger über die hausgemachte Krise und Hazel Rosenstrauch über ihre Remigration vor 70 Jahren. Denn berücksichtigt werden auch Blicke in die Vergangenheit, da die heute Lebenden (nicht nur die jüngeren) gerne vergessen, was in der eigenen Geschichte geschehen ist.
Das wäre eine Sensation: Wenn sich in einigen Jahrzehnten herausstellte, die Al Quaida hat es nie gegeben. 9/11 war von Geheimdiensten inszeniert, um endlich den Überwachungsstaat à la George Orwell flächendeckend durchsetzen zu können. Natürlich stimmt das nicht. „Watching you“ ist trotzdem Realität – wie viele Diktaturen von einer Mehrheit der Bevölkerung herbeigesehnt, von einigen wenigen Intellektuellen und Experten heftig kritisiert. „Was für Zeiten“ beschäftigt sich mit einer Mega-Gefahr für die Freiheit.
Eiszeit
- 126 Seiten
- 5 Lesestunden
Wer über den Klimawandel redet, beginnt zu schwitzen. Fast niemand weiß jedoch, dass es mitten in der Hitze weiter das Eis geben wird: im Whiskey, im Wodka, beim Sport, unsichtbar in den zwischenmenschlichen Beziehungen. Oder als Eiszeit in der Politik, die allzu viel aufs Eis legt. Die Kälte kann lange vorhalten, wenn jene Mächtigen am Eis bleiben, die am Schmelzen nicht interessiert sind. Dennoch: zu Eis gefroren ist etwas genauso schnell, wie es wieder schmelzen kann.
Das Ende der Aufklärung?
- 167 Seiten
- 6 Lesestunden
Die Ära der Aufklärung rutscht in eine historische Dämmerung. Die Zeichen der Zeit sprechen für eine Wiederkunft des Religiösen. In der Politik ebenso wie im Alltag.
Musik verlangt den ganzen Menschen. Ihre Lustempfindungen transzendieren den Kopf und sind „Recreation des Gemüts“, wie Bach es ausdrückte. „Lust auf Amadeus“ reflektiert über die Freude an etwas, das wir nur schwer benennen können und tief in unserem Unbewussten verankert ist.

