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Gerald Koll

    Pandoras Schätze
    Henro boke
    • Henro boke

      Pilgern auf Japanisch

      Dem Pilger ist der Weg das Ziel. Was aber, wenn er sich dabei ständig verläuft? Weil er als deutscher Dilettant ausgerechnet in Japan auf Wallfahrt geht? Der Weg heißt 'hachijuhakkasho' (88 Heilige Stätten) und schlängelt sich rund um die Insel Shikoku. Dort pilgern Menschen seit zwölfhundert Jahren, und zwar im Kreis, entlang einer Route von 1300 Kilometern, markiert durch 88 Tempel. Gerald Koll hat sich allein auf diese lange Wanderschaft begeben. Er ist weder Buddhist noch spricht er Japanisch. Beste Voraussetzung also für eine Pilgerreise. Denn pilgern (von latein. 'peregrinus': fremd) bedeutet, sich der Fremdheit auszusetzen. So fremd wie inmitten japanischer Sprache und Schrift, Sitten und Sutren kann sich ein Europäer auf dem Jakobsweg nie fühlen. Das Herumirren hat jedoch Methode. Gerade Irrwege halten oft die wahren Entdeckungen bereit. Über Weg und Abwege hat Gerald Koll einen luziden Reisebericht verfasst: über Feuerrituale, nächtliche Schrecknisse, erwachende Schlangen, Gift und Glück wochenlanger Monotonie sowie Momente des Verstehens jenseits der geläufigen Mittel. Winkt hier das Nirwana? Die Aufzeichnungen des Autors sind ein hintergründiger Versuch über 'die Kunst, den Stock aufzusetzen'. Über das Pilgern auf der Spur von 'henro boke' – jenem eigentümlichen Gemütszustand, der den Pilger nach und nach erfassen soll.

      Henro boke
    • Georg Wilhelm Pabst, einer der ‚großen Vier’ des deutschen Stummfilms, ist vor allem für sein Frühwerk bekannt. In nur sieben Jahren (1923-1929) drehte er neun Filme, die sich um Erotik und Sexualität gruppieren. Themen wie Voyeurismus, Promiskuität, Prostitution, Homoerotik, Inzest, Sadismus, Masochismus, Pädophilie und Nekrophilie stehen im Mittelpunkt. Diese Filme hinterfragen traditionelle Werte und kollidieren oft mit der Zensur der Weimarer Republik. Pabsts Werke reflektieren die sozialpolitischen und kulturellen Debatten der 1920er Jahre, insbesondere die sich wandelnden Männer- und Frauenbilder. Die Philosophie, Sozialpsychologie und Medizin der frühen Moderne definieren Geschlechterrollen neu. Pabst präsentiert ein breites Spektrum neuer ‚Frauentypen’, die gegen reaktionäre Rollen festgelegt sind. Die Studie analysiert sieben bedeutende Stummfilme Pabsts, sowohl werkimmanent als auch im Kontext der Zensur und Filmkritik. Der Autor nutzt teilweise neu rekonstruierte Fassungen der oft fragmentarisch überlieferten Filme. Umfangreiches Bildmaterial, direkt aus den Filmkopien reproduziert, veranschaulicht die Analyse kinematographischer Strukturen und eröffnet damit eine filmhistorisch neue Perspektive auf Pabsts Frühwerk.

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