Daß August von Goethe, der Sohn des großen Dichters, etwa im gleichen Lebensalter wie sein Vater nach Italien reiste, ist nahezu unbekannt. Auch er schrieb ein Reisetagebuch, das jedoch bisher nie publiziert wurde. Dabei ist es ein wunderbar zu lesender Text - und ein anrührendes Zeugnis über die Befindlichkeit eines jungen Intellektuellen, der sich der komplizierten Situation unter dem übermächtigen Vater durchaus bewußt ist, und der mit Witz und Humor seine Rolle immer wieder neu sucht
August von Goethe Bücher



Wir waren sehr heiter
- 334 Seiten
- 12 Lesestunden
Ein neuer Blick auf Goethe und seinen Kreis Im Mai 1819 brach August von Goethe mit seiner Frau nach Preußen und Sachsen auf. Erst jetzt, 188 Jahre später, erscheint sein Tagebuch mit vielen, teils unveröffentlichten, Briefen aus seinem Umfeld. Es ist wie ein großer fortgesetzter Brief an den Vater in vielerlei Spiegelungen. Mit unveröffentlichten Briefen von Ottilie von Goethe, Adele Schopenhauer, Graf Brühl u. a. Täglich führt der Sohn Tagebuch, so wie es der Vater will. Aufmerksam notiert er die Erlebnisse seiner Reise nach Potsdam, Berlin, Dessau, Dresden, Leipzig und in die Sächsische Schweiz. Der Aufenthalt des berühmten Paares in der preußischen Hauptstadt wird ein gesellschaft-liches Ereignis: August und Ottilie besuchen die Theater und Balletts, werden bei Hofe eingeführt und von der politischen und künstlerischen Prominenz empfangen. In den Tagebuchtext eingefügt sind Augusts Briefe an den Vater und dessen Antworten sowie Ottilies Korrespondenz mit der Mutter und den Freunden - eine bedeutsame Stimmencollage, in der Szenen einer spannungsreichen Ehe und einer schwierigen Vater-Sohn-Beziehung aufscheinen. Mit unveröffentlichten Briefen von Ottilie von Goethe, Adele Schopenhauer, Graf Brühl u. a.
Wilhelm Meisters Lehrjahre
- 526 Seiten
- 19 Lesestunden
Mit der Kraft aus "Werthers Leiden" - wie es Schiller 1795 in einem Brief an Goethe formulierte - hat Goethe seinen zweiten, 1796 fertiggestellten Roman geschrieben. Beeinflusst durch die Ereignisse der französischen Revolution und die aufkeimende Freundschaft zu Schiller reifte das Fragment zu einem acht Bücher umfassenden Roman, der die Lehrzeit eines poetisch gesonnenen Bürgermanns in der vorrevolutionären Gegenwart beschreibt. Als Financier einer Schauspielertruppe bricht Wilhelm aus seiner engen bürgerlichen Herkunft aus und blickt hinein in die Welt des Theaters. Was als Irrweg erscheint, entwickelt sich zum Lebensweg; immer wieder neues Irren lehrt Wilhelm zu leben. Lebendige Darstellung der Leidenschaft wechselt sich mit ruhigen Elementen ab. Im Anhang des Heftes finden sich Erläuterungen zur künstlerischen Struktur des Werkes sowie ausführliche Begriffs- und Sacherklärungen.