1923 war ein Jahr, das die Menschen weltweit aufrüttelte. Hyperinflation, Weltwirtschaftskrise, Putschversuche, der Ruhrwiderstand in der Weimarer Republik, ein schweres Erdbeben in Japan und der gescheiterte ukrainische Traum vom Nationalstaat prägten diese Zeit. Autoritäre Herrschaftsformen und populistische Führer bedrohten liberale Demokratien; die Folgen des Ersten Weltkrieges und der Revolutionen erschütterten die Welt nachhaltig. Das von Nicolai Hannig und Detlev Mares herausgegebene Buch beleuchtet verschiedene Perspektiven der Wirren und Wendepunkte in Deutschland, Europa und der Welt. Es bietet ein spannendes Panorama des krisenbehafteten Epochenjahres 1923 und reflektiert differenziert über die Gegenwart mit ihren Krisenerscheinungen. Die Beiträge von Autoren wie Eckart Conze, Christoph Cornelißen, Franziska Davies, Christof Dipper, Gerrit Schenk und Jens Ivo Engels ermöglichen einen neuen Blick auf die Herausforderungen, denen sich die erste deutsche Demokratie gegenübersah. Hundert Jahre später scheinen sich Krisen erneut zu häufen, was die Notwendigkeit unterstreicht, das Krisenjahr 1923 einzuordnen und das Krisennarrativ zu überwinden. Ein packendes Sachbuch für alle, die Interesse an der Vergangenheit mit Erkenntnissen über aktuelle Zeitgeschichte verbinden möchten.
Detlev Mares Bücher


Persönlichkeit und Geschichte - 171: Margaret Thatcher
Die Dramatisierung des Politischen
- 118 Seiten
- 5 Lesestunden
Als „Eiserne Lady“ war die britische Premierministerin Margaret Thatcher(1925 - 2013) weit über die Grenzen ihres Landes hinaus bekannt. Die erste Frau im höchsten Regierungsamt eines europäischen Staates erregte schon bei ihrer Wahl internationale Aufmerksamkeit; in der Folgezeit sicherte ihr der konfrontative Stil ihrer Politik Verehrung und Abscheu weit über das Ende der Amtszeit hinaus. Thatcher präsentierte sich als Kämpferin gegen den ökonomischen und moralischen Niedergang ihres Landes, den sie auf die Auswirkungen einer expansiven sozialstaatlichen Fürsorge und den politischen Einfluss der Gewerkschaften zurückführte. Dagegen stellte sie ein nationales Regenerationsprogramm, das durch Privatisierungen und monetaristische Geldmengensteuerung die ökonomischen Wachstumskräfte und persönlichen Initiativgeist anregen sollte. Auf der Bühne der internationalen Politik erwarb sie sich den Ruf einer überzeugten „Kalten Kriegerin“, deren Hauptziel darin bestand, den sowjetischen Kommunismus zurückzudrängen. Der vorliegende biographische Essay beschreibt Thatchers Sicht auf die Politik als Dramatisierung politischer Differenzen zu unvereinbaren Gegensätzen von Gut und Böse.