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Nahe Creglingen im württembergischen Franken, auf einem Hügel über Standorf, steht die Ulrichskapelle. Ihr achteckiger Bau ist nicht nur wegen der schönen Lage bemerkenswert, sondern auch, weil er seit der Stauferzeit nahezu unverändert blieb. Unterhalb der Kapelle entspringt eine Quelle, deren Wasser als gesund oder wundertätig gilt. Diese Gegebenheiten bieten reichlich Stoff für frommes Nachsinnen, poetische Ausmalungen und romantische Fantasien, aber auch für Aberglauben. Leider wurde die Ulrichskapelle nicht nur von Poeten, sondern auch von völkischen Ideologen und Rassentheoretikern des Nationalsozialismus vereinnahmt, die sie ihrer kirchlichen Geschichte beraubten und als heidnischen Kraftort darstellten. Zudem wurden überchristliche Legenden konstruiert, die die Kapelle zu einem zentralen Punkt der mittelalterlichen Geschichte machen wollten. Die ideologischen Vereinnahmungen zeigen, wie fahrlässig mit Kirchen- und Zeitgeschichte umgegangen wird. Trotz wiederholter Kritik halten sich diese Legenden hartnäckig, da die Ideologien, die zur Vereinnahmung führten, nicht vollständig entmachtet sind. Michael Raisch dokumentiert diesen Einfluss und zeigt, dass es eine wichtige Aufgabe der kirchlichen Aufklärung ist, diesen Mythen entgegenzutreten. Sein Werk soll der Gemeinde Standorf und der Region Franken helfen, ein historisch fundiertes Bild der Ulrichskapelle zu vermitteln und so ein Stück ihrer Geschichte zu gewinnen.
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Ein Heiligtum im Taubertal?, Michael Raisch
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- Erscheinungsdatum
- 2008
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