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Rousseaus Schuld

Essays über die Entstehung philosophischer Feindbilder

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La faute à Rousseau? Rousseau wurde oft als subversiver Denker wahrgenommen, dessen Ideen die Grundlagen von Moral, Gesetz und Religion gefährdeten und essentielle Institutionen wie Familie, Privateigentum und staatliche Ordnung in Frage stellten. Ihm wurde die Verantwortung für die Französische Revolution, das Aufkommen der Demokratie sowie für Kommunismus und Totalitarismus zugeschrieben. Aus seinen Schriften wurde eine radikale Zivilisationskritik herausgelesen, die als Schlüssel zum Verständnis der Übel der modernen Zivilisation galt. Wie erklärt sich ein so umfangreiches Sündenregister? Wird die Wirkung von Ideen in einer von Interessen dominierten Welt nicht überbewertet? Selbst ohne Rousseaus Schriften wäre die Französische Revolution möglicherweise ausgebrochen. Vielleicht sind es jedoch nicht nur seine Ideen, die provozieren. Rousseau sieht sich als Denker der Paradoxe, der die gefährliche Macht des Vorurteils aufzeigt. Seine Werke werden oft als mehrdeutig und widersprüchlich kritisiert, was gerechtfertigt ist. Seine Argumentation folgt einer irritierenden, „sophistischen“ Logik, die in Aporien endet und philosophische Belehrungen auf ihre Tauglichkeit prüft, während sie ideale und reale Welten ohne einen klaren Ausweg der Versöhnung konfrontiert.

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Rousseaus Schuld, Urs Marti

Sprache
Erscheinungsdatum
2015
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(Paperback)
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Titel
Rousseaus Schuld
Untertitel
Essays über die Entstehung philosophischer Feindbilder
Sprache
Deutsch
Autor*innen
Urs Marti
Erscheinungsdatum
2015
Einband
Paperback
ISBN10
3796534457
ISBN13
9783796534454
Reihe
Beschreibung
La faute à Rousseau? Rousseau wurde oft als subversiver Denker wahrgenommen, dessen Ideen die Grundlagen von Moral, Gesetz und Religion gefährdeten und essentielle Institutionen wie Familie, Privateigentum und staatliche Ordnung in Frage stellten. Ihm wurde die Verantwortung für die Französische Revolution, das Aufkommen der Demokratie sowie für Kommunismus und Totalitarismus zugeschrieben. Aus seinen Schriften wurde eine radikale Zivilisationskritik herausgelesen, die als Schlüssel zum Verständnis der Übel der modernen Zivilisation galt. Wie erklärt sich ein so umfangreiches Sündenregister? Wird die Wirkung von Ideen in einer von Interessen dominierten Welt nicht überbewertet? Selbst ohne Rousseaus Schriften wäre die Französische Revolution möglicherweise ausgebrochen. Vielleicht sind es jedoch nicht nur seine Ideen, die provozieren. Rousseau sieht sich als Denker der Paradoxe, der die gefährliche Macht des Vorurteils aufzeigt. Seine Werke werden oft als mehrdeutig und widersprüchlich kritisiert, was gerechtfertigt ist. Seine Argumentation folgt einer irritierenden, „sophistischen“ Logik, die in Aporien endet und philosophische Belehrungen auf ihre Tauglichkeit prüft, während sie ideale und reale Welten ohne einen klaren Ausweg der Versöhnung konfrontiert.