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Siger von Brabant, vermutlich um 1240 geboren, war etwa fünfzehn Jahre jünger als Thomas von Aquin und lehrte an der philosophischen Fakultät der Universität zu Paris. Am 23. November 1276 wurde er vor das Inquisitionsgericht geladen, war jedoch bereits aus Frankreich geflohen. 1284 wurde er ermordet, wobei die Umstände seines Todes nie geklärt wurden. Dante verewigte Siger in seiner „Göttlichen Komödie“, was zu seinem bleibenden Rätsel und zur Forschung über ihn beitrug. Siger galt als bedeutender Repräsentant der Philosophie, gleichwertig mit Thomas von Aquin und anderen. Seine Schrift „Über die Geistseele“ (De anima intellectiva), erstmals in deutscher Übersetzung, erfordert ein besonderes methodisches Verständnis. Siger beginnt mit der „Selbsterkenntnis“, um das Wesen des menschlichen Geistes zu beschreiben: „Die Geistseele wird nicht anders erkannt als aus ihrer Tätigkeit, dem Denken.“ Daraus folgt, dass der Geist eine Beziehung zur Materie eingehen muss, um Erkenntnisse zu gewinnen. Zudem erkennt Siger, dass der Begriff geistiger Entwicklung für das Verständnis des Menschengeistes entscheidend ist und leitet daraus eine bestimmte Anschauung der Reinkarnation ab. In der geistesgeschichtlichen Auseinandersetzung mit Thomas teilen sie zwei zentrale Aspekte der Lehre vom Geist: Thomas entwickelt den Begriff geistiger Individualität, während Siger den Gedanken der Reinkarnation formuliert.
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Menschliche Seele und kosmischer Geist, Wolf-Ulrich Cropp
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- 1988,
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