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- 122 Seiten
- 5 Lesestunden
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So sehr hatte sich Herr von Welfen lange nicht geärgert wie über diese schwere Beleidigung. Eine derart unpassende Antwort auf sein schönes Gedicht! Es war, als wollte er sich die Haare ausraufen. Zum Glück schien es, als hätte noch niemand die Antwort gelesen. Der Kellner machte ein so harmlos törichtes Gesicht, als der Major ihn ausforschte, dass er tatsächlich unwissend schien. Auch der Wirt konnte keine Auskunft geben und erinnerte sich nicht einmal an drei junge Herren in großen, hellen Strohhüten. Herr von Welfen war jedoch überzeugt, dass nur diese Herren aus Ruhla zu solch einer Infamie fähig gewesen sein konnten. Auch die Damen schienen dies anzunehmen, obwohl das Thema nicht weiter besprochen wurde. Es herrschte ein stillschweigendes Einvernehmen, diesen wunden Punkt unberührt zu lassen. In Eisenach legte der Major großen Wert darauf, die Hotels zu besichtigen. Er erzählte den Wirten, dass ihm Thüringen sehr gefalle und er den nächsten Sommer in Eisenach verbringen wolle. Daher müsse er sich schon jetzt um Quartier kümmern. Er erkundigte sich, ob das Hotel ruhig sei, ob gute Gesellschaft verkehre und ob er einen Blick ins Fremdenbuch werfen dürfe. Gewiss! Mit größtem Vergnügen! Welfen setzte seine Brille auf und musterte scharf die Namen der zuletzt eingekommenen Gäste. Viele waren es, doch die gesuchte Schrift fand sich nicht darunter.
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Jung gefreit, Nataly von Eschstruth
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- Erscheinungsdatum
- 2023
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